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Jüdische Schulzeitung · 1935-10-03 · 10 (3.10.1935) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
10 (3.10.1935)
Date
1935-10-03
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 10 J ü d i s c h e S c h u I z e i tung Seite 7 In Berlin Sefardith Anfang August hat der Berliner Gemeindevorstand den Beschluß gefaßt, an den Schulen der Gemeinde den hebräischen Unterricht in sefardischer Aussprache erteilen zu lassen. Lediglich im Religionsunterricht soll Aschkenasisch beibehalten werden, .also bei der Behandlung der Gebete. Auch bei Barmizwah-Feiern soll auf Wunsch Sefardith zugelassen werden. Diese Neuordnung der Dinge gerade in der Reichshauptstadt ist von großer Bedeutung. Ohne Zweifel werden viele Gemeinden im Reich durch den Schritt des Berliner Gemeindevorstandes veranlaßt werden, eine gleiche Reform im Unterricht vorzunehmen. Damit wäre allerdings nur ein Teii der Forderungen erfüllt, die heute an den hebräischen Sprachunterricht zu stellen sind. Was weithin noch fehlt, das ist eine Vermehrung der Stundenzahl. Wie wir hören, gibt es in Berlin, noch eine Reihe von Schulen, die sich mit zwei Stunden 'begnügen. Das Gleiche gilt von vielen Schulen im Reich. Bedenkt man, daß ein Teil der Zeit auf die Durchnahme der Gebete verwendet werden muß, so kann man ermessen, wie gering die Erfolgsmöglichkeiten des eigentlichen Sprachunterrichts sind. Die Entwicklung drängt mit Macht dahin, daß die Stundenpläne der jüdischen Schulen gründlich revidiert werden. Es wird so auch dem Unterricht in der hebräischen Sprache der ihm gebührende Platz eingeräumt werden. Arbeitstagung für jüdische Lehrer Die Schulabteilung der Reichsvertretung sowie die Mittelstere für jüdische Erwachsenenbildung (gemeinsam mit dem Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden, dem Sächsischen Israelitischen Gemeindeverband und der Israelitischen Religionsgemeinde Leipzig) veranstaltet in der Zeit vom 14. bis 17. Oktober in Leipzig eine Arbeitstagung für die jüdischen Lehrer Sachsens sowie der östlichen Provinzen Preußens. Die einzelnen Veranstaltungen werden in Kürze bekanntgegeben. Noch einmal Ems Unser Aufruf in der Septemberausgabe der J. Sch. ist nicht ohne Wirkung geblieben. Eine größere Anzahl von Kollegen und Kolleginnen haben ihre Mitgliedschaft zum Verein angemeldet. Aus den Reihen der Mitglieder sind Anregungen und Wünsche an die Heimverwaltung gelangt. Sie gibt uns ua. Kenntnis von dem Brief, den ein Kollege, der schon mehrfach das Emser Heim besucht hat, an den Vorsitzenden gerichtet hat. Wir entnehmen ihm folgende Stellen: „Aus den beiden Artikeln in der letzten Nummer der Schulzeitung ersehe ich mit tiefstem Bedauern, daß die Kollegenschaft nur sehr unbefriedigend die Arbeit des Vorstandes um den Bestand des Heims unterstützt ... Ich habe in meinem Testament ein kleines Legat ausgesetzt, dessen Zinsen dem Heim den dreifachen Pflichtbeitrag dauernd sichern . . . Mehr konnte ich leider nicht tun! . . Möchte diese hochherzige Tat eines ehrwürdigen Lehrerveteranens, der nicht wünscht, daß sein Name genannt werde, Nachahmung finden! Von den Anregungen und Wünschen dürfen folgende verzeichnet werden: Die Verwaltung möge im Emser Heim eine Bücherei anlegen. Es seien zwar Bücher vorhanden, aber sie seien we- - der in der Qualität durchweg gut, noch in der Zahl ausreichend. Ein entsprechender Aufruf an die Kollegenschaft im Reiche werde gewiß Erfolg haben. Der Schatzmeister möge die fällig gewordenen Beiträge alljährlich zu einem bestimmten Termin anfordern und säumige Zahler in üblicher Weise anmahnen. Wir geben auf mehrfach geäußerten Wunsch hin hier die Anschriften des geschäftsführenden Vorsitzenden