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Jüdische Schulzeitung · 1936-07-01 · 7 (1.7.1936) · page 3

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
7 (1.7.1936)
Date
1936-07-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
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Nummer 7 Jüdische Schulzeitung Seite 3 will und; darf. Denn -einmal sollte auch der Prof an unter rieht in' de.r jüdischen Schule jüdischen religiösen Geist atmen, und dann k an n und s ol 1 auch der R e 1 ig i onsun t e r r i c.h t Verbindungslinien, ziehen zum und Berührungspunkte herstellenmit dem Prof an Unterricht im Interesse seiner eigenen Belebung u n d V e r t i e f u n g. , r Vereinbarung zwischen der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und dem Reichsverband der jüd. Lehrervereine e. V. Zwischen der Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in Deutschland und dem Reichsverband der jüdischen Lehrervereine e. V. wird folgende Vereinbarung getroffen: 1. Die Schulabteilung der Reichsvertretung der Juden in , Deutschland und der Reichsverband der jüdischen Lehrervereine e. V. sind sich darin einig, daß ihre Zusammenarbeit die Voraussetzung für eine gedeihliche Entwicklung des jüdischen Schulwesens in Deutschland bildet. Sie sind daher bestrebt, ihre Zusammenarbeit möglichst eng zu gestalten. 2. Die Schulabteilung wird bei ihren Arbeiten Fühlung mit dem Reichsverband halten. Sie wird daher jeweils rechtzeitig dem Reichsverband Gelegenheit zur Stellungnahme zu den schwebenden Fragen geben und ihn zur Mitwirkung bei ihren pädagogischen Arbeiten heranziehen. 3. Der Reichsverband wird die Arbeit der Schulabteilung als der jüdischen Zentralinstanz unseres Schulwesens in Deutschland in jeder Weise nach besten Kräften unterstfitzen. Berlin, den 17. Juni 1936. Die Reichsvertretung der Juden in Deutschland, Schulabteiiüing gez.: Dr. Leschnitzer Reichsverband der jüdischen Lehrervereine e. V. ge.: Dr. Stern, Dr. Bamberger, Reschke Ueber das Verhältnis zwischen der Reichsvertretung. und unseim Verband ist in diesen Blättern mehrfach gesprochen worden. Nicht immer waren die. Beziehungen zwischen den beiden Spitzenorganisationen so geartet,"daß wir Lehrer hätten zufrieden sein dürfen. Man hat uns — das sei heute ohne Groll gesagt — mehrfach bei wichtigen Entschlüssen übersehen. Die eingehende Aussprache zwischen den Herren der Reichsvertretung und des Lehrerverbandes hat jüngst ein Ergebnis gezeitigt, das den Ansprüchen der Lehrerschaft gerecht werden möchte. Sofern die Zusagen innegehalten werden, und es liegt kein Grund vor, daran zu zweifeln, wird das Abkommen der Sache, um die es geht, förderlich sein. Die Schulabteilung der Reichsvertretung wird ihre Anregungen in die Oeffentlichkeit hinausgeben und ihre Pläne verwirklichen dürfen in dem Bewußtsein, die Gefolgschaft hinter sich zu haben, derer, sie zur Erreichung ihrer Ziele bedarf. Wir Lehrer hingegen werden an die Bewältigung der mannigfachen Schwierigkeiten auf dem Gebiet der Erziehung und des Unterrichts herantreten in der Ueberzeugung, auf dem rechten Wege zu sein. Zum Thema: Leseschwierigkeiten im Hebräischen Kollege Abraham-Berlin befaßte sich in der Dezembernummer der ,Jüd. Sch." mit diesem Thema. Als besondere Schwierigkeiten stellte er heraus: das Sch'wa, den Buchstaben # und das Dagesch. Sie seien hier noch einmal kritisch betrachtet: Aenderungen im Duktus einer Sprache! nur zur Erleichterung ihrer Erlernung vorzunehmen, halte ich nicht für angebracht. Denn 1. gehören diese D.nge an sich zum Sprachgut des Hebräischen und dürfen dem Schüler nicht vorenthalten werden; 2. sollte vor allem das sprachliche Kleid des T'nach, des dem Juden heiligen Schrifttums, unangetastet, unveränderlich und unverändert bleiben; 3. muß jeder Lernende durch das Studium der heiligen Sprache in den Stand gesetzt werden, nicht nur die tägliche Umgangssprache, sondern auch die heilige Schrift lesen zu können in der durch die Massora festgelegten Form. Andererseits ist beim Punkte „Wandelung" zu beachten : So wie der Verkehr, sei es auf der Straße, dem Geleise, in der Luft oder zu Wasser, Umwege zu meiden sucht, den kürzesten Weg zu benutzen wünscht; so wie der Schreibende alle Ecken, Spitzen und sonstiges Ueberflüssiges abrunden will, so sucht auch die Sprache, die Aussprache alles Entbehrliche auszuschalten und möglichste Kürze zu gebrauchen. Auch das Hebräische macht hiervon keine Ausnahme. Den in genanntem Aufsatze angeführten Kürzungsbeispielen ließen sich noch manche andere hinzufügen. (tfaffV für vmwnb, für nwna — daher das Dagesch nach dem b und a — ferner nfrsrtf abgekürzt aus twv "[mf abgekürzt aus ]n:in\ Beweis für Kürzung ist auch die häufige Ausstoßung der Buchstaben b, l und n in hebräischen Wörtern. ö!t aus ona, orrix aus nnnix, dai^w aus annibw, sowie in vielen Verben. T T T : T ' Ganz abgesehen von Verlängerungen und Verkürzungen bei Dichtungen und Jubilierungen (Psalmen), die allerdings die Umgangssprache nicht so weitgehend beeinflußt haben, wie es die fließende Verkehrssprache getan hat. Es ist anzunehmen, daß der schriftliche hebräische Verkehr der Neuzeit — schnellebig und eilig wie er ist — auch mit manchem Punktzeichen auf, in und unter den Buchstaben aufräumen wird, vor allem die Schreibmaschine. Das sollte sich aber nur auf den profanen, geschäftlichen Schriftverkehr beschränken, nicht aber auf heilige Schriften, auch nicht auszugsweise. Die hebräische Umgangssprache, im Gegensatz zu der klassischen Sprache des T'nach, bezieht ihre Formen noch aus diesem. Einstweilen! Denn es ist nicht ausgeschlossen, daß der tägliche Umgang sich andere neue Formen prägen wird. Wird man zu der alten Gepflogenheit zurückkehren und die Vokale weglassen? Schwerlich. Dazu wäre eine Vertrautheit mit dem Hebräischen in einem Maße erforderlich, wie es, zumal von Eingewanderten, kaum zu erwarten ist. Aber selbst dann würde man, um Mißverständnisse zu vermeiden, nicht ganz ohne Vokale auskommen, wie man ja auch in den früheren Zeiten mit ihrem schwachen Verkehr zu den Vokalen greifen mußte, zuerst bei mißverständlichen Wörtern, später allgemein. Zu diesen Opfern des Verkehrs wird z. B. das Sch'wa überhaupt gehören! Man lese einen hebräischen Text und denke sich das Sch'wa abwesend, so wird man erkennen,

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