Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 12 (1.12.1934)
- Date
- 1934-12-01
- Page
- – (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2825247-2825342-2825354--0922-2826570- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Wesel 1× ep/1045997
OCR text
Nummer. -12 Jüdische. Schulzeititng Seite T die Erfahrung machen, daß er etwas zu sagen, hatte. Weinin er einmal seine Bescheidenheit überwand, dann fand ein jeder, wie bedauerlich es sei, daß er so selten das Wort ergriff. Daß ihm das Schweigen aber Prinzip ist, kann in einem von ihm verfaßten launigen „Eingesandt" der Nummer der Schulzeitung vom 1. Mai 1934, Seite 4, mit der Ueberschrift „Vom Zitieren" nachgelesen werden. Noch mehr von ihm zu schreiben, verbietet mir mein freundschaftliches Verhältnis zu ihm, das ich nicht aufs Spiel setzen möchte. — Also, lieber Freund, lassen Sie mich zum Schlüsse Ihnen, namens der gesamten jüdischen Lehrerschaft wünschen, daß Ihnen gegeben sei, sich noch ungezählte Jahre Ihrer Frische zu erfreuen, um uns noch viele so erfreuliche Proben Ihrer wissenschaftlichen und schöngeistigen Tätigkeit zu geben, wie Ihre Psalmen sind. Dr. Joseph Gutmann. Randbemerkungen Es ist eine Selbstverständlichkeit und brauchte gar nicht erst nochmals erwähnt zu werden, daß unsere Verbandsleiitung schon von jeher die Interessen unseres Standes und der jüdischen Schule durch unser Sprachrohr, unsere Fachzeitschrift, sowie durch Fühlungnahme mit den höchsten Stellen der deutschen Judenheit wie Reichsvertretung, Preußenverband und Gemeindeverwaltungen vertreten hat. Wir entnehmen dieses abermals der „Erklärung des Lehrerverbandes" (Jüdische Schulzeitung Nr. 11), die Bezug nimmt auf die Ausführungen des Schulreferenten der Reichsvertretung. Doch etwas stimmt h:>er nicht! Wenn Dr. Leschnitzer die Betreuung des jüdischen Schulwesens als eine der wichtigsten und vornehmsten Aufgaben der Reichsvertretung bezeichnet, die darin bestehen soll, daß es gilt „die bestehenden Schulen vor dem drohenden wirtschaftlichen Zusammenbruch zu retten", dann will uns aber scheinen, daß die Praxis sich nicht ganz mit dem angeführten Satze deckt. In dem weiten Rund des Hessenlandes besteht hier noch, sowie noch an einigen anderen Orten, eine staatliche Schule. Und diese Schule bzw. Gemeinde läßt zwecks höherer Zuwendung eine Petition nach der anderen an die Reichsvertretung sehen, mit dem Erfolg, daß der bereits bewilligte vollkommen unzulängliche Zuschuß zurückgezogen wird- Wenn die Reichsvertretung, wie uns eine von dritter Seite zugegangene Nachricht besagt, nur sogenannte Bezirks - schulen mit erheblichem Zuschuß bedenken will, dann darf sie aber auch nicht die unüberbrückbaren schwierigen .yerkehrs- und Ansiedlungsverhältnisse außer acht lassen, die den Ausbau von Schulen zu Bezirksschulen unmöglich machen. Die Reichsvertretung erachtet scheinbar nur Schulen mit hoher Schülerzahl für lebenswert. Diese Meinung können wir nicht mit ihr teilen. Will sie denn päpstlicher sein als der Papst? Höheren Orts ist man mit einer Schülerzahl von fünfzehn zufrieden und hält diese für ausreichend genug, um den Wert solcher Kleinschülen zu bejahen. Es ist uns durchaus nicht mit schönklingenden Reden und Aufsätzen gedient, wir wollen Taten sehen, Taten, die aber Kaffee»ÄonÖitom %Mtt, S3.=23aÖen ©emülU$ri fiatnilfen» ffaffce „Sdjjl 6er £ur6au4*@pfrl&anf. 10S9 'i Pension „Libanon" s«Sfcw«Ha'Jamrp/a"ze g Zimmer mit und ohne Pension. Sehr schöne Räume für Abhaltung | von Festlichkeiten.. 