Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 9 (1.9.1936)
- Date
- 1936-09-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 8 J ü d i s ch e - S ch u Ige i t u n g Nummer 9 : Dr. Margarete Edel heim: Südafrikanische Impressionen. Philo Verlag, Berlin 1936. Die Verfasserin hat jüngst Südafrika bereist und ihre Eindrücke laufend in der C.V.-Zeitung wiedergegeben; der Philoverlag hat ihre Berichte in der vorliegenden Broschüre zusammengefaßt. Sie geben ein reizvolles, lebendiges Bild von Land und Leuten, darüber hinaus aber auch von den Arbeitsmöglichkeiten für Einwanderer. S.B. Max Apt: Konstruktive Auswanderungspolitik. Philo-Verlag, Berlin 1936, 0,70 RM. Nach einem geschichtlichen Rückblick auf die Bestrebungen jüdischer Siedelungspolitik legt der als Fachmann geschätzte Gelehrte seine Pläne zu einer durchgreifenden Neuplanung des Problems vor. Er fordert die Errichtung einer Kolonisationszentrale, die Entsendung und Ausrüstung der erforderlichen Expeditionen und die Gründung einer Agrarbank. Inwieweit seine Auffassungen zutreffen und seine Pläne verwirklicht werden können, das zu entscheiden ist Aufgabe der Sachverständigen. Es darf angenommen werden, daß Apts Vorschläge gründlich, durchdacht werden, und wir möchten nur wünschen, die Prüfung fiele positiv aus und brächte die hartbedrängte Judenheit ein gut Stück weiter auf dem dornenvollen Wege zu innrer und äußrer Ruhe. S.B. Rudolf Levy: Palästina Abc. Verlag Atid, Berlin 1936, 2 RM. Wer rasch über irgend eine Frage unterrichtet sein will, die mit dem Aufbauwerk in Palästina zusammenhängt, der hat in diesem Büchlein einen guten Wegweiser vor sich. Es ist handlich, übersichtlich gedruckt (Stichworte in Fettdruck), und enthält in nuce das wesentlichste, was der Suchende zu finden wünscht. Es wird dem Lehrer, dem im Unterricht häufig Fragen entgegentreten, die er nicht gleich zu beantworten weiß, gute Dienste leisten. Der Natur der Sache entsprechend teilt das Nachschlagebüchlein mit andern das Schicksal, daß seine Angaben durch die Entwicklung der Dinge rasch überholt werden. S.B. Harry Torczyner: Die heilige Schriff, 3. Band. Nebiim Aharonim, Die Gottbegeisteten. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M., 4.50 RM. Aus dem Geleitwort im 1. Band dieses Uebersetzungswerks geht hervor, daß an dem vorliegenden 3. Band mitgearbeitet haben die Herren Elias Auerbach, Max Dienemann, Ludwig Levy, Seligmann Pick s. A., Harry Torczyner und Max Wiener. Was hier von den beiden ersten Bänden gesagt wurde, das trifft auch auf den 3. Band zu; es ist ein handliches gediegen ausgestattetes Buch, zu dem man gerne greifen mag. Eine eingehende Würdigung unterbleibe, bis das Gesamtwerk vorliegen wird. S.B. Clara Michelson: Jüdisches Kind aus dem Osten. Philo Verlag, Berlin, 1,10 RM. Die Autorin schildert in anschaulicher Weise zwei Lebensbereiche aus der jüdischen Welt des Ostens. Auf der einen Seite steht das „Lernen", das die jüdischen Menschen übe r den grauen Alltag erhebt, auf der andern der aufreibende Kampf um die nackte Existenz in seiner Dumpfheit und Schwere. Die packende Darstellung macht das gut ausgestattete Büchlein zu Geschenkzwecken geeignet; es reiht sich würdig den bisher in dieser Reihe erschienenen Werken zeitgenössischer Schriftsteller an. S.B. K. A. Meissinger: Der Abenteurer Gottes. E. P. Tal & Co., Leipzig/Wien. 350 S., geh. 4,80 RM. Die Wissenschaft ist längst mit sich darüber einig, daß die Kapitel 40—55 des Buches Jesaja einen anderen Verfasser haben als den großen Propheten, dessen Hauptwirksamkeit in die Regierungszeit König Hiskias fällt. Sie nimmt vielmehr an, und zwar weil in diesen Kapiteln von König Kyros und dem babj'lonischen Exil die Rede ist, daß sie, einem Pro- ^Dissertationen in jeder ÄusfüQrung