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Jüdische Schulzeitung · 1936-05-02 · 5 (2.5.1936) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
12 (1936)
Issue
5 (2.5.1936)
Date
1936-05-02
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2 Jüdische SchuIzeit-ung Nummer 5 Folgendes graphisches Schema möge die Verhältnisse etwas mehr verdeutlichen: Gesamtzahl: 44 000 noch in allgemeinen Schulen: 24000 _I Bereits in jüd. Schulen: 20000 , davon in allgemeinen Volksschulen: 14000 in allgemeinen, mittl. u. höheren Sch.: 10000 hiervon solche die ebenfalls voraussichtlich jiid. Volksschulen besuchen werden: 6000 die bis zur endgültigen Regelung in den allgem. mittleren u. höher. Schulen verbleiben werden oder jüd. mittl. u. höh. Schulen besuchen werden: 4000 Zuwachs insgesamt: 20000 4000 in jüd. Volksschulen in jUd. mittl. u. höh. Schulen I davon | in Großstädten: in übrigen Orten: 9000 11000 * Diese 11000 jüdischen Schüler, die außerhalb der Großstädte in jüdischen Schulen untergebrächt werden müßten, verteilen sich (nach dem Bericht der Schulabteilung roh geschätzt) auf folgende Gebiete: 1) Preußen a) Brandenburg....... 670 b) Grenzmark........ 220 c) Hannover......... 350 d) Hessen-Nassau...... 1200 e) Nieder-Schlesien..... 430 f) Oberschlesien...... 280 g) Ostpreußen ........ 480 h) Pommern.......... 350 1) Rheinprovinz....... 1300 k) Sachsen.......... 270 1) Schleswig-Holstein ... 50 m) Westfalen......... 800 Insgesamt 6400 1) Preußen (insgesamt) . . 6400 2) Anhalt........... 75 3) Baden............ 900 4) Bayern............. 1450 5) Braunschweig....... 35 6) Hessen........... 1100 7) Lippe............ 60 8) Mecklenburg........ 80 9) Oldenburg......... 100 lOj Sachsen.......... 150 11) Thüringen......... 250 12) Württemberg........ 400 Insgesamt......11000 Auf das Problem der Bezirksschulen, die sofort zu errichten wären und die zum Teil schon im Entstehen begriffen sind, soll in diesem Zusammenhang nicht eingegangen werden. Die Anzahl der jüdischen Lehrer, die beschäftigt sind, beträgt zur Zeit 1057, unbeschäftigt sind noch 4 50 Lehrkräfte.. Diese noch unbeschäftigten Lehrer und Lehrerinnen werden wohl bei zunehmender Umschulung jüdischer Kinder in jüdische Schulen Beschäftigung erhalten. Im Laufe der nächsten Zeit wird jedoch für manche Fachgebiete ein Lehrermangel auftreten, vor allem für die Fächer: Zeichnen, Werkunterricht, Turnen usw. Eine Reihe von Lehrern, die auf Grund des Berufsbeamtengesetzes vom Jahre 1933 oder gemäß den Durchführungsbestimmungen zu den Nürnberger Gesetzen zum 1. Januar 1936 in den Ruhestand versetzt worden sind, steht zur Verfügung. (Vergl. meine Berechnung in der „Jüd. Schulzeitung" über die ausgeschiedenen Philologen vom Juni 1934, Juni 1935 und März 1936). Für die Ausbildung von Turn- und Sportlehrern wurde von der Reiclisvertretung gemeinsam mit dem Reichsausschuß für Jüdische Sportverbände ein sportpädagogischer Lehrgang veranstaltet, so daß der bereits große, fühlbare Mangel etwas behoben werden konnte. Ebenfalls findet zur Zeit im Anschluß an das Gymnastischorthopädische Institut Alice Bloch, Stuttgart, ein von der Reiclisvertretung und dem Oberrat der Israelitischen Religionsgemeinden Württembergs geförderter einjähriger Lehrgang zur Ausbildung von Turn- und Sportlehrern statt. Es fehlen ferner technische Lehrerinnen für Hauswirtschaft, Nadelarbeit usw. Um diesem Mangel abzuhelfen, veranstaltet die Reichsvertretung gemeinsam mit dem Frauenbund in der Haushaltungsschule in Frankfurt a. M. einen speziellen Lehrgang zur Ausbildung technischer Lehrerinnen. Dringend erwünscht ist m. W. auch die Ausbildung von Zeichen- und Werklehrern, da auf diesem Gebiet ein besonderer Mangel vorhanden ist. Der Bericht der Reichs Vertretung gibt ferner einen Uebefblick über die Arbeiten zur Lehrerfortbildung und die