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Jüdische Schulzeitung · 1934-06-26 · 7 (26.6.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
7 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 7 Judische Schulzeitung seile i Mitgliederversammlung des Vereins isr. Lehrer der Rhein- Provinz und Westfalens Die Versammlung fand am 10. Mai in der Rheinlandloge zu Köln statt. Es war die 77. Hauptversammlung. Der Vorsitzende. Katzenstein-Essen-Steele, leitet sie durch Gruß und Rückblick über 'die Geschehnisse der Zeit ein. Er würdigt die Arbeit in der Vergangenheit, warnt vor einer ungerechten Kritik der Schulergebnisse und umreißt die kommenden Aufgaben der jüdischen Lehrerschaft. Ihre Arbeit werde berührt von den innerjüdischen Wandlungen, als da sind die Neuorganisation der deutschen Juden, ihre seelische Umformung, die bewußte Betonung der Verbundenheit mit deutscher Kultur und dergleichen. Es folgen Berichte über die Vereins- und Verbandsarbeit, die Aenderung in der Geschäftsleitung des Verbandes und der Verbandspresse. Dem unermüdlichen Kämpfer Steinhardt-Magdeburg wird noch einmal herzlicher Dank ausgesprochen; Der Heimgegangenen Mitglieder Coblenz-Köln, Kahn-Mörs, Kann-Hohenlimburg, Joseph-Solingen, Rosenfeld- Lippstadt, Löwenstein-Cleve und Spier-Gelsenkirchen wird in üblicher Form gedacht, auch der führenden Persönlichkeiten im Verband und in der deutschen Judenheit. Den Hauptvortrag hält Kollege Dr. Braun-Köln über- „Jüdische Schul- und Erziehungsfragen der Gegenwart". (Siehe den Leitaufsatz dieser Ausgabe der J. Sch.) Koll. Löwenstein -Essen-Steele referiert über: „Neue Wege im V e r e i n s 1 e be n." Er verlangt, daß in unserm Verein alle Schul- und Erziehungsfragen zu behandeln seien und daß sich sämtliche Lehrenden im Verband zusammenfinden müßten. Eine rege Aussprache schließt sich den beiden Vorträgen an. Nach einem gemeinsamen Mittagessen erstattet Oppen- Ii e i m e r - Wattenscheid den Kassenbericht. Es wird ihm Entlastung erteilt Der Vereinsbeitrag wird für das nächste Geschäftsjahr auf 14 RM festgesetzt. Falls der Verband seine Beiträge senkt, soll auch der Verbandsbeitrag ermäßigt werden. Der Vorstand wird wie folgt neu gewählt: Rektor Buchheim-Dortmund, Vorsitzender; Heymann- Rheydt, Katzenstein-Essen-Steele, Köln-Paderborn, Cilü Marx-Köln, ReinHardt-Köln, Oppenheimer-Wattenscheid. Dem ausscheidenden Kollegen Andorn-Dortmund wird herzlicher Dank für seine stets anregende Mitarbeit im Vorstand und im Verein ausgesprochen; Goldschmidt-Dortmund wird einstimmig zum Ehrenmitglied ernannt. Gemäß Vorstandsbeschluß wird der neue Schriftleiter Koll. Braun zu den Vorstandssitzungen zugezogen. Am Schluß der Tagung werden eine Reihe Wünsche und Anregungen vorgebracht und vom Koll. Selig-Siegburg dem scheidenden Vorsitzenden namens des Vereins herzlich für die hingebungsvolle Arbeit gedankt. Andorn, Schriftführer. Katzenstein, Vorsitzender. Verein israelitischer Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens (Bezirk Ostwestfalen) Nach einjähriger Pause traten wir am 22. April zu einer Tagung in Paderborn zusammen. Die Leiterin des jüdischen Waisenhauses, Frl. Dreyer, hatte uns für diesen Tag die Räume des Hauses zur Verfügung gestellt. Die gutbesuchte Konferenz wurde mit einer Lehrstunde m Neuhebräisch eröffnet, die Koll. Köln-Paderborn, mit den Schülern des Waisenhauses hielt. Hierauf wurden Standesfragen besprochen. Wir konnten mit Befriedigung feststellen, daß in den Gemeinden ein reges Interesse für hebräische Sprache und jüdisches Wissen sich bemerkbar macht, was seitens des Kollegen lebhaft begrüßt und Kefördert wird. Zu unserem großen Leidwesen mußten wir hören, daß auch in unserem erigeren Bezirk die noch bisher bestehenden öffentlichen jüdischen Schulen der Auflösung veriielen. Von diesem Schicksal wurden die von den Kollegen