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Jüdische Schulzeitung · 1935-02-01 · 2 (1.2.1935) · page 2

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
2 (1.2.1935)
Date
1935-02-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
Belongs to
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Seite 2, unserer Gegenwart, so ist ihre Dynamik dennoch schwungvoller und ihr Inhalt vielseitiger geworden als einst. Fragen wir hinzu, daß sich über die sachlichen Verhandlungen " hinausgehend rein menschliche Beziehungen zwischen Freunden und Mitarbeitern neu geknüpft und verstärkt haben, so dürfen wir trotz der Miseren der Zeit Verbandserlebnisse in die Geschichte unseres Standes einzeichnen, die wertvoll sind. Bericht über die Vorstandsu. Ausschuß-Sitzung des Reichsverbandes der jüd. Lehrervereine im Deutschen Reich e. V. am 25. Dezbr. 1934 in Berlin Als Vertreter der Vorstände und Ausschüsse sind erschienen: 1. Rektor Feiner, Hamburg 2. Dr. Stern, Berlin 3. Dr. Bamberger, Nürnberg 4. M. Steinhardt, Bad Ems 5. M. Abraham, Berlin 6. J. B. Levy, Frankfurt a. M. 7. Schulleiter M- Reschke, Berlin 8. Fräulein Alice Pasch als Vertretung für Reich, Berlin 9. Dr. Braun, Köln. 10. Kaufmann, Tauberbischofsheim 11. Rosenfeld, München 12. Adler, München 13. Inspektor R. Plaut, Hamburg 14. J. Strauß, Offenbach a. M. 15. Kantor und Lehrer Jaffe, Leipzig - 16. Rothschild, Eßlingen 17. Kantor S. Guttmann, Potsdam 18- Popper-Leer 19. Dr. Höxter, Frankfurt a. M. 20. Rosenbusch, Bebra 21. G. Capell, Wiesbaden 22. Löwenstein, Osterholz-Scharmbeck 23. Mannheim, Osterode (Ostpreußen) 24. Rein 0witz, Stettin 25. Rektor Buchheim, Dortmund 26. Falkenstein, Landeshut i. Schi. 26a) Oppenheim, Rhina 27. Direktor Gutmann, Berlin, als Vertreter für die Höxter- Stiftung 28. Stiebel, Berlin, als Referent für die Pensionskasse des Preußischen Landesverbandes 29. Silberberg, Berlin-Zehlendorf, zur Uebernahme der Hilfskasse 30. Fräulein Ilse Abraham als Protokollführerin Der Vorsitzende Dr. Stern beglückwünscht nach einem Wort des Grußes an die Erschienenen Lehrer i. R. M. Steinhardt noch einmal zu seinem 70. Geburtstag und zu seiner einstimmig erfolgten Ernennung zum Ehrenvorsitzenden des Preußenverbandes. Dann gibt er einen Bericht über die Arbeit des Verbandes. Dr. Stern führt etwa folgendes aus: Die Lage der jüdischen Lehrerschaft ist unsicher geworden; die jüdische Schule hat einen starken Auftrieb erfahren, jedoch muß mit einem Schwund der Schülerzahl gerechnet werden. — Im Ablauf der beiden Berichtsjahre sind in der Führung des Verbandes und seiner Unterorgane Veränderungen eingetreten. Heimgegangen ist Kollege K a t z - Nienburg. Der Betreuer der Hilfskasse, Direktor P e r i t z, ist nach Palästina übergesiedelt, der Geschäftsführer des Verbandes, Kollege Abraham, hat aus Gesundheitsrücksichten sein Amt niedergelegt. Steinhardt hat die Schriftleitung des Verbandsorgans dem Kollegen D r. Braun übergeben. Der Vertrag mit dem Verlag M. Leßmann ist gelöst worden. Im übrigen traten an die Stelle von K a t z e n s t e i n - Essen/Steele Rektor Buchheim - Dortmund; von K a h n - Alsfeld Strauß- Offenbach; von Hirse Ilfeld - Berlin K ü c h 1 e r - Berlin; von B a r o no wi t z- Schiveilbein R e i no wi t z-Sltettin; 1 : Numiner 2 von Schaumberg -Alsfeld Rosenbusch-Bebra. Das Leben Iii den einzelnen Vereinen ist durch den Charakter der Zeit, durch die Auflösung vieler Schulen; und durch die. damit verknüpfte Pensionierung und Abwanderung vieler -Lehrer stark beeinträchtigt worden. Die jüngeren Lehrer haben in nur geringer Anzahl den Weg zu den Vereinen gefunden, und es ist notwendig, aufs eifrigste um ihre^Mitgliedschaft zu werben. Die Zusammenarbeit der Vereine mit der