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Jüdische Schulzeitung · 1934-05-01 · 5 (1.5.1934) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
5 (1.5.1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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Nummer 5 „Rheinland und Westfalen" wünscht die Konferenz einmütig das Verbleiben des Kollegen K a t z e n s te i n - Essen-Steele im Amt des Vorsitzenden. Um die innige Verbundenheit mit der Provinzialleitung lebendiger zu erhalten, soll der Vorstand gebeten werden,'an jeder unserer Zusammenkünfte einen Delegierten teilnehmen zu lassen. Zur Förderung der Weiterbildung in den Relisiionswissensehaften sollen aueh bei uns ständige Kurse in Arbeitsgemeinschaften abgehalten werden. Die erste gemeinsame Uebuinig fand am 27. Dezember v. J. unter der Leitung des Kollegen Unikower-Simm.ern in Neuwied statt. Zur Deckung der hohen Reisekosten, die den Teilnehmern erwachsen, soll der Landesverband um einen entsprechenden Zuschuß igebeten werden. In anregender Aussprache waren wir ohne Pause fünf Stunden beieinander. * Die gutbesuchte Frühjahrszusammenkunft der Kollegen des Bezirks Oberrhein fand am 25. März in Neuwied statt. — Der Arbeitsplan wies einen Vortrag und eine wissenschaftliche Uebung der eingerichteten 'Arbeitsgemeinschaft auf. Kollege R a n s e n b e r g- Neuwied referierte über das Thema: „Die wichtigsten Aufgaben des jüdischen Lehrers in der Jetztzeit". Er knüpfte an das Thorawort an: „Isen al diglau" und stellte unter Zustimmung der Versammelten als wichtigste Aufgabe des jüdischen Lehrers für die heutige Zeit die Erziehung und Fürsorge für die rechte Gemeinschaft und für aufrichtige Religiosität auf. Nach der Aussprache wurde unter Leitung des Kollegen Unikower-Simmern zwei Stunden Raschi zu den ersten Kapiteln des I. B. M. gelernt. Wichtiges und Interessantes aus Amt und Gemeinde wurde nachher besprochen. — Auf der nächsten Versammlung, die auf den 3. Juni d. J. angesetzt wurde, soll ein Vortrag über die Richtlinien für die jüdischen Schulen gehalten werden. Berthold Sender-Neuwied. * Bezirkskonferenz Saar—Mosel Bericht über die Tagung am 22. November 1933 in Saarlouis Studienrat Dr." Löwenherz' - Saarbrücken referierte über das Thema: „Der Weg zum lebendigen Hebräisch". Da die Kinder die Fähigkeit erlangen) müssen, aus den Quellen jüdischer Literatur zu schöpfen, muß die Beherrschung der hebräischen Sprache das Ziel des Unterrichts sein. Das Kind ist . zu befähigen, auch nicht behandelte Bibelstoffe zu verstehen. Das Uebersetzen der Gebete ist so lange hinauszuschieben, bis das Kind von selbst zum Verständnis gelangt. Neben dem Sprechen leichter Stoffe wird die Beherrschung des T'nach gefordert. Koll. Dr. Braun-Köln sprach über: „Jüdische Gegenwart — jüdische Schule." Er entwickelte die Gedanken, die er in diesem Blatt früher schon mehrfach erörtert hat; es erübrigt sich deshalb, eine nähere Inhaltswiedergabe zu bringen. Simon- Trier. Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg Das Thema des von Kollegen W o 1 f f (Eberswalde) auf der letzten Jahresversammlung gehaltenen Referates lautete: „Aufgaben des Lehrers und Kultusbeamteh in. dieser Z e i t". Redner ging davon aus, daß das Gebot der Stunde die j ü d i s c h e S c Ii u 1 e sei. Die Religionsschule könne, dessen müsse der Lehrer eingedenk sein, nur einen Seite 7 Ersatz darstellen. — Angesichts der viel erörterten Schul- und Erziehungsfragen verdiene das Bubersche Wort vom „überwindende«" Juden Beachtung. Doch müsse dem Worte der rechte Inhalt gegeben werden. Ueberwinden in dem Sinne bedeute: jüdisch eWerte schaffen. Der Lehrer schaffe solche durch Vermittelung und Vertiefung jüdischen Wissens, wie dadurch, daß er sich selber zum Träger eines seelisch erfüllten Judeseins maehö. Einige praktische Unterrichtsfragen streifend, empfiehlt der Vortragende auf Grund eigener Erfahrungen und Erfolge u. a. die Einrichtung freiwilliger „Chumesch"-Kurse und Erteilung hebräischen Unterrichts an die Jugendlichen. — Die Zeit fordere auch von , uns „R a s s e n k u n d e" zu treiben. Aber nicht aus apologetischen Gründen, sondern, um dem Schüler die Werte des Judentums darzutun. Von besonderer Bedeutung sei zu solchen Zeiten wie jetzt (in der rabbinerlosen Gemeinde) die religiös geistige und seelsorgerische Tätigkeit des Lehrers. Durch sie soll die innige Verbundenheit der Gemeindemitglieder mit dem Judentum und der Neuaufbau des positiv religiösen Lebens gefördert werden. Predigt und allsabbatliche Ansprache seien Mittel, das jüdische Gewissen zu wecken und unseren jüdischen Menschen die Gegenwart durch den Ewigkeitsgehalt des Gotteswortes betrachten zu lehren. — Die Mitarbeit des Lehrers in den kulturellen Vereinigungen, Jugendorganisationen usw. sei selbstverständlich. In schwerer Zeit habe er die verantwortungsvolle Erziehungsaufgabe zu erfüllen, seine Gemeinde zu Gott und zur Thora zurückzuführen. G u 11 m a n n, * Vereinigung isr. Lehrer und Lehrerinnen in Frankfurt a. M. Jahresbericht der Generalversammlung vom 29. Januar I*«4 Unser Mitgliedsbestand hat sich im letzten Jahre beträchtlich verändert. Wir verloren infolge Ablebens l, durch Wegzug 6; neu aufgenommen haben wir fast alle Simultanschullehrer, einige Philologen und als außerordentliche Mit glieder Angehörige des Bundes gesetzestreuer Lehrer, so daß wir mit einem Bestand von 69 ordentlichen und 19 außerordentlichen Mitgliedern ins neue Geschäftsjahr eintraten. Der Wiedereintritt der Simultanschullehrer in unsere Gemeinschaft gehörte zu den erfreulichsten Tatsachen des verflossenen Jahres, das uns sonst so schwere Erschütterungen gebracht hat. Der starke Zuwachs, den wir erfuhren, war das Ergebnis einer bedeutsamen Aussprache: „Zur Frage der Zusammenarbeit der 'gesamten jüdischen Lehrerschaft Frankfurts im Interesse des Standes und der Schule." Dabei befürworteten die Referenten J. B. Levy, J. Flörsheim und Dr. Marbach den Zusammenschluß aller jüdischen Pädagogen, um bei der Schaffung einer jüdischen Päda'gogik, bei der neuen, jüdischen Lehrerbildung, bei der Gestaltung der jüdischen Schule und des jüdischen Religionsunterrichts an Simnltanschulcn, sowie bei rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen mitzuwirken. Auf Grund des Beschlusses eines besonderen Arbeitsausschusses wurde außerdem zwischen der Vereinigung israelitischer Lehrer und I-ehrerinnen Frankfurt a. M. und der Ortsgruppe Frankfurt a. M. des Bundes gesetzestreuer Lehrer eine Arbeitsgemeinschaft gebildet, die unbeschadet der gesonderten Arbeit dei beiden Gruppen zur gemeinsamen Behandlung von rechtlichen und wirtschaftlichen Fragen zusammentritt. Jüdische Schulzeitung

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