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Jüdische Schulzeitung · 1933-12-01 · 12 (1.12.1933) · page 7

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
9 (1933)
Issue
12 (1.12.1933)
Date
1933-12-01
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
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T v Nummer, 1? faltet und;daifiöt Neuland bearbeitet, wie es gerade uns in diesen Zeiten sichtbarlich entgegentritt im Aufbauwerk Palästinas. _ Und endlich und '.nicht zuletzt Ludwig T i e t z , der vornehme, weltoffene, der Altfrömmigkeit fernstehende und dennoch tief im Jüdischen wurzelnde deutsche Jude, herausgewachsen aus einer neuen Jugend mit betont jüdischer Haltung; er stand mitten unter.den wenigen Männern, die aufgerufen wurden, die deutsche, Judenheit durch die Wende seiner Geschichte hindtirchzuführen. Versuchen wir das zusammenzuschauern was an Energien von diesen vier hervorragenden Führern ausstrahlte, so ergiibt sich ein gewaltiger Kraftstrom, angesichts dessen wir die Zuversicht haben dürfen, daß unsere Gemeinschaft ungeöchen an Lebenslust und Lebenswillen in die Zukunft hineinschreiten wird. Wir Lehrer aber wollen nicht versäumen, die Gestalt der Heimgegangenen vor den Kindern erstehen zu lassen, auf daß ihnen;der Reichtum an Substanz bewußt werde, aus dem ihrer aller Leben Nahrung ziehen kann. Vor einer Neuregelung des evangelischen Religionsunterrichts Wie das VDZ-Büro meldet, steht eine Neuregelung des evangelischen Religionsunterrichts in den Schulen bevor. In jüngster Zeit haben nämlich Verhandlungen zwischen der neuen evangelischen Landesregierung und den zuständigen Ministerien über eine soxhe Reform stattgefunden, die vorläufig zu dem Ergebnis geführt haben, daß bis zu der endgültigen Neuregelung der evangelische Religionsunterricht in derSchuie in der bisherigen Form erteilt werden soll. Eine große Rolle dürfte bei der bevorstehenden Neuregelung die Behandlung des aus dem Alten Testament stammenden Unterrichtsstoffes bilden. Schon jetzt läßt sich sagen, daß der Inhalt des Alten Testaments nicht mehr in dem bisherigen Umfange im Schulunterricht vorgetragen werden wird, wo er bisher «anz-e SchuOjahre in An Spruch genommen hat. Dadurch, daß man übereingekommen - ist, bis zur Durchführung dieser Reform, die für das ganze Reich einheitlich vorgenommen werden soll, keine Aenderung int Religionsplan vorzunehmen, hat auch iene Verfügung des Regierungspräsidenten von Schleswig ihre Erledigung gefunden, wonach die Geschichte von der Opferung Isaaks wegen einer in ihr zum Ausdruck kommenden undeutschen Gottesanschauung aus dem Lehrplan der Schulen zu streichen sei. Auch diese Einzelfrage wird erst bei der bevorstehenden Reform endgültig geklärt werden. Aus der „Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums" Im Heft V bringt A. Karninka (Wien) seine ergebnisreiche Aufsatzreihe , Beiträge zur Erklärung der Esra-Apokalypse" zum Abschluß; desgleichen beendet S. Klein (Jerusalem), der verdienstvo-'le Förderer der palästinischen Topoigraphik seine Serie „Zur jüdischen Altertumskunde" mit sprachlich, geographisch und kulturgeschichtlich interessanten Ausführungen zur mischnisch-talmudischein Narnenskunde. U.' Cassuto (Rom) lenkt unsere Aufmerksamkeit auf einen bisher nur ganz wenig bekannten hebräischen Dichter Italiens im 15. Jahrhundert: Mose ben Joab, und bringt ihn durch feinsinnige Interpretation von Proben aus seinem Diwan und