Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 8 (1932)
- Issue
- 8 (15.8.1932)
- Date
- 1932-08-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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öeitc 0 Jüdische Schulzeitung Nummer 3 zuteil gewordene empfunden ward, ist wohl von jener Ilrofsenbarung zu' unterscheiden, die den Kindern Noahs und in ihnen der ganzen Menschheit geschenkt wird. Diese letztere ist nichts anderes als ein bildlicher Ausdruck der Meinung, daß dem Menfchengeist als solchem die Keime der sittlichen Vernunft innewohnen, daß er kraft angeborener Begabung imstande sei, den Ursinn des Moralischen zu erkennen und zu vollführen. Dies ist eine mythologisierende Wendung für das, was einstmals die Philosophie mit angeborenen Ideen oder mit Aehnlichem charakterisieren sollte. Die Gepflogenheit des Orientalen, der die Entstehung eines Wissens in einer Seele nur durch Einpflanzung von außen her zu begreifen weiß, der eine Lehre ohne einen sie spendenden Lehrer nicht denken kann, hat dieses Bild gemalt. Hier ist von einem bewußt gefühlten Gegensatz zwischen Göttlichem und Menschlichem, zwischen Diesseitigem und Jenseitigem kaum die Rede. Wiener. Hebräische Ausdrücke und Redewendungen für den Unterricht im Hebräischen Von M. Abraham, Berlin. (Fortsetzung.) 11. Frage u n d A n t w o r t. b) Mi rauzc lisdi-aul sdi eloP Wer möchte eine Frage stellen? Dabber b’kaul rom, Sprich laut, Tma-an jisdim’u dmllom. damit alle verstehen. Ane b'misdipot sdiolera. Antworte im ganzen Satz. c) Hasdisth’elo enoh b’ruro. Die Frage ist nicht klar. Ilatt’sdiuwo enoh m’duj- Die Antwort ist nicht deutlich. jekes. Mo enau nochaun batt*. Was ist an dieser Antwort nicht 8dmwo hassaus? richtig? 12. Auswendiglernen. b) Mi juudeu es lmppossuk Wer kann diesen Satz aushasse al pe? wendig? , Es liappossuk liajjofe Wir wollen diese schöne Stelle ha8se nilmad al pe. _ auswendig lernen. . 14. Auf me a) R‘c heno. R‘u Ueno. Sdi’ma elaj. Sdiim-u elaj. Ssim lew. Ssimu lew. b) Habbet (habbitu) elaj. lla-asen (lia-asinu) lidworaj. Hukschew (hakschiwu) bidworaj. Maddua e-n’cho maksdii w? Dowid enau ssom lew Jaussef enau schäumen, fi-n’chem de maksdjiwim. c) Ojef atto chunnir-e Lau josdianto de zork’dio b’waddaj. Mossaj sdiochawto lischaun? Mossaj karnto? Al lodiem l’acher sehe wes ballajlo. Al lochem la-alaus al hammittob‘sdio-o m‘ucheres. f d) Atto mabbit b’li lieref b’ad liadialluun. Madiasdiowaus soraus l’gamri b’maudiecho. * Ani murgisth böse. Ilalau atto m’fussor tomid. Al tossiin lew l’dowor, sche-cnau nötigen loch ' Rakkes es modisch’ waussecho. Ten da-t’dio al hallimmud. rksamkeit Sieh her! Seht her! Hör mir zu! Hört mir zu! Paß auf! Paßt auf! Schau (schaut) zu mir her! Merk (merkt) auf meine Worte. Achte (achtet) aus meine Worte. Warum paßt du nicht auf? David paßt, nicht auf. Josef hört nicht zu. Ihr seid nicht aufmerksam genug. Du scheinst müde zu sein. Du hast wohl nicht genügend geschlafen. Wann bist du schlafen gegangen? Wann bist du aufgestanden? Ihr dürft nicht zu lange aufbleiben. Ihr dürft nicht zu spät schlafen gehen. Du siehst in einem fort (ohne Unterlaß) zum Fenster hinaus. Du hast ganz fremde Dinge im Kopf. Ich merke es wohl. Du bist immer zerstreut. Kümmere dich nicht um Dinge, die dich nicht angehen. Nimm doch deine Gedanken zusammen. Richte deinen Sinn auf den Unterricht. (Schlug folgt.) R'chol sdiowua nilm’do possuk ediod min hattauro (au min hatt’- fillo) al pe. c) Olecho laumar es haminischpot b’sdietef, b’li girngum, b‘lmt-omo jofo. Jede Woche wollen wir einen Satz aus der Thora (oder aus dem Gebete) auswendiglernen. Du