8 Minuten vonderBahn.2Min.vond. Universität. H. SchmUCkler, Freiburg i.Br., Erbprinzenstr. 2. Tel. 6158 Gross-Garage Albert Sisson, Konstanz Emmishofer Straße 5 (beim Emmishofer Zoll) . 1121 T?xlTe,Äfon 1009 — Moderne Reparaturwerkstälte —. Wagen waschen, Dürchschmierüng, Reinigung der. Wagen. Oel, Benzin, „Esso"-Tankstelle auch vordringen bis zu den entlegenstem Landgemeinden; denn diese befinden sich in der höchsten wirtschaftlichen aber auch geistigen Gefahrenzone. Wir sind abgeschnitten von jeglicher Kultur! Wir kennen keine Zusammenkünfte, Feiern, Bälle, Kulturabende und dergi Und warum? Die Antwort darauf ersparen wir uns! Wollt ihr uns und unseren Kindern nun auch noch unseren Lehrer, unseren geistigen Führer, ja, unseren einzigen Halt nehmen? Wüstensachsen (Rhön) Iwan Goldschmidt. Persönliches Kollege Kantor Warschawski in Haynau, ein treues Mitglied des Vereins jüdischer Lehrer der Provinz Schlesien, durfte am 28. Oktober ein Doppeljubiläum feiern: das Fest der goldenen Hochzeit und das 50jährige Amtsjubiläum. Prediger Freudenthal-Burizlau für den Verein, Rabbiner Schwarz-Liegnitz. Rechtsanwalt Dr. Scheyer-Haynau ehrten den treuen und gewissenhaften Beamten und seine Gattin durch Ansprachen. Kantor Fe.biowitz-Liegnitz und die Tochter des Jubelpaares umrahmten musikalisch die schöne Feier. Wir wünschen unserm Kollegen und seiner Gattin noch manches Jahr ungetrübten Glückes'. Kollege S p i e r, der lange Jahre in Wesel tätig war, beging in Bad Homburg seinen 70. Geburtstag. Er ist dem Verein isr. Lehrer und Lehrerinnen Rheinlands und Westfalens stets ein treues Mitglied gewesen, und so gedachte nicht nur seine Gemeinde, sondern auch die Freundesschar ringsumher mit guten Wünschen seines Geburtstages. Im 67. Lebensjahre verstarb am 3. Nov. der Seminarlehrer Dr. Max Golde, aus dessen Feder auch dieses Blatt manch gediegenen Beitrag veröffentlicht hat. Max Golde stammte aus dem Posensehen, bestand 1889 in Berlin die Lehrerprüfung, 1895 in Posen die Prüfung als Mittelschullehrer- Zehn Jahre war er in Dresden tätig, ging 1898 an die Präparandenanstalt in Berlin und war seit 1902 auch am Seminar tätig. Ueber 25 Jahre hat er hier gearbeitet. Schon in den 50er Jahren stehend, erwarb er sich noch den Doktortitel. Auch dann aber ruhte er nicht und lernte noch Spanisch und Italienisch. Max Golde hat viele seiner Schüler auch über seine Pflicht hinaus selbstlos gefördert. Vor allem aber war er der Typ des unermüdlich lernenden Juden. Durch Mitarbeit an den verschiedensten Blättern war er aber auch bestrebt, sein überaus reiches Wissen anderen zugänglich zu machen. Er schrieb ebenso über die Königin Luise wie über „Friedenspflichten", über Juden in Südamerika wie über die synagogale Kunst im Mittelalter, über altfranzösische Diminutiva wie über Eros und Ethos im Judentum. Sein letztes Manuskript galt einer Ausdeutung der Sabbatzeremonien. Und am Ausgang des Sabbats ist er jäh, aber friedvoll dahingegangen. Am Vormittag war er noch im Gotteshaus. Ueber seinem Leben schwebt das Bibelwort: „Fürwahr, der Geist im Menschen ist es, und der Odem des Allmächtigen, der sie verständig macht." Rabbiner Dr. Gottschalk, Berlin- Literarisches Die Geschichten der Bibel. Erzählt von JoachimPrinz. Mit vielen Bildern von, Heinz Wallenberg. Erich Reiß-Verlag, Berlin. ,.Und die lieben Finger der Mutter wenden langsam, ehrfurchtsvoll die glänzenden Blätter um, um an meinen Augen . die prächtigen Bilder vorüberziehen zu lassen» eine ganze Weh