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Jüdische Schulzeitung · 1935-03-01 · 3 (1.3.1935) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
3 (1.3.1935)
Date
1935-03-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nummer 3 Jüdische ScftuFzeitung Seite $ : Bei etwaiger Verwendung in unseren deutschen Schulen wären an die Form, in der die Uebungen sich dem Auge darbieten,-Wünsche zu stellen, und dann müßte dem Buche auch ein Vokubularium beigegeben werden. Das braucht ja nicHt zu hindern, daß der Lehrer sich bemüht, soweit wie möglich die methodischen Anweisungen und Winke, die der Verfasser in seiner umfangreichen Vorrede empfiehlt, zu befolgen und die darauf hinauslaufen, eine vermittelnde Uebersetzungssprache iu vermeiden. B. Teil II von wah r\*ay (1.65 RM) ist schon zum Teil eine kleine Einführung in die hebräische Literatur. Er bringt Erzählungen und Gedichte bekannter jüdischer Schriftsteller und von einigen auch deren Bild. Erst gegen das-Ende des Buches erscheint unpunktierter Text, zunächst untermischt mit punktiertem, dann rein; so eine Biographie von Elieser ben Jehuda und eine Erzählung aus dem Leben der Jemeniten in Erez Jisrael von Nachum Jeruschalmi. In diesem Buche wird die Grammatik nicht mehr bloß an Formen gezeigt, sondern auch — und das betrifft besonders die Lautlehre — in zusammenhängenden Sätzen, auf die einzelnen Stücke verteilt, gelehrt. An jede Uebung sind Aufgaben zu schriftlicher Arbeit angefügt. Ich lege größeren Nachdruck und Wert auf den ersten Teil des Buches. C. Der volle Titel von nnx a^i» lautet übersetzt: „Lehrbuch der hebräischen Sprache für Reife, bestimmt zu Abendübungen und Privatunterricht. Anfängerkursus mit einem hebräisch-polnisch-jiddisch-deutschen Wörterbuch". CVeriag Schapira, Warschau, 1934. 94 Seiten, 1.65 RM.) Dem Buche ist folgende Widmung mitgegeben: „Denjenigen, die unsere Nationalsprache wertschätzen, denen es aber nicht vergönnt war, sie in ihren Jugendtagen zu lernen, widmet dieses Buch der Verfasser." „In dem vorliegenden Buche", so sagt Wiener in seiner "Vorrede, „wird das Leben einer Familie in der Golah dargestellt, die Kindheitstage der Helden des Buches (und so lernt 4er Schüler die grundlegenden Worte besonders gut), das Le- T>en in der Hachscharah, in der Histadruth, das politische Le- "ben, die Alijah nach Erez, die Arbeit im Lande und verschiedene Episoden aus dem Leben der Palästinenser. So werden die elementaren Kenntnisse vom Zionismus vermittelt." Mir scheint das Buch ausgezeichnet geeignet für seine Bestimmung, zumal in der Hand eines zielsicheren und anregenden Lehrers. Das letzte Prosastück des Buches, dem nur noch einige Gedichte folgen, stellt das Leben Arthur Balfours dar und «ndet mit der Wiedergabe der Balfour-Deklarationi in hebräischer Sprache. Ich aber will meine Besprechung der Lehrbücher schließen mit dem Bekenntnis: ich bedauere, daß ich mir nicht in jüngeren Jahren eine vollständige Beherrschung des Hebräischen erworben habe. Ich lasse für mich gelten und rufe es auch besonders den jüngeren Kollegen und Kolleginnen zu: Wählen Sie sich eines oder das andere von diesen Büchern aus, suchen Sie sich einen guten Lehrer, vor allem aber lassen Sie sich das Wort eine Mahnung sein, das Lewi Wiener als Titel seinen Anfangs-Büchern gegeben hat: „Hawah nilmad! Wohlan, laßt uns lernen!"' Fortbildungskurse in Frankfurt a. M. Am 24. Februar wurden am Philanthropin zu Frankfurt a. M. die Dauerfortbildungskurse eröffnet, die der Preußische Landesverband, die Reichsvertretung und die Isr. Gemeinde . Frankfurt a. M. für jüdische Lehrende im Gebiet Rhein-Main eingerichtet haben. Die Leitung hat Herr Oberstudiendirektor Dr. Driesen. Sie umfaßt Deutschkunde, Lebende Sprachen, Jüdische Bildung, Volksschulunterricht und Psychologie und Biologie im Unterricht. Wir werden auf diese wichtige Neueinrichtung in der nächsten Ausgabe unseres Blattes eingehend zurückkommen. Aus dem Lehrer-Verband Richtlinien des „Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine" für die Einrichtung von Leseheften für die jüdische Schule 1. Die Lesehefte sollen dazu dienen, jüdisches Geistesgut in den Deutschunterricht einzuführen. Sie bilden mithin eine Ergänzung der allgemeinen Lehrmittel. 