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Jüdische Schulzeitung · 1935-02-01 · 2 (1.2.1935) · page 5

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
2 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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$ummer:>2: J üdische -Scji-ulae-jt ung Seite 5 desverbandes. Di© Zahlungen zur Versicherung, die mit dem 25. Lebensjahr beginnen sollen, seien, durchaus nicht gering, sie bietrügen ungefähr 10% des Jahresgehaltes. Eine etwaige Invalidenversicherung solle mit -der - Pensionsversicherung vereinigt werden. Bei Auszahlung, mit dem 65. Lebensjahre, soll die Versicherungssumme ebenso hoch sein wie die Pension des Staates, nämlich 75% des Gehaltes. Es sei wünschenswert, den Anstellungsvertrag so auszustellen, daß die Versicherung mit eingeschlossen sei. Außerdem sollte die Möglichkeit zu einer „Einmalprämie", d. h. zu einmaliger Abfindung, gegeben werden. Es sei zweckmäßig, wenn nicht die Gemeinde, sondern die Person des Lehrers Versicherungsträger werde. Dr. H ö x t e r - Frankfurt a- M. verbreitet sich nunmehr über die von ihm ins Leben gerufene H ö x t e r - S t i f t u n g. Aus religiösen Gründen sei gegen die Veröffentlichung einer preisgekrönten Arbeit Widerspruch erhoben worden, deshalb habe Direktor Dr. Gutmann vorgeschlagen, die Stiftung vorn Reichsverband zu lösen und an den Frankfurter Lehrerverein anzugliedern. Dr. Höxter schlägt dagegen vor, die Vermögensverwaltung vom Reichsverband zu lösen und Frankfurt zu übergeben. Der Verband solle 4/s der Mitglieder des Wissenschaftlichen Ausschusses bestimmen. Die Grundlage der Stiftung müsse die Förderung der geistigen Arbeit der jüdischen Lehrerschaft bleiben. Dr. G u t m a n n - Berlin berichtet sodann über die Arbeit der Wissenschaftlichen Kommission. Sie habe 1933 9 eingereichte Arbeiten geprüft. Die Arbeit Dr. Löwenbergs- Berlin sei in der Schulzeitung veröffentlicht worden, die besonders wertvolle Arbeit des Kollegen Hugo R o s e n t h a 1 sei indes von Verbands wegen nicht erschienen, weil gegen die Drucklegung aus den eben erwähnten religiösen Gründen Widerspruch erhoben worden sei. Aus diesem Grunde sei der Antrag, die Höxter-Stiftung dem Frankfurter Verein anzugliedern, erfolgt. Der Vorschlag Dr. Höxters wird angenommen. Es folgt nunmehr das Referat Dr. Sterns über „Unterrichtsprobleme der jüdischen Schule". Wegen der vorgerückten Zeit beschränkt er sich darauf, praktische Vorschläge für die Lesebogenfrage zu machen- Er habe mit dem Schuldezernenten der Reichsvertretung vereinbart, daß keine Lesebogen ohne Zustimmung des Lehrerverbandes herauskommen sollten. Es seien trotzdem vier Hefte erschienen und ein fünftes in Vorbereitung. Geplant sei von Dr. Leschnitzer die Herausgabe von 30 bis 40 derartiger Hefte, die je 40 Pfg. kosten werden. Stern ist aber mit den Heften von Dr. Leschnitzer nicht einverstanden: 1. seien es Einheitshefte, d. h. Hefte mit Stücken von einem Autor. Dadurch würden 2. zu viele Hefte notwendig, die die Schule nicht verarbeiten könne. 3. seien es z. T. nur Ouellenhefte zum Fachunterricht. 4. seien sie zu teuer. Er legt Richtlinien für die Abfassung bzw. Einrichtung der Lesehefte vor, die einstimmig angenommen werden. (Sie werden gesondert veröffentlicht.) Er schlägt ferner die Bildung von je einer Kommission in Berlin, in Köln, in Frankfurt und in München vor, die das erforderliche literarische Material sammeln und auf die Eignung prüfen sollen. — Die vorgesehenen Referate über die jüdische Schule fallen fort, weil über diesen Gegenstand im Verlauf der Tagung ausgiebig gesprochen worden ist. Beim Punkt „Verschiedenes" erklärt der Vorsitzende, es müsse im Hinblick auf die finanzielle Lage des Verbandes eine Möglichkeit gefunden werden, Vorstands- und Ausschußmandate zusammenzulegen. Vor Schluß der inhaltreichen Tagung, dankt Cape 11 - Wiesbaden" im Namen' der Kollegen dem Vorsitzenden der Versammlung und dem Leiter des Verbarides für seine umsichtige und zielbewußte Arbeit. In der hies. Gemeinde ist d. Stelle eines ReligionsJehrers u. 2. Kantors zum t.Hpril d. J. oder später zu be. setzen. Es wird auf einen tüchtig., jüng. Herrn mit theolog. od semlnrist. Von bildung liberaler Richtung teflektiert, der auch befähigt ist, die Jugend außerhalb des regelmäßigen Unterrichts zu unterweisen u. zu betreuen. Meldungen m. Lebenslauf u. Zeugnisabschriften bis zum 31. Januar d J an den unterzeichneten Vorstand erbeten. Der Vorstand der. Israelitischen Rellglons-Gemelnde Darmstadt. 