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Jüdische Schulzeitung · 1933-05-15 · 5 (15.5.1933) · page 6

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
9 (1933)
Issue
5 (15.5.1933)
Date
1933-05-15
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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Seite 6 Jüdische Schulzeitung Nummer alle Illustrationen sind ganzseitig, in ihrem Wert nicht gleichmassig: einige davon sind zwar in herkömmlicher Art. aber doch im Allgemeinen als gut anzusprechen. Die Ornamente wären besser fortgeblieben: Ornamente kann bloß der Spezialist entwerfen. Sowohl Satz, als Illustration sind dunkelgrün gehalten, was vom Auge' ganz angenehm empfunden wird. Für dm Illustrationen.wurde .der etwas, teuere Klischeedrukk pafcpenyet. was anzuerkennon ist; auch tzas Papier lst sehr schön.' O i t o Geismar. „Der Morgen." Philo-Verlag. Berlin W 15. Jahrgang 9, Heft 1. Jahresabonnement 12 :/!!(. Einzelheft 2,25 Die erste Nummer des neuen Jahrgangs enthält eine Neihe höchst wertvoller wissenschaftlicher Arbeiten. Ein Aufsatz von Ernst Cassirer behandelt Bergsons Ethik und Religionsphilo- . sophie. — Professor Brutzkus bringt eine aufschlussreiche anthropologische Abhandlung über die Abstammung der Juden. Seliim Stern behandelt, in ihrer wissenschaftlich gründlichen und methodisch exakten Weise die seelische Struktur des Ghettomenschen. Das Problem der deutsch-jüdischen Bauernsiedlung wird in dem Aufsatz von Ernst Holzer erörtert, dem Franz Oppenheimer eine eingehende Erwiderung und Ergänzung folgen läßt. — Aus dem bedeutenden Werke des großen römischen Historikers Dessau „Geschichte der römischen Kaiserzeit" greift N. Strauß das interessante Kapitel „Judäa und die Juden" heraus, um es einer eingehenden Würdigung zu unterziehen. — Es folgen noch Beiträge über wesentliche Neuerscheinungen der Bücherwelt. Arnold Zweig: De Vriendt kehrt heim. Berlin. Gustav Kiepenheuer. Im Jahre 1024 meldeten die Zeitungen, daß Dr. Jacob Israel de Haan in Jerusalem von unbekannt gebliebenen Tätern erschossen worden sei. De Haan war der Führer der Augas Jisroel in Jerusalem und ein eifriger, fanatischer Gegner der zionistischen Bewegung, der er früher einmal augehört hatte. Er hatte enge Beziehungen zu arabischen Nationalisten unterhalten und war wiederholt vor maßgebenden Persönlichkeiten als antizionistischer Wortführer ausgetreten. Man legte damals den Mord zionistischen Gegnern zur Last: nach dem Tode de Haans aber stellte sicheine eigenartige Tatsache heraus: Der überfromme Zelot war nämlich Päd'erast, und die Annahme, daß ein Araber die von de Hann geschändete Familienehre an ihm rächen wollte, gewinnt dadurch größere Wahrscheinlichkeit. Und noch ein anderes stellte sich heraus: De Haan war überzeugter Atheist, und es kann wohl kaum jemand in stärkerem Maße Gottesleugner sein, als er sich in vielen seiner Gedichte, die man aufgefunden, bekannt hat. Es widerstrebt unserem religiösen ° Empfinden, auch nur ein einziges davon an dieser Stelle wiederzugeben. Wahrlich, eine eigenartige, widerspruchsvolle Persönlichkeit, ein seltenes psychologisches Nätsel. Das Leben und Sterben dieses Mannes hat Arnold Zweig zum Gegenstand des vorliegenden Romans gemacht. Offenbar war es dem Dichter darum zu tun, seine Gestalt uns menschlich näher zu bringen, was ihm aber wohl kaum gelungen sein dürste. Mit dichterischer Lizenz hat Arnold Zweig auch den großen Araberaufstand mit der Ermordung de Haans in Verbindung gebracht, während jener blutige Aufstand in Wirklichkeit fünf Jahre später stattgefunden hat. Arnold Zweig war in Palästina und hat dessen neues Werden und Entstehen mit scharfem Auge beobachtet und geschildert. Ob auch mit objektivem? Wir wagen es nicht, darüber zu entscheiden. Aber Arnold Zweig, der gefeierte Schriftsteller, liest sich immer interessant und regt den Leser stets an, auch wenn dieser sich mit seinen Einzeldarbietungen nicht immer einverstanden zu erklären vermag. Und so sei unter diesem Gesichtspunkte auch dieses sein Werk unseren Lesern wärmstens empfohlen. M. S t e i n h a r d t. G u t t m a n n, Prof. Dr. Julius: Die Philosophie des Judentums. (Kafkasche Geschichte der Philosophie. Bd. 9.) 