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Jüdische Schulzeitung · 1936-05-02 · 5 (2.5.1936) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
5 (2.5.1936)
Date
1936-05-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 J ü dische Schulzeitu Hg :Ngrnmer:\ X Die Generalversammlung des Rheinisch-westfälischen Lehrervereins beschäftigte sich mit Organisationsfragen — das Einvernehmen zwischen Reichsverband, Landesverband und Lehrer vereinen müsse auf breitere Basis gestellt werden — mit dem mangelnden Gemeinschaftssinn junger Lehrer, die des Vereins entraten zu können glauben, mit Schullektüre, Lesebuchfragen, Werbung. In der Wahl zum Vorstand wurden die ausscheidenden Mitglieder Reinhardt-Köln, Marx-Köln wiedergewählt An Stelle des verdienten Kassierers Oppenheim trat, seinem Wunsch gemäß, Koll. Loewenstein-Essen. Die Stellvertreter: Dannenberg-Krefeld, Jonas-Barmen, Dr. Herz-Düsseldorf. Da der Vereinsvorsitzende, Rektor Buchheim-Dortmund, leider durch Krankheit abwesend war, gab Reinhardt-Köln den Jahresbericht und Kollege Katzenstein dachte derer, die uns verlassen haben: Rektor Abrahams, dessen Wirken so viele Jahre dem Vereine galt, der Kollegen Moses, Mansbacher, Meyerhof. Manche Kritik brachte die Gesamttagung, mehr aber des Wissenswerten, Nutzbringenden. Die Einheitlichkeit der Veranstaltung wurde besonders durch Dr. Bamberger, dem Vertreter des Landesverbandes und seine Diskussionsleitung immer wieder vor Augen gebracht. Cilli Marx. Aus der Arbeit der Freien Vereinigung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen Frankfurts Wir entnehmen dem Jahresbericht folgendes: In der Januartagung bildete der Bericht des Kollegen J. B. Levy über die Beratungen und Beschlüsse des Verbandsvorstandes einen Hauptpunkt der Tagesordnung. Im Februar sprach Dr. Hermann Weil über „Grundfragen der modernen Psychologie", Dr. Albert Hirsch referierte in der Maiversammlung über den Stand der Lesebogenfrage; er übte Kritik an dem vorhandenen Material und forderte einheitliche, planvolle Arbeit. Die Versammlung stellt die Forderung, daß ein Lesebuch für die jüdische Schule geschaffen werde. Am gleichen Abend leitete Oberlehrer E. Gut durch ein Referat eine Aussprache über den deutschen Unterricht an der jüdischen Schule ein. Im Mittelpunkt der darauffolgenden Sitzung stand die Frage der „Fortbildung jüdischer Lehrer und Lehrerinnen Rhein—Main: Erkenntnisse, Erfahrungen, Wünsche der Lehrerschaft". Auf Grund der Ausführungen des Oberstudiendirektors Dr. Driesen einigte man sich dahin, daß im nächsten Kursus nicht methodische, sondern stoffliche Fortbildung geboten werden sollte und zwar vor allem in Iwrit und Englisch. Zur Eröffnung der Winterarbeit hielt Prof. Dr. E. Kantorowicz einen Vortrag: „Welche Aufgaben hat die soziale Gegenwartskunde in der Jugendbildung?" Es folgte ein Referat des Rabbiners Dr. Salzberger: „Der derzeitige Stand der Volksschulfrage in Frankfurt a. M." Das letzte Thema des Jahres war die Einführung in das Buch „Jüdische Geschichte und Literatur in vergleichenden Zeittafeln" von Dr. Höxter durch Studienrat Dr. E. Marbach vom weltgeschichtlichen, durch den Verfasser vom jüdisch-geschichtlichen Standpunkt. In der Schlußsitzung sprach Studienrät Drv Max Saioiuon über „Jüdische Schule und jüdische Erziehung." In der methodischen Schulung und in der fachwissenschaftlichen Fortbildung, kurz im Bildungsproblem erblicken wir die vordringlichste Aufgabe der Vereinigung. „Bildung und kein Ende" auf allen Gebieten, besonders auf dem des hebräisch-jüdischen Kulturgutes muß unsere Losung heißen. Große Fragen, die die Gesamtheit der jüdischen Lehrerschaft und der jüdischen Schulen, sowohl der höheren wie die der Volksschulen betreffen, suchten wir in Gemeinschaft mit dem Reichsverband der jüdischen Lehrervereine zu behandein. Der Vorstand unserer Vereinigung hat bei dem Reichsverband die als dringend notwendig erkannte