Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 11 (1935)
- Issue
- 5 (2.5.1935)
- Date
- 1935-05-02
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Jüdische Schulzeitung- Nummer 5 Aus dem Lehrer-Verband Spenden für die Hilfskasse (Juli bis einschließlich Dezember: 1934): Dr. Bamberger, Nürnberg 5 M, I. B. Levy, Frankfurt am. Main 3 M, Löwenstein, Osterholz 10 JVU Buchheim, Dortmund 5 M, Mannheim, Osterode 5 M, Rainowitz, Stettin 3 M, Oppenheim, Rhina 3 M, Stiebel, Berlin 3 M, Capell, Wiesbaden 5 M, Feiner, Altona 3 M, Rosenbusch, Bebra 3 M, Plaut, Hamburg 3 M, Dr.Höxter, Frankfurt x a. M. 3 M, Dr. Stern, Berlin 3 M, Abraham, .Berlin 1 M, Reschke, Berlin 1.50 M, Dr. Gutmanh, Berlin 3 M, Silberberg, Zehlendorf 3 M, Spier, Hamburg 5 M, Levi, Zinten 1,50 M, Dr. Löwenberg, Berlin 3 M, L. Meyer, Hannover 4 M, Emmi Simon, Berlin 3 M, Oberkantor Nathan, Saarlouis 3 M, Jüdische Buchvereinigung, Berlin 20 M. Insgesamt 105 M. Herzlichen Dank den Spendern. Kollegen, spendet für die Hilfskasse! Ueberweisungen erbeten auf Postscheckkonto Reichsverband der jüdischen Lehrervereine Berlin 15 496- Persönliches Unser 78 Jahre alter 'Kollege Abraham Levi, Suhl, konnte am 22. April d. J. das in unserem Berufsstande seltene Fest des fünfzigjährigen Ortsjubiläums begehen. Dieser Tag ist auch denkwürdig für seine Gemeinde, zeigt sich doch an ihm, wie fest die Bindungen sind, die ein halbes Jahrhundert überdauern können, opferbereite Hingabe und Treue in der Pflichterfüllung von der einen, Vertrauen und verehrungsvolle Liebe von der anderen Seite. Es ist weniger die respektvolle Autorität, die diesen Lehrer von altem Schlage zum geistigen Vater der Gemeinde machte, als vielmehr die stete Bereitschaft, in Freud und Leid an allen Geschehnissen — weit über den Kreis der jüdischen Gemeinde hinaus — tätig Anteil zu nehmen. Wer Rat und Tat benötigt, der geht ins Lehrerhaus, er wird zumindest ein gütiges Wort, ein mitfühlendes Herz gefunden haben. Hier waltet ein besonderer Geist durch das Zusammenleben und -wirken der beiden Eheleute, die im Herbst s. G. w. ihre Goldene Hochzeitfeiern können, also fast diesen ganzen langen Berufsweg an einem Ort gemeinsam erlebten. Es ist ein wechselvolles Bild, das an diesem Tage an dem geistigen Auge unseres lieben Kollegen Levi vorbeizieht. Er hat Generationen ins Judentum eingeführt, er hat die Männer, die ihm als erste das Vertrauen entgegenbrachten, zu Grabe getragen. Daß aber die wechselvolien Ereignisse der vergangenen Dezennien die Einheit der Gemeinde nicht erschütterten, hat sich erwiesen, als er an seinem Ehrentage einmütig gefeiert wurde, als man ihm dankte, was er aus gebefrohem Herzen in die Gemeinde hineingetragen hat. — j Porto 3 Pfg. 1 tßllSCllGin : M^rkeliuHand,\ unfrankiert in; den Postkasten j i werfen! Porto! trägt dann \ Rn den.; Empfänger.; Verlag der Judischen Schulzeitung Gebrüder Neubauer Ludwigshafen a. Rh. Schulstraße 14. Unserm wackeren Kollegen wünschen wir von Herzen, mit seiner treuen Gattin, vereint noch weiterhin in der bisherigen Weise wirken zu können zu ihrer eigenen Befriedigung und zum