112 Seiten, mit einem Bildnis des Maimonides. Verlag von Ernst Reinhardt in München. Preis broschiert 7,50 ul!i, Leinen 9,50 iM,. Es ist bisher noch nicht der Versuch unternommen worden, die philosophischen Bemühungen innerhalb des Judentums der allgemeinen Geschichte der Philosophie einzuordnen. Dem Autor ist dieser Versuch in hervorragender Weise gelungen. Zunächst wird die religiöse Entwicklung des Judentums im Altertum sehr anschaulich geschildert, die Grundgedanken der biblischen Religion, die jüdisch-hellenistische Philosophie, die religiösen Grundgedanken des talmudischen Judentums werden ins Licht gestellt. Im zweiten stellt sich Guttmann die Aufgabe, die jüdische Religionsphilojophie im Mittelalter darzustellen. Er zeigt, wie die griechische Philosophie zum zweiten Male innerhalb des islamische'.! Kulturkreises in das jüdische Geistesleben eindrang, eine Rezeption zweiten Grades, da schon die islamische Philosophie, der die jüdische folgt, auf einer Verarbeitung d.er griechischen Systeme beruht. (S. 9.) Wir erfahren auch, wie dieselben Kräste. die m der Entwicklung der islamischen Philosophie die treibenden uns WtscheideNden.waren, auch in,der iniltelalterlichen jüdinM!' Religronsphiloiophle von ungeheurer Bedeutung waren. 7>in Charakter wird von hier aus in ihrer ganzen Entwicklung bestimmt. „Sie ist in einem weit ausschließlicheren Sinne als die .Philosophie der islamischen Völker Religiousphilosophie geblieben." (S. 09.) Man bemüht sich immer wieder, „das Wel!- bild der antiken Metaphysik der personalistischen Religiosität der Bibel anzugleichen". (S. 60 f.) (Diese personalistische Religiosität der Bibel wird im ersten Teil des Buches in ihren charakteristischen Merkinnlen geschildert, u. A. in diesem Zusammenhänge dargestellt, wie gerade durch ihren personalistischen Charakter die biblische Religion sich in einen unüberbrückbaren Gegensatz zu Mystik und Pantheismus stellte.) Der dritte Teil behandelt die - jüdische Religionsphilosophie der Neuzeit. Da es hier nicht zu einer kontinuierlichen Entwicklung wie im Mittelalter gekommeu ist, kann Guttmann in diesem Teile des Buches nur von Einzel-, erscheinungen berichten. Die Analyse der philosophischen Systeme ist sehr eingehend. Guttmanns Formulierungen sind bei aller Tiefe und Gründlichkeit immer leicht verständlich und umreißen das Entscheidende und Wichtige sehr anschaulich. Wie wichtig Guttmanns Buch für den jüdischen Lehrer ist. brauche ich nach dem Ausgeführten wohl nicht erst besonders hervorzuheben. Bezirksrabbiner Dr. E r n st S t e ck e l m a ch e r. . Bad Dürkheim. Literarische Berichte aus dem Gebiete der Philosophie. Herausgegeben von Arthur Hossmann (Erfurt). Kurt-Stenger- Verlag, Erfurt. Wer sich heute über die Novitäten nicht allein auf philosophischem Gebiete, sondern, auch auf diesem Wissenskreise »ich! mehr Augehörendem und Fernliegenderem informieren will, wird gern zu diesen Heften greifen. Da sogar ganz abseits Liegendes, das nur noch dem ''Namen nach („Philosophische Fakultät!") .„Philosophisches" ist, aufgeführt wird, sei an dieser Stelle empfohlen, entweder, sicher das Zweckmäßigere von beiden, alles dieses nunmehr f o r t z u l a s s e n. oder den Titel dieser Publikation, die ja fortlaufend erscheint, entsprechend a b z u ä n d e r n. damit auch diejenigen, die nicht mehr Philosophisches oder eindeutig Peripheres suchen, davon profitieren können. Ich habe nämlich die Feststellung gemacht, daß Naheliegendes und der Einbeziehung Würdiges fehlt, mährend Dinge genannt sind, die bei bestem Willen mit Philosophischem nicht in Zusammenhang gebracht werden können. Das bezieht sich wohl in erster Linie auf die Verzeichnisse philosophischer U n i v e r s i t ä t s s ch r i f t e n von Kurt Gassen (Greifswald). Während beispielsweise eine Dissertation einer Doktorandin Anneliese Uhlhorn: „Meisterwerke der Plastik des Spätbarock in Breslau" aufgeführt wird, fehlt alles, das wichtige volkserzieherische Problem „O e f f e n tliche Meinungsbildung" Betreffende. So die ''Arbeit eines Doktoranden Gerhard Münzner „Oeffentliche Meinung und Presse". Allerdings haben wir für das Pressewesen die a u s g e zeichnete Bibliographie von Vorstius und Steinborii (Harrassomi'tz, Leipzig): das wäre aber keine Entschuldigung, da schließlich für alle größeren Wissensgebiete Bibliographien verfaßt werden. Die „Religionsphilosophie" und „Orientalische Philosophie" überschriebenen Abschnitte scheinen unter starker L ü ck e n- Hastigkeit zu leiden. So hat man die Dissertation von . Heinrich Guttmann: „Die D a r st e l l u n g der i ü d i - s ch e n Religion bei Flavins I o s e p h u s". Gräsenhainichen, Schulze, eine Gießener Philosophische Dissertation von 1928. nicht ausgenommen, und so könnte man noch eine ganze yteiljc ähnlicher Arbeiten nennen. Im klebrigen vermißt man hier ein Schlagwort —, ein Personen- und ein Disnplincn-Verzeichnis. Iin" Großen gesehen: sehr wertvoll, eine nicht unerhebliche Lücke ausfüllend. E r n st Lewy (Berlin). Familie und Fürsorge. Es ist ein Merkmal des zeitgenössischen Denkens, die Znsämmenhänge in ihrer Bezogenheit aufeinander zu erkennen und zu verstehen. Diese Methode hat insbesondere auch in den Berichten Platz gegriffen, die es mit der Bewültignng^der Lebenszusammenhänge zu tun haben tNeliaion. Medizin. Technik usw.): wir sehen die Menschen, soweit sie mit den Sach-

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