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Jüdische Schulzeitung · 1934-05-01 · 5 (1.5.1934) · page 4

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
5 (1.5.1934)
Date
1934-05-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Judische Schulzeitung Nummer 5 spiele genügen, den Anfang eines Weges zu beleuchten.; der Bereitwillige wird ihn gewiß selbst weiterfinden. Mögen diese Zeilen vor allem auch verhindern helfen, daß in der neuen Situation durch verhängnisvolle Mißverständnisse das" Niveau der Volksschule gesenkt wird, wo doch berechtigte Hoffnung 'bdMelit, dnß es jetat gerade igeboben werden könnte! , 3. Vom Zitieren . Falsches Zitieren ist keineswegs immer eine Sache der Unehrlichkeit, viel häufiger ein Symptom mangelnder Bildung oder doch fehlenden Wissens. Ein schönes Beispiel für die Art, wie man nicht zitieren darf, gibt der vortreffliche diesjährige Frauenbund-Kalender. Auf *der Rückseite des Blattes für die 22. Woche (Mai-Siwan) findet man unter der Ueberschrift :,Aus den Sprüchen der Väter" drei Sätze. Wohl nur auf die vermeintliche Autorität der Einsenderin, die aber die Pirke Aboth anscheinend gar nicht kennt, sind diese Sentenzen, als der Setzer drängte, durch das sonst so sachgemäß wirkende Redaktionssieb geglitten; denn alle drei stammen nicht „aus den Sprüchen der Väter." Satz 3 (Gerechtigkeit er- .höhet ein Volk usw.) ist Spruch Salomos 14, 34, Satz 2 geht auf Lev. 19, 17 zurück, und vom 1. Satz bin ich „Vater". Dieser Satz, Ergebnis meiner Erfahrungen aus Sitzungen usw., ist im Frauenbund-Kalender (14. Woche 1929) veröffentlicht und lautet dort: „Wenn du in einer Versammlung Gelegenheit zum Reden hast, so denke dir, daß ein unbestechlicher Richter den Schaden deines Schweigens und den Nutzen deiner Rede abwägt, — und du wirst meistens aufs Wort verzichten." Zwhc ist dieser Spruch im diesjährigen Kalender ein wenig geändert (n i c h t verbessert), etwa so, wie wenn man aus dem Gedächtnis zitiert, dafür aber ist er mit den eigentlich für mich sehr schmeichelhaften Worten eingeführt: „Einer unserer Weisen sagt." Der Wahrheit wäre die Einsenderin allerdings näher gekommen, wenn sie — Rabbi Meir genannt .hätte. Um nicht neue Verwirrung bei der Unkundigen anzurichten: so ist nämlich mein jüdischer Name. Unter meinem Spruch steht der deutsche Name, den ich auch bei einer Kleinigkeit nicht in den Verdacht kommen lasse, als ob er unter fremdem Geistesfgut stehen könnte. Aus diesem Grunde mußte ich der Einsenderin, die ihren Fehler nicht einsehen will, obgleich sie in ihrem Wohnort reiche Gelegenheit hätte, sich belehren zu lassen,, diese kleine Lektion geben. Ich schreibe ihr . den Satz ins Album: „Wer ein Wort im Namen seines Autors zitiert, bringt Heil im die Welt". Dieser Satz steht nun wirklich in den Sprüchen der Väter VI, 6. Dr. M. Spanier, Berlin. Aus der Welt der Schule Staatlich besoldete Lehrkräfte für die jüdische Volksschule in München Im Amtlichen Anzeiger der „Bayerischen Israelitischen Gemeindezeitung" gibt der Vorstand der Israelitischen Kultiisgemeinde München eine Verfügung der Regierung von Oberbayern, Kammer des Innern, Nr. 400 214 vom 14. März bekannt, durch die die Errichtung einer eigenen achtklassigeu israelitischen Volksschule in München unter Einbeziehung der bestehenden Volksschule der Israelitischen Religionsgesellschaft Obel Jakob genehmigt wird. Gleichzeitig wird verfügt, daß der neuen Schule außer den an der Volksschule der Israelitischen Religionsgemeinschaft Ohel Jakob erricluteten drei Lehrstellen, zwei weitere