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Jüdische Schulzeitung · 1934-11-01 · 11 (1.11.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
11 (1.11.1934)
Date
1934-11-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nummer 11 ische Schulzeitung Seite 7 Persönliches Mit dein 1. Oktober ist Kollege Konrektor M. Andorn- Dortmund in den Ruhestand getreten. Lange Jahre hindurch hat er in Hattingen als hervorragender Schulmann und Führer der Gemeinde gewirkt, lange Jahre auch im Verein der jüdischen Lehrer und-Lehrerinnen Rheinlands und Westfalens mit in vorderster Reihe gestanden. Sein pädagogisches Geschick, seine umfassenden Kenntnisse, sowie ein immerfort in ihm lebendiger Antrieb, ins Weite zu wirken, ließen Andorn zu einer starken Persönlichkeit werden. So wird er auch weiterhin nicht untätig sein, und es ist der Wunsch seiner vielen Freunde, daß seine Kraft und seine Schaffensfreude ihm. noch viele Jahre erhalten bleiben. — Die Städtische jüdische Volksschule, an der Andorn in dert letzten Jahren wirkte, bereitete ihm eine schlichte Abschiedsstunde. Im Auftrag der Regierung und der Stadt Dortmund überre;chte Rektor Buchheim dem scheidenden Beamten ein Anerkennungsschreiben für die geleisteten Dienste. Rabbiner Dr. Felix Goldmann-Leipzig s. A. Mit dem frühen Heimgang dieses bedeutenden Mannes er, leidet die gesamte deutsche Judenheit einen sehr schweren, die Leipz'ffer Gemeinde einen unersetzlichen Verlust. Wir Lehrer, an der allgemeinen Trauer aufs tiefste beteiligt, haben unsere besonderen Gründe, das Andenken Dr. Felix Goldmanns in herzlicher Dankbarkeit zu bewahren und zu ehren. Nicht nur, daß er trefflicher Lehrer und Erzieher war, naturbegabter Methodiker, mit feinstem Einfühlungsvermögen auf die Kindessecle jeder Altersstufe, — er stellte sich von vorhinein in einer kaum sonst anzutreffenden inneren Gleichstimmung in die Reihen der Lehrerschaft, teilte ihre geistigen und materiellen Interessen, kämpfte — besonders als Leipziger Schulleiter — unter Hintanstellung der eigenen Nöte ihre Kämpfe und ließ nie auch nur die kleinste Schranke zwischen seiner doch wahrhaft großen rabb'natlichen Stellung und der Lehrerschaft aufkommen. Mit dem ihm eigenen Geschick, mit Zähigkeit und Ueberzeugung vertrat er d:e Lehrerschaft in den Großorgarisationen der Gemeinden, in denen er überall in den Vorständen saß und starken Einfluß hatte. Seine geistige Kraft und seine quellende Herzensgüte waren einfach zwingend. Zwischen seinem Lehrerkollegium und ihm hat es in allen Jahrzehnten treuester Zusammenarbeit nie auch nur den leisesten Schatten gegeben. Wir beugen uns schmerzerfüllt der unfaßbaren Schicksalsbest'mmung, die ihn vorzeitig uns entriß und sprechen still aus der Tiefe des Herzens: Secher zaddik Ii w roch oh! z. B. auf Durchsetzung des Führerprinzips, auf arische Abstammung und politische Zuverlässigkeit unter keinen Umständen und zu keiner Zeit verzichten könne. Verschiedenes Das kommende Beamtengesetz In Heft 4 der „Zeitschrift der Akademie für Deutsches Recht" äußert sich Ministerialrat S e e 1 vom Reichsministerium des Innern über die kommende Beamten-Gesetzgehung. Wenn, so führt Seel u. a. aus,, im § 18 des „Berufsbeamtengesetzes" festgestellt werde, daß die für das Berufsbeamtentum geltenden allgemeinen Vorschriften nach Ablauf der im „Berufsbeamtengesetz" bestimmten Frsten wieder voll wirksam werden sollten, so könne das selbstverständlich nicht etwa dahin verstanden werden, daß nunmehr alle vor dem 7. April 1933 geltenden beamtenrechtlichen Bestimmungen