Meyerhöff-Nieder-Marsberg, Cohn-Warbürg und Katzenstein- Soest geleiteten Schulen betroffen. Koll. Lazarus-Lübbeke machte die Versammlung mit dem Entwurf einer biblischen Geschichte für die Kleinen bekannt; er will darin durch eine leicht faßliche und verständliche Sprache das Bibelwort den Kindern nahebringen. Die Aussprache fand bei einer Kaffeetafel statt, die uns von der Leitung des Hauses geboten wurde. D. Köln. Schriftführer. Mitglieder-Versammlung des Vereins isr. Lehrer Württembergs Am 10. Mai fand in Stuttgart die Mitglieder-Versammlung statt. Der Verein zählt zur Zeit 40 Mitglieder. Er umfaßt fast alle Kollegen Württembergs. Zur Tagung waren viele Gast© ,und 27 Vereinsmitglieder erschienen. Der Vorsitzende, Anstaltsdirektor Roth sch i 1 etEßlingen, begrüßte insbesondere die Gäste: Herrn Generalkonsul Straus, der den Isr. Oberrat vertrat, die Herren Rabbiner Dr. Merzbacher, der im Auftrage des Vorsteheramts Stuttgart erschienen war und unseren alten Freund und Gönner, Herrn Privatier Lui Hirsch, früherer Vizepräsident des Oberrats. Dann gab Herr Rothschild den Tätigkeitsbericht. Den Verein berührt es schmerzlich, daß die Gehälter der isr. Religionslehrer weit hinaus über das Maß der Senkung der Gehälter der staatlichen Volksschullehrer, mit denen die ReligionslehVer prinzipiell gleichgestellt waren, gesenkt wurden. Der Vereinsausschuß;n'ahm in einer Eingabe an Oberrat und Landesversammlung gegen die geplante Maßnahme Stellung und in der Sitzung der L.-V. vertrat unser Standesvertreter (Rothschild) unserer» Standpunkt, hatte aber keinen Erfolg. Nicht einmal der Vertreter der Rabbiner trat für uns ein. Die Errichtung einer isr. Volksschule in Stuttgart begrüßt der Verein herzlich. Schmerzlich berührte uns der Heimgang der Kollegen Pappenheimer-Mergentheim, Marx-Buchau und Adelsheimer-Stuttgart. In einem wohldurchdachten wissenschaftlich auf beachtlicher Höhe stehenden? Vortrage sprach Anstaltsdirektor Rothschild -Eßlingen über: „Das Wesen der jüdischen Schule". Als ihr Ziel bezeichnete er die Heranbildung des jüdischen Gegenwartsmenschen. Lehrer Berlin gor-Stuttgart behandelte die Frage: „Wie gestaltet sich der Hebräisch-Unterricht in der Schule?" Die Zielsetzung war klar: Nicht „Uebersetzen", sondern Sprachunterricht, der von Anfang an die Schüler zum hebräischen Sprechen heranbilden will durch die im übrigen fremdsprachlichen Unterricht, angewandter? Methoden. Koll. Goldstein-Baisingen sprach über den Unterricht in biblischer und jüdischer Geschichte und Lehrer Samuel-Eßlingen über die Unterweisung in jüdischer Lebensführung (Lebenskunde, Religionsunterricht im engsten Sinne). Auch diese Referenten boten Vorzügliches. An die Vorträge schloß sich eine eingehende Aussprache. Bei den Wahlen wurden in geheimer Abstimmung mit seltener Einstimmigkeit in den Vorstand berufen: Anstaltsdirektor Rothschild-Eßlingen als 1. Vorsitzender, Oberrehrer a. D. Spatz-Stuttgart als Schriftführer und stellv. Vorsitzender, Rel.-Oberlehrer Adler-Bad Cannstatt als Kassier. In den weiteren Ausschuß wurden gewählt: ReJ.-Oberlehrer Adler-Ulm a. D., Lehrer Berlinger-Stuttgart, Rel.-Oberlehrer Jaffe-Stuttgart, Rel.Oberlehrer Krämer-Heilbronn. Der Kassenbericht, den Kassier Adler gab, entrollte ein trauriges Bild rückläufiger Prosperität Die Einnahmen aus Spenden und Zuwendungen sind erheblich zurückgegangen, während die Zahl der zu unterstützenden Witwen auf 18 angestiegen ist. Ein Antrag Jaffe-Stuttgart auf Erhöhung der Mitgliedsbeiträge von 10 auf 14 RM fand einstimmige Annahme. Auf Antrag des Rechnungsprüfers, Rechnungsrat Wißmann, erteilte-die Versammlung ihrem vorzüglichen Kassenwart Entlastung und Koll. Rothschild sprach ihm den Dank des Vereins aus. I. A.: des Vereins isr. Lehrer Württembergs Der Schriftführer: Spatz.

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