Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 2 (1.2.1936)
- Date
- 1936-02-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2825247-2825368-2825370--1054-2826714- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
- 1. für Gebetbücher, Bibel und deren Uebersetzung; 2. für Lesebücher, biblische und nachbiblische Geschichte; 3. für systematischen Religionsunterricht. Neue Bücher für den jüdischen Religionsunterricht. Es entstanden in der Folge die Bearbeitung der Auerbachsctieri Biblischen Erzählungen durch Mitglieder der Berliner Vereinigung (Dr. Gutmann, Hanff, Auerbach), die hebräischen Lehrbücher von Levy, Rothschild und Abraham, die Bücher für den biblischen und den jüdischen Geschichtsunterricht von Müller und Dr. Höxter. Von diesen Verfassern gehörte nur Müller-Heidelberg der Kommission an. Auf Anregung von Dr. Doktor-Bruchsal wurden neue hebräische Typen geschaffen, die sich im Gebrauche bewährt haben. Deutsches Lesebuch. Ungelöst blieb, weil bisher unlösbar, die Frage eines allgemeinen deutschen Lesebuches für die jüdischen Schulen. Ueber dieses Thema hielt Preßburger-Creglingen in der Vorstandssitzuhg, die sich dem Verbandstage in Hannover -1907 anschloß, ein Referat. In der Aussprache wurde man sich erneut über die Schwierigkeiten dieser Angelegenheit klar. Gemäß der behördlichen Bestimmung sollte jedes Lesebuch landschaftlichen Charakter tragen, das Heimatliche konnte aber -nicht gut als besonderer Teil in einen Anhang verwiesen werden. Ein allgemeines Lesebuch hätte überdies die Genehmigung der verschiedenen Kultusministerien erlangen müssen, was kaum zu erwarten war. Für ein Lesebuch, das nur für ein beschränktes Gebiet in Betracht kam, hätte sich bei der geringen Absatzmöglichkeit kein Verleger gefunden. Steinhardt schlug vor, „zur Belebung und Ergänzung des Religionsunterrichtes eine Art Anthologie zu schaffen, die die edelsten und besten Erzeugnisse unserer Literatur enthalten sollte, Teil I für die Volksschulen und für die "Kinder höherer Schulen etwa bis zum 12. Jahr, Teil II für die oberen Klassen der höheren Schulen, evtl. auch für die Oberstufe der Volksschulen". Es scheint aber bei der Anregung geblieben zu sein. In Verfolg eines Antrags Rheinland und Westfalen wurde eine ständige Kommission für alle Angelegenheiten der jüdischen Volksschulen und deren Lehrer in Preußen eingesetzt, diei sogenannte Preußenkommission und ihr als nächste Aufgabe die Weiterführung der Schaffung eines Lesebuches zugewiesen. Ein greifbares Resultat hat auch sie nicht zuwege gebracht, weil über d'.e verschiedenen Entwürfe keine Einigkeit erzielt wurde und auch weil über die dennoch eingereichten Entwürfe von den Behörden kein oder kein positiver Bescheid einging. So blieb es bei der Benutzung verschiedener Lesebücher ohne starken christlich-konfessionellen Einschlag. Im letzten Jahre ertönte der Ruf nach „Lesebogen" jüdischen Inhalts für die verschiedenen Altersstufen. Die Hoffnung, die dabei die Verbandsleitung auf die Hilfe der Gesamtheit und besonders der noch bestehenden Pädagogischen Kommissionen gesetzt hat, bewährte sich nicht. Wiederum hat sich hier gezeigt, daß in solcher Beziehung Einzelarbeit eher zu Rande kommt. Vielleicht ist jetzt die Zeit da, wo ein grundsätzlich allgemeines, nur für die verschiedenen Schulgattungen und Altersstufen abgewandeltes Lesewerk möglich wird. Ein Anfang scheint gemacht,- denn bereits ist eine neue „Fibel für den ersten Leseunterricht im Deutschen" im