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Jüdische Schulzeitung · 1933-04-13 · 4 (13.4.1933) · page 8

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
9 (1933)
Issue
4 (13.4.1933)
Date
1933-04-13
Page
– (sequence 8)
Language
German
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Jüdische Schulzeitung Nummer l Sette 8 ist bei allen Wandlungen des Staatsgedankens feststehende Verbundenheit des deutschen Juden mit deutschem Geistesleben, deutscher Kultur und deutscher Staatsbildung und der daraus geschöpfte Anspruch auf Stellung im Staat. Dem Heft eignet eine Vielfältigkeit der Betrachtungsweise und Mannigfaltigkeit der Themen bei aller Einheitlichkeit der Grundfragen. Die Zeitschrift erscheint zweimonatlich (jedes Heft ist zirka 100 Seiten stark), und ist durch jede Buchhandlung oder direkt durch den Philo Verlag, Berlin \V 15, Emser Straße 42, zum Jahrespreise von 12 rf)l zu beziehen. „Die zeitgemäße Schrift". Heft 24. Januar 1933. Verlag Heintze & Vlanckertz. Berlin/Leipzig, steht im Zeichen der löoethefeiern. In der, von der Firma Heintze & Vlanckertz veranstalteten reichhaltigen Ausstellung zeigte es sich, wie Deutschlands Schriftkünstler wetteiferten, die Perlen von Goethes Dichtungen graphisch würdig zur Darstellung zu bringen. Das -vorliegende Heft bringt eine Auslese davon. Eine neue Art der farbigen Darstellung, die geeignet ist. dem Schüler das Wesen der Farbzerlegung. bezw. der Farbmischung klarzumachen, bieten die Beispiele Rothes von farbigen Federzeichnungen, hergestellt mittels Redisfeder und farbiger Tusche. Otto Geismar. Maria Leitner: Eine Frau reist durch die Welt. Berlin. Agis-Verlag. Ein buntes Reisebuch liegt vor uns. Eine Frau hat es geschrieben, die sich alle Beguemlichkeiten auf ihrer Durchquerung Amerikas versagt. Sie lernt Amerika kennen als Arbeitende, die sich mit in die Reihen derjenigen stellt, die hart um das Notigste zum Leben kämpfen. Ileberall ist der Kampf gleich. Aber für den Leser ist es sehr interessant, die verschiedenen Lebenserscheinungen kennen zu lernen. Maria Leitner arbeitet als Scheuerfrau. Verkäuferin in New Dort, sieht das Lurusdasein der Millionäre, erlebt das rasende Tempo des Tagesablaufs der arbeitenden Schicht als Bedienerin in einer „Massenabfütterungshalle", ist Dienstmädchen beim Alkoholschmuggler. Sie erlangt die Erlaubnis, die französischen Strafkolonien zu sehen, unterhält sich dort mit Gefangenen und Beamten, deren Leben nicht weniger grauenvoll ist als das der Verurteilten, ein besonders interessantes Kapitels das den Leser nur schaudern läßt, daß diese gespenstischen Zustände im 20. Jahrhundert eristieren. Sie arbeitet in kleinen Städten als Zigarrenmacherin und Seidenweberin, beobachtet das Millionärs- und Milliardärsdasein in Palmbeath und Florida, erlebt das Sektenwesen in Nichmond. reist in die Diamantenfelder.. um festzustellen. daß von der ganzen Romantik des „Elückmachens" nichts mehr eristiert, macht Fahrten über reißende Ströme durch den Urwald, lernt Gelbe. Schwarze und Weiße kennen und zeigt die schillernde Buntheit dieser zusammengewürfelten Bevölkerung Amerikas. Maria Leitner überrascht durch besonders kühle Schilderungsweise, die aber bei der Fülle und Buntheit des Niesenmaterials nicht. unlebendig wirkt. Jedenfalls ein Buch, das zu lesen Freude macht. W. St. Dr. Franz Schnaß: Die Einzelschritt im Deutschunterricht. Zickfeldt, Verlag. Osterwiek-Harz und Berlin. Preis: 5.00 OUl broschiert. , . t . Eine wahre Fundgrube für jeden Deutschlehrer, der seinen Unterricht nach arbeitsunterrichtlichen Methoden aufbaut. Mit unendlichem Fleiß und überragender Stoffbeherrschung ist hier eine Fülle von Material zusammengetragen worden, dessen Verarbeitung der individuellen Eigenart des Lehrers freigestellt bleibt. Alit der Einbeziehung der Kunst- und Musikbetrachtung in den Deutschunterricht hat der Verfasser ein kaum erschlossenes Arbeitsfeld geöffnet. Im Interesse der literarischen Erziehung und Eeschmacksbildung bevorzugt Schnaß schon auf der Unterstufe die Einzelschritt und verwirft das Lesebuch als überlebtes Erbstück der alten Schule. Ich mochte das anregende.Buch auch in den Händen von Eltern und Erziehern nicht missen, die hier einen praktischen Berater für die Lektüre ihrer Kinder finden. M. Simon, Studienrat, Tilsit. Der der Schriftleitung eingegangene Bücher: Vom Löwen, Pferd und Fuchs und andere Tiermärchen erzählt von A. G o d i n, Luise Pichler und Robert R e i n i ck. UH Zelten mit einem farbigen Titelbild, einem mehrfarbigen Deckenbild und 10 Textzeichnungen von Rolf Winkler, Gebunden 2 .'M. Union Deutsche Verlagsgesellschaft in Stuttgart. Engen Wölbe: Carmen Sylva. Der Lebensweg einer «M-V'?".