Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 6 (1.6.1936)
- Date
- 1936-06-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 6 _ nmm Von Ch. Mande 1 baum und K. Rothschild. Verlag;M.; W. Kaufmann, Leipzig. 6. Auflage 1936. Mit der neuen Auflage feiert die'Fibel Orah W'Simchah ihr lOjähriges Erscheinen. Während dieser 10 Jahre hat sie an ihrem Teil, für den Gedanken des hebräischen Sprechens von der ersten Schulstunde an geworben. Die Zeit hat das ihrige dazugetan, dem. Gedanken zum Sieg zu verhelfen, daß zur jüdischen Bildung die Sprache, die Trägerin der jüdischen Kultur, notwendig hinzugehört. Die Anerkenntnis dieser Forderung hat in den letzten Jahren eine Reihe von Sprachlehrbüchern auf den Markt gebracht. Aber der Schulanfänger bedarf ganz anderer Hilfsmittel. Es wäre nichts verhängnisvoller als die Ansicht, die ich gelegentlich von Kollegen hören konnte, daß".durch die neuen hebräischen Lehrbücher die Sprachfibel überflüssig geworden sei. Ein philologischer Lernibetrieb mit Grammatikregeln und Vokabellernen, wie er auf der Mittelstufe notwendig wird,' ist auf der Unterstufe unmöglich. Der 6- und 7jähr. Schüler hat nicht die Reife, sich über die Sprache zu stellen und sie als Objekt zu betrachten. Die Sprache ist ihm ein subjektiv erfaßtes und unmittelbar gebrauchsfähiges Werkzeug zur Aeußerung seiner Gedanken. So und nicht anders muß ihm auch die hebräische Sprache entgegentreten. Alle Aenderungen und Verbesserungen, die wir auf Grund der Unterrichtserfahrung bei der Neuauflage angebracht haben, sind getragen von dem Bestreben, alle Texte noch enger an das Fibelbild anzuschließen, alles so zu formen, daß es im Sprechen angewandt werden kann, um so die natürliche Vorbereitung des Lesens im ungezwungenen Sprechen zu erleichtern. Auch das Ueben und Befestigen des Neuerlernten muß ebenso natürlich und lustbetont sein wie die Neudurchnahme.. Der neuen Auflage sind drei weitere Seiten zu lebendigem, spielendem Ueben hinzugefügt worden. Eine Seite ist als Bilderlotto zum Ausschneiden gesondert beigefügt und wird besonders zur stillen Beschäftigung willkommen sein. Zwei der neuen Seiten sind zu einem anregenden Beschäftigungsspiel ausgestaltet worden. Anscheinend wahllos zusammengestellte Bilder und Wörter, ein „Kuddelmuddel", wie die Kinder sagen, enträselt sich sinnvoll durch ein der Fibel beigegebenes Deckblatt, aus dem 6 Quadrate ausgestanzt sind. Beim Auflegen erscheinen in den ausgestanzten Quadraten 6 Bilder und Wörter in einem sinnvollen Zusammenhang. Je nachdem wie man das Deckblatt auflegt, geht das in S verschiedenen Weisen. Dies „Zaubern" löst hellen Jubel aus. Die Begeisterung kommt der beabsichtigten Uebung zugute. Wir hoffen, daß die kleinen Verbesserungen dieser „Jubiläumsausgabe" Lust und Freude erwecken und damit ihren Zweck erfüllen. Die Herausgeber. Giljonot. Hebräische Unterrichtshefte, herausgegeben von Nissan Berggrün, Leiter der Hebr. Lehranstalt der Jüd. Gemeinde zu Berlin, und Betty Berggrün, Oberlehrerin. Heft 1, 2 und 4 ausgewählt und bearbeitet von N. und B. Berggrün; Heft 3 (Agadot aus Talmud und Midrasch), ausgewählt und bearbeitet von David Josef Bornstein, je 24 Seiten, Preis je Heft 0,40 RM. Verlag Rubin Maß, Berlin-Charlottenburg'4. Der hebräische Sprachunterricht in Deutschland, insbesondere auf den jüdischen Schulen, steht vor der überaus schwierigen Frage des Lehrbuches. Einwandfreie Lehrbücher, wie sie im allgemeinen dem neusprachlichen Unterricht zur Verfügung stehen, existieren nicht; die Bearbeitung eines solchen Lehrbuches für die jüdischen Schulen Deutschlands, die sicherlich viele Vorteile haben würde, scheiterte bisher an der Kostenfrage. So ist der Lehrer