Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 12 (1936)
- Issue
- 1 (9.1.1936)
- Date
- 1936-01-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Nummer 1 Jüdische Schillzeitung Seite .3 Seit der Scheidung in Reichs- und Preußen-Verband wird der Ausschuß des Preußen-Verbandes in alter Form gebildet; in den Ausschuß des Reichsverbandes entsenden die Landesverbände für jede angefangenen 100 Mitglieder einen Vertreter. .. Seit dem vorigen Jahre sind beide Verbände in das Ver- . einsregister eingetragen. - Unter normalen Verhältnissen soll alle drei Jahre ein Verbandstag einberufen werden. Bisher fanden 9 Verbandstage statt und zwar: I. 1898 . in Berlin, II. 1901 in Hamburg, III. 1904 in Kassel, IV. 1907 in Hannover, V. 1910 in Prankfurt a. M., VI. 1913 in Breslau, VII. 1922 in Berlin, VIII. 1925 in Köln, IX. 1927 in München. Jede Tagung zerfällt in öffentliche und geschlossene Sitzungen. Stimmberechtigt sind die Vorstands- und Ausschuß- Mitglieder und die Delegierten der Landesvereine, deren Zahl vorgesehen ist. Den Vorsitz führten von 1895—1900 Dr. Adler—Berlin, 1901 der bisherige 2. Vorsitzende Blumenfeld— Adelebsen, von 1991—1907 Prof. Fiegel—Berlin, von 1907—1922 Rektor Feiner—Hamburg, seit 1922 Rektor Dr. Stern—Berlin, 1901 wurde Dr. Adler zum Ehrenvorsitzenden ernannt; seit 1922 ist Feiner unser Ehrenvorsitzender. Beim Anschluß Bayerns an den Reichsverband hat Steinhardt, seit 1901 2. Vorsitzender, dieses Amt an den Führer der bayerischen Lehrerschaft, den um den Verband und den Anschluß an ihn hochverdienten Oberlehrer Dingfelder-München abgetreten, der es leider nur sehr kurze Zeit innehaben konnte. Sein Nachfolger ist Dr. Bamberger-Nürnberg. Im Landesverband Preußen ist Steinhardt auch jetzt noch 2. Vorsitzender. Geschäftsführer beider Verbände war von 1922 bis 1934 der Schreiber dieser Zeilen; sein Nachfolger ist Schulleiter Reschke-Berlin. Verbandsorgan. Schon in der 1. Vorstandssitzung im Dezember 1898 kam die Gründung einer jüdischen Lehrerzeitung zur Sprache. Im folgenden Jahr wurde eine Kommission zur Prüfung der einschlägigen Fragen eingesetzt. Erst als in der Vorstandssitzung im Dezember 1899 die damaligen beiden Schriftführer des Verbandes: Steinhardt-Magdeburg und Feiner-Hamburg mit dem Reichte der Zuwahl von zwei anderen beauftragt wurden, die Sache in die Hand zu nehmen (hinzugezogen wurden Peritz-Königsberg und Becker-Wollstein), kam im April 1900 mit dem verewigten Herrn M. Leßmann in Hamburg ein Vertrag zustande, nach welchem vom 1. Januar 1901 ab das „Israelitische Familienblatt" allwöchentlich mit einer pädagogischen Beilage unter dem Titel „Blätter für Erziehung und Unterricht" erscheinen sollte. Form und Umfang unterlagen in der Folge manchen zuerst erfreulichen, später von uns unliebsam empfundenen Aenderungen. Gleich blieb sich die Liebe, der Eifer, der Mut und die rücksichtslose Offenheit, mit der Steinhardt, der Verbandsredakteur, sie leitete und zu einem in der jüdischen Oeffentlichkeit wohl beachteten Sprachrohr der Ideale und Ziele, der Schmerzen und Sorgen, der Wünsche und Forderungen der Lehrerschaft machte. Seit 1925 druckte der Verlag auf seine Kosten als Ersatz für den verminderten Umfang der „Bl. f. Erz. u. Unterr.", gleichfalls unter Steinhardts Redaktion, die Monatsschrift „Jüdische Schulzeitung". Nach Lösung des Vertrages mit der Firma Leßmann, Oktober 1933, und nach Niederlegung seines Redaktionsamtes durch Steinhardt