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Jüdische Schulzeitung · 1937-04-07 · 4 (7.4.1937) · page 3

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
4 (7.4.1937)
Date
1937-04-07
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nummer 4 Jüdische Schulzeitung. Seite 3 eine leichte, lustige Arbeit. Denn es wird fifr.die spätere Einstellung des Schülers zum Hebräischen ausschlaggebend sein, in welcher Weise die Sprache zuerst an ihn herangebracht wurde. - Der hebräische Anfangsunterricht stellt wie jeder sprachliche Anfangsunterricht große Anforderungen an den Lehrer, er darf sich keine Minute' Ruhe gönnen, er muß Schallplatte," Sprechchorleiter, Schauspieler sein, er muß Gesang und Spiel und Zeichnung zu Hilfe nehmen können, er muß jeden Äugenblick die Gelegenheit wahrnehmen, um an das bereits Erarbeitete etwas Neues anzuknüpfen. Dazu ist in erster Linie erforderlich, daß er weit mehr kann, als er seinen Schülern beibringen will. Gerade^heute, wo viele jüdische Lehrer ihr eignes hebräisches Wissen erweitern oder selbst erst anfangen, die Sprache zu erlernen, begeht man oft den Fehler, ihnen den Anfangsunterricht zu übertragen. Es ist viel leichter, sich für ein paar Sätze Chumasch oder einen Abschnitt Lektüre vorzubereiten, als im Anfangsunterricht für alle Eventualitäten gerüstet zu sein. Es sollen jetzt einige praktische Beispiele aus dem diesjährigen Anfangsunterricht folgen, einem Lehrgang, wie er sich zufällig in der Zusammenarbeit mit dieser Klasse ergeben hat. Wir begannen mit dem Gruß, als ich zum erstenmal zur hebräischen Stunde kam, itoibv?, das hatten die meisten schon gehört, zu Hause oder in einem Bunde. Und gleich waren wir mitten in der Arbeit: - . . . irvn abv!öT*j8 DiVtf alle, die ich schon mit Namen kannte, wurden begrüßt, begrüßten sich gegenseitig und dann begrüßten sie mich: na'^.tf rma ,DiVtf und schon war das erste Gespräch zustande gekommen: üin,Di^ -!'E"3aöi^tf — natürlich mit Vorkommen zum Platz des Lehrers und Handschlag. Als Kinder an die Reihe kamen, deren Namen ich nicht kannte, kam die erste Frage:?^aip" na und die Antwort . . . W. Jedes Kind wurde gefragt, und jedes^mtwortete; immer wieder wiederholen, immer wieder hören lassen. Dann kam gleich die Zusammenfassung: nn »atf na - vv '3a ,Di!?tf —- miVtf und als die Schülerin dann stehen blieb, schickte ich sie mit einer Handbewegung fort und sagte dazu- PStf. Dann kam die allgemeine Begrüßung:!nT3tf - yv '3a ,a\bvf - iniTa^ri ,üiVtf und gleich dazu die Befehle: Jnxitf — miap Nichts wird vorher auf deutsch angekündigt, alles nur durch Gebärden zu erklären versucht. Zum Schluß der ersten Stunde lernten wir dann noch, Vater und Mutter gleich heute mittag hebräisch zu begrüßen:;xax .abV -!X3X ,niVtf T T T - T Als Ergebnis der 1. Stunde wäre ungefähr folgendes festzuhalten: - imnp - irmtf - vv '3a ,Dfttf - iniTa^n ,a\bv t : 1 t : ■• t •:- t prttf - .nn -?"qatf na - yw 'sa ,Dtf># — Jüfttf--!XaX ,tfhvf!X3X ,m'Vtf T T T - T Mit allen Variationsmöglichkeiten, mit Wiederholungen und Chorsprechen ist das Stoff für eine Stunde, die Kinder sprechen nur Hebräisch, der Lehrer erklärt mit allen ihm zur Verfügung stehenden Möglichkeiten — unter weitgehendster Ausschaltung des Deutschen — ganz wird es allerdings im Anfangsunterricht nicht möglichXsein. Zu Beginn jeder neuen Stunde wird der in der letzten Stunde erarbeitete Stoff wiederholt und der neue an ihn angeschlossen. Der Unterricht nahm in den folgenden Wochen etwa folgenden Verlauf: An die Begrüßung von .Vater und Mutter schloß sich eine Bitte — das Kind kommt nach Hause und ist hungrig ,xax - tinb ,xax na» ,xax - nx» und dazu: .. nnb,xaxBegrüßung und Bitte zusammen:!Dn^,sas- Irin/DiVw'- JSaS/DiV^'Von Anfang an ist darauf zu achten, daß die Kinder schon den kleinsten Wortschatz variieren lernen, neu zusammensetzen und frei darüber verfügen. Gegenstände, die nicht in der Klasse vorhanden sind, werden an die Tafel gemalt, z. B. nxa /na» und dann gefragt: mb nj - nnb nr -? nt na und gleich anschließend eine zweite Frage: na» mbn bv - imbn bv na Dann konnten wir gleich eine Reihe von Befehlen anschließen: pn^..".ni-?mna-!fl^3^»^ia-pa^ Alle Befehle sind schon im Anfangsunterricht hebräisch zu geben, die Kinder verstehen sie — der Lehrer darf allerdings nicht unbeweglich auf dem Katheder sitzen bleiben, er muß zeigen, deuten. Es ist nicht nötig, daß der Schüler die Worte ■»xia oder bx kennt, oder daß man sie zuerst deutsch gibt, wenn er Tftb kennt, wird der Befehl verstanden werden. — Es wird ein neuer Gegenstand benannt, im Chor und einzeln wiederholt z. B. 190 - T und es ergibt sich sofort eine Fülle neuer Möglichkeiten: - na» Tn - nnb Tn *?»