2. Die Lesehefte sind in erster Linie für die Bedürfnisse der Volksschute einzurichten, weil die Beschaffung von jüdischen Lesestoffen gerade für die niederen Altersstufen den größten Schwierigkeiten begegnet. Aber auch für die weiterführenden Schulen sind Lesehefte eine dringende Notwendigkeit 3. Die Lesehefte sollen das wertvolle, aber größtenteils zerstreute jüdische Geistesgut sammeln und so zusammenstellen, daß die ausgewählten Stücke nach Inhalt, Form und Umfang dem geistigen Stande bestimmter Altersstufen entsprechen. Gemischte Lesehefte, d. h. Hefte mit Beiträgen von verschiedenen Antoren, sollen die Regel bilden. Autorenhefte sind nur ausnahmsweise für die obersten Jahrgänge wünschenswert. 4. Neben den eigentlichen Leseheften sind auch Ganzschriften für die oberen Jahrgänge, etwa vom 7. Schuljahr ab, notwendig. 5- Die Lesehefte sollen ein Bild jüdischen Lebens und Schaffens, Denkens und Fühlens geben. Sie sollen darum über den Kreis der jüdischen Lebensgemeinschaft hinaus alle Gebiete einbeziehen, auf denen Juden schöpferisch und gestaltend gewirkt haben. 6. Die einzelnen Beiträge müssen pädagogisch einwandfrei und literarisch wertvoll sein. Diese Forderung gilt besonders für realistische Stücke, die nicht als Stoffsammlungen für den Fachunterricht anzusehen sind. Vielmehr sollen gerade diese- Stücke lebensvolle Bilder von Persönlichkeiten, Zuständen und Vorgängen entwerfen, die dem Fachunterricht ergänzen und illustrieren. 7. Die Lesehefte erfüllen nur dann ihren Zweck, wenn sie in die Hand eines jeden Schülers kommen. Ihr Preis muß deshalb erschwinglich sein. Soweit die kaufmännischen Rücksichten dieser entscheidenden Forderung im Wege stehen, sind die jüdischen Organisationen, denen die Erhaltung und Pflege des jüdischen Kulturlebens obliegt, zum Eingreifen verpflichtet « Pädagogische Arbeitstagung in Essen vom i. —4.'Januar 1935 Die Berliner Sitzung der Vorstände und Ausschüsse des Reichsverbandes der jüdischen Lehrervereine und des jüdischen Lehrerverbandes in Preußen forderte in einer Resolution die Fortbildung der jüdischen Lehrerschaft unter Betonung der wissenschaftlichen wie der pädagogischen Seite, Fortbildungsorganisation im engsten Zusammenhang mit der Schule, praktische Erfahrung der Dozenten und weiteste Berücksichtigung der Bedürfnisse der Lehrer und der Schule. Die Essener Tagung einberufen vom Preußischen Landesverband jüdischer Gemeinden und der Reichsvertretung der deutschen Juden berücksichtigte diese Forderungen und genügte ihnen in weitem Maße, so daß man ihr Niveau als der Lehrerschaft würdig bezeichnen darf. Etwa 70 Lehrer Rheinlands und Westfalens waren dem Ruf gefolgt. Nach den Begrüßungsreden des Vorsitzenden der Essener Gemeinde, Dr. Hirschland, Rektor Buchheims-Dortmund, des Vorsitzenden des Rheinisch-Westfälischen Lehrer Vereins und Dr. Bambergers. des Direktors der Berliner Lehrerbildungsanstalt und Leiters der Veranstaltung, der Sinn und Ziel der Tagung wies, begann Rabb. Dr. Hahn-Essen die 1. Arbeitsgemeinschaft über „Esra", den er als einen besonderen Typ für Lehrende hinstellte, ihn aus der geschichtlichen Situation heraushebend als den Ge~

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