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Jüdische Schulzeitung · 1934-03-01 · 3 (1.3.1934) · page 4

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
3 (1.3.1934)
Date
1934-03-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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Seite 4 Jüdische Sc hui z e i tung i Nummer 3 .- Neue Lehrbücher für den hebräischen Sprachunterricht Von H. Mandelbaum. Hamburg Die praktischen Erforderhisse haben das Interesse für die hebräische Sprache in weitere Kreise getragen. Auch dafür' ist das Verständnis allgemeiner geworden, daß die hebräische Sprache ein wichtiger Träiger jüdischen Kulturgutes ist, daß sie ein wesentlicher Bestandteil und wertvolles Mittel jüdischer Bildung bedeutet. Die jüdische Schule , wird mehr als bisher neben den anderen jüdischen Kulturgütern auch die hebräische Sprache pflegen müssen, um aus dem Vertrautsein mit ihr Fühlung zu bekommen mit jüdischer Art des Anschauens, des Begreifens und Denkens und leichter Zugang zu finden zu den Quellen unserer Lehre, der Wurzel unseres Seins. Leider besteht ein recht empfindlicher Mangel an geeigneten Lehrbüchern der hebräischen Sprache für den Gebrauch in jüdischen Schulen Deutschlands. Es ist nicht allein damit getan, daß, mit dem Unterricht im untersten Schuljahr beginnend, Sprechübungen das Lesen von hebräischen Texten unterstützen und begleiten. Das liefert den unentbehrlichen Grundstock, auf dem man weiter bauen kann und ist zugleich , ein natürlicher Weg zur Sprachaneignung auf dieser Stufe. (Vergleiche etwa die aus dem öniterstufenunterricht an der Hamburger Talmud-Thora entstandenen Unterrichtsbücher: Auro w'simcho, die Fibel und deren Fortsetzungen Auro su tauro, erster und zweiter Teil und die in den beiden dazugehörigen Begleitheften enthaltene methodische Begründumg.) (Verlag M.W.Kaufmann, Leipzig.) Wenn man zu sicherer Beherrschung der hebräischen Sprache führen will, muß irgendwann diese mehr auf dem/ natürlichen Sprechen aufgebaute Art des Unterrichts erjgänzt werden durch einen lückenlos aufbauenden Sprachunterricht. Der Sprachbau des Hebräischen ist vom dem des Deutschen zu stark unterschieden, so daß nur klare, nicht nur gefühlsmäßige Erkenntnis der Sprachgesetze und des Sprachbaus dem Schüler das nötige Gefühl der Sicherheit im Gebrauch der Sprache verleihen kann. Man muß sich darüber Jklar sein^ daß dieser Weg nicht gleich zu Anfang beschritten werden darf, weil er der Geisteshaltung der Grundschüler nicht gerecht wird. Etwa vorn fünften Schuljahr ab aber, wo auf den höheren Schulen auch der Fremdsprachenunterricht beginnt, ist es möglich und dann notwendig auch den hebräischen Sprachunterricht entsprechend umzugestalten. Fast alle Neuerscheinungen von he bräischen Lehrbüchern der letzten Zeit sind nicht für die Zwecke der Schule verfaßt, sondern richten sich meist an Erwachsene, mit dem Ziel, sie auf schnellstem Wege zum praktischen Gebrauch der Sprache für die notwendigsten Bedürfnisse des Lebens zu bringen. So notwendig heute für weite Kreise eine rasche Einführung in den praktischen Gebrauch der Sprache ist, so muß man doch klar aussprechen, daß eio solcher Schnellbetrieb wenig oder fast keine Sprachbildung vermitteln kann, auf die die Schule besondere Pflege verwenden muß, wenn sie ihrer erzieherischen Aufgabe gerecht werden will. Wenn ich trotzdem im folgenden eine Reihe von Neuerscheinungen in einer Schulzeitung kurz bespreche, so geschieht es aus folgenden Gründen: 1. Kann der Lehrer aus allen Neuerscheinungen wertvolle methodische Anregungen empfangen, so daß es sich immer lohnt, sich eingehender mit.einem neuen Werkchen zu befassen. 2. Wird -mancher Lehrer gern seine eigenen Sprachkenntnisse nach der einen öder anderen Hinsicht erweitern und das geeignete Hilfsmittel <Iazu suchen. 3. "Wird es häufig der Fall sein, daß der Lehrer auch für Erwachsene einen hebräischen Sprachkurs leiten soll und dazu ein geeignietes Lehrbuch sucht. Diese drei Gesichtspunkte sollen besonders berücksichtigt sein. 1. B o r n s t e in: Einführung in das Hebräisch der Gegenwart. Verlag der Jüdischen Rundschau, Berlin. 