Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 13 (1937)
- Issue
- 2 (1.2.1937)
- Date
- 1937-02-01
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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Kummer 2 Die Neuordnung des höheren Schulwesens in Deutschland Vor dem letzten Erlaß des'Reichserziehungsministers gab es in Deutschland dreizehn Schultypen; sie werden forthin auf .zwei Grundtypen vereinheitlicht. Es sind die Oberschule als Hauptform und das Gymnasium als Nebenform. Besteht an einem Ort nur eine-höhere Schule, muß es eine Oberschule sein; bestehen mehrere, so muß die Oberschule zahlenmäßig das Uebergewicht haben. Daneben bleibt die sechs Schuljahre umfassende Aufbauschule erhalten. Zur Reife gelangen Schüler der Oberschule und des Gymnasiums nach vierjährigem Grundschulbesuch in acht, und in der Aufbauschule nach sechsjährigem Grundschulbesuch in sechs Jahren. Die Oberschule beginnt mit Englisch als Fremdsprache. Erst später wird Latein unterrichtet. Kernfächer sind Deutsch, Geschichte, Erdkunde. Biologie und Leibesübungen. Von der sechsten Klasse an gabelt sich der Unterricht in einen geisteswissenschaftlichen und in einen naturwissenschaftlichen Zug. Auch das Gymnasium hat eine fünfjährige Unterstufe und eine dreijährige Oberstufe. Die erste Klasse beginnt mit Latein, die "vierte mit Griechisch, die sechste mit Englisch. - * Ueber die Bedeutung dieser hier nur skizzenhaft gezeichneten Neuordnung für die jüdische Schule soll demnächst eingehend gesprochen werden. Aus dem Lehrerverband Wie die Verhandsmitglieder in der Wochenpresse gelesen haben, mußte die in der letzten Ausgabe unseres Blattes angekündigte Tagung des Verbandsausschusses und ebenso die Pädagogische Konferenz ausfallen. Es ist noch nicht möglich anzugeben, wann beides wird stattfinden können. Auf der Konferenz der Bezirke Ruhr und Niederrhein des Vereins isr.Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens sprach Koll. Weindling-Essen über die Einrichtung eines 9. Schuljahrs. — Der Bezirk Ost-Westfalen des gleichen Vereins hielt seine Tagung in Paderborn ab. Im Mittelpunkt der Verhandlungen stand eine Lehrprobe des Koll. Radt-Salzkotten über „Jüdische Einwanderungsländer." Zum Vorsitzenden des Bezirks wurde Koll. Köln-Paderborn, zum Stellvertreter Koll. Rülf-Detmold gewählt. * Der Verein jüdischer Lehrer in Schlesien hielt seine 54. ordentliche Vereinstagung am 23. Dezember in Breslau. Der geschäftsführende Vorsitzende Fallkenstein - Landeshut 1. Schles. erstattete einen ausführlichen Bericht über das abgelaufene Vereinsjahr, über die Arbeitsgemeinschaften in Breslau und Oppeln und über das Ergebnis der Krankenkassen- Umfrage. Rabbiner Bernhard Brilling referierte über „Wege und Ziele der jüdischen Familienforschung" und erbat die Mitarbeit der Lehrerschaft. Z a r e k - Bernstadt hielt einen Vortrag über „Geschichtsunterricht in der jüdischen Volksschule". Frau Dr. Lydia Aschheim-Baruchsen-Breslau sprach an der Hand zahlreicher Lichtbilder über „Fragen jüdischer Kunstbetrachtung". * Die Neuwahl des Vorstandes ergab seine Verjüngung und die Verlegung seines Schwerpunktes nach Breslau. Es wurden gewählt R o s e n s t e i n - Breslau zum Vorsitzenden, F a 1 - k ens te i n - Landeshut zum stellvertr. Vorsitzenden, Dr D a n ie 1 - Breslau zum Schriftführer, Fräulein Dr. Gertrud Weyl zur Kassenführerin, Feilchenfeld -Breslau und Jospe - Oppeln zu Beisitzern. . Der bisherige langjährige Vorsitzende Hauptlehrer i. R. H. M oop s - Breslau, der sein Amt im Laufe des Vereinsjahres niedergelegt hatte, wurde einstimmig zum Ehrenvorsitsenden ernannt." Die Vereinsbeiträge wurden, entsprechend dem Einkommen der Mitglieder, von 4 bis 12 RM. jährlich gestaffelt. Seite 11 Preisausschreiben der Julius Höxter-Stiftung Gemäß Absatz 7 der Bestimmungen der Julius Höxter- Stiftung schlägt der Wissenschaftliche Ausschuß der Stiftung folgendes Thema zur Bearbeitung vor: Die jüdische Schule von heute als Vorschule fürs Leben. Die Arbeit, die einseitig mit der Maschine zu schreiben und mit einem Kennwort zu versehen ist, muß dem Vorsitzenden des W.A. Dr. Siegfried Braun, Köln-Sülz, Unkeler Straße 17, eingereicht werden. Letzter Ablieferungstermin ist der 31. Juli 1937. Ein Briefumschlag, der die Anschrift des Verfassers umschließt, und der als Aufschrift lediglich das Kennwort der Arbeit trägt, ist beizufügen. Es bleibt allen, die sich an dem Preisausschreiben zu beteiligen wünschen, überlassen, auch andre Themen zu bearbeiten und einzureichen. Einsendungen, die den hier angegebenen Vorschriften nicht entsprechen, werden vom W.A. nicht geprüft werden. I. A.: Braun. Studienreise nach Italien Vom 21. März bis zum 12. April soll eine Studienreise nach Italien unternommen werden. Wegen der Bedeutung der tropischen und subtropischen Länder für die Juden in Deutschland ist eine derartige Reise gerade für die Lehrerschaft empfehlenswert. Standort soll Neapel sein. Es sollen insbesondere die botanischen und zoologischen Verhältnisse der Umgebung Neapels studiert werden. Die Tagesausgabe wird in Neapel 3—5 RM. betragen. Hinzu kommt eine Teilnehmergebühr von 15 RM. Reisekosten Berlin—Neapel—Berlin 120 RM. Nähere Auskunft erteilt Dr. Otto Treitel, Berlin-Wilmersdorf, Landhausstraße 13. Ächawa Die „Achawa" (Pensions- und Unterstützungskasse isr. Lehrer Deutschlands) hat im abgelaufenen Jahre 1936 ihre Tätigkeit in ähnlicher Weise wie in den Vorjahren weitergeführt. Die Zahl der Ehrenmitglieder hat sich Vermindert, ebenso durch Tod und Auswanderung auch die Zahl der aktiven Mitglieder. Von den bezugsberechtigten Pensionären und Witwen haben eine Anzahl in dankenswerter Weise auf ihren Zuschuß verzichtet, so daß dringendere Fälle besser bedacht werden konnten. Die Summe der durch Einzelunterstützung und Zuwendung der Quoten verausgabten Beträge beläuft sich auf rund 3 500 RM. Üie Kassenrevision hat durch die Herren Julius Kaufmann und Dr. Ernst Kahn stattgefunden und zu keiner Beanstandung Anlaß gegeben. In deT Zusammensetzung des Vorstands ist keine Aenderung eingetreten. Der erste Vorsitzende ist Oberlehrer i. R. E. Gut, Kassier Bankier Herbert Frohmann, Schriftführer (welcher auch Anfragen beantwortet), Studienrat Walther Rothschild, Frankfurt a. M., Hammanstraße 5. Die aktiven Mitglieder werden gebeten, ihren Beitrag mit 4 RM. ohne weitere Aufforderung auf das Postscheckkonto der „Achawa" 47 452 Frankfurt a. M„ einzuzahlen. Äufnahme in die Jüdische Lehrerbildungsanstalt Berlin Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden teilt zur Vermeidung bereits entstandener Mißverständnisse mit, daß bei den Bewerbungen um Aufnahme dort, wo die Reifeprüfung erst nach dem 31. Januar 1937 abgelegt wird, der Bewerbung Abschrift des letzten Zeugnisses beigelegt werden kann. Jüdische Schulzeitung