>n Königin. Leipzig. Koehler & Amelang. Hofer: „Märchen vom Karfunkelstein". Eine Geschichte für kleine und große Kinder. Illustriert von Arpad Schmidyammer. Union Deutsche Verlagsgejellscyasr, Stuttgart.. Leinen 3,80 Olk. RuthWeiland : Die Kinder der Arbeitslosen. Mit einem Vorwort von Gertrud Bäumer. Heft 11 der Schriftenreihe des deutschen Archivs für Zugendwohlfahrt, Eberswalde—Berlin. Verlagsgesellschaft R. Müller m. b. H. 08 S. Preis: 2,0» Ml. Sexual-Katastrophen, Bilder aus dem modernen Geschlechtsleben. Herausgeber: Dr. Le vy-Lenz. Geb. 8 Ml. Schrift und Schreiben. Zweimonatsschrift für alle praktischen und wissenschaftlichen Fragen der Schrift und des Schrcibunterrichtes. Herausgeber: Prof. Dr. G g. Ra ed e r sche idi, Bonn. 4. Jahrgang, Heft 2—3. Verlag: F. Soennecken, Bonn. Preis: 3.60 Ml jährlich. Aus dem Verlag von Ernst Wunderlich, Leipzig, Rüßplatz 14: 1. ArnoEürtler : Das Zeichnen im erdkundlichen Unterricht. 2. Heft: Europa. Geb. 3 ML 2. Von demselben Verfasser: Faustskizzen im naturkundlichen Unterricht. Preis: 2,00 Ml. 3. Zifferntnfel „Unerschöpflich", von Max Wagner (Hunderte von Uebungen, Zehntausende von Aufgaben auf einer Tafel von 170 qcm.) Brosch. 1 Ml. 4. Wetterblatt für den Arbeitsunterricht. Blatt 9 Pfg., 100 Blatt 8.00 Ml. Ergebnis des Preisausschreibens der Julius Höxter-Stiftung Von den zehn eingesandten Arbeiten erhielt die Arbeit über „Jungs Tiefenpsychologie und deren Verwertung im jüdischen Religionsunterricht" mit dem Kennwort „Nicht Theorien, sondern allein die schöpferische Persönlichkeit ist das Entscheidende", den Preis. Verfasser dieser Arbeit ist Herr Lehrer Hugo Rosenthal in Berlin. Eine zweite Arbeit über das Thema „Jüdischer Religionsunterricht und bildende Kunst" mit dem Kennwort „Zweck? Das Kunstwerk hat nur einen: Still im eig'nen Glanz zu ruhn, aber durch ihr bloß Erscheinen wird die Schönheit Wunder tun" wurde von dem wissenschaftlichen Ausschuß für so wertvoll gehalten, daß er ihre Veröffentlichung in der „Jüdischen Schulzeitung" empfiehlt und eine erhöhte Honorierung durch die Julius Horter-Stiftung beantragt. Ihr Verfasser ist Herr Dr. Adolf Löwenberg, Berlin-Eharlottenburg. Die übrigen Einsender werden gebeten, dem Unterzeichneten entweder eine Deckadresse anzugeben, unter der ihnen die Arbeit zugeschickt werden kann oder ihm die Oeffnung des die Adresse enthaltenden Briefumschlages zu gestatten, worauf ihnen die Arbeit direkt zugehen wird. Der wissenschaftliche Ausschuß besteht aus den Herren Dr. Braun-Köln. Dr. Fränkel-Augsburg. I. B. Levn-Frankfurt am Main (der an die Stelle des verstorbenen Rabb. Dr. Lazarus getreten ist), Studiendirektor Stoll-Würzburg und dem Unterzeichneten. Der wissenschaftliche Ausschuß der Julius Hö.rter-Stiftuug. I. A.: Studiendirektor Dr. G u t m a n n, Berlin NW 37, Hansaufer 8. Briefkasten der Redaktion. Eine Briefkastennotiz in der Pädagogischen Beilage des „Israelit" veranlaßt uns festzustellen: Für jede wissenschaftliche Arbeit, die in der Schulzeitung abgedruckt wird, sofern es sich nicht um eine offizielle Veröffentlichung der Verbandsleitung handelt, trügt der Verfasser allein die volle Verantwortung. Weder Redaktion noch-Aerbandsleitung identifizieren sich mit allen in den Aufsätzen niedergelegten Anschauungen und fühlen sich aus diesem Grunde auch nicht berechtigt, als Zensoren zu wirken. Selbstverständlich steht es jedem Interessenten frei, abweichende Anschauungen zum Ausdruck zu bringen und wir stellen für solche wissenschaftlich-sachliche Auseinandersetzungen zu jeder Zeit diese Zeitschrift zur Verfügung. Es steht also durchaus nichts im Wege — wir würden es im Gegenteil begrüßen, — wenn auch Herren der in jener Briefkastennotiz apostrophierten „Richtungen", insbesondere auch die Kollegen der dem „Israelit'' nahestehenden Rickrtnim, das Wort zu solchen sachlichen Auseinandersetzungen nehmen.

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