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Jüdische Schulzeitung · 1935-01-02 · 1 (2.1.1935) · page 9

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
11 (1935)
Issue
1 (2.1.1935)
Date
1935-01-02
Page
– (sequence 9)
Language
German
Belongs to
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Nummer 1 Jfi._dische Schulzeitung Seite 9 das Lesen unpunktierter Texte angestrebt. Das nette Büchlein „Sch'aleni" hat bereits die 4- Auflage erlebt und muß sich also großer Beliebtheit erfreuen. 2. Etwas anspruchsvoller gibt sich „Neuhebräisch leicht und schnell!" von Dr. B. Weinryb und M. Teitelbaum, Verlag Jakob B. Brandeis, Breslau. Bisher 4 Hefte in drei Lieferungen, pro Heft 0.90 RM. Es führt den Untertitel: „Praktischer Schnellkurs us für Neuhebräisch" und kündigt eine „leichte Methode auf natürlicher Grundlage" an- Diese soll darin bestehen, daß Vokabeln eigentlich garnicht gelernt, grammatische Regeln nicht gepaukt zu werden brauchen. „Beim langsamen Lesen", so heißt es, „merkt man sich nicht nur den zusammenhängenden Sinn des Ganzen, sondern auch den des einzelnen Wortes. Jede Vokabel wiederholt sich in gewissen Abständen 10—15mal, was, wie experimentell festgestellt wurde, genügt, um sie mühelos im Gedächtnis zu behalten". (Wir erinnern uns. an die Broschüre von Hirnheimer.) Die Verfasser schließen sich der Meinung namhaft gemachter Sprachmethodiker an, die dahin geht, daß man ohne die Sprache in einzelne Worte zerlegen zu müssen, in ihren Geist als Ganzes durch akustische oder optische Vermittlung eindringen kann. Demgemäß werden keine Vokabeln geboten, sondern dem Text ist auf derselben Seite die Uebersetzung gegenübergestellt. Für die Worte, die im Zusammenhang nicht wörtlich übersetzt werden konnten, ist noch in Klammern eine wörtliche Uebersetzung beigefügt. Diese wörtliche Uebersetzung ist dann mit derselben Nummer versehen wie das entsprechende hebräische Wort, ein Verfahren, das sorgsam durchgeführt ist. Die Verfasser verlangen vom Lernenden nicht bloß wiederholtes langsames Lesen, sondern auch Abschreiben des Textes, wobei jedes Wort laut mitgesprochen werden soll. „Die Grammatik wird nur auf das Allernotwendigste beschränkt und nicht in Form von Regeln, sondern jeweils als Erläuterung gebracht, nachdem man mit den gegebenen Formen in der Praxis längst vertraut ist." Beide Gesichtspunkte haben etwas für sich- Die Beobachtung und Erfahrung bestätigt im allgemeinen die Abneigung gegen das Lernen oder Einpauken von Vokabeln und grammatischen Regeln. Dennoch bin ich der Meinung, daß die Verfasser in beiden Beziehungen ihre Behutsamkeit übertrieben haben. Die sofortige Mitteilung der Vokabeln in ihrer Grundform und Selbständigkeit wie der grammatischen Erscheinung in einem deutlichen Beispiel erleichtern die Einsicht in den Bau der Sprache und verhindern das rein mechanische Lernen. Außerdem ist gute Kenntnis und Beherrschung der Grammatik die Vorbedingung für die Fähigkeit, eigene Gedanken richtig in der fremden Sprache auszudrücken. Die Verfasser sehen es selbst ein, denn im Vorwort sagen sie: „Für diejenigen, die sich später in der hebräischen Sprache vervollkommnen wollen, hoffen wir ein zweites Lehrbuch herauszubringen, das sich auf das erste aufbaut und sowohl vollständigeres Sprachwissen geben, wie auch in die Literatur einführen soll." Nebenbei: Grammatische Regeln müssen und sollen ja gar nicht „gepaukt" werden; sie sollen aus der Anschauung abgeleitet, in klare Fassung gebracht und durch vielfache sichtbare und hörbare Anwendung (Lesen, Schreiben, Hören und Sprechen) zum Eigentum werden. Am Schlüsse des 1. und 4. Heftes sind deutsch-hebräische Wörterverzeichnisse angefügt. Ziemlich uneingeschränktes Gefallen habe ich an den Texten gehabt. Erst