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Jüdische Schulzeitung · 1937-03-05 · 3 (5.3.1937) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
3 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite- 2 J ü d i s c Ii e Schuizeitung Nummer 3 Arbeiten A. Z. ]., die u. a. auch bei diesen Ausführungen benutzt wurden, nicht vorübergehe«. Der H. U. M.f< bisher 10 Bände, ist eine Fundgrube hebräischer Gesänge. In dieser Arbe.t kommt es in erster Linie darauf an, Liederbücher und llhismiuel für den hebräischen Gesang zu besprechen, die leicht erreichbar sind. Iii. Liederbücher und Hilfsmittel. Die- Verfasser von „Hawa Nasehira", Dr. Jos. Jacobseil, und Erwin Jospc, haben m.t ihrem Liederbuch der jüdischem Schule ein Buch geschenkt, das als eine große musik-pädagogische Leistung bezeichnet werden muß. Es ist das erste in Deutschland erschienene moderne Liederbuch, das eigens für die jüdische Schule geschrieben wurde und das, bis auf kleine Schönheitsfehler, den vielseitigen Anforderungen standhält, die an ein solches Buch gestellt werden müssen. Aus der Reihe der schon viel früher herausgegebenen Liederbücher für jüdische Schulen soil ein vergessenes Büchlein erwähnt werden. 1882 übergab A. Treu in Münster in Verbindung mit dem bekannten Musiker M. Bisping das „Liederbuch für israelitische Elementarschulen" der Üeffcntlichkeit. Wenn das Buch auch außer dem hebräisch aufgedruckten Titel „Anim semiraus" nur deutsche Lieder, zum Ted jüdischen Inhalts und nicht ein einziges hebräisches Lied enthält, so zeigte es doch schon vor über 50 Jahren den ernsten Willen, „dem fühlbaren Mangel iu der israelitischen Elementarschule", wie es im Vorwort heißt, abzuhelfen. J93Ü gab der Deutsche Makkabikreis das „Jüdische Liederbuch" in Anlehnung an das „"ßkui-Weiß-Liederbuch" heraus. Ein großer Teil der darin enthaltenen hebräischen Lieder ist Allgemeingut der jüdischen hündischen Jugend. We.teres Material, darunter Semiroth, veröffentlichte Leon Kornitzer 1933 in der Sammlung „Jüdische'Klänge". Den Melodien ist in der Regel eine Klavierbegleitung beigegeben. Das Buch sollte in keiner jüdischen Schule fehlen. 1934 erschien „Sabbath-Lieder für Schule und -Haus" von Frank Rothschild und J. B. Levy, nur Semiroth enthaltend. Die vollständigen hebräischen Texte sind in einer Anlage beigegeben. Die Sammlung enthält auch drei- und vierstimmige Bearbeitungen der bekannten Sabbatgesänge. Auch hier ist, wie in den „Jüdischen Klängen", eine Klavierbegleitung hinzugefügt. Süddeutsche Sem.roth wechseln mit Singweisen, die jüdische Motive haben, ab. Eine wertvolle Ergänzung bilden die durch Rektor Feilchenfeld, Breslau, herausgegebenen „Hebräischen Liederbügen". Meines Wissens sind bisher vier Bogen erschienen. Der Preis von 10 Reichspfennig pro Bogen macht es allen Schulen, in denen ein Liederbuch der Kosten wegen nicht beschafft werden kann, möglich, diese zu erwerben. Die Bogen haben einen großen praktischen Vorzug dadurch, daß alle Strophen des Liedes so unter die Noten gedruckt sind, daß in bezug auf d.e Silbenverteilung in den einzelnen Strophen fast keine Schwierigkeiten entstellen können. (In den Liederbüchern ist in der Regel den Noten nur die 1. Strophe unterlegt. Die sich hieraus bei der ungleichen Zahl der S Iben in den verschiedenen Strophen ergebenden Schwierigkeiten sind bekannt.) Der Liedcrbogen Nr. 2 enthält Kanons. An dieser Stelle seien auch die vom Keren Kajemet Lejissrael herausgegebenen Postkarten mit hebräischen Liedern erwähnt. Es handelt sich fast durchweg um palästinensische Lieder, darunter moderne Kinderlieder. Dr. Jakob Schönberg legte 1935 die Sammlung „Schire Erez Jissrael" vor. Das Buch einhält nur hebräische Lieder und gibt einen Ueberblick über das alte und moderne paläst'nensische Lied. Wenn das Buch auch nicht für die Zwecke der jüdischen Schule 'zusammengestellt ist, so gehört es doch iu die Hand jedes Musiklehrer.s an der jüdischen Schule. Es bringt neben weltlichen auch religiöse Lieder iu großer Zahl und gibt bei