Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 10 (1934)
- Issue
- 3 (1.3.1934)
- Date
- 1934-03-01
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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'~ Kummer 3 J ü d is che Sc hu 1 z e i t ung Seite 5 'bekannte Worte der täglichen Umgangssprache unterrichten "will. Soweit man überhaupt notwendig werdenden Schnellkursen Geschmack, abgewinnen kann, ist diesen durch Reznicov ein sehr-gutes- Hilfsmittel -in-die-Hand . gegeben": Der Lehrstoff ist von Leichtem zu. Schwererem geschickt fortschreitend überair interessant und vermeidet es, einseitig zu sein. Die Texte sinid meist mit kleinen Zeichnungen, die in den neuen Auflagen ansprechender geworden sind, lebendiger gemacht. Damit verbindet sich die für das Sprechen notwendigste " Grammatik. Allerdings hat der Verfasser doch selbst bemerkt, daß die Grenze des Notwendigsten schwer zu ziehen ist, da sich überall Ergänzungen als notwendig erwiesen haben, die in den neuen Auflagen überall eingefügt sind. Ein Schnellkurs ist und bleibt eben doch einwenini auch vielleicht notwendiges — Uebel und es wifd wohl kaum der „Nürnberger Trichter" erfunden werden können, jemanden wirklich „in 45 Stunden" Hebräisch beizubringen. 7. Herzberg: Schealeni, Frage mich, Lehrbuch der hebräischen Sprache für Schul- und Selbstunterricht. Verlas . Josef-Belf, Wien I., Rabensteig 3. 1933. Preis 0,90 M. — Durch Frage und Antwort in hebräischer Sprache mit einem Wörterverzeichnis soll der Lernende 800 der notwendigsten hebräischen Worte des täglichen Lebens nebst den grundlegenden grammatischen Umformungen sich aneignen. Die Reihenfolge des Stoffes ist methodisch recht igut angelegt. 7. Eine gute Einführung in das Leben des Landes und seine Sprache geben die beiden hebräischen Büchlein von Schargorodska, Hamatchil und Hasafa wehaarez. Verlag Devir Tel-Aviv. 1933. Das erste Büchlein schreitet von Leichterem zu Schwererem vorwärts, setzt aber doch schon einiges voraus. Immerhin können die recht anregenden mit Photographien versehenen Texte in der Hand eines geschickten Lehrers, bei solchen die nicht ganz Neulinge in der hebräischen Sprache sind, mit gutem Erfolg angewandt werden. Hasafa wehaarez setzt die Elemente der hebräischen Grammatik überhaupt voraus, bringt Texte über die Einwanderung, über das Arbeitsamt für Einwanderer, über den Wege- und Häuserbau durch Chaluzim, über die Industrie, den Handel und Verkehr m anschaulichen Einzelschilderungen. Das Heft kann für Fortgeschrittene eine gute Grundlage zur Unterhaltuni? und Einführung in das Land bilden. 8. Gold mann: Hebräisch. Verlag Sefatenu, Berlin- Charlottenburg. 5 Hefte. Preis 1,50 M. pro Heft. — .. Zuletzt soll etwas ausführlicher dieses Werk besprochen werden, weil es das einzige ist, das im Schulunterricht verwandt werden kann und für ihn eigentlich bestimmt ist. Nach einer 15 Seiten starken Einleitung, in der die Lautgesetze der hebräischen Sprache auf 14 Gruppen.sehr übersichtlich und ge* schickt zusammengefaßt werden, folgen die Lektionen mit Grammatik, Wörtern, Text und Uebersetzungsübung. Anmerkungen in der Grammatik verweisen jeweils auf die Paragraphen der. Einleitung, die als Erklärung einer Regel oder Wortbildung dienen. Im Anfang ist alles Hebräische mit einer lateinischen Transkription versehen), später nur noch die Wörter der Grammatik und der Wörterverzeichnisse. Ich halte eine solche dauernde Transkription für unnötig (z. T. stört sie auch die Uebersichtlichkeit!) Wenn das „Kamez katan" und das „Schwa na" besonders gekennzeichnet werden, bereitet das hebräische Lesen weiter keine Schwierigkeiten. Wer nicht lesen kann, der muß das eben erst vorher lernen, bevor er an solche Sprachlehrbücher herangeht. In der Kennzeichnung des „Schwa na" geht der Verfasser einen neuen Weg, in dem er alle Schwaim nachim wegläßt, so daß alle gedruckten Schwaim hörbar zu lesen sind. So klar dieser Weg ist, so schwer kann man sich mit ihm befreunden. Das Wortbild sieht für den Kenner sehr ungewohnt aus. (Ebenso, daß der Punkt auf dem Schin weggelassen ist!) Der Verfasser sollte sich noch einmal überlegen,-ob es nicht ebenso'ausreichend