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Jüdische Schulzeitung · 1934-06-26 · 7 (26.6.1934) · page 5

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
7 (26.6.1934)
Date
1934-06-26
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nummer 7 3. die körperliche und seelische Beschaffenheit des Kindes und sein Verhalten. Allgemeine Schilderurig der Korperbeschaffenheit und des OesundheitszustandesV-''! *'* :; * ' ■ AllKemeirie Schilderung der iihlellektueHen Züge (Aufmerksamkeit, Gedächtnis, Phajita'sle, Denken, Vorstellung^- und Arbeitstypus usw.). "Art der Teilnahme am Unterricht. Lieblingsfächer. Wie reagiert das Kind auf die neuen Unterrichtsfächer? (Teilnahmslosigkeit, Uebersteigerung). Hatte das Kind schon früher Eindrücke aus dem jüdischen Leben? Wie äußert es sich dazu, wenn das bisher nicht der Faii war? . Verhalten des Kindes in der neuen Gemeinschaft? (schüchtern, selbstbewußt, zurückhaltend, führend usw.). Wie.verhält es sich gegenüber den neuen Mitschülern? (Teilnahmsvoll, uninteressiert, Verhalten im Spiel). - - Was die A e'u Gerungen der Kinder selbst betrifft, so haben sie eine dreifache Bedeutung. Es soll aus ihnen hervorgehen, wie sich die allgemeinen Zeitereignisse in der Seele des Kindes spiegeln, ferner wie es auf Wandlungen seiner Umwelt in Familie und Schule reagiert und endlich -— wie es sich dem neuen Unterrichtsstoff und den jüdischen Erlebnissen gegenüber verhalt. Dies ist zu entnehmen aus Aufsätzen mit entsprechender Themenwahl und aus Schülerzeichnungen; aufschlußreich sind auch, die sogenannten bestellten Erzählungen. Hier wird das Kind aufgefordert, aus Anlaß eines konkreten Vorganges eine Geschichte zu erzählen, die vom Lehrer protokolliert wird. Auch durch die Methode der Erinnerung, nach welcher das Kind angeregt wird, irgend etwas Interessantes aus seiner Vergangenheit zu erzählen, kann unter Umständen aufschlußreiches psychologisches Material an den Tag "kommen. Mit diesen allgemeinen Anregungen, ein Bild von dem Wesen des jüdischen Kindes und vor allem Aufschluß über das gegenwärtige seelische Erleben unserer Kinder zu gewinnen, soll der zweifellos bereits vielfach in dieser Richtung wirkenden Initiative vieler jüdischer Erzieher nicht gestört werden. Da aber jetzt über die praktisch-pädagogische Bedeutung hinaus der richtige Zeitpunkt ist, sich für eine Psychologie der jüdischen Kinder die erforderlichen Grundlagen zu verschaffen, soll und darf nicht ein einziger jüdischer Erzieher sich von der Mitarbeit an dieser wichtigen und dringenden Aufgabe ausschließen. Fortbildungsarbeit Der Synagogenverband der Gemeinden Pommerns veranstaltete in den Tagen vom 29. bis 31. Mai 1934 einen Fortbildungskursus der jüdischen Lehrer Pommerns. Am Dienstag, den 29. Mai, nachmittags 3 Uhr, hatten sich fast sämtliche pommerschen Lehrer in Stettin versammelt. Im Repräsentanten-Sitzungssaal der Synagogengemeinde begrüßte zunächst Rechtsanwalt Abrahamsohn, der Vorsitzende des Synagogen Verbandes, die Versammelten. Namens der Synagogengemeinde Stettin, die nicht nur die Räume zur Tagung hergegeben, sondern sie auch*finanzfell unterstützt hatte, sprach Justizrat Moritz Worte des Grußes. Als technischer Leiter der Veranstaltung sprach Dr. Rosenberg. An die Ber grüßungsreden schloß sich gleich die Arbeit. Zunächst behandelte Oberkantor Kornitzer, Hamburg, die Slichoth, ihre Entstehung und Stellung im Gebet. In einem zweiten Vortrag sprach Kornitzer über neuere jüdisch-lithurgische Werke und gab hieraus Proben, die er unter eigener Orgelbegleitung in der Synagoge meisterhaft vortrug. Rabbiner Dr. Elk referierte über die Behandlung von Substantiv und Adjektiv im hebräischen Grammatikunterricht, sodann über die moderne hebräische Literatur und hielt als dritten Kursus homiletische Uebungen ab. Hier gab der Vortragende Proben von den namhafte- Seite 5 sten jüdischen Dichtern der Moderne und las aus noch nicht veröffentlichten eigenen UeberSetzungen vor. Rektor Reschke aus Berlin behandelte das Thema: i,Der Religionslehrer als Erzieher". Die sich daran anschließende Diskussion ergab ebenso wie der Vortrag wertvolle Anregungen. Als letzter Redner behandelt« Mittelschulrektor Dr. Stern, Berlin, die Entwicklung der neuesten jüdischen Geschichte und Ihre Verwertung im Unterricht. Der formvollendete Vortrag fand lebhaftesten Beifall. Am Mittwoch abend vereinigte ein gemütliches Beisammensein alle Teilnehmer und viele Freunde im Saale der Loge. Hier begrüßte namens des Preußischen Landesverbandes Dr. Klee die versammelten pommerschen Lehrer. Er wies auf die Bedeutung der Weiterbildung der Erwachsenen hin und gab hierfür wertvolle Anregungen. Zum Schluß gab Dr. Rosenberg seiner Freude über die wohlgelungene Tagung Ausdruck und dankte besonders dem Preußischen Landesverband, nicht nur für die finanzielle Beihilfe, sonders besonders für die Delegierung des Rechtsanwalts Dr. Klee, der seit Jahrzehnten ein bewährter Freuind der Lehrerschaft sei. w* < Es ist zu hoffen, daß von dieser Tagung ein neuer Impuls für die jüdische Arbeit in Pommern ausgehen wird. ca 1 'V11 ''^rrrrv:::::::^''?^ An unsere Leser! Mit der heutigen Nummer findet die bisherige Einweisung der Jüdischen Schulzeitung durch den Verlag Ihr Ende. Den gesetzlichen Bestimmungen Rechnung tragend, erfolgt daher von der nächsten Nummer ab die Zustellung der Jüdischen Schulzeitung ausschließlich an diejenigen Leser, die die Zeltung bei der Post bestellt haben. Der Bezugspreis des Blattes ist auf 15 Pfennig pro Nummer im Monat festgesetzt. 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