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Jüdische Schulzeitung · 1935-05-02 · 5 (2.5.1935) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
5 (2.5.1935)
Date
1935-05-02
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 5 Jüdische Schulzeitung Seite 7 liehe und gediegene Untersuchung, die gerade heute unsere Aufmerksamkeit verdient- Im Mittelpunkt steht wohl das vielumstrittene Prinzip: Talmud Tora im Derech Erez, dem S. R. Hirsch die bekannte Wendung gegeben hat. Es ist auch heute noch keine Einigkeit darüber erzielt, selbst nicht in Kreisen, die dem Israelit nahestehen. Das konnte man noch jüngst in Auseinandersetzungen merken, die in diesem Organ der gesetzestreuen Hirschanhänger erfolgt sind. Rosenheim umgrenzt den Standpunkt Hirschs mit folgenden Worten: „Jedenfalls... ergibt sich mit größter Klarheit, daß für S. R. Hirsch die über die notwendige Berufsbildung und Lebensertüchtigung hinausgehende Beschäftigung mit der Wissenschaft halachisch mitunter solchen Bedingungen als erlaubt gilt, die eine völlige Ein- und Unterordnung aller außerjüdischen Wissenselemente in das beherrschende Lebenselement der Tora gewährleisten oder mindestens als im hohen Grade wahrscheinlich erscheinen, lassen." Ein Schlußkapitel enthält eine Polemik gegen Gerhard Scholem, in der Rosenheim den Vorwurf entkräftet Hirsch habe die Kabbala mißachtet und geflissentlich in seiner religionswissenschaftlichen Arbeit übersehen. Hans Epstein: Das jüdische Laienspiel. Mit einem Vorwort von Oberstudiendirektor Dr- Driesen. Neumann-Verlag, Frankfurt a. M. Während der Frankfurter Pädagogischen Woche führten Schüler des Philanthropins unter der Leitung Hans Epsteins das jüdische Laienspiel „Saul" auf. Die Darstellung hinterließ — so berichten es übereinstimmend die Menschen, die sie erlebt haben, tiefen Eindruck. Welche Grundsätze Epstein leiteten, als er seine Schüler das Spiel schaffen ließ, welchen Sinn "überhaupt das Laienspiel hat, das setzt in der Einführung Driesen und im Hauptteil des Werkchens Epstein selber eingehend auseinander. Allgemein pädagogisch betrachtet ergibt sich als Frucht der Arbeit am Laienspiel eine sinnvolle Betätigung des Gestaltungstriebes, eine spürbare Förderung der Sprachbildung und -beurteilung, eine wertvolle Schulung des Denkens, Sprechens und Lesens und schließlich eine Hebung des Gemeinschaftsgefühls. Jüdisch gesehen bedeutet das Laienspiel die Möglichkeit, auf denkbar lebendigste We:se jüdische Bildungswerte zu erarbeiten und außerdem der Konzentration des Unterrichtsstoffes zu dienen. Verdeutlicht wird der Inhalt dieser Einführungen durch zwei Proben „Naboths Weinberg" und „Jona". Wer sie liest, wird sogleich den Abstand erspüren zwischen den üblichen Festspielreimereien und dieser schöpferischen Arbeit ringender junger Menschen. S. B. Aus der Schocken Bücherei: 1. Hermann Cohen: Der Nächste. : Das Buch, enthält vier Abhandlungen über das Verhältnis von Mensch zu Mensch nach der Lehre des Judentums. Martin Buber gibt ihnen eine gegenwartnahe Einführung mit auf den Weg. Klassisch in der Form und im Inhalt ist das Gerichtsgutachten über die Nächstenliebe im Talmud (1888). Es ist in dieser wissenschaftlichen Glanzleistung Cohens eine der feinsinnigsten Darstellungen über den äußern und innern Aufbau des Talmuds gegeben. Ein Nachwort des Herausgebers M. S. zum Charakteristischen von Cohens Schaffen und Persönlichkeit erhöht den Wert der neuen Schockengabe. 