Jüdische Schulzeitung
- Journal
- Jüdische Schulzeitung
- Volume
- 7 (1931)
- Issue
- 7 (15.7.1931)
- Date
- 1931-07-15
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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* V:>- flrflYfii^ÜWiiKi UM Seite 6 Jüdische Schulzeitung. Nummer 7 will Bumke nicht gelten lassen und erklärt das Unbewußte im Sinne der Psychoanalyse als das, was wir von uns wissen möchten und leider — nur allzugut wissen. (£. M. Fetter: Antisemitismus. Versuch einer psychoanalytischen Lösung. Verlag des Archivs für angewandte Psychologie, Berlin. Die AuMlMttMtt Be«? Sttffftil#» tami \\m nur teilweise unterschreiben. Antisemitismus konstruiert als Minderwertigkeitsgefühl des Ariers, gemessen an den höheren Leistungen des Juden, ist eine keineswegs seltene Erklärung (vgl. Koudenhooc-Kalergi). Fetter unterscheidet den erstklassigen Künstler, dem der Antisemitismus fremd und den Zweitrangigen, der dem Minderwertigkeitsgefühl unterlegen fei. Der gute arische Künstler sublimiere seine Triebe in der Kunst. Fetter erwartet einen Ausgleich von der fortschreitenden Kultur, die den Juden immer mehr dem Arier assimiliere, allerdings ihn selbst durch Aufgeben seiner eigenen Kultur zum Antisemiten mache. Juden und Christen verhalten sich wie Vater und Sohn. Der Sohn haßt den Vater, d. h. den Erfolgreichen, im Kampfe mit der Mutter, d. h. der höheren Kultur. Also der Oedipuskomplex muß hier zur Deutung des, Antisemitismus dienen. Mag man auch die merkwürdigen Schlußfolgerungen des Verfassers ablehnen, so sollte man doch anerkennen, daß hier ein Nichtjude cs mit größter Offenheit und ehrlicher Ueberzeugung unternommen hat, die Quellen des gefühlsmäßigen Antisemitismus aufzudecken.. Als Ganzes betrachtet mußte der Versuch bei den noch unzulänglichen Methoden der Psychoanalyse scheitern. Notizen. Hygiene-Lehrgänge in Dresden. Auch . in diesem Jahre veranstaltet der Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung im Anschluß an die Internationale Hygiene-Ausstellung in der Zeit vom 2. bis 4. August 19 3 1 in Dresden einen Lehrgang für Lehrer und Lehrerinnen an Berufs-, Volks- und Mittelschulen. Die K ö st e n, für 3 Tage Logis, Beköstigung, Vorträge, uno Führungen und Besuch der Ausstellung (Dauerkarte für drei Tage) betragen nur 25 OHL Die Unterbringung der Teilnehmer erfolgt in guten Privathäusern. . Anmeldungen sind bis zum 15. Juli d. I. an den Reichsausschuß für hygienische Volksbelehrung, Berlin NW 6, Luisenplatz 2—4, zu richten. . Zu gemeinsamen Autobusausflügen in die Sächsische Schweiz zu verbilligten Preisen wird Gelegenheit geboten.- * Preisausschreiben „Puppenspiel und Schule". Der Deutsche Bund für Puppenspiele zeigt in Verbindung mit den Blättern für das gesamte Puppenspielwesen Der Puppenspieler ein Preisausschreiben mit dem Thema „Puppenspiel und Schule" an, bei dem ein Gesamtbetrag von 600 OHi ausgesetzt ist. Der Betrag soll unter den drei besten Arbeiten verteilt werden. Die gesamte deutsche Lehrerschaft ist zu diesem Preisausschreiben cingeladen. Einsendung aller Art von Arbeiten, die das Thema „Puppenspiel und Schule" betreffen, sind ekwünscht. Annahmeschluß ist am 15. September 1931. Dem Prüfungsausschuß gehören an: Schulrat Heinrich Hassinger, Referent für Jugendpflege und Volksbildung des Hessischen Ministeriums für Kultus- und Bildungspfleae; Darmstadt: Unim-Vrosi Dn Carl Riesseni Köln; Geh. Rog.