Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 12 (1.12.1933)
- Date
- 1933-12-01
- Page
- – (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
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w/^^^^^^i ^■^P^mm^^' •-<^^^&K;3r^^ Jüdische- Schulzeitung " ' '' . r "* NumAerß:" |i""idi© Folgen, die der JJebergang von der aschkenasischen zur || sephardischen-Aussprache im Hinblick auf das kultische Leben jijj mit :sich bringt. Hier sind grundsätzliche Erwägungen zu beifr rlieksiclitigen, die nicht im Sturm und Dranig überwältigt werjjs den können. j Persönliches j' Anfangs Dezember dieses Jahres verläßt der seitherige 1. Vorsätzende des Israelitischen Lehrervereins im Volksstaat Hessen, Herr Lehrer - Kahn-Alsfeld Deutschland, uirrn nach k v New York überzusiedeln. I,; Sein Weggang bedeutet für den Verein einen großen Verjj;« iust Vor acht Jahre.n hat er mit Gleichgesinnten die jüdischen (!;> Lehrer Hessens nach langen Jahren der Spaltung zu einem {1 Verein zusammengefügt und dessen Anschluß an den Reichs- \' j verband der jüdischen Lehrervereine ermöglicht, dem bisher!• iur ein Teil der hessischen jüdischen Lehrer angehört hatte. J'/| Seit dieser Zeit war Kollege Kahn 1. Vorsitzender dieses leugebildeten Vereins und hat sein Amt mit Treue und Ge- {■] Mssenhaftigkeit, in Gerechtigkeit und selbstloser Hingabe verl-1 maltet. Ein Mann des Friedens und der Versöhnlichkeit, ist er 1 miner bestrebt gewesen, Gegensätze auszugleichen und Strei- . igkeiten zu schlichten. :l 1 ir. [j ] Traditionell gesetzestreu und von einer schlichten, tief £1 nnerlichen Frömmigkeit, ist er doch duldsam und aufgeschlos- (';en auch gegen die gewesen, die in religiöser Hinsicht auf 1 i?inem anderen Boden standen. s: Er war der warmherzige Fürsprecher des jüdischen Leh- 3 ers in allen Gremien, in denen er seinen Stand zu vertreten latte und trat «rät Leidenschaft und Ueberzeugungstreue und neist mit Erfolg für die Rechte seiner Berufsgenossen und t* lererf soziale Besserstellung ein. Ebenso nachdrücklich forv I lerte er die geistige Fortbildung und Höherentwickelung des;!i iidischen Lehrerstandes. Für ai'l dieses dankt ihm der Israeli-;.l ische Landeslehrerverein im-Volksstaat Hessen und mit ihm Im He jüdischen Lehrer aufs herzlichste. Seine großen Verdienste I; m den Verein und die jüdischen Lehrer werden ihm unver- \] :essen bleiben. | i In Würdigung seiner großen Verdienste undals Ausdruck jj er immerwährenden Verbundenheit, hat der Isr. Landesj-:- shrerverein Herrn Kahn in die Reihe seiner Ehrenmitglied e r aufgenommen. - Die besten Wünsche seiner Kollegen und Freunde beg'leii Efcn den Scheidenden in seine neue Heimat; möge er dort ein j'snn befriedigendes Arbeitsfeld finden und auch hier wirken j VGum Besten seiner Mitmenschen und der jüdischen Gemeinschaft, von ganzem Herzen rufen sie ihm und seiner Familie i ^o'ir die fernere Zukunft ein rAs zu. | Das Amt des 1. Vorsitzenden verwaltet bis zur nächsten '^lUauptversammlung der seitherige 2. Vorsitzende, Herr Lehrer : *°akob- Strauß in Offenbach a. M., Hermamn-Göring-Straße 23.!* ^—— Literarisches ctf •^Cj Shemarya Levin: Jugend in Aufruhr. Rowohlt-Verlag Berlin. Leinen 7,50 RM. oo v In diesem zweiten J3and seiner Lebenserinnerungen (der ijfete „Kindheit im Exil" ist in diesen Blättern eingehend, ge- £ui" würdigt worden) stellt der Verfasser jene Zeitspanne dar, diev{: er mit dem wachen Blick des kämpfenden Jünglings durchdrin^- - gen konnte. Wir erleben mit ihm die düsteren Wochen der- Pogirome; wir wandern mit dem um geistige Entscheidungen^ ringenden Schüler von Stadt zu Stadt, von Land zu Land; wir: stehen voller Teilnahme neben dem in Leidenschaft verstrickten Stürmer und Dränger; seine Not ist die unsere, und die sieghafte Ueberwindung von äußern undinnern Hindernis^' sen bringt auch uns Entspannung. —.Vom Sachlichen her er-f halten wir sehr anschauliche Darlegungen über den tiefgrei-• fenden Uebergang vom ..Ghetto zur modernen Kultur", über^ die geistige Struktur der deutschen Judenheit auf der Höhe ihrer Emanzipationserfolge und vor allem über das Wachstum - der nationaljüdischen Bewegung. Die ungewöhnlich packende; Darstellung des Werdeganges Levins und der soziologischen Sachverhalte, die ihn beeindruckten, machen auch dieses Buch zu einer der aufschlußreichsten Dokumente jüdisch-mensch . licher Kämpfe. Der Lehrerschaft aber bietet es darüber hinaus eine Fülle pädagogisch wertvoller Gedanken, und schon", allein aus diese!m Grunde müßten wir, vor denen die Aufgabe:' einer Neuformumg jüdischer Jugend steht, nach dem Buch Shemarya Levins greifen. d. n. Almanach des Schocken-Verlags auf das Jahr 5694. Dies Büchlein mag man gern zur Hand nehmen. Es gleicht im Aeußern und Innern jenen feinen Schatzkästlein, die uns angesehene'Verlage Jahr um Jahr geschenkt haben- Die besten. Namen unserer Zeit sind darin vertreten: Büber, Baeck. Beer- Hofmann, Rosenzweig, Werfel, Agnon, Gordon u. a. Der Verleger Salman Schocken hat sich durch Herausgabe dieses vornehmen Bändchens Wie immer als hochgemuter Förderer jüdischen Schriftums erwiesen. d. n. * Zur Besprechung liegen vor: Joachim Prinz: Wir Juden. Erich Reiß, Berlin. Leinen 4,50 RM, kart. 3,20 RM. Ne'man: jüdische Politik. Gustav Emgel, Leipzig. Preis 1,80 RM. Dr. Hermann Levi: Lehrbuch und Jugendbuch im jüdischen Erziehungswesen des 19. Jahrhunderts in Deutschland. Köln 1933. Beschwerden über * unpünktliche Zustellung oder Nichtlieferung der Jüdischen Schulzeitung bitten wir nur an die zuständige Postanstalt oder an den Briefträger zu richten. Die Jüdische Schulzeitung ist durch die Post eingewiesen und nur diese ist daher für Beschwerden zuständig.