2. M a r t i n B u b e r: Des Baal-Schem-Tow Unterweisung im Umgang mit Gott. Ein einführendes Vorwort gibt den Ort an, den der Führer „jener seiner mächtigen Bewegung, die „Chassidut" genannt wird", in der Religionsgeschichte einnimmt. Wer an die Lektüre der wunderbar tiefen Aussprüche des Baal Schern Tow herantritt, der möge der Anweisung Martin Bubers folgen, „alles, was man von der Mystik zu wissen meint, zu vergessen und lesend einer Menschenstimme zu horchen, die heute, hier, zu dem heute und hier Lesenden spricht." Hugo Herrmann: Palästinakunde .III und IV. Fiba- Verlag, Wien. Preis je 1.50 RM. Das Werk liegt in den vier Heften nunmehr abgeschlossen vor. Heft III behandelt das Aufbauwerk in seinem Werden und . in seiner gegenwärtigen Phase; Heft IV bietet die Geschichte des Landes mit einem abschließenden Ausblick in die Zukunft. Zahlreiche Uebersichten, Kartenskizzen und Tabellen fördern die Anschaulichkeit der Darstellung. Literaturangaben und ein Register werden noch folgen, zugleich eine Einbanddecke in Ganzleinen zum Preise von 3 RM. Der Verlag und der Autor dürfen das Verdienst für sich in Anspruch nehmen, nicht nur ein bedeutsames Werk der umfangreichen Palästinaliteratur hinzugefügt', sondern vor allem der jüdischen Schule ein wertvolles Lehr- und Lernbuch geschenkt zu haben. Es ist das Schicksal derartiger Bücher, daß ein Teil ihres Inhaltes, namentlich in Anbetracht der raschen Entwicklung palästinischer Verhältnisse, sehr bald überholt wird. Hoffen wir darauf, daß Neuauflagen erforderlich werden, dann kann mit der Entwicklung der Dinge im Sachlichen Schritt gehalten werden. S. B. Bücher des Schocken-Verlags Vom Garten Eden, der Arche Noah und dem weisen König Salomo. 77 Geschichten von Pflanzen und Tieren neu erzählt von R a h e 1 und Emanuel bin G o. r i o n. (Nr. 24 der Bücherei). Aus dem großen Schatz der an die hebräische Bibel anknüpfenden Geschichten von Tieren und Pflanzen haben die Verfasser siebenundsiebzig für Kinder nacherzählt. Die Stücke sind dem Verständnis selbst vorschulpflichtiger Kinder zugänglich, und erweisen ihre Echtheit dadurch, daß sie auch Erwachsenen Freude machen. Das kleine billige Buch mit seiner sehr reizvollen neuartigen Druckausstattung wird von all denen freudig empfangen werden, die das Bedürfnis nach wirklich kindgemäßer, guter Kinderliteratur empfinden. « Der Sabbat. Sein Abbild im jüdischen Schrifttum, seine Geschichte und heutige Gestalt von Moritz Zoibell. (Nr. 25x). Doppelband 2.50 RM. Dieses Buch ist eine umfassende dokumentarische Veröffentlichung über den Sabbat, wie sie unseres Wissens weder in der deutschen,, noch in einer anderen Sprache bisher vorgelegen hat. Es ist dem Verfasser gelungen, auf 200 Seiten eine maßgebende, im Systematischen vollständige Darstellung zu geben, die bis auf das. rein Halachische die Gesamterscheinung des Sabbats beschreibt.- Das Buch setzt sich aus einem umfangreichen Quellenteil (Sabbat-Partien in der Bibel, in der hellenistischen Literatur, in Talmud und Midrasch, in Dichtung, Philosophie, Kabbala und in der Frömmigkeitsliteratur) und einem beschreibenden Teil zusammen; dieser stellt die Grundzüge des Werkverbots, die Liturgie des Sabbats, die Bräuche und die bei der häuslichen Sabbatfeier üblichen Gesänge dar. Auch der beschreibende Teil enthält eine große Anzahl übersetzter Quellen; so sind alle dem Sabbat eigentümlichen Gebete übersetzt und eine reiche Auswahl der zum Teil mystischen Hausgesänge (Semirot) in deutscher Uebertragung wiedergegeben. In einem besonderen Kapitel wird die religionsgeschichtlich sehr interessante Frage der Sabbatbegehung durch Nichtjuden in der Antike und durch christliche Sekten dargestellt. In einer Zeit, in der das Bedürfnis nach ernsthafter Belehrung über die Einrichtungen des Judentums weite Kreise zieht, wird dieses über Wesen, Geschichte und heutige Gestalt des Sabbats erschöpfend unterrichtende Buch eine besondere Aufgabe erfüllen- * Rabbi Mosche ben Maimon. Ein systematischer Querschnitt durch sein Werk. Ausgewählt, übertragen und eingeleitet von Nahum Norbert Glatzer. In Pappe gebunden 2.50 RM. Die sehr geglückte Zusammenstellung, für die es in der umfangreichen einschlägigen Literatur kein Vorbild gibt, ist für Menschen bestimmt, denen der Zugang zu den Quellen erschwert ist. Sie sollen durch dieses Buch des Maimonides in seinen wichtigsten Gedankengängen, insofern sie auch für unsere Zeit wegweisend sein können, kennen und verstehen 1er-

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