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Jüdische Schulzeitung · 1936-08-01 · 8 (1.8.1936) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
8 (1.8.1936)
Date
1936-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Jüdische Schulze itung Nummer 8 Eindrucks nicht erwehren, daß an manchen Stellen die Schüler auf Schwierigkeiten stoßen werden, denen ihre Auffassungskraft nicht gewachsen ist. Die jüdische Lehrerschaft, der das Realienbuch Kahnmeyer und Schulze seit seinem Bestehen gute Dienste geleistet hat, dürfte es insbesondere interessieren, an welchen Stellen und in welcher Weise von Judentum und Juden die Rede ist. Es seien deshalb die wichtigsten Bemerkungen hierher gesetzt. In dem Abschnitt, der sich mit dem Geist der französischen Revolution und seinen Wirkungen befaßt, heißt es: „Gleichheit sollte Höchste Gerechtigkeit bedeuten. Und doch zeigt die Welt überall bei Menschen, Tieren und Pflanzen die Ungleichheit Die Gerechtigkeit verlangt Bewertungen des einzelnen Lebewesens nach seiner besonderen, ihm allein eigenen Veranlagung. Die Nation wird durch die Verwirklichung des Gedankens der Gleichheit eingeebnet. Schöpfertum, Leistung und Führertum werden gleich bewertet dem Nichtskönnen und der Minderwertigkeit. Die erbbedingten Wesensur.terschiede zwischen den Einzelmenschen, Rassen und Völkern werden hinweggeräumt. Alles was Menschenantlitz trägt, ist gleich Das natürliche, allein gesunde Gefühl für. alles Fremdrassige ist um 1800 stark verschüttet. Dem Juden wird in der Folgezeit in den einzelnen Staaten Europas die Gleichberechtigung mit den eigenen, blutsverwandten Volksgenossen zuerkannt (Preußen 1812 und 1869). Unter der Anerkennung der Gleichheit aber verstanden die Juden das Recht, sich die Herrschaft über ihre Wirtsvölker anzueignen. Indem innen das Tor der wirtschaftlichen Betätigung jeder Art geöffnet wurde, war es den Fremdlingen eines nationalen Volkskörpers möglich, sich in der Welt die internationale finanzielle Grundlage zu schaffen. Der Weg zur Weltherrschaft war frei, als den Juden später auch die freien Berufe und die Staatsämter zugänglich gemacht wurden." Auf Seite 156 ist die Rede, von den Kämpfen der Arbeiter unter Kaiser Wilhelm I. „Tief bedauerlich war es", so lesen wir, „daß dieser Arbeiterschaft kein Führer aus den eigenen Reihen oder aus den andern Ständen der Nation erstand. Der Jude Lasalle war der erste Führer des Allgemeinen Deutschen Arbeiter-Vereins." Es ist dann weiter die Rede vom Marxismus: „So fand nach 1870 die Parole des Juden Marx ,Der klassenbewußte Arbeiter kennt kein Vaterland4 viele Anhänger." „. . . So brachte es der Jude fertig, den verbindenden, zusammenfassenden Gedanken des Sozialismus umzufälsohen in den haßerfüllten Gedanken des Klassenkampfes, der die Diktatur des eigenen Ichs, die Herrschaft des Judentums sichern sollte." In der weiteren Darstellung der Geschichte tritt der Name Jude erst wieder auf bei der Schilderung des Weltkriegendes. „In München besetzte", so lesen wir Seite 189, „eine Volksmenge unter Führung des galizischen Juden Kurt Eisner das Landtagsgebäude und verkündete die Bayrische Republik" imd Seite 190: „Die Juden Liebknecht und Rosa Luxemburg hetzten in Berlin die Massen auf, um auch bei uns russische Zustände zu schaffen. Sie wurden beide später ermordet." Erwähnt wird auch auf der gleichen Seite der jüdische Professor Preuss, nach dessen Vorlage die neue Verfassung beschlossen und verkündet wurde. Ausführlich wird auf Seite 216 unter der Ueberschrift „Noch eine Reinigung" über den Kampf gegen den jüdischen Einfluß in Deutschland im neuen Reiche gesprochen. Es heißt da: „Die Juden nennen sich das auserwählte Volk. Ihr Gesetz fordert die blutmäßige Absonderung von den Nichtjuden. Dadurch hat sich das jüdische Volkstum in seiner geschlossenen Eigenart bis heute erhalten. Obgleich die Juden über die ganze Welt zerstreut sind, haben sie doch ein starkes Gefühl der Zusammengehörigkeit. Sie sind national und dennoch Träger der internationalen Gedanken. Im weltbürgerlichen Völkerbrei fühlen sie sich wohl und finden da den Nährboden für ihr stark ausgeprägtes Streben nach Erwerb und Besitz und nach Weltherrschaft. Wir Deutschen wissen wohl, daß