Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 9 (1933)
- Issue
- 10-11 (15.11.1933)
- Date
- 1933-11-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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lieh: uttfl*da^Bel&imt^^ inende Schularbelt sei nicht auffindbar? Ich denke doch, daß Üi© Sehnsucht nach dem Ursprung in den aufgescheuchten jüdischen -Menschen lebt und daß die Notwendigkeiten der, Zeit, so wenijgi sie noch erkannt, sein -mögen, ihre Erfüllung^ Finden werden in der Rückkehr zur alten, aber nicht veralteten religiösen Welt unserer Väter. Siegfried Braun, s j ■■■ ■ . ' ~ { Verbesserte Psalmen? jj in einer sehr lesenswerten, anregenden Methodik des Evangelischen Religionsunterrichts von Hermann Schuster '[Frankfurt 1933, Diesterweg) findet.sich auf S. 195 eine Bemerkung, die ihrer Seltsamkeit wegen hier notiert sein mag; % „Die Psalmen des A. T. sind durch Luthers Uebersetzung -gm ganzen erheblich erhöht. Sie sind durch seine Verdeut- (schuing? natürlich ohne daß er sich dessen bewußt wurde, verinnerlicht, vertieft, verchristlicht." Die zuletzt genannte Wirfeng von Luthers Uebersetzung kann man gelten lassen, iwenn man daran denkt, wie oft Luther den Text christlich Sprechen läßt. Er übersetzt z. B. an vielen Stellen statt Hilfe jgieiland und gestaltet ganze Verse so um, daß sie auf die Leidensgeschichte Christi bezogen werden können. An einer Binderen Stelle meint Schuster, daß die Psalmen „im Durchschnitt deutlidi unter der christlichen Höhenlage" seien. Denkt "ver dabei an die idealen Forderungen seines Glaubens oder an Hie praktischen Auswirkungen in Vergangenheit und Gegenbwart? Auf jeden Fall stutzt man über dieses Urteil, wenn man Ibedenkt we'fch hohen Wert die christliche Kirche lange vor dand nach Luther auf die Psalmen und ihre Verwendung im drottesdienst und in der religiösen Unterweisung gelegt hat dand mit welch hinreißender Beredsamkeit Luther selbst die ^Frömmigkeit des Psalters — man möchte sagen:, in Demut "gepriesen hat. I Aber am sonderbarsten ist jedenfalls Schusters Bebaupdiung, daß Luther durch seine Uebersetzung die Psalmen „erimöht", „verinnerlicht und vertieft" habe. U Man wird Luthers Uebersetzung, wo sie nicht christolos<?isch geformt oder entsprechend seiner zeitgebundenen1 Kenntnhis des Hebräischen fehlerhaft ist, im ganzen als geradezu s«ünstlerisch genial werten müssen. d< Aber wer den hebräischen Text versteht und. in allen dkümmernissen des Lebens bis auf den heutigen Tag durch die faVertiefung in die Psalmen sich religiös erquickt undimmer kwieder ergriffen wird durch diese unerschöpfliche Tiefe des zreligiösen Gefühls, wie sie hier im Wort sich gestaltet, der »vird dann doch sagen müssen, daß auch in Luthers Uebersetzung der an' sich kaum denkbare Fall nicht vorliegt, daß sein lyrisches Werk klassischen Wertes durch eine Ueberset- Seung-erhöht, verinnerlicht und vertieft sei. sa. Dr. M. Spanier, Berlin. oc .--_ur LV Persönliches ge < Philipp Falkenstein-Landeshut i. Sehl. min seMiem 70. Geburtstage am 18. November und. gleichzeitig eii zur Feier seines 50jährigen Amtsjubilnums. n^ Der Freund und Weggenosse Falkensteins, Kollege Moopsv%reslaü, übersendet uns eine eingehende Würdigung des Jubilars, die wir leider wegen Raummlangels nicht vollständig Abdrucken können. Wir entnehmen ihr folgendes: Philipp Fal- ^ienstein, ein .Sohn des Rheinlandes, ist seit fast vier Jahrzehnten im Osten tätig, davon in seiner jetzigen Gemeinde "eiber drei Jahrzehnte. In allen Kreisen der Bevölkerung wußte Äan seine Arbeitskraft zu schätzen. So war er geschäftlicher afind technischer Leiter des städtischen Kleingartenbetriebes ^Knd Ehrenmitglied des Provinzialverbandes der Tierschutzze/6reine. Das ureigenste Arbeitsfeld des. schlichten, bescheidenen und wahrhaft frommen Mannes blieb jedoch seine Gekene'«de, 4er er noch immer in seltener Hingabe dient- Eine roÜ.».; ' 'iWsi,..