Einberufung eines pädagogischen Kongresses zur Beratung der schwebenden Schulfragen angeregt und den Wunsch geäußert, diesen Kongreß in Frankfurt a. M." abzuhalten. Als Thema zur Beratung haben wir vorgeschlagen: „Bildungsziel der jüdischen Schule im ganzen, d. h. des gesamten jüdischen Schulwesens, nicht nur der Volksschule". . Die Organisation dieses Schulwesens in allen seinen Teilen, wozu auch die rechtliche Stellung der jüdischen Schule und des jüdischen Lehrers gehört. Der Reichsverband, hat sich zu dem Grundgedanken unseres Antrags zustimmend geäußert, macht aber seine endgültige Entscheidung und die Wahl des Ortes von der vorherigen Hebung der finanziellen Schwierigkeiten abhängig. Der Vorstand des Reichs Verbands hält es für zweckmäßig, die „pädagogische Konferenz" erst nach Veröffentlichung der zu erwartenden staatlichen Gesetze betreffs der jüdischen Schule abzuhalten. Unser Vorstand wird über seine Stellungnahme Beschluß fassen und dem Reichsverband davon Kenntnis geben. Der seitherige Vorstand wurde wiedergewählt. Er setzt sich wie folgt, zusammen: Dr. Julius Höxter, Dr. Max Salomon, Frl. Betty Schleifer, Julius Flörsheim, Simon Eschwege; J. B. Levy (ständiges Mitglied des Vorstandes). Dem erweiterten Vorstand gehören an: . Frl. Recha Friedmann, Oberstudiendirektor Dr. Driesen, Dr. Albert Hirsch, Kollege Köstrich, Dr. Manfred Strauß, Alfred Speyer. J. Flörsheim, Schriftführer. Hermann Falkenberg zum Gedächtnis „Er war ein Lehrer". Diese Worte setzte Eberhard von Rochow, „der Pestalozzi der Mark", auf das Denkmal seines treuen Mitarbeiters H. J. Bruns. Wenn demnächst ein Denk-, mal die Stätte bezeichnet, wo in der Ehrenreihe des jüdischen Friedhofs in Weißensee Hermann Falkenberg schlummert, dann möchten wir ihm die gleiche Inschrift wünschen. In Hermann Falkenberg verkörperte sich das Geheimnis des geborenen Lehrers. Er besaß die unbeirrbare Liebe zur Jugend und den unüberwindlichen Drang, das Wertvolle in dem heranwachsenden Geschlecht zu entwickeln und zu festigen und jeden seiner Schüler auf den diesem gemäßen Wege seinem göttlichen Ziele näherzuführen. Und er besaß den sonnigen Zug, der jede echte Erziehernatur über so viele irdische Niedrigkeit und Widrigkeit erhebt und in dem Glauben .an das Wahre, Gute, Schöne und Heilige stets neue Kraft und Arbeitsfreude finden läßt. Der Wunsch Goethes, bis an sein Lebensende die Welt mit frischgewaschenen Kinderaugen zu sehen, war unserm Freunde bei all seinem männlichen Streben und seiner Verstandesklarheit nicht nur Wunsch geblieben. Und weil die Jugend fühlte, daß sie in Hermann Falkenberg einen s!e verstehenden, grundgütigen und zielsicheren Freund besaß, folgte, sie willig seinem Wort und seiner Führung, selbst dann noch, als eine neue Zeit nach jüngeren Führern mit neuen Zielen rief. Begabung verpflichtet.'Hermann Fahrenberg hat allzeit an sich die höchsten Anforderungen gestellt: er blieb als Lehrender immer noch ein Lernender. Wo Persönlichkeit und Kunst der Methode sich vereinen, können unterrichtliche Höchst^ leistungen nicht ausbleiben. Wohl nur wenige mögen die Methoden des Arbeitsunterrichts so beherrscht haben wie dieser Schul-Meister. Seinem Unterricht wohnten immerfort jüngere und ältere Kollegen bei, die von seiner naturgewordenen Kunst lernen wollten. Und bezeichnend für Meister Falkenberg war, daß in der Prüfung eines seiner Seminaristen der Schuir rat bemerkte: „Sie müssen einmal im Seminar eine ausgezeichnete Einführung in die Unterrichtspraxis genossen ha-. ben".*) Zu dem Bilde dieses sich nie genugtuenden Pädagogen gehört auch, daß nur zu oft die Unterrichtspausen sich Einbußen zu Gunsten seiner Unterrichtsstunden gefallen lassen mußten. Das Tiefste, das den Menschen adelt, die Ehrfurcht, kenn^ zeichnete auch den Unterricht dieses charaktervollen Erzief ) Aus* dem Nachruf des Direktors Dr. Gutmann zitiert

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