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Jüdische Schulzeitung · 1936-12-01 · 12 (1.12.1936) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
12 (1.12.1936)
Date
1936-12-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer .12. Jüdische Schulzeitung Seite 7 in -B e r 1 i n eine Tagung veranstaltet werden-die aus Lehrproben mit anschließenden Besprechungen bestehen und ausschließlich den Fragen des. Hebräischen gewidmet sein soll. Für den Schluß .der Weihnachtsferien ist eine Tagung für den Theinisch-westfälischen Bezirk in Köln in Aussicht genommen, im wesentlichen gleichfalls mit Lehrproben. Schließlich ist für Januar 1937 in K ö n i g s b e r g i. Pr. eine Tagung für die ostpreußische Lehrerschaft geplant. . Neben diesen Tagungen soll die laufende Lehrerfortbildung unter Verwertung der bisher gesammelten Erfahrungen weitergeführt werden. Der Berliner jüdischen Leherschaft soll nahegelegt werden, eine Reihe für die pädagogische und wissenschaftliche Fortbildung wertvoller Vorlesungen an der Lehranstalt für die Wissenschaft des Judentums zu besuchen. Schließlich werden Kurse geplant, die der Stoffsammlung für ■den Unterricht und der allgemein-pädagogischen Fortbildung dienen sollen. Entsprechende Bekanntgaben erfolgen rechtzeitig. In Frankfurt a. M. sollen die in den letzten Jahren mit Erfolg durchgeführten Kurse für die Lehrerfortbildung fortgesetzt werden. In B r e s 1 a u findet eine Reihe von Kursen statt, die vornehmlich Fragen der jüdischen und biblischen Geschichte behandeln. Religionslehrerkurse Der Preußische Landesverband jüdischer Gemeinden beabsichtigt, erneut einen Kursus zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen, für Studienräte (innen), Studienassessoren (innen), Studienreferendare (innen) sowie sonstige Lehrkräfte, die mindestens eine Staatsprüfung abgelegt haben, einzurichten. — Der Kursus ist auf zwei Jahre berechnet. Nach erfolgreichem Besuch können sich die Teilnehmer einer Abschlußprüfung unterziehen, nach deren Bestehen ihnen die Befähigung zur Erteilung von Religionsunterricht an Volks- und Religionsschulen zuerkannt wird. — Der Unterricht soll an zwei Nachmittagen der Woche mit je zwei Doppelstunden stattfinden. Unterrichtsfächer sind: Religionslehre, Hebräisch, biblische und jüdische Geschichte, Palästinakunde. Herren und Damen, die an dem Kursus teilzunehmen wünschen, werden gebeten, ihre Anmeldung nebst Angaben über ihre etwa:gen religions-wissenschaftlichen Vorkenntnisse sowie Nachweis ihrer pädagogischen Vorbildung bis zum 15. November beim Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, Berlin-Charlottenburg 2, Kantstraße 158, einzureichen. Ist das nötig? Wir finden im-Berliner Gemeindeblatt folgende Notiz: „Der Reichsausschuß jüdischer Sportverbände beabsichtigt im Interesse der jüdischen Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer (-lehrerinnen) .und zur Erweiterung ihres beruflichen Wissens, sowie zum Zwecke eines verstärkten Einsatzes für die jüdische Jugend eine Zusammenfassung aller jüdischen Turn-, Sport- und Gymnastiklehrer (-lehrerinnen), die nachweislich über einen Prüfungsausweis verfügen. Bei der Dringlichkeit der zu erledigenden Aufgaben sind die Meldungen schnellstens unter Angabe der Personalien, genauer Anschrift und des Ausbildungsganges (Abschrift des Prüfungsdiploms) an den Reichsausschuß jüdischer Sportverbände e. V., Berlin W 15, Meinekestraße 10, zu richten." Wir sind der Meinung, daß es der hier geplanten Zusammenfassung nicht bedarf. Alle Lehrenden, zu welcher Kategorie sie immer auch gehören mögen, finden ihren Platz in unserem großen Reichsverband. Seine leitenden Männer, sowohl die an der Spitze des Verbandes, als auch die der einzelnen Landesvereine, vertreten .mit dem gebotenen Nachdruck die Interesisen seiner Mitglieder, und es heißt Kräfte