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Jüdische Schulzeitung · 1934-01-01 · 1 (1.1.1934) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
10 (1934)
Issue
1 (1.1.1934)
Date
1934-01-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nummer 1 J ü dj s c h e Schulzei tu ng Seite 7 mehrere "jüdische Schulen möglich, der Zwang der Verhältnisse wird aber alle Teile des deutschen Judentums zur Einheitsschule führen. Die Beantwortung der Frage, wo sich das Schicksal des deutschen Judentums vollenden wird, ist wesentlich für die Aufstellung eines jüdischen Bildungsideals. Große Teile des deutschen Judentums werden hier bleiben, wir müssen aber auch mit der Tatsache Palästina rechnen. Damit ist nach Ansicht des Redners der Charakter der Erziehung festgelegt: Nicht die These sei anzuerkennen, jüdische Jugend muß allein für Palästina erzogen werden; aber unsere Jugend dürfe auch nicht nur für hier herangebildet werden. Die Formulierung, dieses Zieles sei sehr schwierig; aus der gegenwärtigen Lage lasse sich ein einheitliches Bildungsideal nicht ermitteln, wesentlich sei deshalb die praktische Arbeit, die unsere Kinder in das Judentum hineinführt. Die Reichsvertretung der deutschen }uden teilt mit: Der mit der Ausarbeitung von Lchrplänen für die jüdischen Volksschulen beschäftigte Unterausschuß des Erziehungsausschusses der Reichsvertretung der deutschen Juden trat am Donnerstag, dem 7. Dezember, unter dem Vorsitz von Prof. Elbogen zum zweiten Male zusammen. Dem Ausschuß lagen zusätzliche Richtlinien zur Aufstellung von Lehrplänen für jüdische Volksschulen vor, die in eingehender Aussprache durchberaten wurden- Die endgültige redaktionelle Feststellung der Richtlinien soll durch eine Kommission erfolgen, so daß die Richtlinien in der nächsten, am Sonntag, dem 17. Dezember, stattfindenden Sitzung des Unterausschusses verabschiedet werden können. Die Richtlinien stellen eine Ergänzung der allgemeinen staatlichen Richtlinien für Volksschulpläne dar, die den besonderen Frfordernissen der neu zu gründenden jüdischen Schulen Rechnung tragen sollen. Nclnxi der Festsetzung des allgemeinen Erziehungszieles befassen sich die Richtlinien insbesondere mit der Frage, in welcher Weise in den verschiedenen Fächern- Beziehungspunkte zu jüdischen Kultur- und Geschichtsinhalten gefunden werden können. Wir hoffen, unsern Lesern in der kommenden Ausgabe unseres Blattes ausführlich über diese wichtigen Beratungen berichten zu können. Aus dem Lehrerverband Bericht über die Generalversammlung des Vereins isr. Lehrer in der Provinz Pommern zu Belgard. (Büß- und Bettag.) In Abwesenheit des leider erkrankten Vorsitzenden Kollegen Voß-Neü Stettin eröffnete Kollege Moses-Greifen - berg i. P. die Versammlung. Sein Bericht wies auf die immer schwieriger werdende Lage der Gemeinden und damit auch der jüdischen Beamten hin. Trotz aller Not hob er den Idealismus und die Opferbereitschaft der Kollegen hervor und spornte sie als Träger des Judentums an, den Mut nicht zu verlieren in der frohen Hoffnung, daß der gesamten Menschheit auch wieder einmal bessere und frohere Tage erblühen weiden. Nach Erstattung des Kassenberichts wurde der von dem Kollegen W e r b 1 o w s k i - S t o 1 p ausgearbeitete neue Satzungsentwurf eingehend besprochen und angenommen. Bei der Vorstands-Neuwahl wurde Kollege W e r b 1 o w s k i zum Vorsitzenden, Kollege R a i n o w i t z - S t e 11 i n zum Stellvertreter und Kollege Moses zum Schrift- und Kassenführer - gewählt, Nun folgte das Referat des Kollegen Rainqwitz „N e ügestaltun.g des hebräischen Unterrichts". Er führt aus: Durch die über uns Juden hereingebrochene Zeit sei in der gesamten Judenheit das Interesse für die hebräische Sprache