Auftrage des Lehreryerbandes von Cilli Marx-Köln erschienen. (Verlag Fa. Rudolf Schick & Co., Leipzig C 1.) Die jüdische Jugendbewegung. ■ ' Die erzieherische und fördernde Tätigkeit des Lehrers soll nicht auf die Schulräume, die Schulstunden und die Schulzeit - beschränkt bleiben. Aufgeschlossenen Sinnes und offenen Blika.;kes soll er das Leben sehen und an ihm teilnehmen. Zumal ^rder schulentlassenen Jugend soll er mit herzlicher Neigung ^Biid feinem Verständnis, so lange er nützen kann und man seiner bedarf, Freund, Berater und Führer sein. In umfassen^ der Weisse haben dies Neuhaus-Fritzlar und Rülf-Detmold auf dem Verbandstag in München 1927 in ihrem Referate „Die Jüdische Jugendbewegung und die jüdische Lehrerschaft" dargelegt. II. Fragen der Standesinteressen*). Allgemeines. Standesinteressen können ideeller und materieller Art sein; beide Gruppen können ineinander übergehen und sich überschneiden. Aus bitterem Zwange mußte die Lehrerschaft für die materielle Seite viel mehr Zeit und Kraft aufwenden, als ihr lieb war. Für die Arbeitsfreude und die Heiterkeit des Gemüts, deren der Lehrer in so hohem Grade bedarf, ist frei sein wenigstens von den schlimmsten Sorgen der Existenz beinahe Voraussetzung, mindestens muß die begründete Aussicht darauf als Hoffnung leuchten. Das war aber keineswegs der Fall. Darum sah es der Vorstand als seine vornehmste Pflicht an, ungesäumt auf Mittel und Wege zur Verbesserung der wirtschaftlichen Lage des Lehrerstandes zu sinnen. Um die Mitarbeit und die Erfahrungen der gesamten Lehrerschaft zu gewinnen, veranlaßte er schon für 1907 in allen Vereinen eine Aussprache über das Theraa „Auf welche Weise läßt sich am besten und schnellsten die Forderung auf lebenslängliche Anstellung sämtlicher jüdischer Lehrer, ihre Pensionierung und die Versorgung ihrer Hinterbliebenen auf gesetzlichem Wege erfüllen bzw. welche Grundlagen sind zur Herbeiführung dieser Forderung notwendig?" Gingen die Meinungen auch in Einzelheiten auseinander, so waren doch alle Referate darin einig: für die Sicherstellung der, in nicht-öffentlichem Amte befindlichen jüdischen Lehrer sowie der jüdischen Religionslehrer ist der Charakter des jüdischen Religionsunterrichtes als eines obligatorischen Unterrichtsgegenstandes ein unbedingtes Erfordernis; ebenso notwendig ist, daß der jüdische Religionsunterricht nur von solchen Lehrern erteilt werde, welche eine staatliche Lehrberechtigung und den Nachweis der Befähigung auch für den jüdischen Religionsunterricht erlangt haben. Zu erstreben ist die Erhaltung der bestehenden, wenn irgend möglich die Begründung neuer j ü - discher Volksschulen bzw. die Umwandlung der zahlreichen jüdischen Privatschulen in öffentliche Schulen. Die Erreichung des letzteren Zieles konnte eine Entlastung der Gemeinden erwarten lassen, ferner dazu beitragen, der jüdischen *) Wenn airh die gegenwärtige Gestaltung unserer Situation manches von dem, was in unserem Bericht als Bestrebung zur Erlangung unserer Gleichberechtigung; erwähnt wird, als nicht mehr „aktuell" endgültig der „Geschichte* zuweist, soll es hier doch im Rahmen eben eines geschichtlichen Rück- und Uebc blick s nicht übergangen werden. Hier abtrennen! Ich bestelle hiermit: S. Müller: Der Weg in die jüdische Neuzeit broschiert .... RM. 2.60 Exemplare in Leinen gebunden. „ 3.40 „ Luxusband .... „ 4.— „ Ort mit Wohnungsangabe:.................................................................................. Datum: Name: .