intensiverem Studiinn Gelegenheit zur Einfühlung und Einführun'g in die Tonreihen und Motive, auf denen das hebräische Lied 'basiert. Zum Schluß dieses Abschnittes sei noch einmal auf das eingangs kurz besprochene Liederbuch „Hawa Naschira!" eingegangen. H. N. ist heute au vielen jüdischen Schulen Deutschlands eingeführt, es ist das jüdische Schulliederbuch. Aus dem zum Teil sehr zerstreuten und nicht innner leicht erreichbaren Stoiigebiet des hebräischen Liedes haben die Verfasser mit Sachkenntnis ausgewählt und in ihrem Werk viel Wertvolles geboten. Wenn h.er und da gewisse hebräische Gesäuge vermißt werden und geglaubt wird, daß auf dieses oder jenes veröffentlichte Lied verzichtet werden könnte, so darf dadurch der anerkannte Wert des Buches nicht herabgemindert werden. H. N. hat sich in der Praxis des Musikunterrichtes durchaus bewährt. IV. Einteilung des hebräischen Liedes. Nachstehend ist der Versuch unternommen, das hebräische Lied seinem* Inhalt und seiner Form nach zu gruppieren. Hierbei läßt sich nicht vermeiden, vereinzelt auch schon auf das Musikalische der Lieder einzugehen. a) Die religiösen Lieder (Semiroth) l. die Semiroth (im engeren Sinne) - 2. die Psalmen 3. die Gebete. b) Die weltlichen Lieder. Die religiösen Lieder (Gruppe a 1, 2, 3) werden „Semiroth" genannt. Hier sind die Semiroth untergeteilt in 1. die Tischgesänge für Freitagabend und für den Sabbat (darunter sind nach A. Z. I. die hebräischen Dichtungen, teils aus dem Orient und aus dem frühen Mittelalter Deutschlands zu verstehen), 2. die Psalmen und 3. Gebettexte. a) L Das Singen der Semiroth war in Süddeutschland ein viel und gern gepflegter Brauch. Es ist auffallend, daß der allgemein verbreitete „Siddur sefath emeth" (Rödelheim) erst von der 155. Auflage an (Mai 1933) diese Texte in größerer Zahl m einem Anhang brachte. Während die Semiroth-Weisen des Ostens nur zum Teil eine Uebernahme von Motiven u. a. aus dem polnischen, ukrainischen oder russischen Volksgesang zeigen, tritt bei den süddeutschen Melodien e.ne Verschmelzung mit dem deutschen Volkslied ein, die in einigen Fällen fast bis zur wenig veränderten Uebernahme ganzer Lieder führt. Ein typisches Beispiel dafür br.ngt A. Z. I. im 7. Band des H. «0. M. „Zur mischelau ochalnu". Die Melodie des unter Nr. 314 notierten Liedes lehnt sich eng au das deutsche Kinderlied „Fuchs, du hast die Gans gestohlen" an. Nicht alle überlieferten Semiroth-Weisen sind nach meiner Auffassung wert, weitergegeben zu werden. Manchmal ist die Melodie keine Vertiefung des Textes. Zwischen ihr und den Worten klafft ein Gegensatz, oder die Silbenverteilung auf die Melodie verstößt so stark gegen die einfachsten Betonungsiegeln der hebräischen Sprache, daß sich das Sprachgefühl dagegen auflehnen muß. (Siehe H. N. S. 148 „Ma j'didut"). Innerhalb des Gesangunterrichts ist das Semiroth-Siugen ein wichtiger Bestundteil. Ein echter „Oneg schabbath" ist ohne Semiroth nicht denkbar. a) 2. Aus der Reihe der Psalmen haben nur wenige im Urtext eine Vertonung als schlichte Volksmelodie erfahren. Die meisten Vertonungen kennen wir vom Psalm 126 „Schir hamaalaus". Neben zwei allgemein bekannten süddeutschen Melodien im 7. Band des H. (). M. (Nr. 319 a und b) notiert A. Z. I. im 9. Band zwei Weisen des Ostens unter Nr. 288 und 324. H. N. bringt Seite 162 eine typisch chassidische Melodie. Teiledes Psalms 137 sind gern gesungene Kanons. (Siehe Sch. E. J. Seite 137, H. N. Seite 84, 85.) Wenig bekannter Brauch ist es, auch den Psalm 23 als Tischlied zu singen. A. Z. I. bringt im 9. Band des H. O. M drei Beispiele, Nr. 287, 490, 507. Die Weise Nr. 490 stammt aus dem Posensehen. Dieser in deutscher Sprache ungezählte Male komponierte Psalm sollte auch wieder in der heiligen Sprache in jüdischen Häusern erklingen. Zum Abschluß erfolgte ein Hinweis auf das „Tlriiii:;- Sagen". Auch der Musikunterricht kann diese altjüdische An des Wechselgesanges pflegen und weitergeben. Dadurch lei-

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