Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 12 (1.12.1935)
- Date
- 1935-12-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Seite 2 Jüdische Schul zeitung Nummer -12 Erscheinung der Verschmelzung von fP: rrr zu i ,1 in unzähligen Formen wie auch darin erblicken, daß aus triirr : Juden geworden sind. Soll nun das Schwa gänzlich gemieden werden und wegfallen? Keineswegs. Denn es gibt Fälle, in denen es willkommen ist oder willkommen sein kann. wird ohne weiteres richtig gesprochen werden «.wchol. wie aber steht es mit' ^331? So geschrieben, dürfte es oft genug: uw chol gelesen werden, auch wenn der Lehrer wiederholt betont und einzuprägen gesucht hat: 1 _am Anfang eines Wortes wird für sich, allein gelesen; nach ihm ist eine kurze Pause zu machen. Oder: yiötfl würde unfehlbar wschöm ru gelesen werden, wie es allerdings auch mit Schwa zumeist fälschlich geschieht, während es doch richtig lauten muß: wscho mrü; vergl.: 11D3 mv xhn ,isn ■° : t : t : t :t Wenn wir aber nur e i n Schwa haben und die Regel ohne alle Ausnahmen bestimmt: ein Schwa unter einem Buchstaben zeigt stets den Anfang einer Silbe an, dann ist falsches Lesen (und oft zugleich falsches Betonen) so gut wie ausgeschlossen und nur große Unachtsamkeit kann dagegen verfehlen. Am Wortanfang erübrigt sich das Schwa: srafr ,^3 ,T\vb daher in unserer Umschrift: Klfr Schwa. Es muß stehen: 1. beim vokallosen Konsonanten nach vorangehendem, das Wort beginnenden 1: iafri ^331 ,Drnfrj?'i 2. beim zweiten von 2 inmitten des Wortes aufeinanderfolgenden vokallosen Konsonanten: ^fl^frazv^Sfra 3. bei einem mit Verdoppelungsdagesch versehenen vokallosem Konsonanten : vi3T,tofr?j? 4. bei einem vokallosen Konsonanten, der eigentlich ein Verdoppelungsdagesch erhalten müßte: wai Abhn ,niraaV 5. bei vokallosen Konsonanten in analogen Fällen zu ip/ra *T33^ Kein Schwa erhalten die Endkonsonanten nicht nur einfach-, sondern auch doppeltgeschlossener Silben: ^a*i»-,nfry ^a*i ,nsbn ,na *öfrp Dadurch, daß sich dann die hebräische Schreibweise in diesem Punkte nicht von der deutschen unterscheidet, wird ein schwerer Stein des Anstoßes dem Schüler aus dem Wege geräumt. Das W Während das Schwa, das silbenschließende, nur von Dr. Goldmann in seinem Buche ausgeschaltet wird, sieht auch Dr. .Kaleko von dem Unterscheidungspunkte rechts über * dem Buchstaben w ganz ab und schreibt nur das fr in der üblichen Weise. Auch wir sollten uns dafür entscheiden. Bisher mußten wir lehren: Steht der Punkt rechts, dann ist es ein sch, steht der Punkt links, dann ist es ein ss. Rechts und links schwirren aber lange dem Schüler durcheinander und manchen ihn schwankend. Wieviel einfacher und einprägsamer würde die Regel etwa so lauten: Punkt links sss (mit scharfer Betonung und Dehnung des ss). Vergegenwärtigen wir uns die möglichen Fälle. 1. Völlig zweifelsfrei liegen folgende: a) p .sch: ,*iaw -«Ti'aip ttWh ■ — T ... x . . -.• b) ips^. Mt7 .rMfer/K3ifo inftft ••TT'" V 2. Ein Bedenken tritt bei Formen wie niriafr auf. Der erste Buclistabe soll das übliche fr ss sein, nicht aber, was nach Annahme von fr als sch auch möglich wäre, "fr schau bedeuten. Für solchen Fall und nur für solchen muß die vorentwickelte Schwa-Regel auch auf den vokallosen Konsonanten am W o"r t a n f a n g ausgedehnt werden. Wir müssen also HKWfr schreiben und sehließen damit jeden Zweifel aus. t : 3. Damit ist dann auch die richtige Lesart von Wörtern wie 13fr /*iafr 4*iafr eindeutig festgestellt. 