Mannheim
Compact Memory

Jüdische Schulzeitung · 1933-01-16 · 1 (16.1.1933) · page 7

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
9 (1933)
Issue
1 (16.1.1933)
Date
1933-01-16
Page
– (sequence 7)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2825247-2825330-2825331--0691-2826317
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

i'iiitmmcr 1 Jüdische SchulzeiLung Seite 7 fassers im Vorworte (S. IX): „Die Reden werden den Fernstehenden, die das lebendige Wart niemals als Hörer in persönlichem Kontakt mit dem Redenden vernahmen, nur ganz ungefähr eine Ahnung vermitteln von der Eigenart dieses Redners, der in einer ganz besonderen Mischung das Wesen des klassischen Maggid mit dem eines modernen Redners vereinte." Die Söhne haben recht daran getan, an der ursprünglichen; /stirm der Reden ihres Äaters nichts zu ändern: denn nur so r kann der von ihnen im Vorworte (S. XII) geäußerte Wunsch I verwirklicht werden, mit der Veröffentlichung dieser Werke „auch f einer stillen Sehnsucht derer zu entsprechen, die aus dem ge- ° dructtcn Worte die Erinnerung an vergangene Feierstunden, in denen dieses Wort mit lebendiger Kraft erklang, sich zurückrufen möchten". Diese Reden und religiösen Vorträge waren in diesem! Kcwande, in dieser Sprache und in ihrem Inhalt für eine Gemeinde bestimmt, der sie vollkommen angepaßt waren. Die Löhne aber bemühen sich, auch im Vorworte (S. X), das für die i weitere Oeffeutlichkeit bestimmt ist, die Sprache ihres Vaters } nachzuahmen, so im folgenden Satze: „So mag man... ermessen, ' welch ein aufrechter, unabhängiger 6 u ' a 1 - II u m iissur, welch ein hinreißender, tief aufwühlender M o ’orcr I i - Tesch u hu er war", ein Deutsch, das den Söhnen nicht ansteht. Viele, die das alte Maggiduth liehen, werden den Herausgebern sür diese Gabe dankbar sein. Wir erlauben uns aber, den Wunsch, den einst R. Eliasar bei Asarja dem R. Akiba genüber geäußert hat, hier auszusprechen: „Akiba, was hast du init der Agada zu tun, begib dich mit deinem Wissen zu Regaim und Oholoth", d. h., befasse dich mit der Halacha (Lhagiga 14 a, Lanhedrin 381> und (>7l>.) Wir würden es mit Freude begrüßen, wenn man uns bald durch den Druck die halachischen Schriften dieses Thoragelehrten zugänglich machen würde. Schreiber dieser Zeilen besitzt zwei seiner Responscn und ist überzeugt, daß sich viele dieser halachischen Gutachten im Nachlasse befinden. Nabb. Dr. CH. Lauer (Mannheim). f Denise Leblond-Zola, Zola, sein Leben, sein Werk» sein Kamps. Malik-Verlag, Berlin. 5,50 f/M. | Ein Charakterbild des unerschrockenen Kämpfers für Recht! und Freiheit ist hier mit Meisterhand von der eigenen Tochter 'I . entworfen. Schönfärberei, die so nahe lag, ist dabei vermieden s worden. Der Verlauf der Dreyfus-Affäre liest sich wie ein { spannender Roman. Zahlreiche zeitgenössische Karikaturen sind j dem Werk beigegeben und erhöhen seinen Wert.; Studienrat M. Simon (Tilsit).! „Die zeitgemäße Schrift", Heft 22, Juli 1932. Verlag i Heintze & Bl'anckerttz, Berlin-Leipzig. \ Wenn Zeidler in seinem Aufsaß über Reichcrts „Fausthandi schrist" (eine prachtvolle gotische Künstlerhandschrift des Faust. \ ein monumentales Werk, das bald erscheinen dürfte), der mit i prächtigen Wiedergaben geschmückt ist, erklärt: Die künstlerische j Schrift befindet sich heute in einer neuen Blütezeit, dann spricht er eine Binsenwahrheit aus (die erste Blütezeit war vor dem i Kriege). Und es sei hier dankbar darauf hingewiesen, daß die s ' rührige Firma-Heinße & Blankertz durch ihre tatkräftige Förderung der Schreibmeister, z. B. durch Veranstaltung von Ausl stellungen. nicht ganz unschuldig an diesen Erfolgen ist. Es j jolfien noch einige Proben von Prüfungsarbeiten der Kunstschule.; lieber künstlerische Erziehung im Zeichenunterricht verbreitet sich die ausgezeichnete Kunsterzieherin Frau Michel. O. Geismar. Schrift und Schreiben. 3. Jahrgang, Heft 6. August 1932. Verlag F. Soennecken, Bonn-Leipzig. Im Schreibunterricht kritisiert der Lehrer heute nicht mehr die Schriftleistung/ als vielmehr den Schriftvorgang selbst. Blatter (Potsdam) macht hier Mitteilungen von seinen tiefgründigen Beobachtungen über anormale Schreibbewegungen. Eine schöne Lehrprobe über Erarbeitung eines lateinischen Buchstabens lesen wir von K a r u t h. lieber „unsere Handschrift" verbreitet sich ausführlich Dr. P o r st mann; er klagt über die Vernachlässigung und Unterwertung der Handschrift im Leben, spricht sehr interessant über Schriftvermischung (aus verschiedenen Stilen) und über die dreizeilige deutsche Schrift., lieber „die graphologische Kunst" hören wir unter Beigabe vieler Beispiele von Elise K u r z m a n n, während Dr. Bauer über „Blindenschrift und Schreibmaschine" sich verbreitet. Otto Geismar. D. Karola Barth, Neligionsuuterricht als religiöse Erziehung. Aus der Praxis meines Religionsunterrichtes (Religionspädagogische Bibliothek, herausgegeben von Studiendirektor Heinrich Spanuth in Hameln Rr. 19), 57 S. Verlag Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1931 (Preis 2,50 .