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Jüdische Schulzeitung · 1935-08-01 · 8 (1.8.1935) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
8 (1.8.1935)
Date
1935-08-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 3. Beispiel: Als Beispiel, wie bestimmte Konsonanten den Wortklang verändern, diene die Erscheinung, daß der Konsonant n nach einem gesprochen Sch'wa schwindet: iins^Trnn? ö'ftrtsr^D,>nftn"3? fwa^fiKna ">pvr\4-inpyr\ ^inn^nnnin Durch Aufzeigen dieser lautgesetzlichen Zusammenhänge wird der Schüler mit dem Formenreichtum des Hebräischen vertrauter, die Vielfalt der sprachlichen Erscheinung wird begründet und dadurch klar. Ebenso wie die Anwendung der Sprachelemente Suffixe u. a. dem Schüler nach der Durchnahme von „Schaare zedek" bekannt sein soll, muß er.auch durch ständigen Hinweis auf bereits bekannte gleiche Erscheinungen mit den Lautgesetzen der hebräischen Sprache vertraut gemacht werden und zwar sowohl mit den allgemeinen, die oben angedeutet wurden, als auch mit den besonderen, die durch bestimmte Konsonanten bzw. Konsonantengruppen in der Vokalisation eintreten. Solche Besonderheiten, die durch bestimmte Konsonantengruppen hervorgerufen werden; treten häufig bei Formen mit einem Sch'wa ein. Es muß dem Schüler deshalb vollständig klar sein, wann ein Sch'wa gesprochen wird und wann es stumm bleibt, da ihm nur dann das Eintreten von Chateflauten bei n y s oder die Vokalisationsänderungen, die die Gruppe : •» k am Silbenschluß hervorrufen, begründet erscheinen kann. Daß der Lehrer in der Aussprache des Hebräischen ein peinlichst genaues Vorbild sein und sich über jede Form und die Richtung der Formveränderung vollständig klar sein muß, sei nur erwähnt. Jede Wortform, die nicht der Form entspricht, die anolog zu erwarten wäre, ist durch ihre natürliche Entstehung zu erklären und zwar durch Sprechen, durch Gegenüberstellen der erwarteten Form mit der richtigen. Zur Vertiefung der auf natürliche, phonetische Weise erworbenen Kenntnisse, dient dann die Heranziehung des Gesichtssinns beim Vergleichen gleichartiger Erscheinungen im Schriftbild. Die gewonnenen Erkenntnisse werden nicht als Regeln formuliert, sondern durch die Beispiele, die beim weiteren Erlernen der Sprache auftreten, weiter befestigt, so daß sie schließlich gefühlsmäßig angewandt werden. Diese Einführung in die Form der Sprache kann nach einem 3—^4jährigen Unterricht, also bei Schülern von 10—11 Jahren erreicht sein. Ich habe die Erfahrung gemacht, daß bei älteren Schülern dieses Ziel bei Anwendung der geschilderten Methode, zu der ich durch das ausgezeichnete Buch von Bornstein „Einführung in das Hebräisch der Gegenwart" angeregt wurde, in viel kürzerer Zeit erreicht war. Ehe man mit dem Uebersetzen von Bibel und Gebetbuch beginnt, ist es angebracht, in besonderen Stunden den Schüler in das Verständnis der Verbkonstruktionen mit erweitertem Stamm (Nifal, Piel, Hifil u. a-) einzuführen. Das geschieht in der Weise, daß der Schüler aus den Ableitungsstämmen j Porto 3 Pfg. i Bestellschein . USSÄd,! i unfrankiert In; i den Postkasten werfen! Porto; trägt dann Hn den I Empfänger, j Verlag der Jüdischen Schuizeitung Gebrüder Neubauer Ludwigshafen a.Rh. Schulstraße 14. Nummer 8 (ich verstehe darunter, den Stamm, der mit den Vokalen versehen ist, die für eine bestimmte Zeit charakteristisch sind) und den