Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1935-03-01 · 3 (1.3.1935) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
3 (1.3.1935)
Date
1935-03-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/2825247-2825355-2825358--0954-2826604
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

Nummer 3 Jüdische Schulzejtung $eSte 3 Daß auch für andre Disziplinen neue l^rnmittel geschaffen Verden müssen, versteht sich von selbst. Man denke nur an den Unterricht in Geschichte, in den übrigen Realien. Oberregierungsrat a.D.Dr. Erwin Rawiez hat sogar jüngst bei Max Lichtwitz-Berlin ein Ergänzungsheft für den Rechen unter rieht in den jüdischen Schulen Deutschlands erscheinen lassen, das zwar nicht durchweg ernsthafter Kritik standhält, das aber in der Ausarbeitung von angewandten Aufgaben von dem durchaus gesunden Gedanken ausgeht, auch Material aus der Provinz jüdischer Sachverhalte zu berücksichtigen. Sind auch Aufgaben abwegig, die den Schüler ersuchen, etwa die Zahl der Synagogen Rumäniens um die Zahl derer in Bessarabien zu vermindern, so ist es doch sinnvoll und nützlich, Bevölkerungszahlen zu vergleichen, Fahrtkosten und Postgebühren nach Palästina und dergleichen zu berechnen. * Diese Betrachtung sollte eigentlich nicht abgeschlossen werden, ohne einen Blick zu tun auf die Arbeit, die die L e h - rerschaft an sich selber geleistet hat. Es wurde ihrer bereits oben gedacht, als von den Fortbildungskursen die Rede war. In edlem Wettstreit mühten sich die M i tt e 1 s te 11 e für, jüdische Erwachsenenbildung, an ihrer Spitze Martin Buber und der uns leider für längere Zeit entzogene Ernst Simon, der Preußische Landesverband im Verein mit den Lehrerorganisationen und in besonders ausgeprägter Abstellung auf die Bedürfnisse der Schule die Pädagogische Woche in Frankfurt. Mögen immer auch Kinderkrankheiten zu überstehen gewesen sein, so darf doch gesagt werden, daß ihrer aller Arbeit anregend war, daß sie im Ablauf des Jahres näher an die Weise herangekommen ist, in der sich die Lehrerfortbildungsafbeit sinnvoll zu vollziehen hat. Wenn diese Blätter den Kollegen vorliegen werden, wird ein weiterer wichtiger Schritt getan sein- Der Preußische Landesverband, die Reichsvertretung und die Isr. Gemeinde Frankfurt a. M. werden dann in Frankfurt unter der Leitung Dr. Driesens Dauerkurse zur Lehrerfortbildung am Philanthropin eröffnet und damit den Weg beschritten haben, der in diesen Blättern des öfteren schon als der zweckdienlichste empfohlen wurde. Möchte es gelingen, gleiche Einrichtungen auch in andern Zentren des jüdischen Lebens zustande zu bringen! Möchten der Lehrerschaft Kraft und Zuversicht erhalten bleiben, auf daß sie die Initiative ergreife und energisch Hand ans Werk lege, die kommenden Generationen jüdischer Menschen auf deutscher Erde seelisch reich und gesund zu erhalten! Neuere Lehrbücher des Hebräischen Von M. Abraham-Berlin (Fortsetzung) Vorbemerkung: Ueber mehrere der folgenden Lehrmittel hat Kollege Mandelbaum-Hamburg in Nr. 3 des vor. Jahrgangs bereits das Wesentliche gesagt. Ich verweise ausdrücklich auf diese Besprechung, der ich in fast allen Punkten zustimme. Soweit ich mich doch noch zu denselben Büchern äußere, geschieht es, um einige mir notwendig erscheinende Ergänzungen zu machen. 5. In bezug auf Reznicows eigenartiges, in vielen Einzelheiten sehr ansprechendes Unterrichtswerk: „Hebräisch — in 4 5 Stünden" ist hervorzuheben und beachtenswert daß er hin und wieder Aufgaben und Themen „zu freier Konversation" (jedoch auch geeignet zu schriftlicher Bearbeitung), anschließend an die früher behandelten Texte, stellt und auch mehrfach Gelegenheit zur Uebung im Lesen nicht gerade kalligraphischer Schreibschrift gibt. Daß in den hebräischen Zeitungen und auch in manchen hebräischen belletristischen und andern Schriften — entgegen der streng innegehaltenen Setzweise imi^'n und wo — auch Worttrennungen bei Zeilenumbruch gang und gäbe sind, ist bekannt. Dennoch befremden Trennungen wie die folgenden, die sich bei Reznicow finden: ra w,»pan,pS-od. weil diese