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Jüdische Schulzeitung · 1935-02-01 · 2 (1.2.1935) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
2 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Jüd ische Schulzei t u n g Nummer. 2: zu beschäftigen. Es ständen viele in' bestem Mannesalter und könnten auf Qrund ihrer reichen Erfahrung den Schulen gute Dienste leisten. R o s e n f e 1 d - München weist darauf hin, daß in Süddeutschland die Anstellungs- und Besoldungsverhältnisse wesentlich anders geartet seien als im übrigen Reich, deshalb könnten sich die Vertreter der süddeutschen Vereine der geplanten Resolution nicht anschließen. Es wird dann die Resolution in folgendem Wortlaut angenommen: „Die wirtschaftliche Läge weiter Lehrerkreise hat in jüngster Zeit eine bedrohliche Entwicklung genommen. In zahlreichen kleinen itnd mittleren Gemeinden sind die Beamten in Existenznot geraten, und auch bei vielen Lehrern der neu gegründeten oder erweiterten Schulen in größeren und Großgemeinden haben sich unhaltbare Zustände herausgebildet. Die Gehälter erreichen vielfach nicht das Existenzminimum und werden oft noch in der Form des Stundenhonorars gezahlt. Diese Verhältnisse bilden nicht nur eine schwere Sorge für die Betroffenen, sondern auch eine Gefahr für die gedeihliche Entwicklung der Schulen und damit des jüdisch-kulturellen Lebens. Die Lehrerschaft ist sich durchaus bewußt, daß sie die jüdische Not mittragen muß. Aber auch in Anerkennung dieser selbstverständlichen Pflicht glaubt sie, die nachstehenden Forderungen erheben zu müssen: 1. Die Besoldung muß zum mindesten die Lebenshaltung gewährleisten. Sie muß auf einem festen Grundgehalt aufgebaut sein und weiterhin dem Dienstalter und den Familienverhältnissen Rechnung tragen. 2. Die Zurücksetzung der Familienväter hinter Unverheiratete bei Stellenbesetzungen ist als unsozial, das Verlangen nach Angabe des Gehaltsanspruchs und der Einsendung eines Lichtbildes in Ausschreibungen als unwürdig zu verwerfen. 3. Die Gründung bzw. Erhaltung jüdischer Schulen ist unter den gegenwärtigen Verhältnissen eine Pflicht der deutsch-jüdischem Gemeinschaft. Darum sollen Gemeinden ihre Verantwortung nicht auf private Vereinigungen abwälzen, und wo Gemeinden die Schullasten nicht allein tragen können, muß der zuständige Landesverband bzw. die Reichsvertretung helfend eingreifen," Die Vertreter von Bayern, Württemberg und Baden erklären, daß diese Forderungen für ihre Länder gegenstandslos seien. Es folgt das Referat des Vorsitzenden über Lehrerfortbildung. Dr. Stern weist auf die Ausführungen hin, die er bereits in seinem Arbeitsbericht gemacht habe und die in der Aussprache weitgehend erörtert worden seien. Es bedürfe deshalb nur noch der Fixierung von Leitsätzen zu einer Entschließung, über die sich die Versammlung aussprechen möge. Dr. Stern formuliert sie wie folgt: 1. Die Fortbildung in wissenschaftlicher und pädagogischer Hinsicht ist eine dringende Aufgabe. 2. Umschulungs- und Fortbildungskurse sind grundsätzlich zu unterscheiden. 3. Fortbildung und Umschulung sind in engstem Zusammenhang mit der Schule zu treffen. 4. Es sind Ausbildungsmöglichkeiten für die technischen Fächer zu schaffen, soweit die staatlichen Einrichtungen nicht zur Verfügung stehen. J. B. Levy wünscht, daß in der Fortbildungsfrage der Lehrerverband die Führung! übernehme und nicht andere Organisationen. Dr. Braun weist auf die Wirkungen hin, die von den in verschiedenen Teilen des Reiches abgehaltenen Fortbildungskursen des Preußischen Landesverbandes und der Mittelstelle ausgegangen seien. Adler legt Wert darauf, daß die Lehrerschaft sich nicht nur wissenschaftlich, sondern auch pädagogisch weiterbilde. Abraham fordert mit Rücksicht auf die Schwierigkeit der Finanzierung eine zentrale Organisation der