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Jüdische Schulzeitung · 1934-03-01 · 3 (1.3.1934) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
3 (1.3.1934)
Date
1934-03-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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"Jüdische Schulzeitung* Seite T* cäuch die Kassengeschäfte an seinen- Nachfolger, Herrn Kollegen Reschke, abgegeben hat. Wir bitten hiervon Kenntnis zu nehmen. Der Verbandsvorstand. ■ .... .*•■'.-? ' Verein jüdischer Lehrer der Provinz Brandenburg Aus der Jahresversammlung in Berlin, am 22. November 1933 - Die Tagung war im Hinblick auf die Zeitumstände, und die verhältnismäßig nicht große Mitgliederzahl gut b e sucht. Auch aus Berliinler Lehrerkreisen war interessierte Mitbeteiliigung festzustellen. U. a. war die Verband sleit u n g vertreten durch die Kollegen Abraham und Peritz. — Die jahrelang verdienstvoll wirkenden Vorstandsmitglieder F r a n k (Berlin-Köpenick) und Stern (Landsberg a. W.) sind aus gesundheitlichen Rücksichten von ihren Aemtern zurückgetreten. An ihre Stelle sind die Kollegen) W o 1 f f (Eberswalde) und Löwy (Küstrin) neu in den Vorstand eingetreten;, ersterer als s t e 11 v e r t r e t e n d e r" V o r si t z e n d e r und S c h riftfü h r e r,. letzterer als Kassenführer.,— .In seinem Geschäftsberichte hatte der Vorsitzende Guttmann (Potsdam) u. a. Gelegenheit, Befriedigung über verständnisvolle Betätigung der Verb a n.d s 1 e i t uj rig bezüglich der materiellen wie jdeellfen Nöte der Kollegenschaft zu äußern. So habe die Hilf skasse unter bewährter Leitung des Kollegen Peritz gerade in dieser außerordentlichen Zeiteruschwere doppelt und dreifach ihre Existenznotwendigkeit erwiesen. Die im Frühjahr über di© Gemeinden hereingebrochene Katastrophe habe über die Kollegen natungiemäß viel neue Not gebracht. Das zur Abhilfe vom Verbände mit dem Pr. Landesverbände und den Gemeinden getroffene Abkommen betr. provisorische Gehaltsregelung mit eventueller Schiedsgerichtsanrufung konnte als zur Zeit allein mögliche Kompromißlösung zwar nichts Ideales sein, habe aber sicher viel schwerem Unheil in den Reihen der Beamtem vorgebeugt. Gelegentlich der Neuordnung unserer Verbandspresse wurde in besonders dankbarer Erinnerung alles dessen gedacht, was der bisherige Schriftleiter Steinhardt dem Verbände und der Lehrerschaft in jahrzehntelanger hingebungsvoller Arbeit und unermüdlichem Rechtskampf für sie gewesen ist. — Wie der Verein ferner heute in verstärktem Maße im Sinne des Verbandes den Gedanken der jüdischen Schule propagiere, so hoffe er, daß der Verba/md auch in Zukunft das ihm gebührende Wort in jüdischen Schulfragen in der Oeffentlichkeit sich zu erhalten wissen werde. — Zurückzuweisen seien alle Einzelversuche, Ungeeigneten wieder den Zugang zu unseren Reihen zu verschaffen, indem man (gegen alle Vereinbarung) ohne - Rücksicht auf die berufliche Vorbildung die äußere Mitgiiederzahi zu vergrößeren strebe, ohne -qualitative Arbeitswerte damit zu schaffen. Der aus dem Kreise der befriedigten Gäste kommenden Anregung, mehrmals im Jahre zu tagen, wird leider aus pekuniären Gründen nicht zu entsprechen möglich sein. — Der Bericht über das von Koll. Wolff (Eberswalde) gehaltene Fachreferat: „Aufgaben des Lehrers und Kultusb e a m t e n in dieser Zeit" folgt in einer späteren Nummer dieses Blattes. Guttmann (Potsdam), Vorsitzender. * Konferenzbezirk Aachen des Vereins isr. Lehrer der Rheinprovinz und Westfalens Die diesjährige Tagung unserer Konferenz fand am 26. November v. J. in Aachen statt und war recht gut besucht. : Zu Punkt 1 der Tagesordnung (Bürowahl) bittet Kollege [ Wallach, ihn seines vorgerückten Alters wegen von dem Amte I eines Vorsitzenden zu entbinden und eine jüngere Kraft an : seine Stelle zu setzen. Die Versammlung nimmt sein „Rück- trittsgesuch" jedoch nicht an, sondern wählt ihn einstimmig 1 wieder.