808 Gummistempel schnell sauber preiswert Eigene Anfertigung Gebrüder Neubauer Ludwigshafen am Rhein Schulstr. 14, Telefon 62318, 62319 Verein Jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg Aus dem Bericht der Jahresversammlung in Berlin (21. Ii. 1934) Nach Begrüßung aller Erschienenen (anwesend waren u. a. der Verbandsleiter Dr. Stern und Verbandsgeschäftsführer Reschke) gedachte der Vorsitzende in ehrenden Worten des jüngst dahingeschiedenen Koll. Lion Wolf- Der Jahresgeschäftsbericht gab dem Vorsitzenden zu manchem Ausblick Gelegenheit. So betonte er u. a., daß zwar die Mitgliederzahl des Vereins auf 13 zurückgegangen sei, daß aber bei etwaiger Werbung neuer Mitglieder die vom Verbände seinerzeit aufgestellten Richtlinien durchaus im Auge zu behalten seien. Gerade die Jetztzeit mit ihren zahllosen Neuproblemen auf unterrichtlichem Gebiete erfordern mehr noch als frühere Tage die Förderung und Stützung eines nur hochwertigen Lehrerstandes. Dem Appell der Verbandsleitung, auf die Schulzeitung z u abonnieren, dürfte sich niemand entziehen; zumal bei den geringen Kosten. Sonst sei nicht nur die Zeitung selber in ihrem Bestand gefährdet, sondern damit zugleich, mangels Fehlens eines anderen Bindegliedes, auch der Zusammenhalt des Verbandes. Der Verbandsleitung gebühre Dank und Anerkennung für ihre energische Haltung gegenüber wiederholten Machenschaften, die Lehrer von der ihnen zukommenden Mitberatung und Mitbestimmung in Schul- und Unterrichtsfragen auszuschalten. Anzuerkennen sei das beim Preußischen Landesverbände vorhandene Streben, bei Einrichtung von Lehrerbildungsstätten den Bedürfnissen der liberalen, wie der konservativen Richtung unparteiisch zu entsprechen. Schwieriger sehe die Sache bei der vom Landesverbände soeben geschaffenen „Pensionsversicherung" aus. Ein alter Wunsch der Beamtenschaft sei damit theoretisch zwar erfüllt Die allgemeine praktische Nutzbarmachung des Geschaffenen aber dürfte, angesichts der vorläufigen Wirtschaftslage von Beamten und Gemeinden, im Punkte Prämienzahlung u. a. noch auf manche Hemmungen stoßen. Während aber die katastrophale Finanzlage vieler Gemeinden aus den Zeitverhältnissen resultiere, sei die Lage der Beamten jedoch nicht überall ausschließlich dadurch allein bestimmt. Die Beamten, an Entbehren und Entsagen gewöhnt und darum leicht zur Opferbereitschaft geneigt, vermißten oft die gleiche Einsicht und Verständigungsbereitschaft auf der Gegenseite. An sich verständliche Sparmaßnahmen rechtfertigten noch nicht überflüssige Härten. Mit Not ganz und gar nichts zu tun hätten Rückschritte ideeler Natur. Bezüglich Beamtenbewertung und -behandiung seien alt überlebte Anschauungen und Methoden zu verzeichnen, durch die die Gemeinden sich selbst schädigten, indem dadurch die innere Arbeits- und Bereitschaftsfreude beeinträchtigt würde. All das, so meint der Vorsitzende, sei darauf zurückzuführen, daß die Stimme der Beamten in der weiteren Oeffentlichkeit schon lange nicht mehr gehört worden sei. Es wäre aber an der Zeit, auf Mittel und Wege zu sinnen, durch die solches wieder geschehen könnte, ohne den Status unserer, wenn auch nur beschränkt öffentlichen, so doch jetzt unabhängigen Schulzeitung aufzugeben. In der anschließenden Debatte betonte der Verbandsleiter Dr. Stern, daß die Lage der Gemeinden auf „höherer Gewalt" beruhe, gegen die wir machtlos seien. Es handelt sich

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