recht werden sie jeden interessieren, der den Kursus mit dem Blick auf Palästina durcharbeitet. Sie sind zumeist aus der Praxis des palästinensischen Lebens genommen und gewähren somit einen lebensvollen Einblick. Um einiges hervorzuheben und anzuführen: Zeitungsausschnitte, Einladung an Amerika zur Ostmesse in Tel-Awiw, Inserate, Schilder, amtliche Bekanntmachungen, Fahrkartenauf drücke, Formulare, Geschichte der Entwicklung Tel-Awiws mit reichlichem - Zahlenmaterial (beim Kapitel vom Zahlwort), das Kommunikationswesen etc. Die Aufgaben und Uebersetzungsübungen sind in ihrer Spärlichkeit und Geringfügigkeit kaum erwähnenswert. In der Hand eines gewandten Lehrers, der den gebotenen Stoff durch Zerlegung, Umwandlung und Kombination noch fruchtbarer zu machen weiß, könnte die Arbeit auch im Unterrichte als Anknüpfungsobjekt recht anregend wirken und gute Dienste leisten. 3. Auch b'Vi;*? Ana;« (mit dem Nebentitel) „N e u h e b r ä - isch schnell gelernt" von Rabbiner Dr. E m i l'C o h n, Verlag Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg, I. Teil, 79 Seiten, 2,85 RM, gibt zu den Texten in 21 Lektionen —, enthaltend: Uebungsgespräche, Redewendungen und tägliche Begriffswelt —, die gegenüberstehende deutsche Uebersetzung, aber es setzt jedem Stück die Vokabeln voran und fordert deren Einprägung. Der Vorzug nun, daß diese Uebersetzung häufig eine freie Uebertragung ist, also gute deutsche Ausdrucksweise, (man kann vielleicht mit noch mehr Recht das Deutsche als das Primäre ansehen), wird eine Erschwerung für den Lernenden, zumal den Selbstlerner, wenn er die Wortform nicht erkennt und sich erklären kann. Dem möchte der Verfasser wohl dadurch vorbeugen oder abhelfen, daß er auf 26 Seiten die Grammatik lehrt in einer Form, die von ihm selbst „mehr als ein Abriß und weniger als eine erschöpfende wissenschaftliche Arbeit" bezeichnet wird und zwar in geschickter, übersichtlicher und gedrängter Weise z. T. in recht praktischen und nützlichen Zusammenstellungen. Die Absicht kann aber wohl kaum erreicht werden, da ja der Schüler nicht zunächst die ganze Grammatik durcharbeiten kann, da ferner bei den einzelnen Lektionen nicht daraufhin hingewiesen wird, was an Grammatik gerade in Betracht kommt und sie überdies nicht unter grammatischer Rücksichtnahme verfaßt und gestaltet sind. Es dürfte nicht so leicht nachzudenken und auszuführen sein, was der Verfasser sich gedacht hat, als er folgende Anmerkung zu den Uebungsgesprächen schrieb: „Die folgenden Gespräche wollen nicht, wie sonst bei Sprachführern, nur eine Sammlung wichtigster Redewendungen sein, sondern einen Versuch darstellen, den Sprach f ü h r e r zu einem Sprach 1 e h r e r umzugestalten, damit das Buch auch im Unterricht und Selbstunterricht verwendet werden kann." Dr. Cohn ist übrigens der Meinung, daß die Grammatik bzw. die mangelnde oder mangelhafte Kenntnis derselben, keine großen Schwierigkeiten zu bieten brauche. „Ich setze", sagt er, „eine tabellarische Sprachkontur von nur 2 Seiten. Mitteilung! Bitte geben Sie dieses Blatt, wenn Sie es gelesen haben, an diejenigen Interessenten weiter, die ebenfalls für den Bezug der Jüdischen Schulzeitung in Frage kommen. Die Bestellung kann durch Einschicken des untenstehenden Bestellscheines bewirkt werden. Mit bestem Dank! Der Verlag. An den Verlag der Jüdischen Schulzeitung Ich bestelle hiermit ab........................................................................die monatlich l mal erscheinende (Datum) Jüdische: Schulzeitung Verlagsort: Mannheim 2 Das Bezugsgeld von vierteljährlich 45 Pfg zuzüglich 6 Pfg. Postzustell gebühren bitte ich du«-ch den Postboten einziehen zu lassen. Genaue Adresse des Absende« Voru. 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