Tagungen, die gemeinsam mit" der „Mittelstelle für Erwachsenenbildung" und dem Preußischen Landesverband Jüdischer Gemeinden oder den betreffenden Gemeinden durchgeführt wurden. Ich kann es mir versagen, auf diesen Teil des Berichtes hier näher einzugehen, da in unserem Blatte fortlaufend über solche Tagungen berichtet worden ist. Ein Bericht von fast 30 Seiten liegt uns vor, aus dem ich die wichtigsten Gebiete auszugsweise wiedergegeben habe, ein Bericht, an dem ein Statistiker des jüdischen Schulwesens, und darüber hinaus die gesamte jüdische Lehrerschaft Deutschlands lebhaftes Interesse hat, trotzdem oder gerade weil solche toten Zahlen ein sehr, pulsierendes Leben und tatkräftiges Arbeiten verkörpern. Ein Bericht, für das die jüdische Lehrerschaft Deutschlands der Schulabteilung der Reiclisvertretung dankbar ist. Schulwesen, Lehrerbildung, Lehrerfortbildung Wir entnehmen den folgenden Bericht einer Druckschrift, die uns vom Preuß. Landesverband jüdischer Gemeinden zuging und in der ein Ueberblick über die Tätigkeit des Verbandes im Geschäftsjahr 1935/36 gegeben wird Wir behalten uns ein näheres Eingehen auf die Darlegungen vor. Die Schriftleitung Die Frage des Schulwesens wird schon jetzt bestimmt von den in Kürze zu erwartenden neuen gesetzlichen Bestimmungen über das jüdische Schulwesen in Deutschland. Entsprechend dem Erlaß des Reichserziehungsministers vom September 1935 werden im Laufe des nächsten Schuljahres voraussichtlich in weitestem Umfang neue jüdische Volksschulen gegründet werden'. Da die Mindestschülerzahl für solche Schulen auf 20 festgesetzt ist, wird die praktische Durchführung des Schulwerkes von außerordentlicher Bedeutungauch für die Zukunft der kleinen und mittleren Gemeinden sein, die in der Schule und dem Lehrer dann zugleich ihren kulturellen und geistigen Mittelpunkt finden werden. Wie die Entwicklung sich im einzelnen gestalten wird, und welche Bedeutung sie für die weitere Bearbeitung der Schulfragen, die bisher zum großen Teil durch die Schulabteilung der Reichsvertretung erfolgt, haben wird, läßt sich zur Zeit noch nicht übersehen. Es genügt aber, auf diese Probleme hinzuweisen, um ihre ganze Bedeutung für die künftige Arbeit des Landesverbandes zu erhellen. Die Lehrerbildungsanstalt, die der Landesverband zu Ostern 1934 eingerichtet hat, ist im letzten Jahre bereits im Rahmen einer Vollanstalt mit drei Jahrgängen geführt worden. (Die 1934 in die Anstalt eingetretenen Hörer hatten zum Teil Universitätsstudium u. ä. hinter sich, so daß eine Reihe von ihnen in zweijähriger Ausbildungszeit zum Studienabschluß geführt werden konnte; die allgemeine Studiendauer beträgt drei Jahre.) Die Anstalt ist entsprechend den Prinzipien der Hochschulen für Lehrerbildung (der früheren Pädagogischen Akademien) aufgebaut. Sie betrachtet es als wesentlichen-Teil ihrer pädagogischen Arbeit, diese Grundsätze nicht nur bei der allgemeinen Ausbildung ihrer Studierenden, sondern auch in den jüdischen Fächern und in der Verbindung des Jüdischen und Allgemeinen anzuwenden. Dem derzeitigen Stand und den augenblicklichen Bedürfnissen des jüdischen Schulwesens entsprechend, geben die nach Absolvierung der Anstalt abzulegenden Examina die Berechtigung zum Volksschullehrer und zum Religionslehrer. Die geeigneten männlichen Studierenden erhalten auch eine Ausbildung zum Kantor; diese Ausbildung erfolgt jedoch nur im Zusammenhang mit der Gesamtausbildung. Auf Grund der eingereichten Pläne hat der Herr Minister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung für den zu Ostern 1936 endenden Lehrgang die Ablegung der ersten staatlichen Lehrerprüfung verfügt und durch den Herrn Staatskommissar der Hauptstadt Berlin Herrn Ministerialdirektor Oberschulrat Dr. Colling-mit der Durchführung der

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