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Jüdische Schulzeitung · 1932-05-13 · 5 (13.5.1932) · page 4

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Journal
Jüdische Schulzeitung
Volume
8 (1932)
Issue
5 (13.5.1932)
Date
1932-05-13
Page
– (sequence 4)
Language
German
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nröftadi. MM. „mim mäkÜV-mifci - •■—M •' >- ttiliH i \<Tt* fttn lilfti ÜÜfcii Seite 4 Jüdische Sch«lzeit«»s mrn± Nummer L Daraus. ergibt sich für uns die wichtigste aller Forderungen des jüdischen Religionsunterrichts: In der jüdischen Religions« stunde mutz überwiegend die Freude vorherrschend sein. Der jüdische Religionsunterricht mutz für das jüdische Kind in der Unterklasse eine Erbauungsstunde sein, ihm Genuß bieten. Es kommt nicht so sehr daraus an. daß es ein großes Religionswissen in sich aufnimmt, wenn es auch wichtig ist, sondern welche Gemütskräfte in ihm erweckt werden. Die Freude, die im Religionsunterricht im Kinde erzeugt werden soll, hat nicht einen unterrichtlichen Zweck, den Zweck, daß es sich den Lehrstoff aneigne: umgekehrt der Lehrstoff dient dazu. Freude, Befriedigung, Eehobenheit hervorzurufen, und dadurch feelische Schädigung, verursacht durch die Judenfeindschaft, abzuwehren oder sie aufzuheben. Sie ist nicht Unterrichtsweise, sondern Unterrichtserfolg: nicht Mittel zur Wissensbereicherung, sondern Vorbeugungs- und Heilmittel, also seelforgerisch. Hier unterscheidet sich der Lehrer im Seelsorger vom Seelsorger im Lehrer oder hier verwandelt sich der Lehrer in den Seelsorger. (Schluß folgt.) Hebräische Ausdrücke und Redewendungen für den Unterricht im Hebräischen. Von M. Abraham, Berlin. Jeder Lehrer soll sein Fach in Theorie und Praxis vollkommen beherrschen. Grundsätzlich wenigstens dürfte dieser Forderung allgemein zugestimmt werden. Demgemäß sollte auch der Hebräischlehrer die Fähigkeit haben, die hebräische Sprache in voller Freiheit, Geläufigkeit und Richtigkeit in seinem Unterrichte anzuwenden. Wohlgemerkt: die Fähigkeit dazu sollte er haben. Damit sott aber keineswegs verlangt oder auch nur als wünschenswert hingestellt werden, daß nun der Lehrer durchaus alles und jedes in hebräischer Sprache lehren. Daß er beispielsweise auch die Erläuterung des 90. Psalms oder die Vertiefung in das 6. Kapitel Jesaja in hebräischer Sprache vornehmen soll. In unseren deutschen Schulen wird nach wie vor die tiefere Erfassung eines bedeutungsvollen Inhalts unseren Schülern nur in der deutschen Muttersprache ermöglicht werden können. Wir wollen uns auch in bezug auf uns selbst keinen phantastischen Illusionen hingvben und nicht uns und anderen etwas vormachen: wir älteren Lehrer werden die gekennzeichnete Fertigkeit wohl nie mehr erreichen und wahrscheinlich wird es auch der größte Teil der jüngeren Lehrer nicht, und zwar auch aus dem Grunde, weil die Notwendigkeit noch nicht eingesehen und zugestanden, dagegen eher bestritten wird. Ein Zweifaches ist richtig: Unser Hebräischunterricht ist seinem Sinne nach Religionsunterricht, und „es ist bisher auch so gegangen". Dem kann entgegengehalten werden: Auch der Hebräischunterricht ist doch seinem Wesen und seiner Form nach Sprachunterricht. Es beeinträchtigt ja nicht seinen Zweck, sondern fördert ihn nur, wenn Weg und Weise alles an Erfahrungen und Beobachtungen nützt und mit heranzieht, was geeignet ist, das Ziel um so sicherer und angenehmer erreichen zu lassen. Und daß es noch viel besser gehen darf als bisher, wird wohl keiner bezweifeln. Die Schwierigkeiten des hebräischen Unterrichts treten uns nicht sowohl auf der Unterstufe entgegen als vielmehr in den späteren Jahren. Die Bedeutung eines die Kinder anziehenden Anfangsunterrichts soll nicht unterschätzt werden, ich glaube aber, daß zum Teil viel zu viel Künstelei auf ihn verwendet wird. In den ersten Schuljahren bringen die Kinder fast durchgängig große Bereitwilligkeit zum Lernen mit, und zwar nach jeder Methode. Nach dem unablässigen Ringen der letzten 20 Jahre auf diesem Gebiete kann sie eigentlich von niemand mehr so schlecht gehandhabt werden, daß sie nicht