hat — wie natürlich unsere Leser wissen — Dr. Braun-Köln die Schriftleitung unseres nunmehr einzigen, aber völlig unabhängigen Verbandsorganes übernommen. .Der Zweck des Verbandes ist nach dem § 1 seiner ursprünglichen Satzungen die Behandlung aller die jüdischen Lehrervereine in Deutschland angehenden Fragen des Unterrichts, der Standesinteressen, der Kollegialität und des Unterstützungswesens. Je zwei dieser Punkte, innerlich zusammengehörend, sind nicht streng von einander zu trennen. Die Bemühungen um sie fließen ineinander. Doch soll versucht werden, ve einzeln zu behandeln. I. Fragen des Unterrichts und der Erziehung. Unter Unterricht ist hier der jüdische Religionsunterricht verstanden. In den vergangenen Jahrzehnten lag keine Notwendigkeit vor, in den jüdischen Lehrervereinen den profanen Fächern eine besondere Aufmerksamkeit zuzuwenden, da die als Volksschullehrer tätigen Verbandsmitglieder in dieser Beziehung, da sie den aligemeinen Lehrervereinen angehören konnten und meist auch angehörten und durch die amtlichen Konferenzen, an denen sie teilnahmen, versorgt waren. Der jüdische Religionsunterricht hingegen erforderte das volle Interesse und die liebevollste Fürsorge des Verbandes und seiner Leitung. Die Methode des jüdischen Religionsunterrichtes war wenig ausgebaut; zweckmäßige Lehrmittel waren nur sehr spärlich vorhanden, und vielfach waren, besonders in kleinen Gemeinden, Personen mit dem Unterricht betraut, die dafür keine oder nur sehr unzulängliche Vorbildung erworben hatten. Alle einsichtigen Lehrer und die Verbandsleitung waren sich dessen bewußt, daß die Lehrerschaft in erster Reihe Forderungen an sich zu stellen habe, daß sie unablässig an ihrer eigenen Vervollkommung, an der Erweiterung und Vertiefung ihres Wissens, an der Erhöhung ihres Lehrgeschicks, an der Verbesserung der Lehrweise und Lehrbücher arbeiten müsse, wenn sie voll das Recht in Anspruch nehmen wolle, Forderungen an die Gemeinden und Behörden zu stellen. So erwuchsen Aufgaben. Ihrer Förderung galten zunächst die V e r b a n d s t h e me n , die, vorher den Vereinen zur Vorberatung überwiesen, nun in einem zusammenfassenden und abschließenden Referat auf dem Verbandstag behandelt, zumeist im Verbandsorgan wörtlich veröffentlicht und zuweilen noch durch Sonderdruck verbreitet wurden. Meist nahm der Verbandstag zu dem Inhalt des Referats Stellung in einer Resolution, die für die Folgezeit richtungweisend sein sollte und oft einen Auftrag für den Verbandsvorstand bedeutete oder einschloß. Solche Themen waren: 1901, Hamburg: Soll die systematische Religionslehre in der Volks- und Religionsschule als besonderer Unterrichtsgegenstand behandelt werden? (Bernhard-Tarnowitz.) 19 04, Kassel: Die. Psalmen im Religionsunterricht. (Rothschild-Worms.) 19*0 7, Hannover: Die Notwendigkeit der methodischen Umgestaltung des hebräischen Unterrichts. (Goldschmidt-Hamburg und Rothschild-Eßlingen.) 1910, Frankfurt a. M.: Bedeutung der Bibel für die religiös-sittliche Erziehung der Jugend. (Dr. Spanier- Magdeburg.) 1922, Berlin: Der Religionsunterricht im Licht der modernen Psychologie. (Dr. Stern-Berlin.) 1925, Köln: Wie läßt sich das Prinzip des Arbeitsunterrichts auf den jüdischen Religionsunterricht übertragen? (Dr. Löwenberg-Berlin.) Der Arbeitsschulgedanke im Religonsunterricht der Grundschule. (Cilly Marx-Köln.) (Fortsetzung folgt.) 1 Schweiz P a#*£afe*$ontrttom Breitlingen baä gediegene ^amtlten^afe U4s