— Es wurden zwei Referate (gehalten, das eine („Umgestaltung und Neugründung jüdischer Volksschulen") von dem 78jährigen, hierorts, im Ruhestainid lebenden Kollegen Hauptlehrer Wilhelm Seelig (früher in Emden), das-andere (die .»Opferung Isaaks") vom Vorsitzenden, Kollegen Wallach, Aachen. Seel ig führt etwa folgendes aus: Infolge der letzten Staatsumwälzung kann für Erziehung und Unterricht der jüdischen Kinder überall da, wo es sich als praktisch durchführbar erweist, nur die jüdische Volksschule in Frage kommen. Die innerhalb unserer Glaubensgemeinschaft bestehenden Parteien versuchen, bei dieser Gelegenheit sich der Schule für ihre Ziele zu bemächtigen. Unser Ziel muß aber sein, die Einheitsschule zu begründen und zu erhalten. Der Lehrplan für den Religionsunterricht muß deshalb entsprechend beschaffen sein. Hebräisch-sprachliche Mehrforderungen sind dem Privatunterricht zu überweisen. Von der Gründung? von Bezirksschulen in mittleren oder gar kleineren Gemeinden möchte der Referent entschieden abraten, da er befürchtet, daß sich nicht voraussehbare Schwierigkeiten ergeben. Auch die vom Frauenbund geplante Errichtung von Alumnaten!' vermag der Referent nicht zu empfehlen. Das Kind soll der Erziehung der Eltern nicht entzogen und dem Elternhause nicht entfremdet werden. Den Eltern muß bei allen sich bietenden Gelegenheiten seitens der Lehrer und Rabbiner dringend ans Herz gelegt werden, die religiöse Erziehung zu einer tieferen- und innigeren als bisher zu gestalten. Haus und Schule müssen sich darin ergänzen. Sabbat und Festtage müssen eine höhere Weihe und Andacht erhalten, um das Kind zu einem jüdischen Menschen 7\\ erziehen, der in den Stürmen des Lebens weder wankt noch weicht. — Die Versammlung begrüßt die Ausführungen des geistig so bewunderungswürdig regsamen alten Herrn mit ehrenvollem Beifall. Wallach-Aachen behandelt in der ihm eigenen kritischen Haltung das aktuelle Thema „Die Opferumg Isaaks". Er stellt das Für und Wider vorsichtig abwägend gegeneinander, untersucht die Wirkung, die die Schilderung derartiger und ähnlicher biblischer Szenen in den 'Kindergemütern hervorrufen könne und weist auch auf die Versuche hin, durch freie Gestaltung des Bibelwortes den Schwierigkeiten psychologischer Natur aus dem Wege zu gehen. In den freien Besprechungen wurde noch eine iganze Reihe von Fragen beantwortet, die in wohlgemuter Stimmung der Kollegen Leid und Freud zum: Ausdruck brachten. Der Schriftführer: Grünebaum-Aachen. Entfernung der Rabbiner aus den Schuldeputationen Das preußische Staatsministerium hat eine Novelle zum Volksschulunterhaltungs-Gesetz verabschiedet, wonach die Vertreter des Judentums aus der preußischen Volksschulverwaltung! entfernt werden. Das Volksschulunterhaltungsgesetz sah u. a. vor, daß, sofern sich in der. Stadt mindestens 20 jüdische Volksschulkinder befinden, auch der dem Dienstrang mach vorgehende bzw. der dem Dienstalter nach älteste Ortsrabbiner Sitz und Stimme in der Schuldeputation haben müsse. Da die Schuldeputation die gesamte Volksschulverwaltung in den Gemeinden durchführt, hatte also in diesen Fällen auch ein Vertreter des Judentums die Möglichkeit, mitbestimmend am Volksschulwesen zu wirken. Diese Beteiligung des Judentums wurde noch ergänzt durch die Hinzuziehung des Rabbiners auch zu den Si c h u 1 v o r s t ä n d e in! beim Vorliegen entsprechender Voraussetzungen. Das neue preußische Gesetz, das bereits verkündet und in Kraft'getreten ist, hebt nun alle die Vorschriften aus dem Volksschulunterhaltungs-Gesetz ausdrücklich auf, die die Einbeziehung von Rabbinern in die preußische Volksschul Verwaltung regelten. Schulauflösung Wie wir hören, werden demnächst in Emmerich, Wesel und Kleve die jüdischen Volksschulen wegen zu geringer Schülerzahl aufgelöst.

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