unverändert wieder in Kraft träten. Gemeint sein könnten nur die beim Ablauf des BGB. geltenden Vorschriften, also einschließlich jener Abänderungen, die inzwischen ^hon bestimmt worden seien, und solcher, wie sie künftig noch geschaffen würden. Das ergäbe sich auch daraus, daß der nationalsozialistische Staat auf Forderungen, die sich aus der Staatsauffassung und dem Programm der NSDAP ergäben, Staatsjugendtag und Sonntag Bei Eittrtelttuntf den Stnfttsjttgendtn«ös war die Bestimmung getroffen worden, daß kein Jugendbund berechtigt sei, am Sonntag seine schulpflichtigen Angehörigen für irgendwelche Veranstaltungen in Anspruch zu nehmen. Wie die „Frankfurter Zeitung" meldet, weist nunmehr der Reichsunterrichtsminister in einem Erlaß darauf hin, daß rein religiöse Veranstaltungen nicht unter dieses Verbot fallen. Literarisches Hans Joachim Schoeps: Wir deutschen Juden. Vortrupp-Verlag, Berlin. 2 RM. Ich will ganz aufrichtig sein: ich habe das Buch von Schoeps nicht verstanden. Die vielen Fremdwörter bekam ich ja mit Hilfe eines Fremdwörterbuches noch heraus und an die gesuchte Ausdrucksweise habe ich mich nach und nach gewöhnt, aber als Ganzes kann ich Buch und Autor einfach nicht, begreifen. Warum? Weil gegen jegliche Tatsache, bekommt die Willkürkonzeption Schoeps' eine besondere Gloire. Prinz wird zu dem Interpreten des Zionismus gemacht und die Sonderaufgabe seines Buches wird geflissentlich übersehen. Dennoch ist auch für Schoeps der Jude von heute peripher. Hermann Hesse wird als Kronzeuge angerufen, ersichtlich weil er — wie beschämend und potenziert assimilantisch — Nichtjude ist. Seit wann weiß gerade er — Hesse nämlich — was Gott mit uns vorhat? Nun, das ist nicht schlimm, denn wenns auch Hermann Hesse nicht genau weiß, H. J. Schoeps weiß es ganz bestimmt. Wir hatten und haben Männer von ragendem geistigen Wuchs, die unzweifelhaft ihr Denken und Fühlen aus jüdischen Quellen bezogen, ohne daß ihnen dabei die Kenntnis der Umwelt gefehlt hätte, die waren und sind nicht so klug. Die wissen z. B. immer noch nicht, wie der Messiasgedanke aufzufassen ist, ob als Heimführung durch einen plötzlichen Eingriff Gottes, ob durch Teschuwah zu den Mitzwoth oder ob durch Beginn einer mühseligen Kleinarbeit in Erez ' Israel. Diese Männer suchten und suchen stets ihr Denken zu überprüfen, aber in wirklicher, nicht in gemachter, gespielter Demut, und vermeinen manchmal, daß das Messiashoffen der früheren Jahrhunderte eine — Frechheit, mindestens ein überheblicher Anspruch an Gott war, denn: was hat man getan, um den Messiasweg zu bahnen? Diese Männer wissen zwar vom Unterschied zwischen Kodesch und Chol, wissen aber, daß das Heilige in das Profane eingebaut werden muß, damit religiöse Verwirklichung werde. Ja, ja: „Nicht immer am besten erfahren ist, wer am ältesten an Jahren ist". Mögen sie alle hingehen und von Schoeps Weisheit holen. So exakt wie Schoeps hat noch niemand gewußt, wie das Bibelwort zu deuten ist. Er hat sogar herausgefunden, daß die Thora nur gegeben wurde, um demjenigen Bruchteil der Judenheit, den die deutschen Juden darstellen, den Weg zu weisen, wobei die gröbliche Vernachlässigung der übrigen ca. 96% kaum zu entschuldigen ist. Schainathi achar Soeben erschien: Frank-Rothschild - I. B. Levy: „S e m i r o t h" SABBATH-LIEDER für Schule und Haus Preis: RM. 1.35 689 Die hebräischen Texte sind In einem besonderen Hefte beigetagt. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen oder direkt | v. Verlag I

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