Rasse, Volkstum, Staat, Sprachgemeinschaft und Vaterland nicht dasselbe sind. Aber wir leben nicht mehr in der weltbürgerlichen Zeit, wo man von der Gleichheit aller Menschen schwärmte, sondern erstreben, daß sich Staat und Volkstum immer mehr decken* daß Deutschland den Deutschen gehört und von Deutschen regiert wird. Nun hatte sich das rassefremde Volk der Juden allzu häuslich in Deutschland eingenistet, und 1918 kamen noch 100 000 Ostjuden hinzu, die sich durch übelriechende Geschäfte unangenehm bemerkbar machten. Die Herrschaft der Juden auf allen Gebieten, wo es was zu verdienen gab, war nicht mehr zu ertragen. Sie beherrschten die Presse, -das Theater, den Film, die Kunst, Politik und Rechtspflege. In Berlin waren von den Aerzten 48, den Rechtsanwälten 54 den Theaterdirektoren 89 v. H. Juden. Fast alle Zeitungen standen unter jüdischem Einfluß und schrieben nur, was die Juden wollten. Sie setzten also dem deutschen Volke täglich den Lesestoff vor; sie machten die öffentliche Meinung und zeigten auch dem Auslande oft ein falsches Bild der deutschen Verhältnisse. Das ist nun alles anders geworden. Man hat den Juden nichts getan, nur hat man ihnen etwas mehr Bescheidenheit beigebracht. Gleichzeitig schaltete ein Gesetz über das Berufsbeamtentum alle leitenden Beamten aus den Ober- und Mittelbehlörden, aus den Stadt- und Gemeindeverwaltungen aus, die ohne Eignung ihr Amt erlangt hatten und innerlich oder äußerlich mit den Novemberparteien verbunden oder nichtarischer Abstammung waren." Im erdkundlichen Teil finden wir das Wort Jude naturgemäß selten erwähnt. Palästina wird als Land nicht besonders genannt, dagegen unter den heiligen Orten Groß-Arabiens Jerusalem neben Mekka und Medina. Der Erdraum zwischen Abendland und Indien wird als geistesgeschichtlich vonhoher Bedeutung bezeichnet, weil in ihm die jüdische, die christliche und die mohammedanische Religion entstanden sind. Der naturgeschichtliche Teil des Realienbuchs enthält die wichtigsten Kapitel über Rassenkunde, Erbgesundheitspflege und Familienkunde. Naturgemäß ist in diesem Zusammenhang auch von der jüdischen Rasse die Rede. Seite 161: „Es dürfte wohl jeder gute Deutsche so viel Rassenstolz besitzen,. eine Mischehe mit Vertretern farbiger Rassen abzulehnen. Es gibt aber auch Rassen mit heller Hautfarbe, die trotzdem nach ihren geistigen Rasseeigenschafteh uns fernstehen; dazu gehört die jüdische Mischrasse, die ihre Wurzeln im wesentlichen in Rassen findet, die in Vorderasien und im Orient (Gebiet des Euphrat-Tigris) heimisch sind. Die Juden sind daher für das deutsche Volk als rassische Fremdlinge anzusehen, die bei uns nur Gastrecht genießen und auch wegen ihrer geringen Zahl (kaum 1%) nicht das Recht haben, den Einfluß auf das öffentliche Leben auszuüben, den sie sich angemaßt hatten. Das von ihnen ausgehende volksfremde Wesen müssen wir ablehnen, wenn wir unseren eigenen, dem nordisch-deutschen Wesen treu bleiben wollen." Schließlich möge noch auf die Erwähnung des Physikers Hertz und des Chemikers Haber im physikalischen Teil des Realienbuchs hingewiesen werden. Indes wird nicht gesagt, daß die beiden Forscher von Juden abstammen. Lehrerfortbildung m Württemberg Man schreibt uns: Der israelitische Obierrat in Württemberg hat es seit vielen Jahren als seine dringlichste Pflicht angesehen^ Fortbildungsgelegenheiten für die ihm unterstellten Lehrer zu schaffen. Die jüngeren Lehrer müssen bis zur Erstehung ihrer Anstellungsprüfung jedes Jahr eine Arbeit aus dem Gebiete der Religionswissenschaft oder der Methodik des Religionsunterrichtes fertigen. Allwöchentlich müssen sichdie jungen Lehrer einmal bei ihrem Bezirksrabbiner einfinden, um sich durch Bibel, rabbinische oder moderne'hebräische Literatur in der hebräischen Sprache weiter zu bilden. Alle Lehrer, welche vom- Religionslehrerdienst herkommen, müssen, ehe sie eine Volksschulstelle bejkleiden dürfen, an den bestehenden israelitischen Volksschulen in Stuttgart oder Eßlingen hospitieren, und sie müssen dort von den Schulleitern in die Methodik der einzelnen Schulfächer eingeführt werden. Alle zwei Monate-versammeln sich" sämtliche Lehrer in Eßlingen oder Stuttgart zu

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