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Jüdische Schulzeitung · 1934-03-01 · 3 (1.3.1934) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
3 (1.3.1934)
Date
1934-03-01
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Aus dem Lehrer-Verband Bericht über die Tätigkeit der Verbands- Hilfskasse und der Rechtsschutzkommission des Lehrerverbandes im Jahre 1933 Das vergangene Jahr hat an unsere Verbands-Hilfskasse besonders starke Anforderungen gestellt. Die Not in unseren Lehrerkreisen ist gegen das Vorjahr noch gestiegen. Weitere Lehrer und Kultusbeamte sind abgebaut und brotlos geworden. Die Gehälter wurden aufs meue gekürzt und vielfach auf ein Minimum herabgedrückt, daß dauernde Not in zahlreichen Lehrerfamilien Platz griff. Der Preußische Landesverband war wegen eigener Schrumpfung seiner Mittel genötigt, seine Beihilfen zu kürzen und in vielen Fällen ganz zu streichen. Auch die öffentlichen Wohlfahrtsbeihilfen und die Renten aus den staatlichen Versicherungen wurden vermindert. Unsere* Alten und die Lehrerwitwen, denen es bisher schon kümmerlich ging, bangen nun vielfach um das kärgste Brot. Bei solcher allgemeinen Lage können außergewöhnliche Anforderungen, die das Leben häufilg notwendig macht, von den meisten Kollegen nicht mehr aus Eigenem bestritten werden. Besonders dringlich wurden die Hilfsgesuche bei Krankheit in der Familie, bei Unternehmungen zur Berufsumstellung und bei notwendiger Auswanderung. In solchen Fällen hat unsere Verbands-Hilfskasse fast nie versagt. Für die Fülle der Gesuche im ganzen aber reichten unsere Mittel nicht aus. Wir mußten auch viele Teile kleiner machen, als es notwendig erschien, um doch mehreren etwas helfen zu können. Im ganzen sind von unserer Kasse im vergangenen Jahre 2700 RM an 22 Parteien in Portionen bis 300 RM ausgegeben worden. Es hätte mehr sein können, wen'n die Lehrerschaft unserem „Aufruf zu Sonderspenden" für die drückende Not. zahlreicher nachgekommen wäre. Ohne besondere Opfer von allen, denen es in dieser Zeit noch etwas besser geht, als der großen Masse unserer Kollegen, kann auch unsere Gemeinschaft nicht auskommen und vor sich und der Oeffentlichkeit in Ehren 'bestellen. Ein Weniges nach seinen Kräften muß jeder Kollege für seinen notleidenden Standesbruder übrig haben. Darum ergeht unser Aufruf zu einer Sonderspende für das lauf ende Jahr an die in Stellung befindlichen Kol - legen aufs neue in Dringlichkeit, und in der Erwartung, daß niemand diesmal fehlen wird. Laßt schon bald unsere Spendenliste dies erweisen. Unsere Hilfstätigkeit beschränkte sich aber nicht bloß auf das, was wir aus unserer Hilfskasse an Beihilfen boten, sondern wir waren auch bemüht, besonders wenn es sich um größere Beträge handelte, als wir-für den einzelnen Fall aus unseren Mitteln geben konnten, Zuschüsse noch von anderen Lehrer-Hilfskassen dazu zu beschaffen. Besonders danken wir für diese Mithilfe dem „Verein zur Unterstützung jüdischer Lehrer in Preußen" und dem „Lehrerhort" (Unterstützungskasse für ehemalige Zöglinge des Berliner Lehrerseminars). Aber auch beim „Hilfsverein für deutsche Juden" und dem , Palästinaamt" erlangten wir für Fälle, die mit in ihrem Aufgabenkreis lagen, besondere Berücksichtigung für unsere Petenten. Ebenso erkennen wir gern an, daß auch der Preußische Landesverband unseren besonderen Vorstellungen und Bitten für in Not befindliche Kollegen1 und deren Hinterbliebenen stets möglichste Berücksichtigung zuteil werden ließ. Ueberall sind die Hilfsgelder knapper geworden. In allen Kreisen drängen die Verhältnisse darum zur Sparsamkeit und •zu einer möglichst einheitlich geordneten Wirtschaftsführung auch im großen. Das erscheint auch für die Hilfstätigkeit in unseren Lehrerkreisen erforderlich. Es geht nicht an, daß -Hilfsgelder ..an dieselbe Person von mehreren Lehrerkassen gegeben werden, ohne daß eine von der anderen