zersplittern und damit schwächen, wenn derartige Sondergründungen außerhalb dies Verbandes in d:e Wege geleitet werden. Bibliographisches Material zu Chanukka Die Schulabteilung der Reichsvertretung setzt die Herausgabe von Unterrichtsmaterialien für unsere Fest- und Fasttage fort. In diesen Tagen ging den Landesverbänden, Gemeinden, Schulen und Schulträgern eine umfangreiche Aufstellung von Schriften zu, die die Lehrenden in die Lage versetzen sollen, die Schüler gründlich in die Geschichte, den Sinn, die Vorschriften und das Brauchtum des Chanukkafestes einzuführen. Bereits früher bearbeitet wurden die Materialien für die drei Trauerwochen, für Lag baomer und Schawuot, sowie für Ssukkot. Es handelt sich in allen Fällen um die Sammlung und S'chtung von oft weithin zerstreutem Material, dessen Bewältigung im Unterricht von mancherlei lokal- und personalbedingten Voraussetzungen abhängt. Es wäre wünschenswert, wenn sich die Kollegen, die sich dieser ersten bedeutungsvollen Versuche zu einer Methodik der jüdischen Kulturkunde bedienen, über ihre Erfahrungen äußern wollten. Persönliches Am 4. Dezember feiert Koll. Reallehrer a. D. A. Salotnon, Frankfurt a. M. seinen 75. Geburtstag. Rüstig, in voller Geistesfrische steht der im Schul- und Gemeinded'enst ergraute Beamte vor uns. Von jeher gewöhnt, auch für die Belange der Lehrerschaft sich einzusetzen, nimmt er noch heute regen Anteil an den Arbeiten und Bestrebungen der „Vereinigung" in Frankfurt a. M. Außergewöhnlich pädagogisch begabt, kann er dem jungen Nachwuchs wertvolle Hinweise für d;e Praxis des Lehramtes geben. Er bleibe noch lange die Zier des.Standes! * Koll. M. Abraham, Berlin W 30, Bamberger Straße44, bittet, ihm in unserer Zeitung oder durch freundliche Zuschriften bekannt zu geben, ob und welche Veränderungen an seinen Wörterbüchern zum Gebetbuch und zum Pentateuch gewünscht werden. Die erste Uebersetzung des Babylonischen Talmud vollendet? Während von dem viel weniger umfangreichen „jerusalemischen Talmud" (Talmud Jeruschalmi") eine vollständige französische Uebersetzung erschienen ist, war der „Babylonische Talmud" bisher noch nicht zur Gänze in eine andere Sprache übertragen worden. Im 19. Jahrhundert wurde mehrfach versucht, dieses dem Namen nach zwar allen bekannte, aber nur von sehr wenigen wirklich gekainnte Fundamentalwerk der jüdischen Religion zu übersetzen. Alle diese Versuche sind jedoch an dem ungeheuren Umfang dieser alle Wissens- und Lebensgebiete des antiken Judentums umfassenden Enzyklopädie und an den Schwierigkeiten ihres Textes gescheitert. Bereits Zar Alexander I. von Rußland (1777—1825) hatte einen Preis von 100 00 Rubeln, eine für die damalige Zeit sehr große Summe, für die Fertigstellung einer französischen Uebersetzung des Babylonischen Talmud ausgesetzt. Von dieser Uebersetzung ist jedoch nur der erste Traktat erschienen. Um 1840 wandte sich der Berliner jüdische Gelehrte Ephraim Moses Pinner an den Nachfolger Alexanders I., den Kaiser Nikolaus I., mit der Anfrage, ob der Preis auch für eine deutsche Uebersetzung des Talmud gezahlt werde. Dies wurde ihm bestätigt, doch auch Pinner kam nicht über den ersten Traktat („Berachoth") hinaus. Ebenso blieben die Versuche, die von S a m t e r und R a w i c z, sowie im Auftrage der französischen Akademie der Wissenschaften von dem bekannten Gelehrten Leon Hollaenderski unternommen wurden, erfolglos bzw. gelangten nicht über die Uebersetzung der ersten Traktate hinaus. Auch dem 1896 von dem jungen, aus Kurland stammenden Talmud-Gelehrten Lazarus G o I d-s c h m i d t in Berlin begoüinenen Unternehmen einer vollständigen deutschen Uebertragung des Babylonischen Talmud wurde das gleiche Schicksal prophezeit. Trotz aller sachlichen und persönlichen Schwierigkeiten und denen der

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