-! is; ...- . ,, : überaustjege,Tätigkeit entfaltete ^Falkensteiniinnerhälb "seiner! Standesgenossen: Ä er. vor 50 Jahren" das Kölner; jüdischer Lehrerseminarverließ, war von einer aktionsfähigen Lehrerorganisation,nichtszu -verspüren. - Ealkenstein: j-ief-den- Nas-.- sauischen Verein ins Leben. Seit langen Jahren ist er stellvertretender Vorsitzender und Schatzmeister des Schlesischen Provinzialvereins. Die Verbandsleitung erkannte seine Kraft und berief ihn in den HiSsausschuß des Verbandes. Trotz der Ueberfülle an Arbeit fand Falkenstein Zeit, sich der geistigen * Förderung seiner Kollegen zu widmen. Dank seiner Initiative entstand ein Pflegsehaftsbezirk in seinem. Wirkebereich, dem er Ziel und Richtung gab. Ueber allem aber, was der Jubilar an Geistigem und Sozialem der Mitwelt schenkte, lag der Glanz einer wundervoll ausgeglichenen Natur, voller Güte, Weisheit und Menschenliebe. Die Gegenwart hat — wie könnte es anders sein — diesen Mann stark beeindruckt. Seine tief verankerte Emuna hilft ihm über manches Ungemach hinweg. Sie .möge ihm zu,eigen.bleiben auch in der kommenden Zeit, auf daß Falkenstein noch manches Jahr rüstigen Schaffens in körperlicher und geistiger" Frische beschieden sei. Die gesamte jüdische Lehrerschaft des Reiches, der der Name Falkenstein, Landeshut, wohl vertraut ist, schließt sich diesem Wunsche in aller Herzlichkeit und Dankbarkeit am und gibt ihm verstärkten Ausdruck in den Worten: ad mieah weesrim schana! Der Vorsitzende unseres rheinisch-westfälischen Vereins, Kollege Katzenstein-Steele konnte jüngst das Fest der silbernen Hochzeit und sein 25jähriges Ortsjubiläum feiern. In Katzensteins Nähe mag man gern weilen; er gehört zu den . Menschen, die vom öemüt und vom Geist her vieles zu schenken vermögen. Und so geschah es, daß der Bereich seiner Arbeit sich mählich dehnte, hinaus über das friedvolle. Heim, die Schule, die Gemeinde .bis dorthin, wo die jüdische. Gesamtheit um Gestalt ringt. : Diese Zeilen wollen die guten Wünsche von Freunden-zu dem jugendfrischen Paar hintragen. Möge es noch viele Jahre von Ungemach verschont bleiben, auf daß der Schaffenslust kein Abbruch geschehe. Eingeschlossen sei der herzliche Dank für das Geleistete, dem1 Kraft und Fülle zuwachsen mögen. In.Solingen verschied im verflossenen Monat Kollege Max Joseph. Fast 50 Jahre lang hat der Heimgegangene seine Gemeinde betreut. In unserem Verein gehörte er zu den Stillen, Bedachtsamen, dessen Art, auf den Anruf zu horchen, sich den Wreggenossen einprägte. So werden sie Max Joseph in gutem Gedenken behalten. Die jüdische Schule In Hessen-Nassau sind mehr als zwei Dutzend jüdische Volksschulen weigen zu geringer Schüterzahl — unter 15 — aufgelöst und die Kinder den Ortsschulen überwiesen worden. Dasselbe gilt von einer Reih« öffentlicher Schulen im übrigen Bereich Preußens. Die Lehrer wurden in den Ruhestand versetzt: die meisten betreuen weiterhin als Kantoren, Prediger und Religionslehrer ihre Gemeinden. * Auf der anderen Seite regt sich überall das Verlangen, die Schulnöte der deutschen Judenheit durch Neugründung jüdischer Schulen zu beheben. Hierzu erhalten wir aus Berlin "folgende Berichte: Am 19. Oktober trat unter Vorsitz von Lahdgerichtsrät Dr. Lilienthal der Unterausschuß des Erziehungsaüsschusses der R e i ch'sver-tretung zusammen, der sich besonders mit der Frage der Gründung neuer jüdischer Schulen befaßt. Aus dem Bericht über die bisherigen Arbeiten ergab sich, daß der Erziehungsausschuß an etwa 50 größere jüdische G emeiiT d e ri; in denen bisher keine jüdischen SchulT