Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 7 (26.6.1934)
- Date
- 1934-06-26
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 6 Jüdische Schulzeitung Nummer 7 Lesebogen für den Deutschunterricht Die jüdische Lehrerschaft wird sich in diesen Tagen sehr eingehend mit der Frage beschäftigen müssen, in. welcher Weise geeignete Lernmittel für die jüdische Schule, zu beschaffen seien. Insbesondere wird sie daran gehen müssen, auf diesem Gebiet praktische Arbeit zu leisten. Dabei muß jede KraftzersplUterung vermieden werden. Das ist Schorn aus rein verlegerischen Gründen notwendig; denn es wird sich kein Verlag bereitfinden, ein Buch herauszubringen, das nicht in sämtlichen Schulen eingeführt wird. Wie wir hören, befassen sichgegenwärtig mehrere Stellen mit der Sammlung und Verbreitung von Lesebogen. Wir raten dringend, das Material an die Verbandsgeschäitsstelle in Berlin weiterzureichen, die es im Einvernehmen mit der Führung der deutschen Judenheit sichten und veröffentlichen wird. Alles Persönliche muß zurücktreten gegenüber der Notwendigkeit, die gesammelte Kraft von einer das Ganze umfassenden Stelle her wirksam werden zu lassen. Im übrigen soll in diesen Blättern demnächst gerade der Frage der Umgestaltung vorn Lern- und Lehrmitteln besondre Aufmerksamkeit zugewandt werden. Aus der Welt der Schule . Samstag wird Staatsjugendtag für die Hitlerjugend Einer Meldung der Frankfurter Zeitung entnehmen wir folgende Stelle: „Der Reichsminister für Erziehung und Unterricht, Dr. Rust, hat in Verabredung mit dem Reichsjugendführer bestimmt, daß in Zukunft der Samstag jeder Woche „Staatsjugendtag" sein soll, d. h. an diesen Tagen soll für diejenigen Jugendlichen, die in der Hitlerjugend organisiert sind, die Schule ausfallen und an deren Stelle der Dienst treten, der bisher von der Hitlerjugend am Sonntag durchgeführt wurde". I Hessischer Lehrplan für den evangelischen Unterricht Die hessische Ministerialabteilung für Bildungswesen erläßt an die Direktionen der höheren Schulen folgende Verfügung über den Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht: „Der Lehrplan für den evangelischen Religionsunterricht in den höheren Schulen wird im Einverständnis* mit der kirchlichen Behörde mit sofortiger Wirkung in folgender Weise ge- Autichaelden und ihrem Briefträger mitgeben oder unfrankiert in den nächsten Post» kästen werfen I Postkarte Än das Postamt (Zeitungsstelle) Hier ändert: In der Sex ta ist statt der Biblischen Geschichte des Alten Testaments die des Neuen Testaments zu behandeln, wie sie der Lehrplan für Quinta vorsieht. In Quarta ist statt der Biblischen Geschichte des Alten Testaments die des Neuen Testaments (Lesung des Markus-Evangeliums usw.) zu behandeln, wie es der Lehrplan fttr Untertertia vorsieht. Für alle anderen Klassen bleibt der seitherige Lehrplan zunächst bestehen." Schulfrei, an religiösen Feiertagen In einem Rundschreiben an die Unterrichtsverwaltungen der Länder hat der Reichsminister des Innern klargestellt, daß durch das Reichsgesetz über d'ie Feiertage vom 27. Februar 1934 die schulbeftördlichen Bestimmungen, nicht berührt werden, nach denen entsprechend örtlichem oder landschaftlichem Herkommen der Schulunterricht an solchen religiösen Feiertagen, die bisher nicht als gesetzliche Feiertage gelten, allgemein oder für Schüler eines bestimmten Bekenntnisses ausfällt. Wiedereröffnung einer jüdischen Schule Die israelitische Volksschule in Marburg, die vor einem \Jahre gleich 25 anderen jüdischen hessischen Volksschulen aufgelöst wurde, durfte mit Genehmigung des Unterrichtsministers zum Beginn des neuen Schuljahres wieder eröffnet und; der seit einem Jahre beurlaubte Lehrer S. Pfifferling in sein Amt neu eingeführt werden. Aus Württemberg Wie die Frankfurter Zeitung meldet, wird in Württemberg, nach einer soeben erlassenen Verordnung, israelitischer Religionsunterricht an den höheren Schulen nicht mehr erteilt. Es bleibe der Israelitischen Religionsgemeinschaft unbenommen, privat israelitischen Unterricht erteilen zu lassen. Zuschüsse aus öffentlichen Mitteln würden nicht gewährt. Aus dem Lehrer-Verband Konferenzberichte in der Jüdischen Schulzeitung Sie sollen Ausdruck dessen sein, wie in einer Zeit gelebt wird. In die Breite hin ausgesponnene Darstellungen des Verlaufs einer Sitzung mit dem vielen Drum und Dran mochten hingehen, als die Zeiten eine gewisse Behäbigkeit atmeten, als wir alle noch Zeit hatten und Geld dazu. Heute wird — aus •vielen Gründen — Kürze und Sachlichkeit gefordert. Es ist nichts daran gelegen zu wissen, daß Kollege X die Sitzung eröffnete und die erschienenen Gäste begrüßte; niemand wird gefördert, wenn er erfährt, man habe sich zu Ehren des heimgegangenen Kollegen von den Sitzen erhoben. Auch dadurch nicht, daß ihm die Prozedur der Kasseniprüfung und Entlastung des Schatzmeisters vermeldet wird. Ja, es gibt die wohlbegründete Meinung, selbst die Wiedergabe des Inhaltes von Vorträgen sei nicht unter allen Umständen so wichtig, als daß man Druckraum zur Verfügung stellen müßte. Die Schriftleitung will von diesen überlebten Formen der Berichterstattung abgehen; sie möchte Raum gewinnen zu wirklich weiterführenden Auseinandersetzungen über das, was' vom Tage gefordert wird. Deshalb bittet s,ie alle Berichtgebenden um äußerste Zusammendrängung des- Materials. Wird der Bitte entsprochen, dann bedarf es nicht der Handhabung des Rotstiftes, die dem Redakteur überflüssige Arbeit und den Ein-- sendern Aerger bringt.