Verbandsleitung läßt viel zu wünschen übrig und beeinträchtigt die Bemühungen der Zentrale empfindlich. — Das Verhältnis des Verbandes zu den großen deutsch jüdischen Organisationen ist infolge der gewaltigen Umwandlungen nicht so, wie es der Bedeutung der Lehrerschaft angemessen wäre. Der L a n d e s v e r b an d p-r e u ß i s ch e r Sy na g ö g e n g e m e i n d e n sowohl als auch die R e i c h s v er - tretung 'deutscher Juden arbeiten unter völlig neuartigen Voraussetzungen; ein Planen auf lange Sicht hin ist unmöglich geworden, es müssen oft plötzlich Entschlüsse gefaßt werden, und nur selten ist es möglich, rechtzeitig mit maßgeblichen Persönlichkeiten außerhalb des kleinen Kreisesder an der Spitze stehenden Männer Fühlung zu nehmen. Dennoch ist es bedauerlich und der Entwicklung von Schul- und Lehrerfragen nicht dienlich, wenn der Verband lediglich in Ausschüssen vertreten ist, die nicht zu Rate gezogen werden, oder wenn überhaupt kein Lehrer ein entscheidendes Wort mitzusprechen hat, wie in der Reichsvertretung, die scheinbar nicht weiß, daß es Lehrer in Deutschland gibt. Wenn auch mancher Uebelstand durch den Einspruch der Verbandsleitung beseitigt werden konnte, so bleiben noch genug Mißstände übrig. Die interne Verbandsarbeit konnte sich nicht mehr in altgewohnter Form vollziehen, weil auch hier zumeist rasche und unvorhersehbare Entscheidungen getroffen werden mußten, so daß es unmöglich war, bestimmte Angelegenheiten den im Reich wohnenden Vorstandskollegen und den Vereinen zur Prüfung zu unterbreiten.. Die Vertretung der Verbandsinteressen ist heute in weitem Ausmaß den wenigen in Berlin ansässigen Kollegen anheimgegeben, und damit ist die Leitung des Verbandes eine reine Vertrauenssache geworden. In der Aussprache erklären die Vertreter aus den ver- schiedenen deutschen Ländern, daß sich die Zusammenarbeit zwischen den Landesverbänden und der Lehrerschaft im allgemeinen erfreulich gestalte. Im einzelnen wird folgendes ausgeführt: J. B. Levy- Frankfurt a. M. wendet sich gegen die Art, wie die Reichs Vertretung bei wichtigen Schulfragen vorgeht und verliest die Zeitungsnotiz über die Erweiterung des .Organisations-Ausschusses, wobei wiederum die Lehrerschaft übergangen worden sei. Feiner- Hamburg meint, dem Verbände fehle das Presseorgan, durch das er sich in der Oeffehtlichkeit Gehör verschaffen könne- Das erforderliche Vertrauen zu den leitenden Persönlichkeiten in Berlin habe gelitten. Mannheim - Osterode wünscht, daß Protest gegen die Ignorierung der Lehrerschaft bei der Reichsvertretung eingelegt werden müsse. Rothschild -Eßlingen, B uch - h e i m -Dortmund, K a u f m a n n -Tauberbischof sheim, Guttmann - Potsdam, Popper- Leer und Capell- Wiesbaden geben der Meinung Ausdruck, daß die Lehrerschaft selber Hand ans Werk legen müsse, um Gelegenheit zur Fortbildung zu schaffen. Dr. Stern nimmt, veranlaßt durch die stark zum Ausdruck gekommene Erregung, abschließend zu den einzelnen Darlegungen Stellung. Er befaßt sich noch einmal mit dem schlechten Verhältnis des Verbandes zur Reichsvertretung. Auf einzelne Beschwerden eingehend, fordert er dann die Kollegen auf, selber die Initiative zu ergreifen, wenn es gelte, etwa Lesebogen zu schaffen oder Fortbildungskurse einzurichten. Es sei nicht zutreffend, daß der Verband kein Organ besitze, man wisse in der jüdischen Oeffentlichkeit sehr wohl über das Bescheid, was die Schulzeitung schreibe^ Unerläßlich sei es, daß die Vereine in der Provinz gut arbeiten und Von sich aus die Persönlichkeiten herausstellen, die geeignet seien, die Interessen der Schule und der Lehrerschaft zu fördern. — Es wird folgende Entschließung gefaßt: JüdischeSchulzeitung

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