liefert I0nen prompt, und preiswert der Verlag des Blattes. Bitte ziehen Sie uns mit in Konkurrenz, damit wir Ißnen unsere Ceistungsfäßigkeit beweisen können. . föutfkdrucfzerei Seffriider JTcoßaucr JEiiäwvigsnafm am (flfiem gegr. Iö93, Fernspr. Ö2310;6231ö, 62329 pheten entstammen, der zur Zeit König Kyros' gelebt und der vielleicht auch den Namen Jesaja geführt hat. Diesen Reden des Deutero-Jesaja, wie man ihn nennt, entstammen die bekannten Haftaroth, die wir an den sieben Trostsabbateii verlesen, und in ihnen kommt der grade in der Gegenwart oft erörterte Gedanke der Gottesknechtschaft Israels mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck. Wer dieser anonyme Prophet gewesen, wird wohl für immer ein Geheimnis bleiben. Meissinger hat in seinem Roman ein Lebensbild dieses unbekannten Propheten zu geben versucht, ein Lebensbild voll kühner Phantasie, und doch ein Lebensbild, das der Wirklichkeit nahe kommen könnte. Er schildert uns einen übermäßig begabten jüdischen Helden, der im babylonischen Exil lebt, der in Kyros den kommenden Erlöser seines Volkes sieht, der diesen zum "Kampf gegen Lydien und Ba'bylonien anfeuert, ihm den Weg zum •Siege zeigt und durch persönliche Tapferkeit und Umsicht zum Siege verhilft. Was bei der Lektüre des Buches besonders imponiert, ist des Verfassers geradezu phänomenale Kenntnis des Kulturlebens und der geschichtlichen Vorgänge jener Zeit, nicht minder auch die Kenntnis des Wesens der Religion der Chaldäer, der Perser, der Chinesen und Inder. Wohltuend berührt ganz besonders noch das nach Lessings edlem Vorbild gezeitigte Streben in all den Religionen die einigenden Momente hervorzuheben, zu betonen, wie ihnen allen das Gottsuchen gemeinsam ist, und daß hinter den trennenden kultuellen Vorschriften und Bräuchen der große Gottes-" und Menschheitsgedanke steht. Nicht minder ist die vortreffliche Sprache in der Wiedergabe der Deutero-Jesajanischen Reden anzuerkennen. Wenn vielleicht der Leser auch nicht mit jeder Idee des Verfassers einverstanden sein mag, so wird er doch das so überaus fesselnd geschriebene Buch mit dem Bewußtsein aus der Hand legen, ein Buch gelesen zu haben, das der rauhen Wirklichkeit entrückt und zu den höchsten Höhen menschlichen Denkens führt. - M Steinhardt. Zu den hohen Feiertagen empfehlen wir: Der Rkg in (fiejiil ßetueit von S.Müller Leinen geb. RM. 3.40 / Luxuseinb. 4.- / Kart. 2.60 ,, ... Der Pädagoge macht immer wieder die Erfahrung, daß diese abgerundeten Charakterbilder sich dem Gemüt der fugend am festesten ein. prägen. Mit bewundernswert weitem Blick unterrichtet das Buch über die Hauptmächte des gegenwärtigen jüdischen Lebens. Ganz besonders dankens» wert ist die reiche Beigabe von neueren und neuesten jüd. Quellen, die wertvollen Lesestoff 'auch für die Schüler der oberen Schulklassen bieten. Neben Höxters trefflichen Quellenbuch wird diese jüdische Geschichte, die Dar» Stellung und Quellenangaben mit Glück vereinigt, Lehrern und Schülern ausgezeichnete Dienste leisten. Dr. Bertha Badt-Srauß in der „Jüd. Rundschau" ,, .. Man möchte wünschen, daß dieses reife und besonnene. Weik recht eigentlich zum Lehr» und Lesebuch in allen bestehenden, und neu entstehenden jüdischen Volks» und Mittelschulen wird. Seine unparteiliche Haltung dient der ganzen jüdischen Jugend, ohne Unterschied der Richtung. Dr. Jakol> Marx in der ,',C.Vi< Zeitung?' Verlag der Jüd, Schulzeiturag " Ludwigshaffen a. Rh«, Schulstraße 14 Verantwortlich für den redakt. Teil: Dr. Siegfried Braun, Hauptschriftleiter, Köln-Sülz, Unkelerstraße 17. Für die Anzeigen verantwortlich Fritz Neubauer, Ludwigshafen a. Rh. — D.-A. 2. Vj. 863 Exemplare. — Druck und Verlag: Gebr. Neubauer, Ludwigshafen a. Rh * " Gültige Anzeigenpreisliste Nr. 3 vom 1. Januar 1936.