?Tn bv na -)3D - D?Tn bv iso - ^n bv "jap oder iso Tn V» - nsa Tn b% .]nbtin nnri nao - ]r6tf n bv iso oder ,usw. -ison bv nnb - rjiVn bv Ein Buch wird auf den Tisch und unter den Tisch gelegt, der Lehrer spricht dabei, und die Schüler wiederholen, es wird nicht angekündigt: Wir wollen jetzt lernen, was „auf" und „unter" auf Hebräisch heißt, und es kommt den Kindern auch gar nicht zum Bewußtsein. Von diesem Tag an wurde bei Beginn jeder Stunde gesagt: 'Tn - »naaff - jnaap - maatf - 7aa/Di*?!? - iD'Ta^n -t— t:- t : T T ■jnVw'n rinn d*td - ijn^nV» In einer andern Stunde stellten wir zusammen, was wir schon alles hebräisch besitzen könnten: .xax^ - xax"^> - nnb->b - mb^b - mbtf^b - nso^ T — t •.••„•• - It : \ ...... Jeder Schüler trägt etwas dazu bei und macht sich aus den schon vorhandenen Ausdrucksmöglichkeiten selbsttätig eine heraus. — Zwischendurch wird ein kurzes hebräisches Lied gesungen, das vielleicht schon aus der Gesangstunde bekannt ist oder ein hebräischer Vers gelernt. An einem Regentag lernten wir als erstes Gedicht ein Regenlied, das den Schülern viel Freude machte, und das sie spielend auswendig lernten. Es ergab viel neuen Stoff: .nst? ,wsti ,craf ,tra ,Dtfa Zum Schluß wurde ein Regenbild gemalt, auf dem wir bereits alles hebräisch benennen konnten, nicht in einzelnen Substantiven, sondern in kleinen Sätzen. Ein anderes Mal stand der Stuhl im Mittelpunkt unseres Gespräches, die Wand, der menschliche Körper. Ich gebe zusammenfasend nur das Ergebnis einer solchen Stunde. Vom Stüh!: »nn — xos nr —?n? na xosn bv -»ax -?xosn bv "»a - xosn bv ->2p - ixosn ^x "»xia - paip und zu den anderen: raip ,nn--xosn bv rvn -?xosn b» ■»» P3tf Das Gespräch über die Wand brachte viel Anregung und Freude und einen großen Ertrag neuer Kenntnisse: Tpn by mb y»n V» Tiss - Tpn!?» n'sx - -bpn bv nnsa und dazu ein Bild an die Tafel:. . . T'sx y»n bv - fsr ni^n bv Dann wurde der Vogel näher betrachtet: Kopf, Flügel, Schwanz 33T - *|33 - tfxi und anschließend: n'as ">b "»xin oder - 3iT nr - T^xi nt -?nptna ic*xi ">b "»xnn usw. Vom Vogelkopf kamen wir auf die Körperteile und Gliedmaßen zu sprechen, und dabei gab es unzählige Möglichkeiten darstellerischer und sprachlicher Art. Wir lernten ein passendes Gedicht: . . o?*)^ ,rmx. vom Gedicht kamen wir aufs Zählen, vom Zählen zur Uhr. — Als wir vom Mund sprachen, fiel uns wieder alles Eßbare ein, das wir bereits früher gelernt hatten: »naa na» ,nsa dn^ usw., und jetzt fügten wir Getränke hinzu — das Glas stand im Mittelpunkt des Gespräches: . . 3^n Di3 - n3pT0i3 - nr? ois - &n Dia - ois oder 3^n ois - D'a ois "h oder iD'a ois /Xax und anschließend TT. - "— *— T ein Gespräch mit der Mutter oder dem Kellner: —!xax ,a\bf inTn - D1!» ois /n^j?33 ,xax -!nn ,oiV^. Speisen und Getränke wurden zusammengestellt, jeder wünscht sich etwas: 0i3 .na»i nri ois - arfti nsj?' Viel Freude machte auch ein Gespräch, das erst durch die begleitenden Bewegungen verständlich wird, etwa eine Begegnung mit dem Briefträger: .Di^~ DibE? .bfttf - Dfttf .minntfpaa . T TT T IT- : Ich habe gerade auf dieser Stufe viel Einzelheiten aufgezählt, denn bekanntlich ist aller Anfang schwer, und außerdem ist gerade die hier in Frage kommende Art des Sprachunterrichtes maßgebend für aTle weiteren Jahrgänge. Die Behandlung von Gebetsätzen und kleinen Gebetabschnitten, die natürlich auch im 2. Schuljahr zum Lehrplan gehören, muß in diesen Ausführungen unberücksichtigt bleiben. Wenn der rein sprachliche Vorkurs sich seinem Ende nähert, wird man

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