Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 11 (1.11.1934)
- Date
- 1934-11-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite .8 Jüdische Schu 1 zeitu-£- hapargod! Eine andere Erklärung: gibt es nicht. Und von da aus wird es verständlich, daß man behauptet, die obersten Engel hätten sich empört, weil ihnen vorenthalten wurde, was einem Menschen so geringer jüdischer Gelehrsamkeit und so einer merkwürdigen t Mixatur von Mangel an jüdischem Selbstbewußtsein mit Ueberheblichkeit hemmungslos mitgeteilt Wurde. Ich habe mir sehr viele einzelkritische Beobachtungen notiert und oft festgestellt, wie tutf Seite y nicht mehr gilt, was auf Seite x als ewiggültig erkannt wurde. Aber davon soll man nur sprechen, wenn man absolut muß. Denn eigentlich kann solch ein Buch nur zweierlei Wirkung haben: Man gerät in Rausch oder man wird abgestoßen. Da ich nicht mehr jung und unerfahren — und unbedenklich — genug bin, blieb mir der Rausch versagt. Mich interessiert momentan nur: wenn Herr Dr. Schoeps es wirklich ehrlich meint, woher nimmt er dann Recht und Mut zu solchen großen Worten? Jssi Bayer-Bingen. ■'•*'■ „Der Morgen". Monatsschrift der deutschen Juden. Philo Verlag, Berlin W 15. Jahrgang 10, Heft 6/7. Das September/Oktober-Heft des „Morgen" erscheint als Doppelheft zur jüdischen Frage. Der einleitende Aufsatz von Ludwig Feu clitwanger „Religion heute?" stellt diese •Frage in ihrer ganzen Schwere und Tiefe: gibt es für den deutschen Juden von heute außerhalb der Orthodoxie und außerhalb der idealistischen rein persönlichen und subjektiven'Erlebnis-Religiosität einen festen jüdischen Glaubensstandort? Um die gleiche Frage kreisen die Arbeiten von Max Dienemann „Gedanken über ein zentrales Synhedrion" (d. h. über die Frag© neuer Autorität im Judentum), von Oskar Wolfsb c r g über „Geistige und geistliche Führung", Ernst Simons „Zwiesprache mit Martin Buber", Günter Friedländers „Jugend auf der Suche" und, — geschrieben mit der spitzen, Feder des Satirikers ,und dem Lächeln des Humoristen — Leo H i r s c h s „Dreitage-Juden". Die gedankliche Bemühung um eineneue Religiosität (oder wenigstens den Weg zu ihr) ergänzen die. Stimmen, in denen religiöses Erleben unmittelbar zum Ausdruck kommt: Margarete Susm ann führt durch die Höhen und Tiefen seelischer Not zu einem wirklichen „Trost", die aphoristischen „Sätze" von Ludwig Strauß packen religiöse Wirklichkeit in den kleinen Dingen, an denen sie sich entzündet. Rudolf Hallos nachgelassene Arbeit über „Die christliche Wissenschaft vom Judentum" stellt dem wechselnden Bild des Judentums, wie es im Wandel der Zeiten von außen erschien, dessen eigenen inneren Begriff von sich selbst gegenüber, und Emanuel bin G o r i o n würdigt Ismar Elbogen als einen Meister solcher Wissenschaft von heute. Den Sinn der hohen Feste deuten Worte von Franz Rosen zweig, die vor mehr als 10 Jahren geschrieben, heute erst ihre eigentliche Wirkung zu entfalten beginnen. Die Presseschau „Religiöse Bewegung um uns" lenkt den Blick über den Rahmen des Judentums hinaus. Das Werk der: Jubilare Ernst Cassirer, Karl Wolfskehl und Arnold Schönberg würdigen David Baumgardt, Bertha Badt-Strauß und Anneliese Landau, eine bunte Fülle von Glossen und Buchbesprechungen schließt sich an, und so scheint uns auch dieses inhaltsschwere Heft wieder den hohen Ruf der Zeitschrift zu rechtfertigen, die das Aktuelle vertieft, aber das Tiefe auch lebendig, anziehend und zuweilen sogar leicht darzubieten .weiß. , . Paul Amann: Tradition "und Weltkrise. Schocken- Verlag, Berlin. Kartoniert 7 RM, Leinen 