1927. Brosen- .6,75 M, Leinen 8,10 M. — Das Buch bespricht an Hand von methodisch gut durchdachten Texten, denen jeweils ein Wörterverzeichnis folgt, in lückenlosem Aufbau die Spracherscheinungen. Die Texte sind besonders im Anfang auf bestimmte grammatische Erscheinungen hin zusammenigestellt, gehen aber sehr bald zu größeren, inhaltlich wertvollen Lesestoffen über, die mehr und mehr aus allen Epochen der jüdischen Literatur entnommen sind. Besonderer Wert ist auf die Herausarbeitung des besonderen - Stils jeder Epoche gelegt. , Das Buch ist besonders gut zum : Selbststudium geeignet und vermittelt eine wirklich gediegene Sprachbildung. Dem Buch fehlen Uebungsstoffe, durch die der Lernende angehalten wird, das Erkannte auch anzuwenden. Leider fehlt dem. Buch auch ein Sachregister, . sonst könnte es auch ganz vorzüglich wegen der Vollständigkeit und Gediegenheit des Inhalts als Nachschlagewerk benutzt werden. Auch-für denjenigen, der das Büch durchgearbeitet-hat, "fällt das Nachschlagen schwer, wenn er nicht zufällig: ungefähr noch weiß, an welcher Stelle das Gesuchte besprochen ist. Vielleicht entschließen sich Verfasser und Verlag noch zur Herausgabe eines solchen Registers, das jeder Benützer dankbar begrüßen würde. v 2. N a o r: Praktisches Lehrbuch der hebräischen Sprache. Verlag Divau. 1933. Preis gebunden 6,50 JVL — Ein Lesestüek, das mit Rücksicht auf den zu behandeln-s den Sprachstoff zusammengestellt ist, Grammatik und ein kurzes Uebungsstück zum Uebersetzeu vom Deutschen ins Hebräische bildet jeweils eine Lektion. Die Grammatik ist systematisch und übersichtlich angeordnet Es ist klar, daß der .grammatische Stoff einer jeden Lektion reichlich ist, da der gesamte Stoff auf 26 Lektionen zusammengedrängt ist. Dazu ist der vorhandene Uebungsstoff (im Durchschnitt nur 10 Druckr reihen!) nicht ausreichend. An den Lehrgang schließt sich noch , ein Lesebuch mit 30 weiteren Lektionen an, mit Stoffen aus der Geschichte, aus dem Leben des „Landes", über die Bedeutung jüdischer Organisationen bis zu Aufrufen, Prospekten., Reden, die in die praktische Umgangssprache des, heutigen Palästina führen. Kleine Geschmacklosigkeiten im Text* (etwa Lektion 27, 23) müßten bei einer Neuauflage, da es sich doch um ein Schulbuch handeln soll, beseitigt werden. Alles in allem für Kurse besonders wegen seiner Uebersichtliehkeit gut geeignet. Für einen Lehrgang in der Schule ist der Stoff zu gedrängt. 3. W e i n r y b und T e i t e 1 b a u m: Praktischer Schnellkursus für Neuhebfäisch. Verlag Jakob B. Brahdeis, Breslau. 1933. 5 Hefte, ä 0,90 M. — Cohn: Neuhebräisch schnell gelernt. Verlag Siegfried Scholem, Berlin-Schöneberg. 1933. Geheftet 2.85 M. — 5. Reznicov: Hebräisch in 45 Stunden. Im Selbstverlag, Breslau. 1933. 5 Hefte, ä 0,80 M. — Wie der Untertitel angibt, dienen diese drei Lehrbücher besonders für den Unterricht in Schnellkurseh, die weniger Wert auf systematische Gründlichkeit legen, als darauf, möglichst rasch zu praktischem Sprechen anzuleiten. Weinryb und Teitelbaum benützen dabei die sogen, psychotechnische Methode, wie .sie in den bekannten Mastnerschen Unterrichtsheften angewandt wird. Durch Lesen von"'Texten soll ein gefühlsmäßiges Erfassen der' Sprache erreicht und das Auswendiglernen von Sprachregeln unnötig gemacht werden. Dadurch, daß sich jedes Wort 15 bis 20mal wiederholt, prägt es sich von selbst, also ohne bewußtes Lernen, ein. Die Texte sind ' sinngemäß und wortgetreu übersetzt. Sie beschreiben in der Hauptsache das Leben der chaluzischen Jugend, ihre Vorbereitung, Aufnahme und Arbeit im Land und bringen so den Leser in palästinensisches Leben. - Das Cohnsche Büchlein ist weniger ein Lehrbuch als ein kleiner Reise-Sprachführer. Auf den ersten 20 Seiten bringt er einen kurzen Abriß der hebräischen Grammatik (warum das „tote", wissenschaftliche Paradigma katal?). Dahn kurze Gespräche (mit Uebersetzung), z. B.. die Landung, Wetter und Zeit, auf der Post usw. und zum Schluß ein kleines Lexikon der wichtigsten Begriffe Dentsch-i-Hebräisch. Für den .Unterricht ist das .Werkchen daher kaum geeignet, eher zur kurzen Orientierung für denjenigen, der sich rasch über:einige-ihm uit-

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