etwas darüber erfährt. Wo größere Hilfsbeträge in Frage kommen, müssen ■■ sie besser durch zentrale Verständigung auf die mitbeteiligten. Kassen in angemessenem Maße umgelegt werden. Hilfskassen oder Hilfsfonds für kleine bezirkliche Bedürfnisse müssen in,allen Vereinenjgehalten^.wjerderi^ Um< soanehr wird» bei größeren Bedürfnissen von: der VerbandsrHilfskasse auch-, für die Mitglieder" dieser Vereine geboten werden können. Wir werden diese Fragen demnächst mit den betreffenden Vereinen und Kassenvorständen behandeln. Es erwies sich als sehr förderlich für unser Hilfswerk imganzen, daß der Vorsitzende der Verbands-Hilfskasse auch mit der Leitung des Rechtsschutzes unseres Lehrerverbandes betraut wurde. Dadurch konnten beide Tätigkeiten, wie, es vielfach notwendig war, leicht miteinander verbunden wer-i den. Es ist betrübend, was "uns in der Arbeit des Rechtsschutzes an Rechtsbeugung und Rücksichtslosigkeit^von einzelnen« Gemeinden zur Kenntnis kam. Es fehlt uns leider, die machtvolle Stelle in unserem Judentume, die auch den Gemeinden gegenüber für Recht und Billigkeit gebietend aufzutreten ver-* mag. Die vom Landesverband: für Streitfälle vorgesehenen Schiedsgerichte kamen kaum einmal zustande, da die Gemeinden nicht dazu gezwungen werden konnten und wenig willig dazu waren. Manches wurde trotzdem in Gemeinschaft mit dem Landesverband auf dem Verhandlungswege voo uns erreicht: manches auch durch Eingreifen der Rechtsschutzkommission allein. Die Scheu mancher Kollegen unsere Hilfe dabei in Anspruch zu nehmen, in der Befürchtung, es mit ihrer Gemeinde dann erst recht zu verderben, ist nicht berechtigt. Die Autorität unseres Lehrer Verbandes gilt gerade in manchen dieser widerwilligen Gemeinden besonders stark, weil sie von dieser Außenstelle allein meinen1 etwas zu befürchten zu haben. Wir sind aber überall, wo es die Verhältnisse - bedingen, auf einen Ausgleich bedacht. Durch Geschlossenheit, Einigkeit und hilfsbereites Eintreten des einen für den andern haben wir uns dieses Ansehen zu erhalten und können wir es weiter stärken. Dazu helfe ein jeder Kollege im eigensten und unserer Gemeinschaft Interesse. Ad. P e r i tz Vorsitzender der Verbands-Hilfskasse und der-Rechtsschutzkommission Berlin-Friedenau, Kaiserallee 134. Zum Rücktritt des Kollegen Abraham Hus dem Lehr er-Verband Wie wir bereits in der vorigen Nummer der „Schulzeitung" mitgeteilt haben, hat der Geschäftsführer unserer Verbände, des „Reichsverbandes" und des „Preußenverbandes", Herr Kollege Abraham, aus Rücksicht auf seine angegriffene Gesundheit sein Amt niedergelegt. Als unsere Verbände nach dem Kriege auf der Pfingsttagung 1922 in Berlin reorganisiert wurden, übernahm Kollege Abraham, den jüdischen Lehrern als Methodiker des Hebräischen schon lange bekannt, die Geschäftsführung einschließlich der Kassenverwaltung. Dieses umfangreiche und nicht leichte Amt hat Kollege Abraham also fast'"-zwölf Jahre ununterbrochen verwaltet/Umsicht und Gewissenhaftigkeit haben seine Amtsführung ausgezeichnet. Wohl alle Kollegen, die mit der Verbandsleitung in Beziehung getreten sind, vor allem aber die Teilnehmer an den Tagungen der Verbände, liaben die sorgfältige und zuverlässige Arbeit des Kollegen Abraham schätzen gelernt. Mit besonderer Dankbarkeit gedenkt der Verbandsvorsitzende der treuen, uneigennützigen Hilfe seines langjährigen Mitarbeiters. Kollege Abraham tritt am 31. März dieses Jahres in den Ruhestand. Wir hoffen zuversichtlich; daß die ihm schon jetzt gewährte Ruhe zur Wiederherstellung seiner Gesundheit führen und ihm die Kraft und Frische geben möge, auch weiterhin, wenn auch ohne Amt, in unseren Vorständen zu wirken. Feiner Stern Bamberger Steinhardt Peritz Levy. Unter Hinweis auf unsere Notiz in .Nummer 1 der Schulzeitunig geben wir hiermit bekannt, daß Herr Kollege Abraham

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