ist, das „Schwa nach" etwa in Klammern zu drucken, was weniger umstürzend ist und dem Äugle nicht so ^wehe tut- . " Das Buch ist in seiner Anlage auf einen normalen Schulunterricht zugeschnitten. Als solches ist es gut gelungen. Wenn im folgenden an Einzelheiten Kritik geübt wird, sosoll dieses Urteil in keiner Weise damit herabgesetzt werden. Besonders wertvoll ist an dem Buch, daß es in weitem Maße von der bis- .her üblichen erklärenden Grammatik zu konstruktiven Regeln übergeht urad wo solche nicht möglich sind, nicht davor zurückscheut, auch Formen als Vokabeln lernen zu lassen. Es gibt keiinie Regeln, wann die Mehrzahlendung bei männlichen Hauptwörtern — im oder — ot heißt, also muß man die Mehrzahl mitlernen lassen. Das gleiche gilt für die Aenderung der Vokale für Semichut-Formein für die Suffixformen usw. Es gibt keine Regel zu entscheiden, ob es Beged, Bigdi oder Melech, Malki heißt. Die allermeisten Lautregeln können nur erklären, was man weiß, und so das Wissem befestigen. Also muß man beim Unterricht den Weg beschreiten, das Wissen zu erwerben (das kann nur durch Lernen und Uebung erfolgen!) und dieses Wissen durch Erklärungen zu befestigen. So läßt Goldmann von allen Adjektiven und Partizipien die vier Grundformen mitlernen umd verweist bei den „unregelmäßigen" Formen durch Fußnote auf die entsprechenden Abschnitte der einleitenden Lautlehre. Ebenso gibt er Verben in der Vergangenheit, Verben in der Zukunft in drei Formen, bevor und nachdem bereits im 13. Kapitel eine zusammenfassende Behandlung der Kai-Formen gegeben ist. Ich halte diesen Weg für den besten, weil man so neben der notwendigen Genauigkeit und Sicherheit zugleich das mechanisch intuitiv aufsteigende Sprach- und Formenbewußtsein erreicht und das anstrengende Suchen und Nachdenken bei der Neubildung einer Form! in hohem Maße ausgeschaltet ist. Für denjenigen, der ohne Sprachsicherheit aus Sprachregeln allein eine Form bilden will, erwächst daraus gerade so oft das Gefühl von unüberwindlichen Schwierigkeiten der hebräischen Sprache. Auf diesem Weige muß man folgerichtig weitergehen Bezüglich des Substantivs ist das dem Verfasser nichc ganz gelungen. Es gibt keine durchgehenden Regeln zur Bildung der Semichut-Formen, also muß man sie ebenso in vielen Fällen mitlernen lassen, wie die Mehrzahlform. Eine Regel, daß man die Semichut-Form aus dem Substantiv in der Possessivform der zweiten Person pluralis meistens (wann nicht?!) ableiten könne, nutzt igar nichts, wenn »ran diese Form wegen ihrer besonderen Unregelmäßigkeit nicht bilden kann. Mit größerem Recht (auch in grammatischem Sinne) läßt sich die Regel für gewisse Wortgruppen umgekehrt aufstellen. Die Semichut-Form aber muß eben gelernt werden. Da das Werkchen als Schulbuch gedacht ist, halte ich bei einzelnen Kapiteln den grammatischen Stoff für reichlich gehäuft und die Uebungen dazu zu wenig. Störend wirkt für eine Benützung auf der Mittelstufe die allzureichliche Verwendung der lateinischen Nomenklatur im grammatischen Teil. In Volksschulen kann man sie nicht benützen und auch auf höheren Schulen wird das Verständins durch sie nicht gerade gefördert. Auch die Anordnung des grammatischen Stoffes ließe sich durch Hervorhebung des Wesentlichen und besseren Gruppierung der Beispiele übersichtlicher machen (s. z. B. das Lehrbuch von Naor!). Ich kann auch keinen Vorteil darin sehen, daß die Uebersetzungsübungen zum großen Teil Rückübersetzungen des hebräischen Textes sind. Trotz diesen kleinen Aussetzungen möchte ich das Werkchen jedoch jedem zum Versuch empfehlen, da es seit dem Lehrbuch von Moses Rath, Sefat Amenu, das erste Lehrbuch ist, das wirklich für den Schulgebrauch bestimmt und geeignet ist, und das in seiner Methode iganz bewußt den eingefahrenen Weg verläßt und neue Bahnen sucht. Zum Schluß möchte ich .noch auf die ebenfalls im Sefatenu-Verlag erschienenen Hefte mit besonderer. Lineatur für die hebräische Schrift hinweisen, die eine schon lange von allen empfundene Lücke ausfüllen. Die Lineatur ist sehr zweckmäßig angelegt. Der Preis von 10 Pfennig ist trotz des begrenzten Abnehmerkreises nicht teuerer als ein gewöhnliches Heft.