Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1936-08-01 · 8 (1.8.1936) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
8 (1.8.1936)
Date
1936-08-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2825247-2825368-2825376--1110-2826777
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nummer 8 J üdische Schulzeitung Seite 7 einer: Arbeitsgemeinschaft, die sich mit den brennendsten Fragen des israelitischen Volksschuldienstes befaßt. Es wird in der Regel ein Unterrichtsfach in den Mittelpunkt der Tagesarbeit gestellt. Der Vormittag dient den praktischen Uebungen in den" verschiedenen Klassen. Erfahrene Lehrer zeigen, wie man unterrichtet. Die Lernenden machen ihre ersten tastenden. Versuche. Nachmittags werden die Uebungen gründlich durchgesprochen, und der Leiter der Arbeitsgemeinschaft führt in . die Theorie des Unterrichts und der einzelnen Unterrichtsfächer ein. Außerdem finden jedes Jahr mehrtägige Fortbildungskonferenzen statt. So stand im vorigen Jahr Maimönides im Mittelpunkt einer dreitägigen Arbeit. Diese. Tagung fand in Gemeinschaft mit der Mittelstelle für Erwachsenenbildung statt. In diesem Jahr versammelten sich die Lehrer unseres Landes wieder drei Tage lang zu einer gemeinsamen Arbeit. Eis wurden dabei folgende Gebiete bearbeitet: Wesen und Ziel der jüdischen Schule, der Geschichtsunterricht in der jüdischen Schule, die Arbeit in der einklassigen Volksschule, der Stundenplan in der einklassigen Volksschule, jüdische Lesestoffe in der Volksschule, die Lehrmittel in der Volksschule. Dann wurden noch sechs Lehrproben abgehalten in Heimatkunde, Lesen, Naturkunde, Geschichte, Raumlehre und Turnen. Am 2. und 3. Juni versammelte sich um Rabbiner Dr. Bamberger-Stuttgart eine größere Zahl von Lehrern, um sich mit Gemarah, Rambam und dem Propheten Obadia zu beschäftigen. Die Auslagen für alle diese Kurse zahlt der Oberrat. Das hier angelegte Kapital trägt unbedingt seine Zinsen. Denn wir können mit großer Befriedigung feststellen, daß die innere Anteilnahme aller Zuhörer an diesen Arbeitsgemeinschaften vorhanden ist; sie sind dankbar, wenn kundige Führung ihnen die Wege zeigt. Der Oberrat hat die Leitung der Arbeit Anstaltsdirektor Rothschild in Eßlingen übertragen. Aus dem Lehrerverband In der Jahresversammlung des Vereins jüdischer Lehrer in der Provinz Hannover sprachen KoII. L. Meyer, früher in Lünen i. W. über das Thema: „Zu welchen Büchern soll der jüdische Lehrer Jugend und Erwachsene führen?" und Koll. C y s n e r - Hildesheim über „den Aufschwung des synagogalen Gesanges in unserer Zeit". Ein anschauliches Bild über das Werden einer jungen jüdischen Schule gab der Leiter der Hannoverschen Schule Koll. Dr. Schwarz. Der Vorstand Wurde wiedergewählt. Verein jüdischer Lehrer in Schlesien Da 'Koll. Moops sein Amt als Vorsitzender unseres Vereins, niedergelegt hat, werden die Unterzeichneten die Vereinsgeschäfte bis zur nächsten Jahrestagung erledigen. Falkenstein-Landeshitt i. Schi., stellv. Vors. und Kassierer. Heidenfeld-Striegau, Schriftführer. Persönliches Am 1. August begeht Kollege i. R. N u ß b a u m - Bocholt sein 50jähriges Lehrerjubiläum. Neben seiner Gemeinde Bocholt, in der er fast 40 Jahre tätig war, gedenken besonders wir Kollegen seiner an diesem Tage. Er ist einer der Gründer der Arbeitsgemeinschaft „Niederrhein", die er seit ca. 8 Jahren leitet. Alle 4 Wochen schart er eine immer größer werdende Anzahl von Kollegen um sich, denen er Führer ist beim Eindringen in unsere Quellenliteratur, insbesondere in Mischna und Gemara. Unser Wunsch ist es, daß es uns noch lange vergönnt sein möge, Koll. Nußbaum in unserer Mitte zu haben und seinem anregenden Vortrage folgen zu können. Herz, Bocholt. Der Rassengedanke in der Jugenderziehung Bei der Kundgebung anläßlich der Einweihung des „Hauses