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Jüdische Schulzeitung · 1935-03-01 · 3 (1.3.1935) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
3 (1.3.1935)
Date
1935-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Rümmer 3 Jüdische Selinlzeitüng Seite1 morandum über die Umwandlung der Schulverwaltung der Gemeinde in ein Schul- und Bildungsamt abgefaßt und dem Vorstand der Gemeinde überreicht. Dr. Ellen Littmann. * In der Freien Vereinigung der Lehrer und Kantoren der P f a I z sprachen Rabbiner Dr. Grünewald-Mannheim über die .erzieherische Situation in Deutschland, Rabbiner Dr. Nellhaus über Tendenzen jüdischer Jugendbildung und Lehrer Levi- Rockenhausen über die Behandlung biblischer Stoffe bei Jugendlichen. Lehrer Marx-Speyer hielt eine Arbeitsgemeinschaft mit dem Thema: Aufgaben des jüdischen Lehrers in der Jugendbewegung. — Auf der Bezirkskonferenz Saar-Mosel sprachen Rabbiner -Dr. Altmann-Trier über Sinn und Wesen des ersten Schma-Bekenntnis-Satzes, Lehrer Nathan-Saarlouis über Einführung in die Familienkunde und Rektor Buch- Jieim-Dortmund über die Arbeit des Vereins Rheinland-Westfalen. * Verein jüdischer Lehrer in Schlesien Den Mitgliedern unseres Vereins und denen, die nach seiner Reorganisation es werden wollen, zur Kenntnisnahme, daß unsere Jahreshauptversammlung erst am Sonntag, den 24. März d. J. stattfinden kann. Studiendirektor Dr. Feuchtivanger-Breslau wird über: Die Bedeutung der jüdischen Schule in der Gegenwart referieren und auch der Verbandsvorsitzende, Dr. Stern-Berlin, wird einen Vortrag halten. Der Vorstand: H. Moops, Vorsitzender B. Heidenfeld, Schriftführer Breslau, Goethestraße 17 I. Striegau. Herr Dr. Bamberger, Nürnberg bittet uns um folgende Berichtigung: Im Sitzungsbericht des Verbandes (Nr- 2, Seite 3) muß es lieißen: „In dem prächtigen neuen Gebäude herrsche, so urteilte sie, ein durchaus moderner Geist, doch sei nach der Meinung eines Mitgliedes dieser Kommission für die Art usf." Die Schriftleitung. Persönliches Hauptlehrer i. R. Samuel Müller-Heidelberg zu seinem 70. Geburtstage Am 12. Januar vollendete Samuel Müller sein 70. Lebensjahr. Er wurde in Krautheim geboren, erhielt seine Ausbildung an dem Lehrerseminar in Karlsruhe unter Leitung des berühmten Pädagogen Leutz, war mit Unterbrechung von einigen Jahren zuerst in Müllheim (Baden) tätig und wirkte seit 1901 ■als städtischer Lehrer in Heidelberg. Müller ist als Methodiker wohl zur Zeit der bekannteste jüdische Lehrer Deutschlands, Es erschienen von ihm 1. (1897) Ein Buch für unsere Kinder, 2. Kleine Bibel (1902, als Fortsetzung des soeben genannten Buches), 3. Ueberblick über die biblische und nachbiblische Geschichte, 4. Jüdische Geschichte von der Zerstörung des ersten Tempels bis zur Gegenwart in Charakterbildern. Diese Lehrbücher sind — ich kann wohl sagen — in den meisten jüdischen Schulen eingeführt und alle in mehreren Auflagen, das zuerst genannt© sogar schon in 11. Auflage, erschienen. Darüber hinaus hat Müller auch als fruchtbarer Schriftsteller für das gesamte jüdische Leben sich bewährt. So erschien von ihm „Ein Buch für unsere Mütter, Sabbat und Feste im Garten der Kindheit", ferner „Jüdischer Kunstkalender" und schließlich „Von jüdischen Bräuchen und jüdischem Gottesdienst". Auch für den Zusammenschluß der jüdischen Lehrerschaft Deutschlands hat Müller vorbildlich gewirkt. Es war hauptsächlich sein und des verewigten Direktors Driesen (Karlsruhe) Verdienst, daß der badische Lehrerverein sich schon 1901 dem Verbände anschloß, und mehrere Jahre gehörte er dem Vorstande des Lehrerverbandes