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Jüdische Schulzeitung · 1937-03-05 · 3 (5.3.1937) · page 1

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
13 (1937)
Issue
3 (5.3.1937)
Date
1937-03-05
Page
– (sequence 1)
Language
German
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' Monatsschrift für Erziehung, Unterricht und Schulpolitik Organ des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine (Geschäftsstelle des Verbandes: Berlin C 25, Kaiserstraße 29) Die „Jüdische Schulzeitung" erscheint am 1. eines jeden Monats. Postbezugspreis: 0.75 pro Quartal. Mannheim, den 5. März 1937 Druck und Verlag: Gebrüder Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. Huuptschrirtleiter: Dr.Siegfried Braun K ö 1 n-S ü I z, Unk'-Irrstraße 17 Das hebräische Lied im Musikunterricht der jüdischen Schule . von Erich Mendei-Bochum Abkürzungen: A. M. S. Adaunoj-Moloch-Steiger A. R. S. Ahawoh-Rabboh-Steiger A. Z. 1. A. Z. Idelsohn H. O. M.» Hebräisch-Orientalischer Melodienschatz von A. Z. Idelsohn H. N. Hawa Naschiral von Dr. Jos. Jacobsen und Eiwln Jospe ' M. O. S. Mogen-Owaus-Steiger Sch. E.J.= Schlie Erez Jisrael von Dr. Jacob.Schönberg. i. Die Stellung des hebräischen Liedes im Liedgut des Musikunterrichts. Ueber „Grundsätzliches zum neueren Gesangunterricht" schr.cb Eugen Jacobi-Köln in Nr. 9 der „Jüdischen Schulzeitung" vom l. 9. 1936. Vom hebräischen Lied stellt er fest, daß es auch in der Schule eine Ptlegestätte neben dem an erster Stelle stehenden deutschen Lied und den synagogalen iesüngen finden muß. in einem längeren Aufsatz „Singen in der Volksschule", . iiienen in Nr. 35 des „Israelitischen FamiLenblattes" vom .7. S. 1936, hat der bekannte, aus dem Lehrerstand hervorgegangene Komponist Hugo Adler, Mannheim, den Ruf nach einer ntensiven Pflege des hebräischen Liedes erhoben. Er sagte i. a., daß die verschiedenen Bestrebungen des Gesangunterichts n u r in Verbindung mit dem hebräischen Gesangsziel löglich sind. Hierzu habe ich in Nr. 45 des „Familienblattes" vom 5. 11.. )36 Stellung genommen und die Auffassung vertreten, daß cli die musikalische Bildung und Erziehung in Verbindung it dem deutschen Liede leichter und erfolgreicher in unseren;lnileu durchführen lasse, als nur allein am hebräischen ede. Auch Eugen Jacobi begründet diese Ansicht, indem er irauf hinweist, daß das deutsche Lied in musikalischer, in haltlicher und sprachlicher Hinsicht einen Reichtum, aufweist, ie kaum ein zweites Volkslied. Am Schlüsse meiner Ausführungen habe ich für den Mukuuterr.cht in der jüdischen Schule einen seiner gesamten •edetitung entsprechenden Platz verlangt, innerhalb seines iesamtzicles starke Pflege des hebräischen Liede.» . Schließlich sei hier noch aus den von der Reich ^Vertretung er Juden in Deutschland 1934 aufgestellten „kichtlin'cn zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen in Deutschland" der Absatz „Musik" mitgeteilt: „Auch der Mukunterricht ist möglichst mit dem jüdischer Unterricht : i 1; hiiitiiiiig zu bringen. Neben der Pflege des deichen Liedes Iii die des liturgischen (iosnnges und des hebrä^cher Lie- . -. wobei namentlich auf eine Veredelung des häuslichen Got- * .custes hingearbeitet werden kann.1' Das hebräische IJetl hat heute seinen ihm-unbestreitbaren ■;ia;/. im Lehrplan des Musikunterrichts erworben. Es ist aus der Schule, aus dem „üneg schabbatlr und aus der. , Inn eiern gar nicht mehr fortzudenken. Und wo heute d.e jüdische Schule ihre Verpflichtung m »er Pflege des hebräischen Liedes noch nicht erkannt ii;t. da beraubt sie sich selbst einer ihrer schönsten und d;:ü.\i'.irsreii Aufgaben, deren Erfüllung für das gesamte Schui.i ,>n;:ud auch darüber hinaus Freude und Erhebung bedeute.. \\ um die Schule hier versagt, so wird das hebräische Lied durch die Arbc.t in den Bünden von außen in die Schule hineingetragen. Bisher war nur vom deutschen und vom hebräischen Liede die Rede. Der Vollständigkeit halber muß auch das „jiddische Lied" oder, wie Idelsohn es bezeichnet, der Volksgesang der osteuropäischen Juden hei angezogen werden. Das ostjüdisJre Volksl.ed nimmt innerhalb des jüdischen Liedgutes seiner Bedeutung und seiner Zahl nach die erste Stelle ein. Dieses Lied ist ein wirkliches Volkslied. In ihm spiegelt sich das gesamte Fühlen und Denken der jüdischen Massen »n Osteuropa wieder. Die Herausgeber des Liederbuches „Hawa Naschira!" h <b :u auch dem jiddischen Lied einen Platz in ihrem Buche eingeräumt. Ich möchte es dahingestellt sein lassen, ob sich das Lied in der Praxis des Musikunterrichts der jüdischen Schulen in Deutschland durchsetzen wird. Nach meiner Auffassung kann in erster Linie nur der Lehrende dieses Lied richtig weiter geben, der mit ihm aufgewachsen ist. Innerhalb d eser Ausführungen soll jedoch nur das hebräische Lied behandelt werden. Ii. Hebräische Liedersammlungen. Die ersten am Ende des 19. Jahrhunderts in DeiuV';;,.! erschienenen jüdischen Liederbücher enthalten fast auweh lieh nur Lieder mit deutschen Texten jüdischen Inhalts, i - stens ohne Noten. Während z. B. das im Auftrage der Zionistischen \creinigung für Deutschland im Jahre 1S94 von Dr. Neinnch Loewe herausgegebene „Liederbuch für jüdische Vereine" die „Hatikwah" noch .nicht enthält, finden wir sie neben einer kleinen Zahl hebräischer Liedtexte in der 2. Auflage lx'M im Anhang. (Ueber die Entstehung der Hatikwah schrieb Magnus Davidsohn in Nr. 52 des „Israelitischen Familienblattes" vom 24. 12. 1936.) Zur Reihe der jüdischen Liederbücher gehört auch da - 5.914 erschienene „Blau-Weiß-Liederbuch". Auf die gute Zusammenstellung der Liedersammlungen in \'[. N., S. 241 sei besonders hingewiesen. Hervorgeli^'oen seien '.ie beiden Teile des „Scfer haschirim" von IdcK;oh:; 1<>12 und j)22 in Berlin erschienen. An erster Stelle steht .doch die j.Voß angelegte Sammlung A. Z. Idelsohns ..Mebrüi* -h-i >r englischer Melodicnsclmtz". Hier kann nur kurz au; . v rolle Tahl hebräischer Lieder hingewiesen werden, uie in > .'and <,Der Volksgesang der osteuropäischen I .Jen) und im V Dan«! ^.Gesänge der Chassidim) wiedergegeben sind. Jeder, der sich ernsthaft mit dem jüdischen Lied unc übei - haupt mit der Frage einer jüdischen Musik beschäftigt, kr■•■ uen tiefgründigen musikwissenschaftliche:! Forschungen :;n^

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