-Rat Benno v. Valenz, Langebrück (Sachsen). Bitte um Mitarbeit. Die Jugendschriften - Kommission des Vereins Jüdischer Lehrer in Schlesien ist im Dezember vorigen Jahres zu neuem Leben erwacht. Sie setzt sich zusammen aus dem Vereinsvorsitzenden, drei jungen Kolleginnen und Kollegen und der Unterzeichneten. LLir alle, Lehrer und Lehrerinnen. Verwalter des Schrifttums, kennen, um mit Wolgast zu sprechen, das. Elend des jüdischen Jugendschristtums, wir wissen, wie wenig Echtes und Gutes es uns gibt. Wir gehören nicht zur Gilde begnadeter Dichter, aber unsere Kommission hat es sich zur Aufgabe gemacht, so wie sie selbst zu neuem Leben erwacht ist, altes Schrifttum, sei es.Prosa, seien es insbesondere Spiele für Chanukka und Purim, in zettgemäßein Gewände unserer jüdischen Jugend nahezubringen. Wenn wir sagen, in zeitgemäßem Gewände, so ist dabei nur an stilistische Aenderungen gedacht. Wir bitten die Lehrerschaft, uns dabei zu helfen, uns mit Rat und Tat beizustehen. Wir sind für jede Anregung, für jede „kleine Gabe" dankbar, lieber die Entwicklung unserer Arbeit soll in Zeitabständen in den Blättern für Erziehung und Unterricht, oder in der Jüdischen Schulzeitung berichtet werden. Für die Jugendschriften - Kommission des Vereins Jüdischer Lehrer in Schlesien. Else M e n k e n, Breslau 1, Nikolaistr. 12. Literarisches. Der Volks-Brockhaus. Deutsches Sach- und Sprachwörterbuch für Schule und Haus. Mit über 3600 Abbildungen und Karten im Text und auf 71 einfarbigen und bunten Tafel- und Kartenseiten sowie 36 Uebersichten und Zeittafeln. A—Z. 7,80 uHL Verlag von F. A. Blockhaus. Leipzig. Herr Oberregierungs- und Schulrat E. S a u p e schreibt über das Buch: Kaum ein anderes Werk unserer an Bücherproduktion reichen Zeit habe ich bei seinem Erscheinen mit so großer Freude begrüßt wie den „Volks-Brockhaus". Er ist ein Schulbuch und ein Volksbuch zugleich.' Ein Schulbuch, weil er ein unvergleichliches Arbeitsmittel darstellt, das die Schüler der neuen Schule mit bestem Erfolg und reichem Gewinn für sich benutzen werden. Taucht im Sachunterricht eine Frage auf, so nehmen sie den Volks-Brockhaus zur Hand und erarbeiten'die Antwort selbst oder finden hier Fingerzeige, in welcher Richtung die Weiterarbeit erfolgen mutz. Ein Schulbuch, weil es in der Darstellung einfach, klar und verständlich ist. Der Volks-Vrockhaus ist ein Schulbuch für alle Schulgattungen. Er ist aber zugleich ein Volksbuch. Ein Volksbuch, weil er das volkstümliche Wissen, das Wissen, das zur sogenannten allgemeinen Bildung gehört, in gedrängter Darstellung bringt. Wir wollen nicht mißverstanden werden. Der Volks-Brockhaus ist kein Kompendium lernbaren Wissens, sondern vielmehr ein Nachschlagebuch für alle Fragen des Lebens. Ein Volksbuch, weil er ein schlichter, aber zuverlässiger Führer ' für den Mann des Volkes ist. Ein Volksbuch, weil er vielseitige Formen der Darstellung: das Wort, Tafeln. Karten. Bilder ufw. anwendet. Die Wiedergabe der Bilder ist besonders gut gelungen. Wir möchten das Buch aber besonders ein deutsches Buch nennen. Das deutsche Bildungsgut wird schlagwortartig, kurz, knapp und in guter deutscher Sprache dargestellt. Schulmänner. die die deutsche Schule, die Seele des deutschen Volkes, die geistigen Bedürfnisse des einfachen Mannes und das deutsche Bildungsgut kennen, haben sich mit dem rührigen Verlag und seinen erfahrenen Mitarbeitern zur Herausgabe des Werkes vereinigt, das seinen Weg gehen, in Schule und Haus Eingang und damit weite Verbreitung finden wird. Dr. Edwin Tau sch er, Dozent am Päd. Seminar der Technischen Hochschule Dresden, urteilt folgendermaßen: .... Welch ungeheurer Reichtum tut sich vor mns auf! Aber der Volks-Brockhaus ist mehr als ein Rachschlagebuch. Er ist zugleich ein Fremdwörterbuch der in Haus und Schule gebräuchlichen Wörter aus den alten und neuen fremden Sprachen uttd aus allen Sachgebieten. Er bringt ferner die deutsche Rechtschreibung nach den amtlichen Regeln und eine deutsche Sprach- Daß der Fassung des Textes bei allen Beiträgen größte Sorgfalt gewidmet wurde, soll nicht unerwähnt bleiben. In wenigen» jedermann verständlichen Worten wird alles Wesentliche über einen Keflenstand gesagt. Fremdwörter dabei bis zur Grenze des heute Möglichen vermieden. So wird der Volks-Brockhaus durch Inhalt und Form zu einem wertvollen Arbeitsmittel für jedermann, ganz besonders für die Schüler in den oberen Klassen der Volks- und.Mittelschulen, den unteren Klaffen der höheren Lehranstalten, den Be- / WWW Vf