nach unserm Gefühl mitten in Silben, nämlich vor Konsonanten erfolgen, denen ein Verdopplungsdagesch gebührt, - wenn der Text auch unvokalisiert ist. 6. Tritt Reznicows Lehrbuch äußerlich in recht primitiver Form auf (kartonierte Einzelblätter), so präsentiert sich ganz anders Naors „Praktisches Lehrbuch der hebräischen Sprache'", das jetzt nur 5.30 RM kostet (gegen 6.50 RM früher). Es ist ein stattlicher Band in Großformat, beinahe verschwenderisch in Papier und Druck. Gewiß kommt es in erster Reihe und vor allem auf die innere Qualität eines Buches an, aber auch das Gewand spielt eine Rolle und darf beachtet werden. Die Anlage des Buches entspricht etwa derjenigen des allgemein bekannten Lehrbuches aap nstr von Moses Rath- Die 26 hebräischen, den deutschen Lektionen entsprechenden om»tr, die meist zwei- oder noch mehrteilig sind, werden durch 12 weitere fortgeführt, in denen die noch fehlende Grammatik in hebräischer Sprache ergänzt wird. Die Vokabeln zu diesen Stücken sind in einem „Glossar" alphabetisch zusammengefaßt. In der Grammatik ist das Bestreben erkennbar, schlicht und leicht verständlich zu sein. Man kann feststellen, daß das. was in dem betreffenden grammatischen Teil gelehrt wird, in den Texten und Uebersetzungsstücken auch geübt wird, was nicht allen Verfassern selbstverständlich zu sein scheint. Im Gegensatz zu den meisten neueren Lehrbüchern lehrt und verwendet Naor häufig das „Imperfektum", d. h. das Futurum mit dem Waw der Verwandlung (Waw consecuticum). 7. Zu den von Mandelbaum beurteilten Arbeiten der Frau Dr. Schargorodska möchte ich bemerken: ^nnon hat ein beinahe vollständiges Wörterverzeichnis und zwar in dreifacher Uebersetzung: jiddisch, englisch und deutsch. Das Wörterverzeichnis zu p»ni nsen ist derselben Art, enthält aber nur die Ergänzung zu dem vorigen Verzeichnis. Vielleicht auch das erste, gewiß aber das zweite der beiden Bücher möchte ich für unsere Schulen nicht für geeignet halten. Sie sind für unsere Verhältnisse und von unserem Standpunkt aus gesehen mehr Lesebücher als methodische Lehrbücher. Wenn ^nn»n auch im ganzen vom Leichteren zum Schwereren aufsteigt, so dürfen wir doch nicht übersehen, daß das Buch für in Palästina lebende und aufwachsende Kinder bestimmt ist, bei denen die Kenntnis der Dinge und der hebräischen Sprache von Tag zu Tag auch ohne die Hilfe der Lehrer außerhalb der Schule und des Unterrichts sich zusehends steigert, was bei uns hier in Deutschland nicht der Fall ist. Ganz gewiß gilt dies von psm nstrn. Aber denjenigen unserer Lehrer und Lehrerinnen, die im Hebräischen des Umgangs noch wenig bewandert sind und sich selbst erst in den für palästinensische Verhältnisse üblichen und notwendigen Gedankenkreis und die dortige Denkweise samt dem zugehörigen Sprachschatze einarbeiten wollen, kann die Durcharbeitung der beiden Bücher sehr empfohlen werden. Wahrscheinlich werden diese, was die Vokabeln anbetrifft, auch ihnen noch genügend zu schaffen machen. Erwähnt sei noch, daß pxm nsc-n die Noten zu 6 Liedern enthält. 8. Der im März vorigen Jahres erfolgten Besprechung von Dr. M. Goldmanns Buch „Hebräisch" lagen nur die ersten Hefte vor, jetzt jedoch ist das ganze Werk abgeschlossen. Mit Recht hatten schon die ersten Hefte aufmerksame Beachtung gefunden. Das fertige, vorzüglich ausgestattete Werk (344 Seiten, 7.50 RM) verstärkt den günstigen Eindruck. Ein ausführliches und sorgsames Verzeichnis von sieben Seiten verheißt einen reichen Inhalt und einen wohlgegliederten Aufbau. Die eingehende Prüfung erkennt gern an, daß es nicht bei bloßen Verheißungen geblieben ist. Nur die Lautlehre als die Vorbedingung für die rechte Erfassung der hebräischen Formenbildung wird im Zusammenhang vorangestellt; alles Weitere ist auf die 30 Kapitel des Buches mit ihren 124 „Uebungen" verteilt. Die Sprachlehre ist sehr ausführlich. Sie läßt wohl keine wesentliche Erscheinung unberücksichtigt. Auch ich finde, daß sie für einen etwaigen Schulgebrauch in ihrer Diktion zu hoch, durch ihre vielen

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.