meist gezwungen, ohne Buch zu arbeiten, was für die Schüler auf die Dauer schädlich ist, da sie dann naturgemäß erst spät zu einer systematischen Lektüre kommen. Es war also nötig, ein Lesebuch, oder besser gesagt, kleine Lesehefte herauszubringen, die den Lesestoff liefern, im Anschluß an den dann der Lehrer den Unterricht frei gestaltet. Diese Aufgabe, nicht die Aufgabe eines Lehrbuches, haben sich die Giljonot gestellt. Dennoch sind sie durch ihren grammatischen Anhang (Heft 1 und 2) mehr als Seit» 7 eine einfache Lektüre, sie stellen dadurch eine Art Leitfaden dar, den der Lehrer seinem Unterricht in der Grammatik zugrundelegen kann. Dem Lehrer bleibt allerdings noch die große Aufgabe, durch Uebungen, Beispiele usw. den grammatischen Unterricht auszugestalten. Anerkennenswert ist im grammatischen Teil, daß beim Verbum und Substantiv nur die regelmäßigen Formen und die häufig vorkommenden n"V W - Verben gebracht werden, da die — lautlich bedingten — Unregelmäßigkeiten dem Anfänger das Lernen nur erschweren. So bleibt es dem Lehrer überlassen, je nach dem Stand seiner Schüler die eine oder andere unregelmäßige Gruppe zu behandeln oder wegzulassen. Das Vokabularium, das vom zweiten Heft ab beigefügt ist, leistet sehr gute Dienste, doch wäre es im 1. Heft, wo die Schüler noch nicht befähigt sind, ein Wörterbuch zu benutzen, ganz besonders notwendig und dürfte bei einer Neuauflage, nötigenfalls mit Streichung des einen oder anderen Lesestückes, berücksichtigt werden. Die Auswahl der Texte wurde nach zwei Gesichtspunkten vorgenommen; erstens nach dem pädagogischen: die Texte mußten so gehalten sein, daß sie die sprachliche Fassungskraft des Schülers nicht überschreiten; zweitens waren sprachlichstilistische Gesichtspunkte maßgebend; zum Ziele einer sogenannten „Erleichterung" durften weder der Stil verfälscht noch irgendwelche Eingriffe in den Bau deT Sprache gemacht werden. So ist etwa im 1. Heft, das nach etwa viermonatiger Einführung in die Sprache (Lesen, Schreiben, Sprechen, Elemente der Grammatik) benutzt werden kann, einerseits die Stilform der Erzählungen (vgl. etwa Iptn bbn S. 11 mit dem Original im Talmud, Joma 35b) gewahrt worden, jedoch sprachlich so leicht aufgebaut, daß der Schüler sie nahezu selbständig zu erfassen vermag. Pausaformen, die ja für den Anfänger eine große Schwierigkeit darstellen, werden im 1. Heft durch Umstellung der Worte meist vermieden, wo aber unumgänglich, werden sie gesetzt. „Da für das Kamez katan bisher noch keine allgemein anerkannte neue Schreibweise sich durchgesetzt hat, hielt Verfasser sich nicht für berechtigt, die herkömmliche Schreibweise zu ändern, die Schüler werden durch Fußnoten auf das Kamez katan hingewiesen. Die Stoffauswahl der Hefte 1, 2, 4 zeigt anerkennenswerter Weise eine große Mannigfaltigkeit: jüdische Geschichte, jüdisches Leben im Osten, jüdische Feste und Weltanschauung wie der Aufbau und die Natur Erez Jisraels kommen zum S. Müller: Der Weg in die jüdische Neuzeit „Selbst der gelehrteste Leser wird dieses treffliche, ernste, zuverlässige, geschmackvolle Buch mit Gewinn und Freude lesen. Wie gesammelt und stark ist der Verfasser, daß ihm jetzt solches gelungen ist." Oberrabbiner Dr. David Feuchtwang, Wien. Der Verlag der Jüd. Schulzeitung Ludwigshafen a. Rh., Schulstr. 14. Äbtrennen und an den Verlag einschicken. Ich bestelle hiermit: S. Müller: Der Weg in die jüdische Neuzelt broschiert........ RM. 2.60..............Exemplare in Leinen gebunden . . RM. 3.40.............. „ -Luxusband........ RM. 4.— .......... Ort mit Wohnungsangabe:................................................................................... Datum: Name: Jüdische Schill zeit ung