eingehende literar-geschichtliche Würdigung unserem Verständnis näher. Besondere Hervorhebung verdienen auch die Beiträge zum Fall Mortara (1858), die Josef Meisl aus Berliner Archiven veröffentlicht. Man abonniert die Monatsschrift, indem man Mitglied der Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaft des Judentums in Berlin wird und den jährlichen Mindestbeitrag von 10 RM an die Gesellschaft (Postscheckkonto: Berlin Nr. 7030) sendet. SeiterTf; Vom Erholungs- und Altersheim für jüd. Lehrer und Kantoren in Bad Ems Kein Notschrei, aber eine Mahnung! Vor wenigen Jahren aus der Initiative weniger Tapferen entstanden, hat das Heim in der kurzen Zeit seines Bestehens Hunderten vo-n Erholungsbedürftigen gedient und ist die Zuflucht vieler Kollegen, deren Gattinnen und Witwen, sowie zahlreicher Kolleginnen geworden. Alle waren zufrieden und viele sind schon wiederholt eingekehrt. Zehn Dauerinsassen genießen in ihm ein geruhiges Heim verdienter Altersversorgung. Von den etwa 3000 jüdischen Beamten Deutschlands aller Kategorien zählt das Heim ganze 700 Mitglieder; von diesen haben für das laufende Jahr knapp 200 ihren Beitrag in Höhe von fünf Mark entrichtet. Auf 500 Mahnungen, in den letzten Wochen versandt, liefen fünf Zahlungen ein--..Das ist die Thora, das ihr Lohn!" Wir wollten und erwarteten von der Kollegenschaft nichts aus die Aufbringung der Hypothekenzinsen — das Heim erhält sich aus den Verpflegungsgeldern. Nicht einmal diese kleine Mitarbeit leistet die gesamte Beamtenschaft. Solcher Mißerfolg ist beschämend und lähmend. Vielleicht wird diese Flucht in die Oeffent.ichkeit nützen. Hoffentlich! Der Vorstand. Das Postscheck-Konto des Heims lautet: Frankfurt am Main, Nr. 5680. Aus dem Berliner Schulleben Anläßlich eines Berliner Gemeindeabends sprach Dr. Fleischer auch über das jüdische Schul werk der Gemeinde. Es habe die Aufgabe, der Jugend jüdisches Wissen und deutsche Kultur zu vermitteln, doch sei es selbstverständlich, dat auch den Anschauungen national jüdischer Kreise in Schulfragen Rechnung getragen werden müsse. Der Elternbeirat einer Berliner jüdischen Schule beschäftigte sich mit der Frage des hebräischen Unterrichts. Er hatte die Schulverwaltung gebeten, den Kindern jeden Tag ein« Stunde hebräischen Sprachunterricht erteilen zu lassen. Diese) Bitte sei bisher nicht entsprochen worden: auch sei es dei Lehrenden nicht gestattet die sephardische Aussprache einzuführen. Es wurde folgende Entschließung angenommen: Der Elternbeirat stellt mit Bedauern und Verwunderum fest, daß der Gemeindevorstand auf die in der Versammhmj der Elternbeiräte der jüdischen Schulen gefaßte Resolution ii keiner Weise reagiert hat. " Wir erheben Protest gegen diese Art der Behandlung voi Wünschen der jüdischen Elternschaft. Wir erneuern nachdrücklichst unsere Forderung nach de täglichen Hebräischstunde, die für unsere Kinder eine, drin gende Notwendigkeit ist. Wir erwarten, daß der Gemeindevorstand in kürzester Zei zu unsern Forderungen Stellung nimmt und Sorge dafür trag daß unserm berechtigten, aus jüdischem Gefühl erwachsene Verlangen nunmehr Rechnung getragen wird. Wir können im Augenblick nicht beurteilen, wie die Ding in Berlin liegen. Wir haben aber den Eindruck, daß die E.terr schaft nicht völlig die Schwierigkeiten übersieht, die einer eir schneidenden Stundenplanänderung entgegenstehen auch nicl Jüdische Schul zeitung h:

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