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Jüdische Schulzeitung · 1933-04-13 · 4 (13.4.1933) · page 7

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
9 (1933)
Issue
4 (13.4.1933)
Date
1933-04-13
Page
– (sequence 7)
Language
German
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Nummer 4 Jüdisch eSchulzeitung Seite 7 verdient auch in diesen Blättern eine Empfehlung. Wir Lehrer, besonders in den Großstädten, haben oft Gelegenheit, Kinder zu fördern, die aus einem Milieu stammen, wie es dieses Buch charakterisiert. Man. lernt es hier auf die angenehmste Art kennen, nicht nur durch den Anhalt der Geschichten. Alan weiß ja, daß der Kern solcher Erzählungen nicht nur oft alt, sondern auch international ist,' aber was gewählt wird und wie es um-- und ausgestaltet wird, das. ist das Kennzeichnende. Größtes Lob . verdient Dr. Olsvangers Erzühlungsart. Da trifft jedes Wort und erhellt die besondere Situation. Die Pointe des ersten Schwanks gilt — aber ohne Ironie! — vom Autor: A Id, as me darzeilt em a Maiße, macht er: „Weiß ich woß! alte Maitzes!" un er ken die Maiße besser darzeilen. Zur Einführung in das Verständnis dieser vielen so fern und fremd erscheinenden Welt ist dieser Ausgabe eine schlichte, inhaltsreiche Darstellung aus dem Alltags- und Festleben der Ostjuden beigegeüen. Der Dialekt, in dem die Geschichten erzählt werden, ist ein örtlich genau bestimmtes litauisches Jiddisch. Die Worterklärungen könnten manchmal besser sein. Cheinsedik ist. nicht „huldvoll", sondern anmutig, jomiin nauroim mit „schreckliche Tage" zu übersehen, ist selbst schrecklich. Katowes (Scherz) von Catones, Plural von Cato abzuleiten, ist ebenso verfehlt, wie dawenen auf das (Seite) und gar das sicher von legere stammende leinen auf „ursprünglich alleinen, d. h. allein, ohne Hilfe des Lehrers, lesen" zurückführen zu wollen.. Die Erklärung von nebbich (hier nebbach) durch ein mittelhochdeutsches ne bi uch (möchte doch einmal dafür eine Belegstelle uns angegeben werden!) ist abwegig, wenn auch sonderbarerweise angesehene jüdische Gelehrte den slawischen Ursprung des Wortes noch heute verkennen wollen. Diese kleinen Mängel mindern selbstverständlich nicht den Wert des köstlichen Werkes. Es muß dankbar erwähnt werden, daß das schon ausgestattete Buch durch die von Prof. Dr. Hoffmann-Krnyer geleitete Schweizerische Gesellschaft für Volkskunde heransgegeben wurde. Dr. Spanier, Berlin. M a x S ch e l e r : Die Idee des Friedens und der Pazifismus. Leipzig. Der neue Geist-Berlag. Pom diesem Büchlein wird niemand kriegerisch oder friedlich werden. Es ist auch kein Aufruf, sondern der Text eines Vortrags,.den Scheler 1927 im Neichswehrministerium hielt. Formulierung und Gedankenbau.sind elegant wie immer bei Scheler. Man nehme das Schriftchen wohl am besten als posthume Ehrung Schelers. So ist seine Veröffentlichung auch wohl gedacht. I. B. David Baumgardt: „Spinoza und Mendelssohn." Philoverlag, Berlin. 0,80!R)l. Die Herausgabe dieser Schrift fällt zeitlich mit dem 200. Geburtstag Spinozas zusammen: sie darf also mit aufnahmebereiten Lesern rechnen. Zwei Aufsätze sind Spinoza, zwei Mendelssohn gewidmet. Baumgardt hebt in ihnen in knapper Darstellung heraus, was in ihrem Sein und Wirken wesentlich war und zeigt darüber hinausgehend auf, welche Wirkungen von den beiden Denkern ausgegangen sind. Die Schrift ist eine treffliche Zu- . sammenschau dessen, was an geistigen Energien von Spinoza und Mendelssohn ausstrahlte. S. Braun- Köln. Neichshandbuch der Universitäten. Akademien. Hochschulen. Höheren und mittleren Schulen, Fach-, Berufs- und (Scfr wcrbcschulcn des Deutschen Reichs. 1. Ausgabe 1982. H. M. Andr-'e-Berlag. Düsseldorf. Wie der Titel sagt, will das Werk eine Zusammenstellung der BernfsausbUdungscmstalten geben. Herausgeber meint im Vorwort, einem in weitesten Kreisen oft empfundenen Mangel abgeholfen zu haben. Das scheint mir nicht der Fall zu sein. Schon deshalb, weil g a r k c i n Mangel sich bisher irgendwo und irgendwann geltend gemacht hat. Neben der „Minerva", dem Jahrbuch der gelehrten Welt (de (Srui)ter & Co.. Berlin). haben wir seit langem „Aschersous Universitüts- und Hochschullaleuder" (Barth. Leipzig), für die Höheren Schulen z. B. den „Kunzescheu Philologenkalender" und endlich das ..Handbuch der Preußischen Unterrichtsverwaltung", das regelmäßig lückenlose Verzeichnisse in sinnvoller und einwandfreier Zusammenstellung über das gesamte preußische Schulwesen gibt, sofern es sich nicht um private oder dem Reich unterstehende Institutionen handelt: für fast alle deutschen Länder cxiUiercn a nalo g e Verzeichnisse, die regelmäßig, neu bearbeitet. erscheinen. Der Herausgeber hat