mußt den Satz fließend sagen, — ohne Stottern, — mit schöner Betonung. e) Ma perusch luimmillo hassuus? Bocr es habbittuj hasse b’losdiaun germonis. Ssapper b’kizzur es tauchen happorosdio < hoacharauuo b’losdiaun Ssapper ssippur se b’millccho atto, — bilsdiaud) Mn injan happcrck hasse? B’esu sch’elo bnu auss’- kim (ussukim) puu? Bummischpot hasse-jesdi liurbc kausdii. Ma bo l’lamm’deml (rhaschmi-enu) hammisdipot hasse? Ani chauschesdi schemmo. lau hewinu and kullom es mischma liadd’worim- R'z.auni l’worer es horajaun hoikri b’millim p’sdmtaus. Mi and mikkem rauze l'nassau»? 13. Inhalt. Was bedeutet dieses Wort? Erkläre diesen Ausdruck auf deutsch. Erzähle kurz den Inhalt des letzten Abschnittes in hebräischer Sprache. Erzähle diese Geschichte mit deinen eigenen Worten. Wovon handelt dieses Kapitel? Mit welcher Frage befassen wir uns hier? (Um welche Frage handelt es sich hier?) In diesem Satze sind viele Schwierigkeiten. Was will (uns) dieser Satz besagen (lehren)? Ich merke (glaube), daß noch nicht alle den Sinn dieser Worte begriffen (erfaßt) haben. Ich will die Hauptsache (den Hauptgedanken) in einfachen Worten sagen. Wer von euch möchte es auch versuchen? Literarisches Martin Buber, Königtum Gottes. Schocken-Verlag Berlin. 1932, kart. 3tAt 7.50, Leinen iftil 9.50. Wir sind gewohnt, Martin Bubers geistige Gestalt als die eines Ertatikers und Mystikers zu erfahren. Wortbildung und -gefüge im Geschriebenen, sowohl als auch im Gesprochenen haben etwas Sakrales an sich, und was da um Ausdruck ringt, kommt aus Tiefen herauf, in denen das Heilige schlechthin beheimatet ist. Ganz natürlich daher, daß Bubers Welt nicht allzuoielen zugängig ist: daß es auch aufnahmewilligen Menschen zuweilen schwer wird, sich in ihr zurechtzufinden. Nun ist Martin Buber seit einigen Jahren Professor der Religionswissenschaft an der Universität zu Frankfurt a. M. Neben das nur in einem begrenzten Sinne prophetische Element in seinem Wesen ist das des Gelehrten getreten, und als erste Frucht emsigster Professorenarbeit legt uns der 'Schockenverlag das obengenannte Buch Bubers auf den Tisch. Es ist. so lesen wir auf dem Umschlag das erste von drei Büchern, die unter dem gemeinsamen Obertitel „Das Kommende, Untersuchungen zur Entstehungsgeschichte des messianischen Glaubens" erscheinen sollen. An Hand eines umfangreichen bibeleregetifchen Materials, durchforscht und, in Ordnung gebracht mit der innern Gelassenheit und Umsicht des den appuratus criticus souverän beherrschenden Gelehrten, geht Buber einem der schwerwiegendsten Geistesprozesse der Vergangenheit nach. Das israelitische Volk hat den Gedanken der uneingeschränkten Gottesherrschaft konzipiert, und sein religiös-politisches Dasein dieser Konzeption entsprechend, zu gestalten versucht. Dabei ergab es sich, daß es ihm nicht zugeieilt war. die Probe zu bestehen. Die Enttäuschung stellte sich ein und bog den durchaus geschichtsreal gefaßten Gedanken ins Eschatologische um: aus dem Bemühen. Gott zum wirklichen König im Irdischen werden zu lassen, wurde infolge des Mißlingens die Flucht in einen Ausweg hinein, in die Idee des - Messianismus. Buber wird erst im zweiten Band die messianische Person und im dritten die „eschatologischen Spannungen" behandeln. „Königtum Gottes" ist reine Eelehrtenarbeit. deren Beurteilung nur dem möglich ist. der die hebräische Sprache bis in ihre feinsten Schwingungen hinein kennt, und der vertraut ist mit den Methoden der Bibelkritik, jener jungen Wissenschaft also, die namentlich von protestantischen Theologen gepflegt wurde, und deren Prinzipien Martin Buber mit der ge- ' -j