Wohle der jüdischen Gemeinschaft, der nahen wie der weiten. Ad meah weessrim schanah! Rosenberg, Magdeburg. * Unser lieber Kollege Braun in S t a d t o 1 d e n d o r f wird am 17. Mai 80 Jahre alt. 41 Jahre lang hat er die Gemeinde und die Schule aufs beste betreut. Ungezählte Menschen haben in dieser langen Zeit den pflichteifrigen Mann schätzen und lieben gelernt. Auch dem Verein Rheinland und Westfalen ist er stets ein treues Mitglied gewesen. Kollege Braun hat seine Ausbildung in der Marks Haindorfschen Stiftung zu Münster erhalten; er dürfte einer der ältesten noch lebenden Schüler dieser Anstalt sein. Seit April vorigen Jahres ist er im wohlverdienten Ruhestand. Möchten dem Kollegen Braun noch viele Jahre ungetrübter Lebensfreude beschieden sein! Verschiedenes Der Preußische Landesverband jüdischer Gerneinden hat beschlossen, neben dem bereits laufenden Kurs zur Erlangung der Befähigung, jüdischen Religionsunterricht zu erteilen, der unter Leitung von Herrn Studiendirektor Dr. Gutmann steht, einen zweiten Kurs konservativer Richtung zu eröffnen, sofern Anmeldungen für einen solchen Kurs in genügender An- -zahl erfolgen. Zur Teilnahme sind nur Lehrkräfte berechtigt, die bereits ein Staatsexamen abgelegt haben. Der Landesverband bittet, Meldungen für den gegebenenfalls zu eröffnenden konservativen Religionslehrerkursus bis spätestens 15. April einzureichen. Unbeschäftigte Lehrkräfte Die Schulabteilung der Reichsvertretung der deutschen Juden, Charlottenburg 2, Kantstraße 158, hat in den letzten Wochen sämtlichen ihr als unbeschäftigt gemeldeten Lehrkräften einen Fragebogen zugeschickt. Eine Anzahl der Bogen kam als unbestellbar zurück. Die Schulabteilung bittet daher alle unbeschäftigten bzw. nur in geringem Umfang beschäftigten Lehrkräfte, die von der Umfrage nicht erreicht wurden, um möglichst umgehende Mitteilung ihrer Adresse. Literarisches- Simon Schwab: Heimkehr ins Judentum.— Jacob Rosen heim: Das Bildiuigsideal S. R. Hirsch und die Gegenwart. Hermon-Verlag, Frankfurt a. M. Simon Schwab geht scharf ins Gericht nicht nur mit den Posche Jisrael, sondern auch mit der assimilierten Orthodoxie; selbst ein Mann wie S. R. Hirsch kriegt eins ab von diesem streitbaren Manne. Die Hereinnahme des Derech Erez-Prinzips ins Talmud Tora-Leben der westeuropäischen Judenheit hats ihm angetan, und es wäre ihm am liebsten, die moderne Kultur hätte keinen Eingang gefunden. Nachdem Schwab eifervoll um sich geschlagen hat, legt er dem Leser einen Lehrplan vor, den wir nicht im einzelnen zergliedern wollen, weil er utopische Forderungen enthält, deren Verwirklichung nach der negativen Seite hin wohl auch von maßvollen Gesinnungsfreunden des Verfassers nicht restlos begrüßt werden dürfte. Dä"s Buch ist in einer unerträglich schwulstigen Sprache ge-" schrieben, und wir hätten gewünscht, der Verlag wäre nicht zu seiner Veröffentlichung in dieser Form bereit gewesen. Es hat unsere gerade heute auf hoher Stufe stehende Buchproduktion nicht bereichert.- Dagegen dürfen wir der Arbeit Jacob Rosenheims anerkennend gedenken. Der Autor gibt uns eine bedeutsame gründ-