-//M). Barths Schrift, die auf den evangelischen Religionsunterricht eingeht, wird auch den jüdischen Lehrerkreis interessieren. Bereits im ersten Kapitel „Vom RöligipttyMitvMcht auf der Grundschule und Mittelstufe" wird eine Reihe von Fragen und Problemen erörtert, die auch in jüdischen Lehrerkreisen immer wieder heute erörtert werden, wie z. B. die Methode des Arbeitsunterrichts und ihre Grenzen. Barth erwähnt in diesem Zusammenhänge, daß sie die dramatische Darstellung der biblischen Erzählung in ihrem Religionsunterricht eingeführt hat. Auf das zweite Kapitcl, „Das Alte Testament im Religionsunterricht", möchten wir besonders Hinweisen. Barth ist ganz von den Vorurteilen befangen, die wir immer wieder bei nichtjüdischen Forschern feststellen können. Sie macht wohl aufmerksam „auf die tiefe Frömmigkeit der großen Propheten, den Reichtum ihrer Gottesnühe und ihres Gottesglaubens, auf die herrlichen Psalmen, die wir als Ausdruck eigenen religiösen Lebens doch wahrlich nicht missen können", S. 12; andererseits charakterisiert sie die jüdische Gottesvorstellung als eine „unterchristliche", die „den Volksgott statt des Weltengottes, den Gott der Rache statt des Gottes der verzeihenden Liebe" verkündet. Bezeichnend ist Barths Aeußerung in diesem Zusammenhänge: „Im Gegensaß wird der hohe Wert des eigenen Besitzes erst recht erkannt". S. 13. Wie abwegig diese Gegenüberstellungen sind — wir begegnen ihnen öfters in dieser Schrift —, ist ja schon längst dargelcgt worden. Barth distanziert sich aber durchaus von den Anschauungen der völkischen Theologen, die aus antisemitischen Erwägungen die jüdische Bibel aus dem christlichen Religionsunterricht entfernt wissen wollen. Ihren methodischen Forderungen können wir auch von unserem jüdischen Standpunkte aus oft'zustimmen. Die wiederholten Hinweise Barths auf neueste individualpsychologische Literatur sind eine Bereicherung ihrer Schrift. Bezirksrabbiner Dr. Ernst Steckelmacher (Bad Dürkheim). Kürschners Deutscher Gelehrten-Kalender, 4. Ausgabe, liegt feit kurzem vollständig vor. Der Gedanke, ein Lexikon der lebenden deutschen Gelehrten mit ausführlicher Literaturangabe auszuarbeiten, ist an sich sehr v e r d i e n st l i ch. Rur die Verwirklichung dieses Gedankens ist unseres Erachtens nicht geglückt, und somit können wir wohl sagen, daß das Werk nicht ,o ist, wie man es sich vor seinem Erscheinen in Kelehrtenkreisen Deutschlands vorgestellt hatte. Insbesondere muß es den P äd - a g o g e n verwundern, daß eine ganz große Anzahl von Pädagogikgelehrten unerwähnt gelassen worden ist, obwohl von ihr eine ganz ansehnliche Zahl bedeutsamer wissenschaftlicher Untersuchungen publiziert worden ist. Hinwiederum finden wir Hochschuldozenten, auch solche der Pädagogik, die äußer vielleicht ihrer (wie heutzutage in 90 von 100 Fällen, wohl sicher auch hier unselbständigen) Doktordissertation keinerlei durch strenge forscherische Sachlichkeit sich auszeichnende Arbeit veröffentlicht haben. Das ist, wie mir scheinen will, der Kardinalfehler dieses Werkes, der auf eine Redaktion hindeutet, die, alles in allem genommen, ihrer Aufgabe nicht gewachsen war, nämlich: ein Werk zu schaffen, das ein möglichst lückenloses Verzeichnis der in Deutschland geborenen und in Deutschland wirkenden Gelehrten, also Forscher. of,ne Rücksicht auf ihre rein äußerliche Stellung. darstellt. , Ernst Lewy (Berlin). Pädagogisches Merkbuch 1933/34. 192 Seiten, ein mehrfarbiges Einschaltbild. 90 Pf. Union Deutsche Verlagsgesellschaft, Zweigniederlassung Berlin SW 19. Der vorliegende' praktische Berufskalender, der bereits im 7. Jahrgang erscheint, ist sür Lehrer aller Schulgattungen gedacht. Er enthalt u. a.: Kalendarium (Schuljahr 1933/34), Schüler- und Zensurenlisten, Merktafeln, Angaben über die Schulverwaltungen der Länder, über die Schulpolitikcr des Reichstages, eine Besoldungstafel. Postgebühren, Eisenbahnfahrpreise und eine Literaturzusammenstellung. Dabei ist reichlich Raum für Notizen vorhanden. Ferner wird Interessantes über Maßsysteme, über die vergangenen Jahrhunderte und über Figuren und Steine zu Brettspielen vermittelt. Eine Schilderung der Besteigung des Lyskamm von Oskar Erich Meyer kann in den oberen Jahrgängen als Sachlesestoff geboten werden. Durch gute Ausstattung und gutes Papier unterscheidet sich der Berusskalender vorteilhaft von Erscheinungen ähnlicher Art .

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.