wenigstens auf der Fibelstufe erfreuliche Erfolge zeitigen sollte. Die inneren und äußeren Hemmnisse kommen gewöhnlich erst in d e r Periode zur Auswirkung, in welcher die Bürde der anderen Schulfächer empfunden oder den Schülern eingeredet wird, in der die beirrenden und schädigenden Einflüsse der Umgebung sich geltend machen und die mannigfachen Ablenkungen sich einstellen. Gerade in diesem Kkndesalter, so vom 11. bis zum 14. Lebensjahr, kann der Unterricht nicht anregend genug sein. Wenn da das religiöse Moment nicht mehr ausreicht, die Kinder zu intensiver Mitarbeit anzuspornen, soll es Durch die Befriedigung des Intellekts und durch die Freude über die merkliche Zunahme an Sprachverständnis und Wortreichtum, eventuell auch an Sprachgewandtheit, unterstützt werden. Dieser Ausgabe soll dienen helfen, was in der Uvberfchrift angezeigt ist. Im Laufe der vielen Jahre Unterricht ergibt es sich von selbst, daß der Lehrer ungezählte Male dieselben Aufforderungen an die Kinder richtet, dieselben Mahnungen ihnen ans Herz legt, dieselben Fragen an sie stellt, dieselben Erklärungen und Erläuterungen ihnen vorträgt oder mit ihnen findet, dieselben Antworten aus ihnen herausholt. Empfiehlt es sich da nicht, dies statt immer nur in deutscher Sprache in hebräischer oder auch in hebräischer zu vollziehen, beginnend mit wenigen leichten Formen und Formeln, allmählich, wenn auch langsam und behutsam, aber ständig und beharrlich aufsteigend zu ansehnlichem Umfang? Wir sollten uns nicht damit begnügen, die Schüler immer nur die paar Textsätze lesen und hören zu lassen, die wir in der Stunde mit ihnen durchnehmen können. Wir müssen soviel hebräischen Klang, wie möglich und angebracht ist. an ihr Ohr tönen lassen. Wir müssen versuchen, sie von der gewöhnlichen ängstlichen und peinlichen Anklammerung an das Buch und an das gedruckte Wort loszulösen und sie dadurch gewandter im Auffassen und Begreifen des Hebräischen zu machen. Aber täuschen wollen wir uns nicht darüber, daß wir damit uns selbst eine schwere Aufgabe stellen, weil wir ihrer ungewohnt sind und es daher leicht an Konsequenz fehlen lassen, wie ich es in betrüblicher Weise nur zu oft an mir selbst wahrgenommen habe. Das macht mich aber nicht in der Ueberzeugung wankend, ' daß solche Uebungen. wie sie mir oorschweben, richtig, gut und nützlich sind. Daher möchte ich anderen die Arbeit erleichtern und biete nun im Folgenden eine Zusammenstellung von hebräischen Ausdrücken und Redewendungen, welche die hauptsächlichsten Beziehungen berücksichtigen, die beim hebräischen Unterricht — dieser nicht ängstlich knapp verstanden — in Betracht kommen. Dem wohlerwogenen Ermessen des Lehrers bleibt es überlassen, aus der im jetzigen Stadium der Verhältnisse sicherlich „riesig" erscheinenden Fülle dasjenige auszulesen, was ihm für seine Schüler geeignet erscheint. Zu beachten ist: Cs ist nicht darauf abgezielt, daß die Schüler die dargebotenen Redewendungen gebrauchen sollen, sondern daß sie sie verstehen lernen. Die Schüler brauchen die hebräischen Fragen des Lehrers nicht hebräisch zu beantworten: es genügt, wenn sie durch ihre deutsch gegebenen Antworten zeigen, daß sie sie verstanden haben, und wenn sie die hebräischen Anordnungen richtig aussühren. Ein und dasselbe läßt sich natürlich oft in verschiedener Weise ausdrücken. je nach dem Alter, der Fassungskraft, dem Wortreichtum, der grammatischen Schulung und Kenntnis des Schülers (wenn wir hier vom Lehrer absehen wollen). Daher erscheinen die Redewendungen der einzelnen Themen in mehreren Stufen, als a. b,. . , Es ist darauf Bedacht genommen worden, die Konstruktion immer möglichst einfach zu gestalten und für die in Frage kommenden Begriffe die Vokabeln zu verwenden, welche die gebräuchlichsten sind und bald oder doch später im Uebersetzungstext auftreten werden. Es ließ sich aber nicht vermeiden, hin und wieder einen Ausdruck aufzunehmen, der im Gebet- und Bibeltext der Schule gar nicht oder selten vorkommt, wenn er im Zusammenhang nicht zu entbehren ist. I Ij'll Mi I h is|

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