der Erziehung" in Bayreuth hielt der Reichswalter des „Nationalsozialistischen Lehrerbundes", Gauleiter Wächtler, eine Rede, in der er u. a. auch auf die Bedeutung des Rassegedankens zu sprechen kam. Für den Erzieher, so führte der Redner — Presseberichten zufolge — aus, sei der unbedingte Glaube notwendig, daß der Allmächtige* die deutsche Rasse geschaffen habe, damit sie sich, wie jede andere, rein erhalte, sich nur aus ihren blutsgebundenen und wesenseigenen Kräften des Geistes, der Seele und des Leibes entwickle. Die den Lehrern aller Art anvertraute Jugend müsse zum Rassebewußtsein erzogen werden; dies sei erstes Gebot. In einer Unterredung mit dem Vertreter der ..Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz" legte Reichswalter Wächtler (laut „Frankfurter Zeitung") die Grundsätze für die Unterrichtsgestaltung dar. Bei der Umgestaltung des Unterrichtsstoffes und bei den neuen Lehrbüchern, die geschaffen werden sollen, sei die R a s s e n i d e e der Zentralpunkt, um den sich die anderen Gebiete wie von selbst fügen würden. Dem Geschichtsunterricht besonders werde die nationalsozialistische Erkenntnis zugrunde gelegt, daß etwa die Staatenbildungen und Kulturleistungen Griechenlands und Roms Schöpfungen der nordischen Rasse seien und daß ihr Verfall auf den Verlust nordischen Blutes durch Kriege, Vermischung und spätere Unfruchtbarkeit zurückgehe. Früher sei die Historie als ein zeitliches Nacheinander angesehen worden, das durch alle möglichen Zufälligkeiten der Personen und Umstände gebildet worden sei; heute hingegen stelle sich die Geschichte dar als „die gesetzlich gebundene Entwicklung aus den naturgebundenen Tatsachen der Völker heraus, deren beide wichtigsten Faktoren Rasse und Persönlichkeit heißen". Im unmittelbaren Zusammenhang mit der Völker- und Rassegeschichte — so sagte Gauleiter Wächtler weiter —■ stünden die Naturkunde, die Religionslehre, die Kunst- und Kulturgeschichte, der Sprachunterricht und sogar die naturwissenschaftTchen Fächer. Das wesentliche Ergebnis eines solchen Unterrichts sei die organische Ganzheit, zu der alle Wissensgebiete verknüpft würden." Literarisches Tief in die Weltanschauungskämpfe der Gegenwart führt ein Aufsatz von A. Lewkowitz in dem soeben erschienenen Juniheft der- Monatsschrift für Geschichte, und Wissenschaft des Judentums ein, der sich insbesondere mit Heidegger, aber auch mit Nietzsche und Gogarten auseinandersetzt und in Anknüpfung an die jüdische Tradition die Anerkennung des Geistes als des Organs der Werterkenntnis betont. Max Grünewald-Mannheim nennt seinen im gleichen Heft erschienenen Aufsatz bescheiden einen „Versuch über die Freundschaft im Judentum"; er stellt aber die Zeugnisse über Freundschaften und ihre Wertschätzung von David und Jonathan bis zur Gegenwart in eine ideengeschichtliche Betrachtung der Freundschaft im allgemeinen ein, so daß sein Aufsatz bereits als wertvolle Lösung des Problems angesehen werden kann. Ferner enthält das Heft (dem Herausgeber, Prof. Heinemann, zum 60. Geburtstag gewidmet) eine Reihe wertvoller fachwissenschaftlicher Arbeiten, zumal über Josephus, Gabirol und Maimonides, aus der Feder bekannter Gelehrter. So behält denn auch dies Heft das Interesse der Forscher wie weiterer Laienkreise im Auge. Man abonniert die „Monatsschrift", indem man Mitglied der Gesellschaft zur -Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 RM an die Gesellschaft (Postscheckkonto: Berlin Nr. 7030) sendet. Drucksachen'irÄ^ Bachdrackerei Gebr. Neobaaer, Ludwigshafen-Rh., ■ 'Schulstraße 14. Telefon 62318-19. In- und Ausland. 1606 Ehe-Arrangements Frau Else Hess, Karlsruhe k Kaiserstr. 1831 Sprechst. v..10-12u. 15-17 Uhr. P avh&afc*$lonUtovn $xm$UnQm ba$ gediegene §anulten*£afe lus

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.