4. Allerdings können dann Wörter wie etwa?JS3fr (II. Mos. 23, 5) nicht mehr in_ dieser bisherigen Form geschrieben werden, da ja das Zeichen fr (gemäß Nr. 3) fälschlich :v gelesen werden könnte. Was ist da zu machen? In den Büchern von Goldmann und Kaleko finde ich kein Beispiel und keinen Hinweis auf einen analogen Fall. Wie also soll „ssau" ausgedrückt; werden? Ich schlage vor:; folgen wir hierin dem Beispiel von Dr. Bleichrode, der bereits in seinem i'no.trotz Beibehaltung b e i d e r diakritischen Punkte zum Zwecke größerer Klarheit das -- besonders angegeben hat. Schreiben wir also unser und alle ähnlichen Worte:?js|fr- Schwerlich werden wir oft in die Lage kommen, von dieser Aushilfe Gebrauch machen zu müssen, und es ist fraglos vorteilhafter und vorzuziehen, den —-Punkt einige wenige Male anzuwenden, als den entbehrlichen Untersche'idungspunkt rechts ungezählte Male zu setzen; Das Dagesch In seinem Buche „Lehrgang An sagt Dr. Kaleko auf Seite II, im Anschluß an den Artikel: „Beachte: Eigentlich müßte . . . ein Dagesch (Verdoppelungspunkt) gesetzt werden ... Da jer doch in der heutigen Aussprache des Hebräischen die Verdoppelung nicht zutagetritt, wrerden wir in unsern Lektionen das „Dagesch" zunächst unberücksichtigt lassen." Das geschieht; dann auch konsequent, auch bei den in Betracht kommenden Verbformen. In dem „Anhang (die wichtigsten Ti^'a-Regeln)" jedoch weist er knapp und klar auf, wann ein prn'frrr einzutreten hätte, und in seinem neuen Buch tp'?kbsb 'nnasr 2. Lehrgang, fehlt es auf keiner Stelle, wo. es hingehört. Wir wollen hier vollständig. davon absehen, ob die obige Behauptung Dr. Kalekos zutrifft bzw. für wie lange, sondern wir wollen nur die Sache selbst erwägen. Wie schon eingangs dieses Artikels bemerkt wurde, hat Dr. Kaleko auch in bezug auf das Dagesch außerhalb Deutschlands zahlreiche Vorgänger gehabt. Diese unterscheiden sich jedoch von ihm darin, daß sie die Nichtberücksichtigung des'Verdoppelungspunktes, soweit ich gesehen habe, auf die Fibelstufe beschränken, während b^rrnax schon nach seinem Titel u. erst recht nach Art und Inhalt für ein ganz anderes Alter und nicht nur für Leseerlernung oder die allerersten Uebersetzungsversuche bestimmt ist. Zugegeben muß werden, daß die Uebergehung des Verdoppelungspunktes tatsächlich eine Erleichterung für die Anfänger bedeutet. Allerdings, nicht nur das hebräische .Wortbild wird dann unzutreffend, sondern auch der hebräische Sprachgeist erleidet eine Verkümmerung, wenn nicht Verfälschung. Da das Buch, was an und für sich lobenswert ist, auch schriftliche Uebungen vorsieht, ist zu befürchten, daß die mangelhafte Schreibweise sich so festsetzt, daß sie auch später fortdauert und nur unter Mühe zu korrigieren ist. Daß es bei voller Vokalisierung nicht ohne Dagesch geht, bekräftigt der 2. Lehrgang des Buches. Es dürfte besser sein, selbst für unsere A-B-C-Schützen den Verdoppelungspunkt beizubehalten. Da es sich bei ihnen ja nur um das Lesen, nicht aber um die Grammatik handelt, wird er ihnen keine ernstliche Schwierigkeit bereiten, da sie wohl zumeist erst, wenn sie durch den Deutsch-Leseunterricht bereits etwas gerüstet sind, an den hebräischen Leseunterricht herangeführt werden. , In einer andern Beziehung können wir uns der Weise Dr. Kalekos anschließen. Er läßt nämlich beim a und T und auch beim n das Hä.rtungsdagesch (^P fr;n) fort. Da a und l tatsächlich mit Härtungsdagesch nicht anders ausgesprochen werden wie ohne dasselbe, ist es wirklich eine völlig entbehiliche Belastung, die nur stutzig macht, und sollte auch von uns ausgeschaltet werden. Bis zur Weglassung des Härtungsdagesch im n können wir einstweilen nicht gehen, da die sphardische Aussprache, in der n wie R lautet, noch nicht die allgemein" anerkannte oder angewandte ist. - Wir fassen zusammen: Wir empfehlen 1. nur ein Schwa, das silbenbeginnende, 2.. nur beim fr den (Unterscheidungs-) Punkt, 3. den Verdoppelungspunkt beizubehalten,- den Härturigspunkt in A und T jedoch fortzulassen.;