bedeutend gestiegen, und deshalb sei es auch erforderlich, daß in der Schule, aber erst bei den älteren Lehrgängen, das Neuhebräische eingeführt werden müsse, Er breitet sich dann'aus über die Methode des Erlernensv weist auf die Neuerscheinungen .von Lehrbüchecn hin, glaubt aber, daß das beste Lehrmittel die persönliche Verbindung sei, Schriftwechsel und Fühlungnahme mit palästinensischen Juden. Reicher Beifall lohnte die Ausführungen des Referenten und eine lebhafte Diskussion entspann sich über das Thema. Nach Erledigung verschiedener interner Angelegenheiten schloß der Vorsitzende die Versammlung, indem er für seine Wahl als Vorsitzender dankt und das Versprechen gibt, stets zu wirken für unser Standesinteresse, zur Ehre des Judentums. S: Wcrblowski, Stolp Julius M o s e s Vorsitzender. Schriftführer. Israelitische Lehrerkonferenz Hessens Am. 1. Februar 1934 nimmt Kollege Schaumberg- Neu k i r c h e n die Stelle in A 1 s f e l.d an. Herr Gans hat gebeten, ihn von dem Amt des stellvertretenden Vorsitzenden zu entlasten. Auf Beschluß des G. A. setzt sich die Leitung ab 1. Januar 1934 wie folgt zusammen: 1. Vorsitzender: Rosenbusch-Bebra. Dem G. A. gehören weiter an: Moses- Kassel und 0 p p e n h e i m - R h i n a. Herr Gans vertritt den Bezirks-Verein Fulda im erweiterten Ausschuß. Kollege Schaumberg hat sich große Verdienste um den Ausbau und das geistige Wachstum seines Vereins erworben, und sein Rat wird oft und schmerzlich vermißt werden. Seine Freunde danken ihm für die geleistete Arbeit und wünschen ihm eine segensreiche Wirksamkeit im neuen Bereiche. Arbeitstagung in Waldenburg Am 29. Oktober fand im Gemeindezimmer zu Wa Idenburg die 16.'Arbeitskonferenz des l. Pflegschaft s b e z i r k e s Schlesien statt Nach einer längeren eingehenden Familienberatung trug Kollege Falkenstein aus Kizzur Schulchan Aruch, Kap. 27 und 28 die Vorschriften über Talmud Thora und über den Umgang mit heilichen Büchern vor. Rabb. Dr. Koppel-Hirse h berg hielt einen Vortrag über: ..Einführung in die n e u hehr ä i - sehe Sprache, in wissenschaftlicher und methodischer Beziehung". Besonders interessant waren die Ausführungen über die Entwicklung der neuhebräischen Sprache und Schrift, und die zahlreichen Winke für neuhebräische Kurse. W i e s e r forderte einheitliche Aussprache (sephardisch) für Religionsschule und Synagoge. Die Anwesenden schlössen sich dem Wunsche nicht an. Auch zeigte Wieser eine methodisch wertvolle Erweiterung der 7 Binjanim des hebräischen .Verbums auf 9, und zwar 3 Bedeutungskästen: Kai, Kawed und Gorem zu je 3 Gruppen (aktiv, passiv, reflexiv). Led. ermann teilte mit, daß er feste Redensarten in den oberen Klassen einübe und dadurch große Fortschritte erziele. Persönliches Der Jüdische Lehrerverein Rheinland-Westfalen beklagt den Heimgang seines Mitglieds, des Kol!. Rosenfeld, der viele Jahre in Lippstadt i. W. als Lehrer und Prediger gewirkt hat. Mit ihm ist einer der wenigen noch lebenden Veteranen des Krieges von 1870-71 dahingegangen: er hat ein Alter von 85 Jahren erreicht. Rosenfeld war ein treuer Kollege, der an den Arbeiten des Vereins stets regen Anteil genommen hat. Seine Freunde werden ihn in gutem Gedenken behalten. Neue Schulen Wie wir hören, wird in Saarbrücken am 1. April eine jüdische, vierklassige Volksschule eröffnet. Die Anstellung der Lehrkräfte wird durch die Landesregierung erfolgen. Es dürfte zweckmäßig sein. Bewerbungen durch die Synagogengemeinde Saarbrücken zur Weiterleitung an die Landesregierung einzureichen. Es kommen ausschließlich Volksschullehrer in Frage. Auch in B o n n und in S t'u 11 g a r t werden mehrklassige Volksschulen errichtet werden.

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