Sprachelementen die einzelnen Formen selbst bildet. Er muß imstande sein, die phonetischen Veränderungen selbst vorzunehmen. Ausgangspunkt müssen wieder Beispiele sein, die der Schüler im Uebersetzungsunterricht kennen gelernt hat. Die Knappheit der Zeit mag es aber auch gestatten, daß in einigen Stunden wenigstens die Besonderheiten, die durch bestimmte Konsonantengruppen hervorgerufen werden, im Zusammenhang besprochen-werden, auch wenn aus dem Uebersetzungsunterricht noch keine Beispiele angeführt werden können. Ich halte es für unbedingt erforderlich, erst dann an das Uebersetzen von Bibel und Gebetbuch zu gehen, wenn dem Schüler die Struktur der hebräischen Sprache klar und vertraut geworden ist. Denn Gebet und Schriftwort sind nicht nach sprachmethodischen Gesichtspunkten angeordnet, und es geht auch nicht an, das religiöse Erlebnis; das diese Lektüre vermitteln soll, immer wieder durch Formenerklärungen zu zerreißen. Auch auf dieser Stufe sind gelegentlich in besonderen Stunden seltenere Konstruktionen zu erklären und durch Besprechung von Wortfamilien u. ä. ist das Sprachgefühl weiter zu entwickeln. Die Zeit die man mit einem für die religiöse Erziehung scheinbar wenig fruchtbaren Anfangsunterricht aufwenden mußte, macht sich reichlich auch dadurch bezahlt, daß später ein großer Teil des Unterrichts durch hebräisches Quellenlesen erledigt werden kann. Erst wenn auch im selbständigen Uebersetzen eine gewisse Fertigkeit erreicht worden ist, ist m. E. die Zeit gekommen, durch Ueberleitung zur Lektüre neuerer Schriftsteller und von Zeitungen zum Hebräisch-Sprechen zu führen. Bis dahin sind Sprechübungen lediglich als methodischer Behelf nicht aber als Unterrichtsziel anzusehen. Es sei denn, daß wir unsre Ansprüche so niedrig stellen und eine Sprechleistung im Kai als mehr ansehen als eine bescheidene Anfangsleistung, die mit Anfangsleistungen in anderen Sprachen verglichen werden kann- Und schließlich ist es auch nicht die Aufgabe, der Schule durch eine „500-Worte Hebräisch"-Methode dem Schüler das Nötigste für den täglichen Gebrauch mitzugeben. Die Schule hat vielmehr die Aufgabe, durch gewissenhafte Sprachpflege und durch Hinführung zu den klassischen und zu den wertvollen neuen Sprachquellen Menschen zu erziehen, die sich der- Schönheit der hebräischen Sprache freuen lernen und denen ihr Besitz die Verantwortung zuweist, die das stolze Wort des Gebets m'3itfVn Vs» wnaa'h : - t t : — „Du hast uns erhoben über alle anderen Sprachen", uns auferlegt. Herbert Sax, Karlsruhe.. Persönliches Nach langem schweren Leiden ist unser lieber Kollege Moritz Hofmann, Prediger und Religionslehrer in Zoppot (früher Neustadt Westpreußen) aus dem Leben geschieden. Er war pflichttreu und gemeinschaftsverbunden und wirkte jahrzehntelang als Freund und Berater in seinen Gemeinden. Wir werden dem braven, guten Menschen und treuen ■Amtsbruder ein dauerndes Andenken bewahren. D. M. Mannheim-Osterode Ostpr. für den Verein jüd. Religionslehrer Ostpreußens. a . . Lehrer und Kantor Hugo Friedmann -Berncastel-Cues konnte am 13. Juli sein 40jähriges Amtsjubiläum begehen. Der Vorstand der Isr. Lehrerkonferenz Hessens setzt sich jetzt wie folgt zusammen: Hauptlehrer Moses- Kassel, Vorsitzender; 0 pp enheim-Rhina, Kassier: . L e v i - Bierstein, Beisitzer. Jüdische Schulzeitnng

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