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Jüdische Schulzeitung · 1934-05-01 · 5 (1.5.1934) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
5 (1.5.1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
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-Jüdisch e. .Steh-u 1 ze i U ns Nummer 5 Mit dieser 'äußeren aus der Not der Zeit geborenen' Rrweiten.'hg'Ring Hand in Hand eine innere Umgestaltung des -Arbeitsprogramms. Für die besonderen Belange der einzelnen Kategorien wurden Fachschaften gegründet unter Obleuten, die itu Bedarfsfälle aus eigner Initiative oder auf Wunsch der Mitglieder Pachvefsammhin«en einberufen. Um" nllon Anforderungen der verschiedenartig eingestellten Mitglieder nach Möglichkeit gerecht zu werden, wurde der Rahmen unserer Tätigkeit bedeutend weiter gespannt und das Ziel insofern höher, gesteckt, als neben den religionspädagogischen und den brennenden Tagesfragen der jüdischen Erziehung lind des Unterrichts allgemeine wissenschaftliche und methodische Themen zur Behandlung kamen, was in Zukunft noch stärker in Erscheinung treten wird, fn den zehn Versammlungen, die wir abhieben, wurden folgende Vorträge und Referate gehalten: Heute vor einem Jahr sprach Dr. Leo Hamburger über „Spinoza und das Judentum" so eindrucksvoll, daß die Veröffentlichung des Vortrags verlangt wurde. Der junge, hochbegabte Philosoph, vom jüdischen Religionsunterricht in der Jugend zum Studium der Religionsphilosophie angeregt, zu den schönsten Hoffnungen berechtigend, schied vor wenigen Monaten jählings aus dem Leben. Sein Andenken wird in seinen Werken und in unseren dankbaren Herzen fortleben. Dr. S. B. Eschwege behandelte das zeitgemäße Thema „Was antwortet das Judentum dem Zweifler am Sinne des Lebens" und schilderte vor kurzem die Eindrücke seiner Pa- . lästinareise, als Einleitung zum späteren Bericht über die jüdischen Schulen in Palästina. Rabb. Dr. Salzberger und J. B. Levy besprachen das im Manuskript vorliegende Buch von Rabb. Dr. Bermann-Heilbronn Die'Behandlung der Propheten im Religionsunterricht". Konrektor R. J. Speyer hielt einen Vortrag über „Wie erwecken und erhalten wir bei der Jugend Freude am Unterricht." Auf Wunsch des Arbeitsausschusses referierte Dr. Albert Hirsch über das Berufsbeatntentum, Neugründurg von Schulen und die Anwärterfrage. Um die im Mittelpunkt des öffentlichen Interesses stehenden Fragen/der jüdischen Schule und des Religionsunterrichts drehten sich ie Vorträge von J. B. Levy „Religionsunterricht — Judentumskunde" nebst Erörterung der dazugehörigen Leitsätze und von Georg Guthmann „Die jüdische Schule als Stätte jüdischer Erziehung." Drei Abende wiesen eine Teilnehmerzahl von T50, 65 und ,73 auf, gewiß eine Hochfrequenz; doch können diese Ziffern nicht darüber hinwegtäuschen, daß es viele Amtsgenossen am tätigen Interesse fehlen lassen und sich abseits halten. Aus der Zeit erwachsen uns große und schwere Aufgaben, die nur zu lösen sind, wenn alle wie ein Mann zusammenstehen. Die große Umwälzung auf innerjüdischem Gebiet, die Neugründung von Schulen, der Um- und Ausbau bestehender Schulen, die Umgestaltung des Religionsunterrichts, Entwürfe neuer Lchrpläne, Schaffung neuer Lehr- und Lernmittel, die Lehrerbildung, die Unterbringung freier