an. Lange Zeit verwaltete er als Vorsitzender den NäphtaJie-Eppstein-Verein, dessen Ehrenvorsitzender er jetzt ist, und hat in dieser Tätigkeit viele be-r dürftige Lehrerfamilien segensreich betreut. Er begründet© in Heidelberg eine jüdische Gemeindebibliothek, die er viele Jähre verwaltet hat, war mehrere Jahre Mitglied der Landessynode, war Präsident der Heidelberger (Friedrich-) Loge, die er wiederholt bei den Großlogentagungen vertreten hat und gehörte dem Sonderausschuß der Großloge für geistige Interessen an. So ist sein Leben ein vorbildliches für jeden strebenden jüdischen Lehrer, so beglückwünschen wir ihn dankbaren Herzens zur Vollendung des 70. Lebensjahres und wünschen ihm noch weitere Jahrzehnte gesegneten Schaffens zum Wohle der Schule, des Lehrerstandes und der gesamten Judenheit. Und ein Gleiches wünschen wir seiner verehrten Gattin, die ihm bei allen seinen Bestrebungen als wahre Eser k'negdo treu-fürsorglich zur Seite gestanden und durch ihr stilles Wohltun an Arme, durch eine so überaus sympathisch berührende vornehme Gastlichkeit sein Heim zu einer Sammelstätte für Kollegen, Schüler und Studenten der Heidelberger Hochschule gemacht hat. M. Steinhardt. * Dr. Driesen - 60 Jahre alt Am 1. März wird Oberstudiendirektor Dr. Driesen 60 Jahre alt. Wir haben in der Sonderausgabe der Jüdischen Schulzeitung, die der Pädagogischen Woche gewidmet war, die Arbeit dieses Schulmannes zu würdigen versucht, und wir geben heute der Freude darüber Ausdruck, daß Dr. Driesen gerade jetzt, da er in das siebente Jahrzehnt seines Lebens eintritt, eine neue wichtige Tätigkeit im Dienste der jüdischen Schule beginnt. Unsere herzlichsten Wünsche begleiten seine Arbeit! Möchte ihm seine Kraft noch lange erhalten bleiben! * Siegmund Goldmann s. A. Unser Verein hat einen schweren Verlust zu beklagen. Prediger Siegmund G o 1 d m a n n, Herford, ist am 31. Januar im Alter von 57 Jahren zur ewigen Ruhe eingegangen. In unserem durch die Verhältnisse bedingten kleinen Kollegenkreise war er einer der Getreuesten und verkörperte eine bewußte Lehrerpersönlichkeit. Obgleich seine Zeit durch die jüdische Oeffentlichkeit stark beansprucht wurde, war er allen Kollegen ein treuer Freund und Förderer- Von seiner Tätigkeit für seine Gemeinde legte die überwältigende Trauerkundgebung in der Synagoge Zeugnis ab. Rabbiner Dr. Kronheim, Bielefeld zeichnete das Lebensbild dieses Lehrers und Seelsorgers mit den Worten Maleachis: „Lehre der Wahrheit war in seinem Munde, Unrecht fand sich nicht auf seinen Lippen, in Frieden und in Geradheit wandelte er vor mir, und! viele brachte er von der Sünde zurück. Ein Bote des Ewigen Zebaoth war er". Für unseren Lehrerkreis überbrachte Rülf, Detmold, der langjährige Nachbarkollege des Verewigten, die letzten Grüße. Voller Wehmut nahm er Abschied von dem zu früh Dahingegangenen, der als ein wahrer Lehrer in seiner Amtsführung und Lebenshaltung das Wort Hilleis verwirklichte: „Sei von den Jüngern Aharons, friedliebend und nach dem Frieden strebend, die Menschen liebend und sie hinführend zur Gotteslehre." Sein Andenken sei zum Segen. Verein isr. Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens Bezirk Ostwestfalen Der Vorstand i. V.: D. Köln, Paderborn. * In Siegmund Goldmann verliert die gesamte jüdische Lehrerschaft einen Kollegen seltenen Wertes. Der Heimgegangene hat sich nicht nur im Dienste der Jugend und der Gemeinde verzehrt; seine Fähigkeiten ließen ihn darüber hinaus auf das Forum der Oeffentlichkeit hintreten und dort der

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