auch Heilerziehttngsanstalten und Heime ähnlicher Art miteinbegriffen, dafür haben wir das. wenn auch nicht ganz einwandfreie, so doch bisher beste Verzeichnis: Adreßbuch der Krankennsw. Anstalten (Leineweber-Verlag, Leipzig) und manches andere Spezialverzeichnis für diese Anstalten. Warum noch niemand ein Gesamtverzeichnis herausbringen wollte, liegt nicht daran, daß er einen (nicht vorhandenen) Mangel nicht erkannte, sondern, weil er wußte, daß es schon überreichlich genug derartige Bücher gibt, die gewissermaßen zusammenschreiben, nicht mit zwecklos und zeitraubend, sondern auch nie eine genaue und lückenlose Arbeit werden würde. Im übrigen findet man jedes Jahr in Mostes Deutschem Neichsadreßbuch Gesamtverzeichnisse der deutschen Hoch- und Fachschulen. Und selbst das zusammengetragene Material ist nach ganz handwerksmäßigen Gesichtspunkten zusammengetragen. Insti- tute an Universitäten werden, wenn sie zufällig nicht „Seminare" heißen (wie das Sandersche Psychologische in Gießen), nur unter „Institute": Seminare an Universitäten werden, wenn sie zufällig nicht „Institute" heißen, wie das Mesterfche, nur unter „Seminare" verzeichnet. Herausgeber verfällt in denselben Fehler wie alle Verzeichner bisher, daß er für die Handelshochschul-Ansbildung nur die Sozial- und wirtschaftswissenschaftlichen Fakultäten, die früher eigene Handelshochschulen waren, verzeichnet, während er Jena, Breslau. Erlangen nsw.. wo jetzt genau dasselbe gelehrt wird, nicht verzeichnet. Für uns ist aber vor allen Dingen bedeutsam, daß erstens das Berliner Nabbinerseminar vollkommen fehlt, zweitens die vor mehreren Jahren bereits geschlossenen Seminare Kassel, Münster nsw. verzeichnet sind. Sowohl ein Schlagwortverzeichnis wie alphabetische Anstalls-, Orts- und Personenverzeichnisse fehlen. Unsere jüdischen Anstalten Wolzig und Marburg fehlen ebenfalls. Cs nimmt Wunder, daß dieses Buch nunmehr in den Lesesaal der hiesigen Staatsbibliothek eingestellt wurde. - Ernst Lewy (Berlin). Re'man: Geburtenregelung und Judentum. Gustav Engel. Verlag. Leipzig, broschiert .1,50 MC. 1988. tQQtaficns ÜJtetfjobe ridentem (Heere verum — lachenden Tones die Wahrheit zu sagen, wird zwar gern nachgeahmt, aber sie ist nicht immer geziemend. Herr We'mmi müßte vielleicht als Untertitel — eine Satire — geschrieben haben. Was er sagt, gibt Anlaß zum Nachdenken, ist wertvoll und darf sehr wohl erwogen werden. Aber der Weg über die Per-' höhmina — z. B. der Nabbiner. vornehmlich der liberalen. — ist nicht der natürliche. Wer angreifen will, muß es auch wagen, den Schleier zu lüften. Cs sei aber nicht vergessen, daß das Grnndziel dieser Broschüre löblich ist. und daß sie verbreitet und gelesen zu werden verdient. Nabbiner Dr. A. Posner. Kiel. Fritz Iorde: Zur Geschichte der Juden in Wuppertal. Bergland-Verlag. Wuppertal-Elberfeld. 1933. Dieser Monographie, die uns ein Bild der Geschichte der Juden in Clberfeld-Barmen von 1694 bis auf unsere Tage liefert, kann man nachsagen, daß sie die Quellen gut zu verwerten und ans ihnen eine möglichst objektive Darstellung zu schaffen versteht. Man wird den Abdruck der Verzeichuisse der Juden imd ihrer Steuerleistungen ous' dem vorigen Jahrhundert dankbar begrüßen, zumal auch die Familienforschung hieraus stutzen ziehen wird. Not. Verfolgung, zumal durch bic Zünfte. Schutz. Lasten, geistige Regsamkeit, religiöses Leb ,t werden beleuchtet. Die Beachtung dieser Schrift muß dem Verfasser die wohlverdiente Anerkennung bringen. Nabbiner Dr. A. Posner, Kiel. Der Morgen, Inhrgong 8, Februar 1988. Nr. 6. Philo-Verlag, Berlin. Das Februarheft des „Morgen" ist ein der Erörterung neuzeitlicher Staatsprobleme gewidmetes Sonderheft. Die Krise des Denkens unserer Zeit ist auch zur Staatskrise geworden.' d. h. zu einer Krise der Denkgrundlagen, auf denen das ganze Staatsloben beruht und der Probleme, die im staatlichen Leben einer Lösung entgegenneführt werden sollen. Getreu der Aufgabe des „Morgen", die Fragen, um die man heute kämpft, in ihrer Gesamtheit und in ihrem Zusammenhang ans der religiösen Gläubigkeit aller Aufbauwilligen zu erörtern, läßt die Schriftleitung in diesem Sonderheft „Der Staat" zur Darstellung bringen, warum heute in Fragen des Staates und seiner Grundlegung gerungen wird. Jeder der Verfasser — wir nennen Mar Eschelbacher. Mai Schindler und Gottfried Solomon, Gustav Raddruck). Franz Oppenheimer, Ernst Michel. Rita Hirschberg-Nenmeyer. Ma.r Dienemann und Alfred Hirschberg — schreibt von seinem Blickpunkt aus. jede Aeußerung ist persönlich, keine gibt die offizielle Kundgebung irgeudeiner Richtung oder Organisation wieder. Grundlinie des Ganzen

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