verfügbarer Lehrkräfte erfordern unsere höchste Bereitschaft und unsere volle und gemeinschaftliche Aktivität. Wie die Lehre das Leben zu regeln hat, so haben die Lehrer das jüdische Leben mitzugestalten und da darf sich keiner der Aufgabe entziehen. In dieser Notzeit gilt die Losung „alle Mann an Bord". Auch um seiner selbst willen, um seiner Selbstbehauptung ajs Erzieher und Lehrer. willen, muß jeder einzelne an den Sitzunger? und Arbeitsgemeinschaften teilnehmen, denn diese dienen der methodischen und wissenschaftlichen Fortbildung' und ' fachlichen Vertiefung, und nur ein Lehrer, der auf der Höhe der Zeit steht, und den Pulsschlaig der Zeit fühlt, kann vor Elternschaft und Jugend bestehen. In der auf den Jahresbericht folgenden Vorstandswahl wurde der seitherige Vorstand, bestehend aus den Herren Dr. Höxter, 1. Vorsitzender, J. B. Levy, 2. Vorsitzender, I. Flörsheim,- 1. Schriftführer, A. Speyer, 2. Schriftführer. S. Eschwege, Rechner,'wiedergewählt. Auf Antrag wurden noch Dr. Albert Hirsch, A. Albrecht. Dr. Epstein, Frl. Recha Friedmann und Frl. Dr. Frieda Fuchs in den erweiterten Vorstand gewählt. Die genannten Damen und Herren bilden gleichzeitig den geistigen Ausschuß der Vereinigung. Nach den Wahlen sprachen Dr. Albert Hirsch, Frl. Recha Friedmann und Herr Dr. Weil über „Die Situation der jüdischen Lehrerschaft". Herr Dr. Hirsch und Frl. Friedmann behandelten in ihren Referaten die Frankfurter Verhältnisse. Es schieden drei Studienräte und eine Studicnrätin aus dem städtischen Schuldienste, ebenso dreizehn Volksschullehrerinnen. Nicht mehr beschäftigt wurden 1 Studienassessor, drei Assessorinnen, zwei Referendarinnen und eine Lehramtsbewerberin. In der Provin'z wurden über zwanzig Lehrer an Landschulen wegen zu geringer Schülerzahl pensioniert. Dr. Weil gab in seinem ausführlichen Vortrage, der noch in der Schulzeitung erscheinen soll, ein Bild über die Verhältnisse der jüdischen Akademiker in Preußen. I. Flörsheim. Für die Kantoren Die Synagogengemeinde Köln besitzt eine größere Anzahl des Werkes „Kol J aakob, Sabbat- und Festgesänge", ihres verewigten Kantors B1 u m e n t h a I. Sie gibt das Werk, das seinerzeit für 20 RM verkauft wurde, zum Preis von 4 RM ab. Bestellungen nimmt das Sekretariat der Gemeinde, Roonstraße 50, entgegen. Persönliches - Zu allseitigem großen Schmerz ist unser lieber Kollege Hermann Wolkowski in Berlin, von hinnen abberufen worden. Während seiner jahrzehntelangen Tätigkeit als städtischer Volksschullehrer, Kantor und Religionslehrer der Adass- Isroel-Gemeinde in Königsberg hat er sich hervorragende Verdienste um die ostpreußische Lehrerschaft erworben. Er war viele Jahre 2. Vorsitzender unseres Vereins und zugleich Schriftführer des Verbandes der Synagogengemeinden Ostpreußens. Seine strenge Sachlichkeit, sewi nie versagendes Wohlwollen für die Nöte unseres Standes, seine nutzbringende Arbeit für die Erhaltung unserer kleinen Gemeinden und sein stets liebenswürdiges Wesen sichern ihm in Ostpreußen und insbesondere in allen jüdischen Lehrerhäusern unserer Provinz ein dankbares und ehrendes Andenken! ' rmzh pis -ist " Verein jüdischer Religionslehrer und Kultusbeamten Ostpreußens. Mannheim-Osterode Ostpr. 1

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