Fortbildungskurse. Dr. Höxter unterstützt die Auffassung Levys: Fortbildungskurse seien von Lehrern für Lehrer einzurichten, da es sich um eine rein fachliche Angelegenheit handle. Die Pädagogische Woche in Frankfurt sei in diesem Sinne; eine eindrucksvolle Veranstaltung; gewesen. Kaufm a n n schildert die badischen Verhältnisse, Infolge behördlicher Anordnung fänden zwer Fortbildungskurse statt,-, deren Kosten die Gemeinden zu tragen hätten. Themen und- Dozenten-stelle der Lehrerverein in Verbindung mit dem Oberrat fest Dr. Stern erklärt in seinem Schlußwort, daß der Verband keineswegs hervorragende Persönlichkeiten außerhalb der Lehrerschaft ausschalten wolle, auch nicht die Mitarbeit der Grpßorganisationen. Seine Entschließung wird einstimmig angenommen: „1. Die Fortbildung der jüdischen Lehrerschaft ist eine dringende Aufgabe der Gegenwart. Sie hat sich gleicherweise auf die wissenschaftliche wie auf die pädagogisch-didaktische Seite zu erstrecken. 2« Von der eigentlichen Lehrerfortbildung ist die sogenannte Umschulung der nicht für die jüdische Schule bzw. Volksschule vorgebildeten Lehrer grundsätzlich zu unterscheiden und organisatorisch zu trennen. 3. Fortbildung und Umschulung sind im engsten Zusammenhang mit der Schule zu organisieren. Die Dozenten müssen darum praktische Erfahrung besitzen und ihre Lehrtätigkeit auf die Bedürfnisse der Lehrer und der Schule abstellen. Die Lehrerschaft erwartet, daß die Organisation der Kurse im engsten Einvernehmen mit den Lehrervereinen erfolgt. 4. Da heute schon ein Mangel an Lehrern mit Befähigung für die technischen Unterrichtsfächer festzustellen ist, sind ohne Verzug Ausbildungsmöglichkeiten für Lehrer bezw. Lehrerinnen für Musik, Zeichen-, Werk- und Handarbeitsunterricht sowie für Leibesübungen zu schaffen, soweit die staatlichen Einrichtungen nicht zur Verfügung stehen. Dte Voraussetzungen hierfür sind überall da gegeben, wo entwickelte jüdische Schulsysteme mit den geeigneten Lehrern und Einrichtungen vorhanden sind." Es folgt die Neuwahl des Vorstandes. Rektor Feiner ist Ehrenvorsitzender auf Lebenszeit. Auf Vorschlag Steinhardts werden einstimmig gewählt: für den Reichsverband Dr. Stern- Berlin zum 1. Vorsitzenden. Dr. Bamberger-Nürnberg zum 2. Vorsitzenden, J. B- Levy- Frankfurt a. M. zum Beisitzer, 2. Beisitzer Dr. Braun-Köln, der Schriftleiter der „Jüdischen Schulzeitung". Zum Geschäftsführer wird ernannt Schulleiter R e s c h k e- Berlin. Steinhardt, der sein Amt als 3. Vorsitzender aus Altersrücksichten niederlegen wollte, behält einstweilen dieses inne, bis eine dafür geeignete Persönlichkeit gefunden sein wird. Es soll ein Lehrer in Berlin sein, dessen Wahl der Vorstand vornehmen wird. Die Mitglieder des Ausschusses werden von den einzelnen Landesverbänden gewählt, und zwar entsendet Preußen 5, Bayern 2, alle übrigen .1 Vertreter. Für Preußen werden gewählt: Reinowitz - Stettin, Buch heim - Dortmund, Reich- Berlin, Rosenbusch- Bebra. Das 5. Mitglied soll der Verein Frankfurt a. M. stellen. Außerdem wird als Vertreter der gesetzestreuen Richtung Oppenheim -Rhina aufs Neue gewählt. Danach wird der Vorstand des Preußenverbandes gewählt und zwar: Dr. Stern-Berlin zum 1. Vorsitzenden, Steinhardt-Bad Ems zum 2. Vorsitzenden (unter der gleichen Bedingung wie zum Reichsverband) und R e s c h k e - Berlin zum Geschäftsführer. Schließlich folgen noch die Wahlen zur Hilfskasse. Für Peritz als Vorsitzenden tritt Silberberg - Berlin ein, für Abraham R e s c h k e. Dem Hilfskassenausschuß gehören nach wie vor Rei n h a r d t - Köln, G u t - Frankfurta. M. und Falkenstein-Landeshut an. Stiebel-Berlin von der „Wissenschaftlichen Vereinigung" zu Berlin macht Ausführungen zur Frage der Pensionskasse. Sie liege in den Händen des Preußischen Lan-

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