und des Schatzmeisters bekannt: J. B. - Levy, Frankfurt a. M.v. Freiherr v.. Stein : Straße 9; D. Rosenwald, Frankfurt a. M., Röderbergweg 53." Postscheckkonto des Vereins ist Frankfurt a. M. Nr. 5680 (nicht „Bad Ems" hinzufügen!) Auch direkte Anmeldungen im Heim verzögern nur die Aufnahme. Alle Zuschriften sind ausschließ.ich nach Frankfurt a. M. zu richten. Persönliches Kollege Scheuermann, Großeicholzheim konnte am 1. September das 50jährige Ortsjub.läum feiern. * Kollege Max Levisohn, Lehrer und Kantor in Essen a. d. R. begeht am 1. Oktober sein 25jähriges Orts- und zugleich sein 35jähriges Berufsjubiläum. * Die Städtische jüdische Volksschule in Köln betrauert den Heimgang des Konrektors i. R. Möses S u 1 ni a n n, der die letzten Jahre seines Lebens in Frankfurt a. M. gewohnt hat. Der Heimgegangene gehörte während seiner Amtszeit einer Reihe von Lehrerorganisationen als Vorstandsmitglied an. Er hat sich namentlich durch die umsichtige Förderung der materiellen Interessen seines Standes verdient gemacht. Auch in verschiedenen Organisationen der Synagogengemeinde Köln hat Kollege Sulmann lange Jahre hindurch eifrig mitgearbeitet. Sein Andenken bleibe gesegnet! Am 30. September tritt Konrektor Louis J a k o b y von der gleichen Schule wegen Erreichung der Altersgrenze in den wohlverdienten Ruhestand. Am 1. Oktober sehen die Kollegen Eugen J a c o b i und Dr. Siegfried. Braun auf eine 25jährige Tätigkeit an der Städtischen jüdischen Volksschule * in Köln zurück. * Vor wenigen Wochen ist Dr. KurtLevy unerwartet aus dem Leben geschieden. Er war bis zur. Zeit des polirischen Umbruchs Assistent des Bonner Orientalisten Professor Kahle und kam dann an die J a w n e zu Köln, an der er eine fruchtbare Tätigkeit entfaltete. Darüber hinaus hatte der hoffnungsvolle junge Gelehrte eine außerordentlich ertragreiche Arbeit im geistigen Leben der Gemeinde, aber auch innerhalb der rheinisch-westfälischen Lehrerschaft begonnen. Sie erstreckte sich insbesondere auf die Uebermittelung des weiten jüdischen Schrifttums und auf die Durchheilung der Struktur des Hebräischen. Noch lebendig in der Erinnerung der Teilnehmer ist der "gedankenreiche Vortrag über methodische Fragen des hebräischen Sprachunterrichts, der seinerzeit die Arbeitsgemeinschaft des Vereins jüdischer Lehrer Rheinlands und Westfalens mit Dr. Levy in Essen einleitete. Wir hoffen, den Vortrag demnächst in unserm Blatt veröffentlichen zu können. Einer unserer führenden jüdischen Verlage war auf den Gelehrten aufmerksam geworden und hatte ihn beauftragt, ein Lehrlbuch der hebräischen Sprache zu schaffen, das den Erfordernissen der Gegenwart gerecht werde. Die Vorarbeiten zu diesem Buch waren weit vorgeschritten. Wer das Glück hatte, den sonst wortkargen, in sich verschlossenen Mann über seine wissenschaftlichen Pläne sprechen zu hören, vermag zu ermessen, wie schwer der Verlust ist, den unsere Gemeinschaft erlitten hat, als das Schicksal ihr diesen hochbegabten Lehrer und wertvollen Menschen entriß. Literarisches Dr. Jakob Schönberg: Schire erez jisrael. Jüdischer Verlag, Berlin. Zum ersten Male nach Idelssohns Büchern erscheint in Deutschland ein hebräisches Liederbuch, welches ausschließlich hebräische Lieder enthält. Seine Bezeichnung „Schire erez jisrael" will zudem ausdrücken, daß es galt, das Liedgut zu notifizieren, welches zur Zeit in Palästina gesungen wird. Eine zweite Aufgabe wurde bewußt gestellt: die Unterstützung der Hebraisierung jüdischen Jugendlebens in Deutschland durch das hebräische Lied. Diesem Ziele dienen die Vokabularien jeweils am Schluß der Liedaufzeichnungen. Während die Liedtexte selbst punktiert sind, stellen sich die

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