Lehrstellen, mithin insgesamt fünf staatlich besoldete Lehrkräfte zugeteilt werden. Die Zuweisung weiterer staatlich besoldeter Lehrkräfte, heißt es in der Verfügung, ist mit Rücksicht, auf die Klasschdurchschnittszahl der geplanten Schule zurzeit nicht, möglich, jedoch bleibt es der israelitischen Kultusgemeinde München anheimgegeben, die Anstellung weiterer Lehrkräfte aus eigenen Mitteln zu betätigen. Eröffnungsfeier des. Jüdisch-liberalen Schulzweiges in Breslau Am Vormittage des 11. April veranstaltete der Jüdisch-liberale Schulzweig des Jüdischen Schulvereins zu Breslau anläßlich der Eröffnung seiner neuen Schule einen Feicr^ottcs-. dienst in der neuen Synagoge. Neben den Vertretern der Gemeinden und der übrigen jüdischen Körperschaften und Vereinigungen, waren mit den Schülern und Schülerinnen des neuen Schulzweiges auch die Eltern der Kinder erschienen, um die Eröffnung der Schule feierlich zu begehen. In der Eröffnungsfeier betonte Herr R.-A. Spitz als Vorsitzender des Schulkuratoriums, daß es die besondere Aufgabe der neuen Schule sei, die Kinder im religiös-liberalen Geiste zu erziehen, ohne allerdings damit in unnötigen Gegensatz zu den anderen (kuppen des Judentums zu tretein. Er wies darauf hin. daß alle jüdischen Kreise helfen müssen, eine jüdische Jugend heranzuziehen, die frei und aufrecht den Lebenskampf bestehen könnte. Herr Gemeinderabbiner Dr. Vogel stein ging in seiner Ansprache insbesondere auf das weltanschauliche Fundament der Schule ein, das die Grundlage eines neuen Schulzweigs bedeuten solle. Zwar aus der Not der Zeit geboren, sei diese Schule doch dazu bestimmt, junge Metrischen nach Gesetzen zu erziehen, die nicht die Not der Zeit, sondern wir selbst geben. Deutsche Kultur' und jüdische Tradition sollen die Grundlage sein, auf der die Kinder erzogen werden müßten. Herr Studienrat i. R. Rudolf Sc h äffer gab als Leiter des neuen Schulzweigs nochmals einen Rückblick auf die Schwierigkeiten, die bei der Gründung der Schule zu überwinden waren. Obwohl er und auch die übrigen Mitglieder de* Lehrerkollegiums in keiner Weise durch das Kuratorium weltanschaulich gebunden worden wären, betrachte er es als eine selbstverständliche Pflicht, die Kinder in dem von Herrn Rabbiner Dr. Vogelstein angedeuteten Sinne zu erziehen. Die Feier wurde umrahmt von Chorvorträgen, gesungen von Herrn Kantor Warten berger und dem Synagogenchor. Eröffnung einer neuen jüdischen Volksschule in Berlin Die neue Volksschule wird in Räumen der Synagoee Prinzregentenstraße, des Nebengebäudes der Syragoge Fasanenstraße und Klopstockstraße 58, untergebracht werden. Außer den in der Fasanenstraße schon bestehenden Klassen wird die neue Schule vier 8. Klassen, eine 7., eine 6., zwei 5., vier 4., eine 3. und eine 2. Klasse bekommen. Damit ist die Möglichkeit gegeben, den größten Teil der Kinder, die für diese Schulen angemeldet sind, aufzunehmen. Die Schüler werden, derjenigen Schule zugewiesen werden, die der Wohnung ihrer Eltern am nächsten gelegen ist. Die Leitung der Schule wird Herr Studienrat Bernhardt übernehmen, der schon bisher die in der Fasanenstraße bestehenden Klassen provisorisch geleitet hat. Da auch für die älteren Volksschulen der Gemeinde viele Kinder gemeldet worden sind, werden zum Beginn des Schuljahrs in der Alädchen-Volksschule, Auguststraße: eine 8. und zwei 6. Klassen, Knaben-Volksschule, Kaiserstraße: eine 8. und eine 6. Klasse, Volkssschule Rykestraße: je eine 7., 6., 4. und 3. Klasse eröffnet. ' ....

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