8,50 RM. Wäre dieses Buch einige Jahre früher erschienen, so hätte es zweifellos ein ähnliches Aufsehen erregt wie Spenglers „Untergang des Abendlandes". Es gleicht ihm'in der Kühnheit Nummer lt der GedankenfüMrung, in dem Glanz und Rhythmus der Sprache und in der Genialität der Zusammenschau kulturmorphologischer Sachverhalte. Worin es sich unterscheidet, das ist das vorsichtige Abwägen des Erfahrungsbestandes und daraus herrührend die wissenschaftlich solide Fundierung: des Urteils, auch da, wo sich der Autor der Hypothese bedient. Es geht Amann um eine' umfassende Wesensbestimmung der Tmditian, um die Klttrställun« ihr«* Verhältnisses zu den großen Erscheinungen menschlichen Zusammenlebens: Sprache, Rasse, Geschichte und Kultur. Ihm stellt sich das Auf und Ab im Leben der Gesamtmenschheit dar als die Wechselwirkung „altmenschlicher" und „jungmenschlicher" Tradition. Diese neuartigen termini zielen auf die Ergebnisse weitausholender, erdgeschichtlicher Untersuchungen, im Verlauf deren sich dem Autor dio Hypothese aufdrängt, infolge tiefeinschneidetvder Erdveränderungen werde die Erde von zwei im A|ter verschiedenen Menschengruppen bewohnt, deren Traditionsgut weseusuugleich sei und sich gegenseitig beeinilusse. Was im weiten Bereich der Gesamterdoberfläche gelte, das sei auch in Europa feststellbar als „alteuropäische4* und „jungeuropäische" Tradition. Deren Zusammen- und Gegenspiel habe diesem Erdteil sein gegenwärtiges Gesicht gegeben und auch die Krise hervorgerufen, in der wir heute leben. Sie sei nichts Einmaliges, wie viele meinen, die Menschheit befinde sich vielmehr immer im Zustand einer Krise, das gebe ihr jeweils den Antrieb zur Lösung von Spannungen, zum „Fortschritt". Es ist schwer, Einzelheiten aus dem Großen Ganzen des Gedanker.« gebäudes herauszugreifen. Das Buch führt schwere geistige Kost mit s'ch, die m hingebungsvoller bedächtiger Lektüre erobert sein will. Hat man sich dann durchgearbeitet, dann glaubt man, aus der Finsternis in ein Iichtübergossenes Land hineingeführt worden zu sein, in dem es sich leichter wandern läßt. Was Amann beispielsweise über das Wesen der Sprache, über Soz.ialkontakte, über geschichtliche Ereignisse und über religiöse Dinge sagt, das ist dazu angetan, tief ehigewurzelte Vorurteile radikal zu beseitigen. Auch das Judentum in seiner historischen Erscheinungsform wird in eingestreuten Betrachtungen beurteilt, und de Leserwerden einige Abschnitte über dieses Thema im Wortlaut in der nächsten Ausgabe dieses Blattes finden. Zur Besprechung Hegen vor: B. Jacob: Genesis. Schocken Verlag, 5. und 6. Lieferung. A. Kupferberg: Deutsche Juden im jüdischen Land. M. Leßmann Verlag, Hamburg. Joachim P r i n z: Die Geschichten der Bibel. Erich Reiß Verlag, Berlin. R o t h s ch i 1 d - L e v y: „Semiroth", Sabbath-Lieder für Schule und Haus. J. Kauffmann Verlag, Frankfurt a. M. Kaffee *ÄonÖttoret %<&M&t!t ^S.^aDen 0cmütlt<$e<5 ßamttfcn-Äaffce ött ÄurfjauJ«<3p(*(6anf. 1059 4 r-»__^2^^. r :u~~.*~mt* Einzig" rituelles, unter Auf HetlSlOtl „LlOCLtlOtl sieht stehendes Haus am Platze Zimmer mit und ohne Pension. Sehr schöne Räume fiir Abhaltung von Festlichkeiten. 8 Minuten vonderBahn.2Mln.vond. Universität. H.Scfim uckler, Freibarg i.Br., Etbprimemtr.2. Tet.6is8 Gross-Garage Albert Sisson, Konstanz Emmiöhofer Straß© 5 (beim Emmlshofer Zoll) 1121 Taxi Telefon 1000 — Modama Reparaturwerkatätte — Wagen waschen, Durchachmlerung, Reinigung der Wagen, Oel, Benzin, „Esso"- Tankstelle Für die Anzeigen verantwortlich: Fritz Neubauer, Ludwigshafen a.Rh. ^- D.-A. III. Vj. 118aExemplare.